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Garten-Ratgeber

Schwarzwurzeln im Garten anbauen: das robuste Wintergemüse

Gemüsevon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Steckbrief Schwarzwurzel
  2. Ein Gemüse mit Geschichte
  3. Der Boden entscheidet über die Wurzel
  4. Aussaat: früh und mit frischem Saatgut
  5. Pflege im Sommer
  6. Krankheiten und Schädlinge
  7. Die Ernte ohne Bruch
  8. Zweijähriger Anbau und Samengewinnung
  9. Sorten
  10. Häufige Fragen

Schwarzwurzeln brauchen vor allem Geduld und einen tief gelockerten Boden. Gesät wird so früh wie möglich im Frühjahr, meist im März oder April, geerntet von Oktober an den ganzen Winter hindurch bis ins Frühjahr. Die Pflanzen sind völlig frosthart und im Beet anspruchslos. Die eigentliche Herausforderung kommt bei der Ernte: Die bis zu 40 cm langen Wurzeln brechen leicht.

Schwarzwurzeln neben Pastinaken, Kartoffeln, Mangold und Grünkohl auf dem Küchentisch
Schwarzwurzeln neben Pastinaken, Kartoffeln, Mangold und Grünkohl auf dem Küchentisch

Steckbrief Schwarzwurzel

Botanischer NameScorzonera hispanica
FamilieKorbblütler
WuchshöheBlätter etwa 40–60 cm, mit Blüte bis etwa 1 m
AussaatMärz bis April, in milden Lagen ab Ende Februar
ErnteOktober bis März/April
AbstandReihen 25–30 cm, in der Reihe 6–10 cm
Standortsonnig bis leicht halbschattig
Bodentiefgründig, locker, steinfrei, nicht frisch gedüngt
Winterhärtevoll winterhart, bleibt im Beet

Ein Gemüse mit Geschichte

Die Schwarzwurzel stammt aus Südeuropa und wird seit einigen Jahrhunderten in Mitteleuropa als Gemüse angebaut. Sie verdrängte dabei die ähnliche, aber hellschalige Haferwurzel (Tragopogon porrifolius), die heute ebenfalls wieder in manchen Gärten zu finden ist. Wegen ihres feinen, leicht nussigen Geschmacks wird die Schwarzwurzel manchmal Winterspargel genannt. Unter der schwarzen Schale ist das Fleisch weiß; beim Schälen tritt ein klebriger Milchsaft aus, der die Hände bräunlich färbt – Handschuhe sind deshalb eine gute Idee.

Die Wurzeln enthalten reichlich Inulin, einen Ballaststoff, der pürierte Suppen schön sämig macht. Die jungen Blätter können als Salat verwendet werden, die gelben Blüten sind ebenfalls essbar.

Der Boden entscheidet über die Wurzel

Eine glatte, lange Wurzel wächst nur in einem Boden, der ihr keinen Widerstand leistet. Lockern Sie das Beet mindestens 30–40 cm tief, am besten mit der Grabegabel, und entfernen Sie Steine und grobe Wurzeln. Stößt die Wurzel auf ein Hindernis oder eine verdichtete Schicht, verzweigt sie sich, und aus der langen Stange wird ein schwer zu putzendes Bündel.

Frischer Mist hat im Schwarzwurzelbeet nichts zu suchen, er führt ebenfalls zu verzweigten Wurzeln. Arbeiten Sie im Herbst vor der Aussaat reifen Kompost ein oder nutzen Sie ein Beet, das im Vorjahr für Starkzehrer gut versorgt wurde, etwa nach Kartoffeln, die den Boden zusätzlich lockern. Bei schweren, nassen Böden ist ein Damm oder ein Hochbeet die bessere Wahl. Eine tiefwurzelnde Gründüngung im Vorjahr, etwa mit Lupinen, bereitet den Boden gut vor; mehr dazu unter Gründüngung im August ausbringen und Schweren Gartenboden verbessern.

Aussaat: früh und mit frischem Saatgut

Schwarzwurzeln brauchen eine lange Wachstumszeit, deshalb wird so früh wie möglich gesät, sobald sich der Boden bearbeiten lässt. In milden Gegenden ist das Ende Februar oder Anfang März, sonst im März und April. Spätere Aussaaten bringen bis zum Herbst nur dünne Wurzeln.

Verwenden Sie frisches Saatgut. Die länglichen, stäbchenförmigen Samen verlieren ihre Keimfähigkeit schnell, meist schon nach einem Jahr. Sie sind außerdem recht zerbrechlich; gehen Sie behutsam damit um.

  1. Rillen ziehen. Etwa 2–3 cm tief, mit 25–30 cm Abstand.
  2. Säen. Legen Sie die Samen alle 2–3 cm in die Rille, decken Sie sie mit Erde ab und drücken Sie diese an.
  3. Feucht halten. Die Keimung dauert bei kühlem Wetter zwei bis drei Wochen. Bis dahin darf die Oberfläche nicht austrocknen.
  4. Vereinzeln. Sind die Sämlinge etwa 5 cm hoch, ziehen Sie überzählige heraus, sodass alle 6–10 cm eine Pflanze steht.

Wer die Reihen markieren möchte, sät ein paar Radieschensamen mit in die Rille. Sie keimen schnell und zeigen, wo gehackt werden darf, bevor die langsamen Schwarzwurzeln sichtbar werden. Mehr zu frühen Aussaaten im Jahr lesen Sie unter Aussaat im März.

Pflege im Sommer

Schwarzwurzeln sind genügsam. Halten Sie das Beet vor allem in den ersten Wochen unkrautfrei, denn die jungen Pflanzen wachsen langsam und werden leicht überwuchert. Gießen Sie im Sommer nur bei längerer Trockenheit, dann aber durchdringend, etwa einmal in der Woche. Gleichmäßige Feuchtigkeit fördert glatte Wurzeln; häufiges Gießen in kleinen Mengen lässt die Wurzeln flach bleiben.

Ein Teil der Pflanzen bildet schon im ersten Jahr Blütenstiele. Schneiden Sie diese ab; die Wurzel bleibt dann trotzdem essbar, anders als bei vielen anderen Wurzelgemüsen. Eine Düngung während der Saison ist meist unnötig.

Krankheiten und Schädlinge

Die häufigste Krankheit ist der Echte Mehltau, der ab dem Spätsommer als weißer Belag auf den Blättern erscheint. Er schwächt die Pflanzen etwas, bedroht die Ernte aber selten ernsthaft. Luftiger Stand, nicht über das Laub gießen und weniger anfällige Sorten helfen. Mehr über Pilzkrankheiten im Garten lesen Sie unter Schädliche Pilze im Garten. Wühlmäuse fressen gern an den Wurzeln; wo sie vorkommen, lohnt ein Blick in den Boden rund um welkende Pflanzen.

Die Ernte ohne Bruch

Ab Mitte oder Ende Oktober, wenn das Laub zu vergilben beginnt, sind die Wurzeln erntereif. Weil Schwarzwurzeln frosthart sind, können sie den ganzen Winter im Boden bleiben und nach Bedarf geerntet werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Eine Laubdecke über dem Beet hält den Boden länger offen.

Die Wurzeln brechen leicht, und verletzte Wurzeln bluten Milchsaft und verlieren an Qualität. Graben Sie deshalb neben der Reihe einen spatentiefen Graben und legen Sie die Wurzeln von der Seite frei, bevor Sie sie vorsichtig herausziehen. Ziehen Sie nie am Laub allein. Für die Lagerung lassen Sie die Wurzeln ungewaschen und unverletzt und schlagen sie in einem kühlen Keller in feuchten Sand ein. Frisch geerntet schmecken sie aber am besten.

Zweijähriger Anbau und Samengewinnung

Bleiben einzelne Pflanzen ein zweites Jahr im Beet, werden die Wurzeln dicker und bleiben in der Regel zart. Im zweiten Sommer blühen die Pflanzen mit gelben, duftenden Korbblüten, die Insekten anlocken. Aus den reifen, pusteblumenähnlichen Samenständen lässt sich eigenes Saatgut gewinnen, das Sie dann im folgenden Frühjahr gleich aussäen sollten, weil es schnell an Keimkraft verliert.

Sorten

Schwarzwurzeln werden in wenigen Sorten angeboten. Die alte Sorte ‘Hoffmanns Schwarzer Pfahl’ ist weit verbreitet und bildet lange, glatte Wurzeln. Neuere Sorten sind teils weniger anfällig für Mehltau und neigen weniger zum Schossen. Achten Sie beim Kauf vor allem auf das Erntejahr des Saatguts. Wer ein weiteres Wintergemüse sucht, das lange im Beet stehen darf, findet es im Rosenkohl; ebenfalls tiefwurzelnd und ausdauernd ist der Meerrettich.

Häufige Fragen

Wann sät man Schwarzwurzeln?

So früh wie möglich im Frühjahr, meist im März oder April, in milden Lagen ab Ende Februar.

Sind Schwarzwurzeln winterhart?

Ja, sie überstehen auch strenge Winter im Boden und werden nach Bedarf geerntet, solange der Boden nicht gefroren ist.

Warum sind meine Schwarzwurzeln verzweigt?

Meist wegen verdichteter Schichten, Steinen oder frischem Mist im Boden. Lockern Sie tief und düngen Sie nur mit reifem Kompost.

Warum werden die Hände beim Schälen braun?

Der austretende Milchsaft färbt die Haut. Schälen Sie mit Handschuhen oder kochen Sie die Wurzeln ungeschält vor und ziehen Sie die Schale dann ab.

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