Erbsen im Garten anbauen
Inhalt10 Abschnitte
- Erbsen im Steckbrief
- Palerbse, Markerbse, Zuckererbse: die drei Gruppen
- Der richtige Standort und die Bodenvorbereitung
- Erbsen säen: Schritt für Schritt
- Rankhilfe: welche Sorten sie brauchen
- Pflege: Hacken, Gießen, Mulchen
- Wann und wie Sie Erbsen ernten
- Schädlinge und Krankheiten an Erbsen
- Gute und schlechte Nachbarn
- Häufige Fragen
Erbsen gehören zu den ersten Gemüsen, die im Frühjahr ins Freiland dürfen: Palerbsen säen Sie ab Mitte März, Mark- und Zuckererbsen ab Anfang April, sobald sich der Boden auf etwa 5–8 °C erwärmt hat. Sie brauchen kaum Dünger, verbessern den Boden für die Nachkultur und liefern nach zehn bis zwölf Wochen die erste Ernte. Wer ein paar Regeln zu Saattiefe, Rankhilfe und Erntezeitpunkt beachtet, hat mit Erbsen selten Ärger.

Erbsen im Steckbrief
| Botanischer Name | Pisum sativum, Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) |
| Wuchshöhe | niedrige Sorten 40–70 cm, hohe Sorten 1,2–2 m |
| Aussaat Freiland | Palerbsen ab Mitte März, Mark- und Zuckererbsen ab Anfang April, bis etwa Anfang Juni |
| Abstand | 3–5 cm in der Reihe, 40–50 cm zwischen den Reihen, Saattiefe 3–5 cm |
| Standort | sonnig bis leicht halbschattig, luftig |
| Boden | locker, humos, nicht frisch gedüngt, pH etwa 6–7,5 |
| Nährstoffbedarf | Schwachzehrer, bindet Stickstoff aus der Luft |
| Ernte | ab Juni, je nach Sorte und Saattermin bis in den Juli |
Palerbse, Markerbse, Zuckererbse: die drei Gruppen
Im Samenhandel werden Erbsen nach der Art ihrer Körner unterschieden. Die Gruppe entscheidet über Aussaatzeit und Verwendung, deshalb lohnt der Blick auf die Tüte.
Palerbsen (auch Schalerbsen) haben glatte, runde Samen mit viel Stärke. Sie keimen auch in noch kühlem Boden zuverlässig und sind deshalb die richtige Wahl für die frühe Aussaat im März. Jung geerntet schmecken sie frisch, ausgereift und getrocknet sind sie die klassische Erbse für Suppe und Eintopf. Zu dieser Gruppe gehören auch die alten Kapuzinererbsen mit violetten Blüten, deren Körner meist getrocknet verwendet werden.
Markerbsen haben runzlige Samen, weil sie mehr Zucker und weniger Stärke einlagern. Sie schmecken frisch gepflückt am süßesten und eignen sich auch am besten zum Einfrieren. Die zuckerreichen Samen faulen in kaltem, nassem Boden aber leicht, deshalb warten Sie mit ihnen bis April.
Zuckererbsen (Zuckerschoten, Kaiserschoten) werden mit der ganzen Hülse gegessen, weil diese keine zähe Pergamentschicht bildet. Sie werden jung geerntet, solange sich die Körner kaum abzeichnen. Ausführlich geht es darum im Beitrag Zuckerschoten im Garten anpflanzen.
Der richtige Standort und die Bodenvorbereitung
Erbsen wollen Sonne und einen Platz, an dem nach Regen die Blätter rasch abtrocknen. In windstillen, feuchten Ecken hat der Echte Mehltau leichtes Spiel. Der Boden sollte locker und krümelig sein, damit die Keimlinge ohne Mühe durchstoßen können. Schwere, verschlämmte Böden bessern Sie mit etwas reifem Kompost und grobem Sand auf; wie das geht, steht im Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.
Frischen Mist oder stickstoffreichen Dünger vertragen Erbsen nicht. Sie versorgen sich über Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff und bilden bei Überdüngung viel Laub, aber wenig Hülsen. Eine kleine Gabe reifer Kompost im Frühjahr genügt völlig.
Wichtig ist außerdem die Anbaupause: Erbsen und andere Hülsenfrüchtler sind mit sich selbst unverträglich. Säen Sie sie erst nach vier bis fünf Jahren wieder auf dasselbe Beet, sonst gehen die Pflanzen oft kümmerlich ein. Bohnen zählen dabei mit, sie sind nahe Verwandte.
Erbsen säen: Schritt für Schritt
- Saatgut vorquellen. Legen Sie die Erbsen für einige Stunden, höchstens über Nacht, in lauwarmes Wasser. Das beschleunigt die Keimung. Bei der frühen Aussaat in noch kaltem Boden können Sie darauf verzichten, dort faulen vorgequollene Samen eher.
- Rillen ziehen. Ziehen Sie 3–5 cm tiefe Saatrillen, auf leichtem Boden eher tiefer, auf schwerem eher flacher. Zwischen den Reihen lassen Sie 40–50 cm Platz, bei hohen Sorten etwas mehr.
- Samen legen. Legen Sie die Erbsen im Abstand von 3–5 cm in die Rille. Beliebt ist auch die Doppelreihe: zwei Rillen im Abstand von etwa 15–20 cm, dazwischen die Rankhilfe.
- Zudecken und andrücken. Füllen Sie die Rille mit Erde, drücken Sie sie leicht an und gießen Sie einmal durchdringend an.
- Vor Vögeln schützen. Tauben und Krähen picken frisch gelegte Erbsen und junge Keimlinge gern heraus. Ein Netz oder Vlies über dem Beet hilft, bis die Pflanzen etwa handhoch sind.
In rauen Lagen oder für einen Erntevorsprung können Sie Erbsen ab März auch in Töpfen oder Multitopfplatten vorziehen und nach drei bis vier Wochen auspflanzen. Wer die Ernte staffeln möchte, sät alle zwei bis drei Wochen eine weitere Reihe, längstens bis Anfang Juni. Spätere Saaten leiden in der Sommerhitze stark unter Mehltau.
Rankhilfe: welche Sorten sie brauchen
Erbsen halten sich mit Blattranken fest. Niedrige Sorten bis etwa 60–70 cm kommen in der Doppelreihe ohne Stütze aus, weil sie sich gegenseitig halten; ein paar Reiser oder eine gespannte Schnur schaden trotzdem nicht. Hohe Sorten brauchen eine Rankhilfe, die mindestens so hoch ist wie die Sortenangabe. Gut geeignet sind Maschendraht oder Netze zwischen Pfosten und die klassischen Erbsenreiser: verzweigte Äste von Haselnuss oder Birke, die Sie gleich bei der Aussaat in die Reihe stecken. Bringen Sie die Stütze früh an, spätestens wenn die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind, damit sich die Ranken von Anfang an festhalten können.
Pflege: Hacken, Gießen, Mulchen
Nach dem Aufgehen hacken Sie zwischen den Reihen flach, bis sich die Pflanzen schließen. Ein leichtes Anhäufeln der Jungpflanzen gibt ihnen zusätzlichen Halt. Erbsen wurzeln tief und brauchen in einem normalen Frühjahr wenig Wasser. Kritisch ist die Zeit ab der Blüte: Bleibt der Regen dann aus, werfen die Pflanzen Blüten ab und die Hülsen füllen sich schlecht. Gießen Sie in dieser Phase bei Trockenheit durchdringend, am besten morgens und direkt auf den Boden, nicht über das Laub. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt hält die Feuchte im Boden.
Dünger ist in der Regel nicht nötig. Nach der Ernte schneiden Sie die Pflanzen knapp über dem Boden ab und lassen die Wurzeln in der Erde. Mit ihren stickstoffreichen Knöllchen sind sie eine gute Vorfrucht für Starkzehrer wie Kohl, Lauch oder Spätsalate.
Wann und wie Sie Erbsen ernten
Der richtige Zeitpunkt hängt von der Gruppe ab:
- Markerbsen und frisch verzehrte Palerbsen ernten Sie, wenn die Hülsen prall und noch leuchtend grün sind und sich die Körner deutlich abzeichnen. Werden die Hülsen hell und runzlig, werden die Körner mehlig.
- Zuckererbsen pflücken Sie jung, wenn die Körner gerade erst sichtbar werden.
- Trockenerbsen lassen Sie an der Pflanze ausreifen, bis die Hülsen strohig sind und die Körner rascheln. Dann nachtrocknen und luftdicht lagern.
Pflücken Sie alle zwei bis drei Tage und halten Sie beim Abzupfen den Trieb mit der anderen Hand fest, sonst reißen Sie leicht ganze Ranken ab. Frische Erbsen verlieren nach der Ernte schnell ihren Zucker; am besten schmecken sie, wenn sie noch am selben Tag in den Topf oder in die Tiefkühltruhe kommen.
Schädlinge und Krankheiten an Erbsen
Der wichtigste Schädling ist der Erbsenwickler, ein kleiner Falter, der seine Eier während der Blüte an die Pflanzen legt. Die Raupen fressen sich in die Hülsen und höhlen die Körner aus. Befallene Hülsen erkennen Sie oft erst beim Palen. Am wirksamsten ist, die Hauptflugzeit zu umgehen: Frühe Saaten blühen meist, bevor die Falter unterwegs sind. Ein engmaschiges Kulturschutznetz während der Blüte hält sie ebenfalls ab.
Weiße, geschlängelte Gänge in den Blättern stammen von Minierfliegen; hier genügt es meist, befallene Blätter abzuzupfen. Blattläuse an den Triebspitzen spülen Sie mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Der Echte Mehltau zeigt sich als weißer, abwischbarer Belag vor allem bei späten Saaten im Hochsommer. Vorbeugend helfen luftiger Stand, frühe Aussaat und das Gießen von unten. Mehr zu Pilzkrankheiten im Gemüsegarten lesen Sie unter Schädliche Pilze im Garten.
Gute und schlechte Nachbarn
Erbsen vertragen sich gut mit Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Salat, Gurken und Zucchini. Weniger günstig ist die Nähe zu Bohnen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch. Wie Sie ein Beet sinnvoll kombinieren, erklärt der Beitrag Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur. Für die Fruchtfolge gilt: Erbsen stehen als Schwachzehrer am Ende oder als Vorkultur am Anfang der Saison, danach folgt ein Kohlgewächs oder Salat.
Häufige Fragen
Wann kann man Erbsen pflanzen?
Palerbsen säen Sie ab Mitte März, sobald der Boden abgetrocknet und nicht mehr gefroren ist. Mark- und Zuckererbsen folgen ab Anfang April. Leichte Nachtfröste schaden den aufgelaufenen Pflanzen meist nicht. Nachsaaten sind bis Anfang Juni sinnvoll.
Wie tief und mit welchem Abstand werden Erbsen gesät?
3–5 cm tief, in der Reihe 3–5 cm auseinander und mit 40–50 cm zwischen den Reihen. In der Doppelreihe stehen zwei Rillen im Abstand von 15–20 cm mit der Rankhilfe dazwischen.
Brauchen Erbsen Dünger?
Nein. Erbsen binden mit Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft. Ein wenig reifer Kompost vor der Aussaat genügt, frischer Mist und Stickstoffdünger schaden eher.
Kann man Erbsen im Topf anbauen?
Ja, niedrige Sorten gedeihen in einem Kübel ab etwa 30 cm Tiefe auf Balkon und Terrasse. Säen Sie etwas dichter als im Beet, stecken Sie ein paar Reiser als Stütze dazu und gießen Sie ab der Blüte regelmäßig.



