Einen Gartenteich anlegen
Inhalt10 Abschnitte
- Der richtige Standort für den Teich
- Wie groß und wie tief der Teich sein sollte
- Die drei Pflanzzonen richtig planen
- Teichfolie oder Fertigbecken?
- Einen Folienteich anlegen: Schritt für Schritt
- Die Kapillarsperre: warum der Teich sonst leerläuft
- Substrat und Bepflanzung: weniger Nährstoffe, weniger Algen
- Fische im Gartenteich – ja oder nein?
- Sicherheit und Genehmigung
- Häufige Fragen
Einen Gartenteich legen Sie am besten im Frühjahr oder Frühsommer an, an einem Platz mit etwa vier bis sechs Stunden Sonne am Tag und nicht direkt unter Bäumen. Entscheidend für einen klaren, pflegeleichten Teich sind drei Dinge: genug Größe und Tiefe, sauber abgestufte Pflanzzonen und ein nährstoffarmes Substrat. Wer diese Punkte beachtet, hat mit Algen später deutlich weniger Ärger als mit einem hübsch geformten, aber zu flachen Becken.

Der richtige Standort für den Teich
Wasserpflanzen brauchen Licht, Algen aber auch. Ein Platz in voller Mittagssonne heizt das Wasser im Sommer stark auf, der Sauerstoffgehalt sinkt, und Schwebalgen vermehren sich explosionsartig. Ein Standort, der morgens oder nachmittags Sonne bekommt und in den heißesten Stunden leicht beschattet ist, ist ideal. Vollschatten dagegen lässt Seerosen und Sumpfpflanzen kümmern.
Große Bäume in unmittelbarer Nähe bringen doppelten Ärger: Ihr Laub fällt ins Wasser und zersetzt sich zu Faulschlamm, ihre Wurzeln können die Abdichtung beschädigen. Planen Sie außerdem den Blick vom Haus oder von der Terrasse mit ein, denn ein Teich wird vor allem angeschaut. Wichtig ist auch ein Stromanschluss in erreichbarer Nähe, falls später eine Pumpe, ein Filter oder eine Teichbeleuchtung dazukommen soll.
Wie groß und wie tief der Teich sein sollte
Je größer die Wassermenge, desto stabiler ist das biologische Gleichgewicht. Kleine Becken erwärmen sich schnell, schwanken stark und neigen zu Algen. Als Faustregel gilt: Ein Teich, der ohne viel Technik auskommen soll, hat mindestens etwa 6–10 m² Wasserfläche. Kleinere Mini-Teiche im Kübel oder Zinkwanne funktionieren auch, brauchen aber mehr Aufmerksamkeit.
Die Tiefe hängt davon ab, was Sie im Teich haben möchten. Ein reiner Pflanzenteich kommt mit 60–80 cm an der tiefsten Stelle aus. Sollen Fische im Teich überwintern, muss die tiefste Zone mindestens 80–100 cm tief sein, damit das Wasser dort auch in strengen Wintern nicht bis zum Grund gefriert. Die Behauptung, Gartenfische müssten grundsätzlich im Haus überwintern, stimmt nicht: In ausreichend tiefen Teichen bleiben Goldfische und andere robuste Arten das ganze Jahr draußen.
Die drei Pflanzzonen richtig planen
Ein naturnaher Teich ist nicht einfach ein Loch mit steilen Wänden, sondern steigt in Stufen vom Ufer zur Mitte ab. Diese Stufen sind die Pflanzzonen:
| Zone | Wassertiefe | Typische Pflanzen |
| Sumpfzone | 0–20 cm | Sumpfdotterblume, Sumpf-Vergissmeinnicht, Wasserminze, Blutweiderich |
| Flachwasserzone | 20–50 cm | Sumpf-Schwertlilie, Hechtkraut, Pfeilkraut, Tannenwedel |
| Tiefwasserzone | ab 50 cm | Seerosen (je nach Sorte), Seekanne, Hornblatt, Wasserhahnenfuß |
Die Stufen sollten jeweils 20–30 cm breit und möglichst waagerecht sein, damit Pflanzkörbe und Substrat nicht abrutschen. Die Böschungen dazwischen halten Sie flach; bei lockerem Boden rutscht eine steile Wand schon beim Befüllen nach. Ein flacher Uferbereich hat noch einen Vorteil: Igel, Vögel und Amphibien kommen hinein und wieder heraus.
Teichfolie oder Fertigbecken?
Beide Wege führen zum Ziel, sie haben aber unterschiedliche Stärken.
Teichfolie
| Fertigbecken
|
Für einen Folienteich üblich sind PVC-Folie oder Kautschukfolie (EPDM) in etwa 1 mm Stärke. Darunter gehört immer ein Schutzvlies, das Steine und Wurzeln von der Folie fernhält. Die benötigte Foliengröße berechnen Sie so: größte Länge plus zweimal die größte Tiefe plus zweimal etwa 50 cm Randzugabe, ebenso für die Breite. Wie Sie ein vorgeformtes Becken einbauen, beschreibt der Beitrag Ein Teichbecken selber einbauen.
Einen Folienteich anlegen: Schritt für Schritt
- Umriss markieren. Legen Sie die Form mit einem Gartenschlauch oder Sand aus und betrachten Sie sie ein, zwei Tage lang aus verschiedenen Blickwinkeln. Geschwungene, schlichte Formen lassen sich später leichter mit Folie auskleiden als viele enge Buchten.
- Ausheben von außen nach innen. Graben Sie zuerst die Sumpfzone, dann die Flachwasserstufe, zuletzt die Tiefenzone aus. Den Mutterboden legen Sie getrennt beiseite, er ist später für den Garten wertvoll. Bei größeren Teichen lohnt ein Minibagger.
- Rand waagerecht ausrichten. Prüfen Sie mit einer langen Richtlatte und Wasserwaage, ob der Teichrand rundum auf gleicher Höhe liegt. Sonst steht die Folie später auf einer Seite sichtbar über dem Wasser.
- Grube säubern. Entfernen Sie Steine, Wurzeln und scharfe Gegenstände und bringen Sie eine etwa 5 cm dicke Sandschicht auf.
- Vlies und Folie verlegen. Das Vlies deckt die ganze Grube ab. Darauf kommt die Folie, möglichst an einem warmen Tag, weil sie dann geschmeidiger ist. Falten legen Sie zu wenigen großen Falten zusammen, statt viele kleine zu lassen.
- Teilweise befüllen. Lassen Sie etwas Wasser ein, damit sich die Folie anlegt, und korrigieren Sie Falten.
- Substrat und Pflanzen einbringen, dann den Teich ganz füllen.
- Rand gestalten. Die Folie erst schneiden, wenn sich alles einige Tage gesetzt hat.
Die Kapillarsperre: warum der Teich sonst leerläuft
Ein häufiger Fehler zeigt sich erst Wochen später: Der Wasserstand sinkt, obwohl die Folie dicht ist. Ursache ist meist eine fehlende Kapillarsperre. Berührt feuchte Erde oder Substrat am Rand gleichzeitig das Teichwasser und den umgebenden Gartenboden, saugt der Boden das Wasser wie ein Docht heraus. Stellen Sie den Folienrand deshalb rundum senkrecht auf, einige Zentimeter über dem höchsten Wasserstand, und decken Sie ihn mit Steinen, Kies oder Uferplatten ab. Der kleine Graben, der dafür oft rund um den Teich gezogen wird, dient genau diesem Zweck – nicht als Entwässerung des Gartens.
Substrat und Bepflanzung: weniger Nährstoffe, weniger Algen
Normale Gartenerde oder Blumenerde hat im Teich nichts zu suchen. Sie gibt Nährstoffe ans Wasser ab, und die füttern Algen. Verwenden Sie nährstoffarmen, lehmigen Sand, ungewaschenen Sand mit etwas Lehmanteil oder spezielles Teichsubstrat. Pflanzkörbe halten wüchsige Arten in Schach und erleichtern das spätere Teilen.
Planen Sie die Bepflanzung großzügig: Unterwasserpflanzen wie Hornblatt, Tannenwedel, Quellmoos oder Wasserstern geben Sauerstoff ab und verbrauchen Nährstoffe, die sonst den Algen zugutekämen. Seerosen beschatten mit ihren Blättern die Wasserfläche. Etwa ein Drittel bis die Hälfte der Wasseroberfläche sollte im Sommer bedeckt sein. Eine ausführliche Auswahl finden Sie unter Teichpflanzen für den heimischen Gartenteich, für das Ufer unter Stauden am Gartenteich und Gräser für die Bepflanzung rund um den Teich.
Zwei Warnungen: Schilf und Rohrkolben bilden spitze, kräftige Ausläufer, die Teichfolie durchstoßen können – in Folienteichen nur im geschlossenen Behälter oder gar nicht. Und einige früher beliebte Arten sind heute in der EU als invasiv gelistet und dürfen weder gehandelt noch gehalten oder ausgesetzt werden, darunter die Wasserhyazinthe, das Brasilianische Tausendblatt und Nuttalls Wasserpest. Kaufen Sie Teichpflanzen deshalb im Fachhandel und nie aus der freien Natur.
Fische im Gartenteich – ja oder nein?
Fische bringen Leben, aber auch Nährstoffe: Futter und Ausscheidungen düngen das Wasser, und viele Fische fressen Laich und Larven von Fröschen, Molchen und Libellen. Ein reiner Naturteich ohne Fische bleibt oft klarer und wird von selbst von Amphibien und Insekten besiedelt. Wildtiere dürfen Sie übrigens nicht einfach aus Gewässern holen und umsetzen, sie sind geschützt.
Wenn Fische, dann wenige und passende Arten. Goldfische, Moderlieschen oder Rotfedern eignen sich für normale Gartenteiche. Koi dagegen werden groß und brauchen sehr viel Wasser, eine größere Tiefe und eine leistungsfähige Filterung; für einen üblichen Gartenteich sind sie ungeeignet. Setzen Sie Fische erst ein, wenn der Teich einige Wochen gestanden hat und sich Pflanzen und Wasser eingespielt haben. Welche Technik bei Fischbesatz sinnvoll ist, erklärt Das richtige Filtersystem für den Gartenteich.
Sicherheit und Genehmigung
Kleine Kinder können schon in wenigen Zentimetern Wasser ertrinken. Solange Kleinkinder im Garten spielen, gehört der Teich eingezäunt oder mit einem tragfähigen Gitter knapp unter der Wasseroberfläche gesichert. Für einen gewöhnlichen Gartenteich brauchen Sie meist keine Baugenehmigung; ab welcher Größe oder Tiefe das anders ist, regelt die jeweilige Landesbauordnung. Im Zweifel gibt das örtliche Bauamt Auskunft. Wer einen Teich zum Baden plant, findet mehr unter Einen Schwimmteich anlegen.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, einen Gartenteich anzulegen?
Das Frühjahr ab April und der Frühsommer. Dann lässt sich der Boden gut bearbeiten, die Folie ist bei milden Temperaturen geschmeidig, und die Pflanzen wachsen noch in derselben Saison ein.
Wie bepflanze ich einen neuen Gartenteich?
Zone für Zone: Unterwasserpflanzen und Seerosen in die Tiefwasserzone, Flachwasserpflanzen auf die mittlere Stufe, Sumpfpflanzen an den Rand. Verwenden Sie nährstoffarmes Substrat und pflanzen Sie von Anfang an reichlich Unterwasserpflanzen gegen Algen.
Braucht ein Gartenteich eine Pumpe?
Ein gut bepflanzter Naturteich ohne Fische kommt oft ohne Technik aus. Bei Fischbesatz, kleinen Teichen oder einem Bachlauf ist eine Pumpe mit Filter sinnvoll.
Warum ist das Wasser im neuen Teich grün?
In den ersten Wochen ist eine Algenblüte normal, weil die Pflanzen noch nicht genug Nährstoffe binden. Nicht das Wasser tauschen, sondern abwarten und für ausreichend Unterwasserpflanzen sorgen.



