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Garten-Ratgeber

Der April ist Pflanzzeit für Stauden

Gartenkalendervon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Frühjahr oder Herbst: die Faustregel
  2. Woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen
  3. Den Boden gründlich vorbereiten
  4. Stauden richtig einpflanzen
  5. Wie viel Abstand Stauden brauchen
  6. Lücken schließen: Sommerblumen und Mulch
  7. Pflege im ersten Jahr
  8. Stauden schneiden im Herbst oder im Frühjahr?
  9. Häufige Fragen

Der April ist die beste Pflanzzeit für alle Stauden, die im Sommer oder Herbst blühen. Der Boden ist feucht und erwärmt sich, die Pflanzen stehen erst am Anfang ihres Austriebs und können ihre ganze Kraft in die Wurzeln stecken. Bis zum Winter sind sie dann gut eingewachsen. Frühjahrsblüher dagegen pflanzt man besser im Herbst, damit sie im folgenden Frühjahr ungestört blühen können.

Jungpflanze im Topf und Pflanzschaufel auf frisch gelockerter Beeterde
Jungpflanze im Topf und Pflanzschaufel auf frisch gelockerter Beeterde

Frühjahr oder Herbst: die Faustregel

Stauden aus dem Topf werden heute das ganze Jahr über angeboten und lassen sich grundsätzlich pflanzen, solange der Boden weder gefroren noch ausgedörrt ist. Dennoch gibt es bessere und schlechtere Zeitpunkte. Die bewährte Regel lautet:

  • Im Frühjahr pflanzen: Stauden, die ab Juni blühen, also Sommer- und Herbstblüher wie Sonnenhut, Phlox, Astern, Taglilien oder Fetthenne. Auch Gräser und frostempfindlichere Arten wie Fackellilie oder Prachtkerze wachsen besser an, wenn sie einen ganzen Sommer vor sich haben.
  • Im Herbst pflanzen: Stauden, die im Frühjahr blühen, etwa Pfingstrose, Tränendes Herz, Gämswurz oder Christrose. Sie bilden im Herbst noch Wurzeln und blühen im Frühjahr ohne Umpflanzstress.

Im Hochsommer ist Pflanzen möglich, bedeutet aber viel Gießarbeit. Frische Stauden brauchen dann täglich Wasser und Schatten in der Mittagshitze.

Woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen

Der Kalender ist nur ein grober Anhalt. In milden Regionen kann man schon Ende März pflanzen, in Höhenlagen erst im Mai. Entscheidend ist der Boden: Er sollte abgetrocknet und krümelig sein. Nimmt man eine Handvoll und drückt sie zusammen, soll sie nicht schmieren, sondern beim Antippen zerfallen. Auf nassem Boden richten Spaten und Füße mehr Schaden an, als die Pflanzung nutzt.

Winterharte Stauden aus dem Freiland vertragen die üblichen Aprilfröste ohne Weiteres. Vorsicht ist bei Pflanzen geboten, die im Gewächshaus vorgetrieben wurden und schon weiche Triebe haben: Sie sollten Sie einige Tage abhärten und bei angesagtem Nachtfrost mit Vlies abdecken. Frostempfindliche Kübelpflanzen und Sommerblumen kommen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Was sonst im April gepflanzt und gesät werden kann, steht unter Was kann man im April pflanzen? und Gartenarbeiten im April.

Den Boden gründlich vorbereiten

Eine Staude steht viele Jahre am selben Platz. Was Sie jetzt versäumen, lässt sich später kaum nachholen.

  1. Unkraut entfernen. Vor allem Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke und Ackerwinde restlos ausgraben. Jedes Wurzelstück, das bleibt, treibt später mitten in der Staude aus. Tipps dazu unter Giersch bekämpfen.
  2. Lockern. Den Boden spatentief lockern, Verdichtungen aufbrechen, Steine absammeln.
  3. Verbessern. Zwei bis drei Liter reifen Kompost je Quadratmeter einarbeiten. Schwere Böden werden mit Sand oder feinem Kies durchlässiger, sehr leichte mit Kompost und etwas Tonmehl wasserhaltender. Mehr dazu lesen Sie unter Den Boden im Garten richtig verbessern.
  4. Glatt harken. Die Oberfläche einebnen, damit sich später kein Wasser in Mulden sammelt.

Stauden für magere, trockene Standorte wie Lavendel, Katzenminze oder Steppen-Salbei brauchen keinen Kompost; ihnen genügt durchlässiger, eher karger Boden.

Stauden richtig einpflanzen

  1. Wässern. Den Topfballen vor dem Pflanzen in einen Eimer Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ein trockener Ballen nimmt im Beet kaum noch Wasser auf.
  2. Auslegen. Die Töpfe nach Plan auf dem Beet verteilen und die Abstände prüfen, bevor Sie graben.
  3. Pflanzloch graben. Etwa doppelt so breit wie der Ballen.
  4. Wurzeln lockern. Ist der Ballen dicht durchwurzelt und verfilzt, reißen Sie ihn an den Seiten mit den Fingern etwas auf. Das regt die Bildung neuer Wurzeln an.
  5. Einsetzen. Die Staude so tief setzen, wie sie im Topf stand. Zu tief gepflanzt, faulen viele Arten am Wurzelhals.
  6. Andrücken und angießen. Erde auffüllen, leicht festtreten und durchdringend gießen, damit sich die Erde an die Wurzeln legt.

Wie viel Abstand Stauden brauchen

Eine alte Faustregel sagt: so viel Abstand, wie die Staude später hoch wird. Genauer ist die Rechnung nach Stück je Quadratmeter, wie sie auch Staudengärtnereien verwenden:

StaudengruppeBeispieleStück je m²
Hohe Leit- und PrachtstaudenRittersporn, Hoher Phlox, Wasserdost, hohe Astern1–3
Mittelhohe BegleitstaudenSonnenhut, Schafgarbe, Taglilie, Storchschnabel4–6
Niedrige Stauden und BodendeckerFrauenmantel, Katzenminze, Polsterstauden, Elfenblume7–12

Anfangs wirkt das Beet mit diesen Abständen lückig. Im zweiten, spätestens dritten Jahr schließt sich die Pflanzung.

Lücken schließen: Sommerblumen und Mulch

Damit in den Zwischenräumen nicht Unkraut die Oberhand gewinnt, haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können im ersten Jahr einjährige Sommerblumen wie Ringelblumen, Schmuckkörbchen oder Kapuzinerkresse dazwischen säen. Sie füllen die Lücken, ohne die jungen Stauden zu bedrängen, solange sie nicht zu dicht stehen. Wie Ringelblumen gesät werden, lesen Sie unter Ringelblumen im eigenen Garten pflanzen.

Oder Sie mulchen. Gut geeignet ist eine Mischung aus gehäckseltem Strauchschnitt und angewelktem Rasenschnitt. Rasenschnitt allein nur ganz dünn ausbringen, höchstens ein bis zwei Zentimeter, sonst fault er. Rindenmulch ist für die meisten Beetstauden keine gute Wahl: Er entzieht dem Boden beim Verrotten Stickstoff und enthält Gerbstoffe, die viele sonnenliebende Stauden nicht mögen. Für Waldrand- und Schattenstauden wie Funkien, Farne oder Elfenblumen ist er dagegen geeignet. Näheres steht unter Rindenmulch im Garten richtig verwenden.

Pflege im ersten Jahr

Frisch gepflanzte Stauden brauchen in den ersten Wochen regelmäßig Wasser, vor allem wenn der April trocken und windig ist. Gießen Sie lieber seltener, aber durchdringend, und möglichst morgens: Nasse Blätter über Nacht fördern Pilze, und abends feuchter Boden lockt Schnecken an.

Hohe Stauden mit schweren Blütenständen wie Rittersporn oder Pfingstrosen bekommen früh eine Stütze, am besten schon beim Austrieb, damit sie hindurchwachsen können. Verblühtes schneiden Sie regelmäßig ab; Rittersporn, Katzenminze oder Storchschnabel blühen nach einem Rückschnitt ein zweites Mal. Eine leichte Düngung mit Kompost im Frühjahr reicht meist für das ganze Jahr.

Stauden schneiden im Herbst oder im Frühjahr?

Im Herbst müssen Sie nicht alles abschneiden. Stängel und Samenstände vieler Stauden sehen im Winter mit Raureif schön aus, bieten Vögeln Futter und Insekten ein Winterquartier und schützen die Pflanze selbst vor Frost. Abgeschnitten wird dann im zeitigen Frühjahr, bevor der neue Austrieb beginnt. Nur Stauden, die nach der Blüte unansehnlich zusammenfallen oder zu Pilzkrankheiten neigen, schneiden Sie schon im Herbst zurück. Wie Sie dabei vorgehen, erklärt Im Oktober Stauden zurückschneiden.

Gut eingewurzelte Gartenstauden brauchen in der Regel keinen Winterschutz. Frisch gepflanzte oder bedingt winterharte Arten decken Sie in rauen Lagen mit Laub oder Reisig ab. Polsterstauden fürchten eher Winternässe als Kälte; mehr dazu unter Polsterstauden. Wie Sie aus einzelnen Stauden ein Beet mit Blüten von Frühjahr bis Herbst zusammenstellen, beschreibt der Beitrag Ein Staudenbeet für Blütenpracht in drei Jahreszeiten.

Häufige Fragen

Welche Stauden pflanzt man im April?

Alle Stauden, die im Sommer und Herbst blühen, etwa Sonnenhut, Phlox, Astern, Taglilien, Fetthenne, Ehrenpreis und Gräser. Frühjahrsblüher setzt man besser im Herbst.

Können Stauden Frost nach dem Pflanzen vertragen?

Winterharte Stauden aus dem Freiland überstehen normale Aprilfröste. Im Gewächshaus vorgetriebene Pflanzen mit weichen Trieben sollten Sie bei Nachtfrost mit Vlies schützen.

Wie viel Abstand brauchen Stauden?

Als Richtwert ein bis drei hohe, vier bis sechs mittelhohe oder sieben bis zwölf niedrige Stauden je Quadratmeter.

Muss man Stauden im Herbst zurückschneiden?

Nein. Viele Stauden können bis zum Frühjahr stehen bleiben; das schützt die Pflanze und dient Insekten und Vögeln. Geschnitten wird dann kurz vor dem Neuaustrieb.

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