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Garten-Ratgeber

Den Garten im Winter für den Frühling vorbereiten

Gartenpflegevon Christoph6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum der Winter die beste Zeit zum Vorbereiten ist
  2. Gartenmöbel, Laube und Rankhilfen instand setzen
  3. Gehölze schneiden – aber nicht alle
  4. Beete aufräumen – mit Maß
  5. Umgraben – nur wo es nützt
  6. Einen neuen Kompost anlegen
  7. Werkzeug, Gewächshaus und Nistkästen
  8. Aussaat planen und Saatgut prüfen
  9. Den Balkon auf das Frühjahr einstimmen
  10. Häufige Fragen

Im Winter bereiten Sie den Garten auf den Frühling vor, indem Sie Gehölze an frostfreien Tagen schneiden, Werkzeug und Möbel instand setzen, einen Kompost anlegen oder umsetzen und die Aussaat planen. Die Beete selbst ruhen unter Mulch und Laub, bis der Boden im März abgetrocknet ist. Was jetzt erledigt ist, fehlt nicht in den ersten warmen Wochen, wenn im Garten alles auf einmal ansteht.

Warum der Winter die beste Zeit zum Vorbereiten ist

Von Dezember bis Februar wächst draußen kaum etwas, aber Sie haben Zeit – und genau die fehlt im April. Außerdem sehen Sie den Garten ohne Laub so klar wie zu keiner anderen Jahreszeit: Wo stimmt die Struktur nicht, welcher Strauch ist zu groß geworden, wo fehlt ein Weg? Machen Sie Fotos und notieren Sie, was sich ändern soll. Die Wintermonate sind auch die Zeit, Pläne für neue Beete zu zeichnen oder ein Hochbeet zu bauen. Anregungen, wie Sie den Garten in der kalten Jahreszeit nutzen, finden Sie im Beitrag 5 Möglichkeiten, den Garten im Winter zu nutzen.

Gartenmöbel, Laube und Rankhilfen instand setzen

Solange es im Garten ruhig ist, lohnt sich ein Rundgang mit Werkzeugkiste. Kontrollieren Sie Gartenhaus und Laube auf undichte Dachstellen, lockere Bretter und Feuchtigkeit. Holzmöbel werden abgeschliffen und neu geölt oder lasiert, sobald es in der Werkstatt oder im Keller warm genug ist. Rankgitter und Obstspaliere, Frühbeetkästen und Hochbeete lassen sich jetzt zuschneiden und zusammenbauen, damit sie im Frühjahr bereitstehen.

Kontrollieren Sie auch Zäune und Pfosten auf Fäulnis am Erdübergang. Ein morscher Pfosten ist im Winter schnell ersetzt, bevor sich Pflanzen darum ranken.

Gehölze schneiden – aber nicht alle

Die Wintermonate eignen sich für den Schnitt vieler Obstbäume und sommerblühender Sträucher. Kernobst wie Apfel und Birne wird traditionell im Spätwinter geschnitten, ebenso Sträucher wie Schmetterlingsflieder oder Rispenhortensien, die am diesjährigen Holz blühen. Schneiden Sie aber nicht bei starkem Frost, weil das Holz dann spröde ist und die Schnittstellen ausfransen. Ein milder, trockener Tag ist ideal. Wie der Obstschnitt gelingt, steht im Beitrag Obstbaumschnitt.

Finger weg von Frühjahrsblühern: Forsythie, Zierjohannisbeere, Weigelie oder Flieder haben ihre Blütenknospen längst angelegt. Wer sie jetzt schneidet, schneidet die Blüte ab; sie kommen erst nach der Blüte an die Reihe. Steinobst wie Kirschen schneidet man besser im Sommer, weil die Wunden dann schneller verheilen.

Für Hecken gilt: Ein kräftiger Rückschnitt oder das Auf-den-Stock-Setzen ist nur bis Ende Februar erlaubt (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz). Von März bis September sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte zulässig, und auch dabei müssen Sie auf brütende Vögel achten. Mehr dazu unter Hecke richtig schneiden.

Beete aufräumen – mit Maß

Einjährige Sommerblumen und abgeerntetes Gemüse können auf den Kompost, sie treiben nicht wieder aus. Bei Stauden lohnt es sich dagegen, bis zum Spätwinter zu warten. Hohle Stängel und Samenstände sind Winterquartier für Insekten und Futter für Vögel, und sie schützen den Wurzelstock vor Frost. Zurückgeschnitten wird erst, wenn sich im Februar oder März der Neuaustrieb zeigt, bevor die neuen Triebe zwischen den alten eingeklemmt sind.

Laub auf Beeten und unter Sträuchern darf liegen bleiben; es schützt den Boden und wird von Regenwürmern verarbeitet. Nur von Rasenflächen, Polsterstauden und Wegen sollten Sie es entfernen, weil es dort fault. Offene Beetflächen decken Sie mit einer Mulchschicht aus Laub, Rasenschnitt oder Kompost ab – am besten auf nicht gefrorenen Boden, damit er sich im Frühjahr gleichmäßig erwärmt.

Umgraben – nur wo es nützt

Das Umgraben ist kein Allheilmittel, auch wenn es lange so galt. Schwere Lehm- und Tonböden gräbt man im Herbst grobschollig um, damit der Frost die Schollen über den Winter zerlegt. Leichte und mittlere Böden dagegen werden nicht umgegraben, sondern im Frühjahr nur mit Grabegabel oder Sauzahn gelockert. Das schont das Bodenleben und erhält die Krümelstruktur.

Bearbeiten Sie den Boden erst, wenn er abgetrocknet ist. Klebt Erde an Spaten und Schuhen, ist es zu früh; wer nassen Boden bearbeitet oder betritt, verdichtet ihn. Kompost und organischer Dünger kommen im Frühjahr kurz vor der Pflanzung auf die Beete, nicht im Winter, weil Nährstoffe sonst mit dem Regen ausgewaschen werden. Mehr zum Thema steht in Den Boden im Garten richtig verbessern.

Einen neuen Kompost anlegen

Einen neuen Kompost anlegen
Einen neuen Kompost anlegen | Foto: lightpoet / depositphotos.com

Der Spätwinter ist ein guter Zeitpunkt, einen Kompostplatz einzurichten oder zu erweitern. Wählen Sie einen halbschattigen Platz mit direktem Bodenkontakt, damit Regenwürmer einwandern können. Ein Lattenkomposter aus unbehandeltem Holz lässt sich mit wenigen Brettern und Schrauben selbst bauen; ideal sind zwei oder drei Kammern nebeneinander, damit Sie einfüllen, reifen lassen und entnehmen können.

Ist bereits ein Kompost vorhanden, können Sie ihn an frostfreien Tagen im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr umsetzen: Das obere, noch grobe Material kommt nach unten, das untere nach oben, und der reife Kompost wird für die Beete gesiebt. Wie das genau geht, erklären die Beiträge Kompost umsetzen und So legst du deinen eigenen Kompost an.

Werkzeug, Gewächshaus und Nistkästen

Winter ist Werkzeugzeit. Reinigen Sie Spaten, Harken und Scheren, schärfen Sie Klingen und ölen Sie Holzstiele. Rasenmäher und Motorgeräte bekommen eine Wartung, bevor die Werkstätten im Frühjahr ausgebucht sind. Ein Gewächshaus oder Frühbeet wird vor der ersten Aussaat gründlich gereinigt, damit Pilzsporen und Schädlinge nicht in die neue Saison wandern; Hinweise dazu finden Sie unter Das Gewächshaus innen und außen reinigen.

Nistkästen reinigen Sie im Herbst oder Winter, bevor die Vögel mit dem Nestbau beginnen. Schauen Sie vorher hinein: Manchmal überwintern Siebenschläfer, Fledermäuse oder Insekten darin, dann bleibt der Kasten bis zum Frühjahr unangetastet. Kübelpflanzen im Winterquartier kontrollieren Sie regelmäßig auf Schädlinge und gießen sie sparsam.

Aussaat planen und Saatgut prüfen

Sehen Sie Ihre Saatgutvorräte durch. Viele Samen bleiben einige Jahre keimfähig, andere wie Pastinake oder Schwarzwurzel verlieren schnell an Keimkraft. Eine einfache Keimprobe auf feuchtem Küchenpapier zeigt, ob sich die Aussaat noch lohnt. Legen Sie dann einen Anbauplan an: Was kommt wohin, was folgt worauf, und was braucht einen Vorsprung auf der Fensterbank? Paprika und Chili werden ab Februar vorgezogen, Tomaten meist ab Mitte März. Kaltkeimer wie manche Stauden brauchen dagegen jetzt eine Frostperiode, wie der Beitrag Jetzt noch Kaltkeimer aussäen erklärt. Einen Überblick über die ersten Aussaaten im Freien bietet Aussaat im März.

Den Balkon auf das Frühjahr einstimmen

Auch auf dem Balkon beginnt die Saison im Spätwinter. Töpfe und Kästen werden gereinigt, alte Erde ausgetauscht, und Frühjahrsblüher wie Hornveilchen, Primeln oder vorgetriebene Zwiebelblumen sorgen ab Februar für erste Farbe. Überlegen Sie, welche Kräuter und Sommerblumen Sie ziehen möchten, und säen Sie Langsamstarter rechtzeitig auf der Fensterbank aus. Frostempfindliche Kübelpflanzen bleiben dagegen bis nach den Eisheiligen Mitte Mai im Haus oder an einem geschützten Platz.

Häufige Fragen

Was sollte man im Winter im Garten erledigen?

Obstbäume und sommerblühende Sträucher an frostfreien Tagen schneiden, Möbel und Werkzeug instand setzen, Kompost anlegen oder umsetzen, Nistkästen reinigen und die Aussaat planen.

Sollte man Stauden im Herbst oder im Frühjahr zurückschneiden?

Am besten im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, kurz vor dem Neuaustrieb. Die alten Stängel schützen den Wurzelstock und bieten Insekten ein Winterquartier.

Muss man Beete im Frühjahr umgraben?

Nur schwere Böden profitieren vom Umgraben, und zwar im Herbst. Leichte und mittlere Böden werden im Frühjahr nur gelockert, sobald sie abgetrocknet sind.

Bis wann darf man Hecken radikal schneiden?

Bis Ende Februar. Vom 1. März bis 30. September sind nach Bundesnaturschutzgesetz nur schonende Form- und Pflegeschnitte erlaubt.

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