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Garten-Ratgeber

Basilikum - Gewürzpflanze in vielen Varianten

Kräutervon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Herkunft und Steckbrief
  2. Die wichtigsten Basilikumsorten
  3. Aussaat: warm, hell und kaum bedeckt
  4. Standort und Pflege im Beet und im Topf
  5. Richtig ernten: Triebspitzen statt einzelner Blätter
  6. Basilikum haltbar machen
  7. Überwintern: was geht und was nicht
  8. Schädlinge und Krankheiten
  9. Häufige Fragen

Basilikum gibt es in weit mehr Varianten als dem großblättrigen Genoveser aus dem Supermarkt: mit Anis-, Zitronen- oder Zimtaroma, mit roten Blättern, als kleinblättrigen Busch oder als mehrjährigen Strauch. Die meisten Sorten werden bei uns einjährig gezogen, brauchen viel Wärme und dürfen erst nach den Eisheiligen nach draußen. Wer die Triebspitzen erntet statt einzelner Blätter, hat den ganzen Sommer über Nachschub.

Grünes Basilikum im Topf
Grünes Basilikum im Topf

Herkunft und Steckbrief

Anders als oft angenommen stammt Basilikum nicht aus dem Mittelmeerraum, sondern aus den tropischen Regionen Asiens und Afrikas. Nach Südeuropa kam er schon in der Antike, und dort wurde er zu dem Küchenkraut, das wir heute mit Pesto und Tomate verbinden. Botanisch gehört er zu den Lippenblütlern, wie Minze, Salbei und Thymian.

Botanischer NameOcimum basilicum und verwandte Arten
FamilieLippenblütler (Lamiaceae)
Wuchshöheje nach Sorte etwa 20–60 cm
BlüteJuli–September, weiß bis rosaviolett
Standortsonnig bis hell, warm, windgeschützt
Bodenhumos, nährstoffreich, durchlässig, gleichmäßig feucht
Winterhärtenicht winterhart, schon wenige Grad über null schaden
Aussaatdrinnen ab März/April, draußen ab Ende Mai

Die wichtigsten Basilikumsorten

Die Sortenvielfalt ist groß, weltweit gibt es weit über hundert Formen. Für Garten und Balkon sind vor allem diese Gruppen interessant:

  • Genoveser Basilikum: der Klassiker mit großen, gewölbten, glänzenden Blättern und kräftigem, leicht pfeffrigem Aroma. Erste Wahl für Pesto und Tomatengerichte.
  • Griechischer Buschbasilikum (Ocimum basilicum var. minimum): bildet dichte, kugelige Büsche mit sehr kleinen Blättern, würzig und etwas kräftiger. Ideal für Töpfe auf der Fensterbank.
  • Roter Basilikum: Sorten wie ‘Dark Opal’ oder ‘Red Rubin’ haben dunkelrote bis purpurne Blätter. Sie schmecken ähnlich wie Genoveser, oft etwas milder, und sind im Beet ein Schmuckstück.
  • Thai-Basilikum: mit schmalen Blättern, violetten Stängeln und deutlichem Anis- und Lakritzaroma. Er verträgt Hitze beim Kochen besser als Genoveser und gehört in asiatische Currys und Pfannengerichte.
  • Zitronenbasilikum: kleinere, hellgrüne Blätter mit frischem Zitronenduft, gut zu Fisch, Salaten und Getränken.
  • Zimtbasilikum: duftet nach Zimt und etwas Nelke, mit dunklen Stängeln und rosafarbenen Blüten.
  • Strauchbasilikum: Mehrjährige Formen wie ‘African Blue’ oder ‘Magic White’ verholzen an der Basis, werden bis zu einem Meter hoch und lassen sich frostfrei überwintern. Das Aroma ist herber, manchmal leicht kampferartig. Bienen lieben die Blüten.
  • Buntlaubiger Basilikum ‘Pesto Perpetuo’: mit weiß gerandeten Blättern und aufrechtem Wuchs. Er blüht kaum und wird über Stecklinge vermehrt, dadurch liefert er lange Blätter.

Dazu kommt das Indische Basilikum oder Tulsi (Ocimum tenuiflorum), das in Indien als heilige Pflanze gilt und vor allem als Tee verwendet wird.

Aussaat: warm, hell und kaum bedeckt

Basilikum ist ein Lichtkeimer: Streuen Sie die Samen auf feuchte Anzuchterde, drücken Sie sie nur leicht an und bedecken Sie sie höchstens hauchdünn. Bei 20–25 °C keimen sie in etwa ein bis zwei Wochen. Unter 15 °C geht wenig voran, und die Keimlinge fallen leicht der Umfallkrankheit zum Opfer.

Die Aussaat drinnen beginnt ab Ende März oder im April. Sind die Sämlinge groß genug, pikieren Sie sie in kleine Töpfe, jeweils mit zwei bis vier Pflänzchen pro Topf. Ins Freie kommen sie erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn auch die Nächte nicht mehr unter etwa 10 °C fallen. Direkt ins Beet säen können Sie ab Ende Mai oder Anfang Juni.

Standort und Pflege im Beet und im Topf

Basilikum mag es sonnig und warm, aber geschützt vor kaltem Wind und Dauerregen. Auf einem heißen Südbalkon kann ihm die Mittagssonne im Hochsommer zu viel werden, dort ist ein Platz mit etwas Schatten über Mittag angenehmer. Im Topf lässt er sich leicht umstellen und vor Starkregen in Sicherheit bringen, deshalb klappt die Kultur dort oft besonders gut. In der Kräuterspirale gehört er in den unteren, nährstoffreicheren Bereich, nicht an die trockene Spitze.

Der Boden sollte humos und nährstoffreich sein, mischen Sie vor dem Pflanzen reifen Kompost unter. Topfpflanzen bekommen im Sommer etwa alle zwei bis vier Wochen einen organischen Flüssigdünger in schwacher Dosierung. Gießen Sie morgens und direkt auf die Erde, nicht über die Blätter, und lassen Sie keine Staunässe entstehen: Nasse Füße und kalte Nächte sind die häufigste Ursache für welke oder faulende Pflanzen.

Ein Klassiker ist der Supermarkt-Basilikum, der nach wenigen Tagen zusammenbricht. Der Grund: In dem Topf stehen dutzende Pflanzen dicht an dicht. Teilen Sie den Ballen in drei oder vier Stücke und setzen Sie jedes in einen eigenen Topf mit frischer Erde, dann halten die Pflanzen oft den ganzen Sommer.

Richtig ernten: Triebspitzen statt einzelner Blätter

Wer nur einzelne große Blätter abzupft, lässt kahle Stängel zurück. Besser ist es, ganze Triebspitzen knapp oberhalb eines Blattpaares abzuschneiden. Aus den Blattachseln darunter wachsen dann zwei neue Triebe, und die Pflanze wird buschiger. Lassen Sie immer ein paar Blattpaare am Stängel stehen.

Mit der Blüte stecken die Pflanzen viel Kraft in die Samenbildung, die Blätter werden kleiner und können herber schmecken. Wer vor allem Blätter ernten möchte, knipst die Blütenansätze deshalb regelmäßig aus. Brauchen Sie auf einen Schlag eine große Menge, etwa für Pesto, können Sie kräftige Pflanzen vor der Blüte auch deutlich zurückschneiden, sodass unten noch einige Blattpaare stehen bleiben. Bei warmem Wetter treiben sie danach wieder durch. Ein paar blühende Pflanzen für Bienen und Hummeln stehen zu lassen, schadet aber auch nicht.

Basilikum haltbar machen

Getrockneter Basilikum verliert einen großen Teil seines Aromas. Besser eignen sich diese Wege:

  • Einfrieren: Blätter hacken und mit etwas Olivenöl oder Wasser in Eiswürfelformen einfrieren.
  • Pesto: Mit Öl, Nüssen oder Kernen und Salz hält es im Kühlschrank einige Tage, eingefroren mehrere Monate. Käse lieber erst nach dem Auftauen zugeben.
  • Öl oder Essig: Basilikum in Öl einzulegen braucht Sorgfalt, weil frische Kräuter in Öl verderben können. Hinweise dazu finden Sie im Beitrag über Kräuter- und Gewürzöle.

Frisch geschnittene Stängel halten sich wie ein Blumenstrauß im Wasserglas auf der Küchenarbeitsplatte einige Tage. Im Kühlschrank werden die Blätter dagegen schnell schwarz.

Überwintern: was geht und was nicht

Einjährige Sorten wie Genoveser, Thai- oder Zitronenbasilikum lassen sich zwar im Herbst ins Haus holen, halten auf der Fensterbank aber meist nur einige Wochen, weil Licht fehlt und die Heizungsluft zu trocken ist. Einfacher ist es, im Spätsommer Stecklinge zu schneiden, in einem Wasserglas bewurzeln zu lassen und in kleine Töpfe zu setzen.

Strauchbasilikum überwintert hell bei etwa 15–20 °C, zum Beispiel an einem hellen Fenster, und wird dabei sparsam gegossen. Im Frühjahr schneiden Sie ihn zurück und nehmen Stecklinge für neue Pflanzen.

Schädlinge und Krankheiten

Schnecken lieben junge Basilikumpflanzen und können ein Beet über Nacht kahlfressen, im Topf auf dem Balkon sind die Pflanzen sicherer. Blattläuse und an warmen, trockenen Standorten Spinnmilben kommen vor, meist genügt Abbrausen oder das Entfernen befallener Triebe. Welken ganze Pflanzen plötzlich trotz feuchter Erde, steckt oft eine Wurzel- oder Welkekrankheit dahinter, begünstigt durch Nässe und Kälte. Die Pflanze gehört dann in den Restmüll und die Erde nicht wieder für Basilikum verwendet.

Ein guter Beetnachbar ist die Tomate: Beide mögen Wärme und Nährstoffe. Mehr dazu im Beitrag über Tomaten in allen Farben und Formen.

Häufige Fragen

Welche Basilikumsorte ist die beste für Pesto?

Klassisch ist Genoveser Basilikum mit großen, zarten Blättern. Griechischer Buschbasilikum schmeckt kräftiger, eignet sich aber ebenfalls.

Ist Basilikum mehrjährig?

Die meisten Sorten werden bei uns einjährig kultiviert. Strauchbasilikum wie ‘African Blue’ ist mehrjährig, braucht aber ein helles, warmes Winterquartier.

Warum wird mein Basilikum nach dem Kauf so schnell welk?

Im Supermarkttopf stehen zu viele Pflanzen auf zu wenig Erde. Teilen Sie den Ballen und topfen Sie die Stücke einzeln in frische Kräutererde um.

Soll ich Basilikum blühen lassen?

Für die Blatternte besser nicht: Knipsen Sie die Blütenansätze aus, dann bleibt die Pflanze buschig. Eine blühende Pflanze für die Insekten darf aber gern stehen bleiben.

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