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Garten-Ratgeber

Einen Hang mit Pflanzringen befestigen

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Pflanzringe leisten und wo ihre Grenzen liegen
  2. Vorüberlegungen vor dem Bau
  3. Das Fundament: die entscheidende Grundlage
  4. Die Mauer Reihe für Reihe aufbauen
  5. Die richtige Erde für Pflanzringe
  6. Pflanzen für sonnige Hänge
  7. Pflanzen für schattige Hänge
  8. Pflege und Bewässerung
  9. Häufige Fragen

Mit Pflanzringen aus Beton lässt sich ein Hang bis etwa 1 m Höhe gut selbst befestigen: Ein frostfreies Fundament aus verdichtetem Schotter mit Betonauflage, Ringe, die Reihe für Reihe leicht zum Hang zurückversetzt werden, und eine durchlässige Hinterfüllung aus Kies sind die Grundlage. Bepflanzt werden die Ringe wie Kübel, nur mit Bodenkontakt. Bei höheren Böschungen, steilem Gelände oder Verkehrslasten darüber gehört die Planung in die Hand von Fachleuten.

Gestapelte Pflanzringe aus Beton in Grau und Rot
Gestapelte Pflanzringe aus Beton in Grau und Rot

Was Pflanzringe leisten und wo ihre Grenzen liegen

Pflanzringe, auch Pflanzsteine oder Böschungssteine genannt, sind Betonelemente ohne Boden. Aufeinander gesetzt und mit Erde gefüllt, bilden sie eine Stützwand, die gleichzeitig bepflanzt wird. Sie sind günstiger und schneller verbaut als eine massive Stützmauer und lassen sich auch geschwungen setzen. Die Ringe gibt es in verschiedenen Größen, Formen und Farben, von naturgrau bis sandsteinfarben.

Die Grenzen liegen in der Statik. Pflanzringmauern sind Schwergewichtsmauern: Sie halten den Hang durch ihr Eigengewicht und die Neigung. Das funktioniert bei niedrigen Böschungen gut. Je höher und steiler die Wand, je schwerer der Boden und je mehr Last oben drauf steht – etwa eine Einfahrt, ein Weg oder ein Gartenhaus –, desto größer der Druck. Ab etwa 1 m Höhe oder bei Lasten oberhalb sollten Sie einen Fachbetrieb oder Statiker hinzuziehen. Stützmauern an der Grundstücksgrenze können zudem baurechtlich relevant sein. Hier entscheiden Landesbauordnung und Gemeinde.

Vorüberlegungen vor dem Bau

Bevor der erste Ring gesetzt wird, sollten Sie einige Fragen klären:

  • Wie hoch und wie lang wird die Mauer? Daraus ergibt sich die Menge der Ringe, von Schotter, Beton und Füllerde.
  • Wie steil ist der Hang? Je steiler, desto stärker muss die Mauer zurückgeneigt werden.
  • Was liegt oberhalb? Rasen und Beete sind unproblematisch, Fahrzeuge oder Bauwerke erhöhen die Last.
  • Wie fließt Wasser ab? Hangwasser, das sich hinter der Mauer staut, erzeugt enormen Druck und ist die häufigste Ursache für Schäden.
  • Wie viel Pflege ist realistisch? Obere Reihen sind oft schlecht erreichbar, trockenheitsverträgliche Pflanzen ersparen viel Gießarbeit.

Das Fundament: die entscheidende Grundlage

  1. Graben ausheben. Heben Sie entlang der geplanten Mauer einen Graben aus, für niedrige Mauern etwa 40 cm tief, bei höheren Mauern und in frostreichen Lagen tiefer. Die Breite sollte den Ringdurchmesser deutlich übertreffen. Sichern Sie die Böschung dahinter bei Bedarf mit Brettern.
  2. Frostschutzschicht einbauen. Füllen Sie etwa 20 cm Schotter oder Frostschutzkies ein und verdichten Sie ihn gründlich, am besten mit einer Rüttelplatte.
  3. Beton auftragen. Darauf kommt eine Schicht erdfeuchter Beton, etwa 15–20 cm stark.
  4. Erste Reihe setzen. Setzen Sie die unterste Reihe in den noch frischen Beton, sodass die Ringe zu einem guten Teil darin einsinken. Klopfen Sie sie mit dem Gummihammer fest und richten Sie sie mit der Wasserwaage aus. Lassen Sie wenige Millimeter Fuge zwischen den Ringen.

Die erste Reihe muss exakt sitzen. Fehler hier setzen sich in jeder weiteren Reihe fort.

Die Mauer Reihe für Reihe aufbauen

Nach dem Abbinden des Betons folgt der eigentliche Aufbau. Füllen Sie die untere Hälfte der Ringe der ersten Reihe mit grobem Kies als Drainage, darüber Erde. Hinter der Mauer bauen Sie eine Hinterfüllung aus Kies oder Splitt ein und verdichten sie lagenweise. Ein Geotextil zwischen Hangerde und Kies verhindert, dass Erde in die Drainage gespült wird und sie verstopft.

Jede weitere Reihe setzen Sie leicht zum Hang hin versetzt, sodass die Wand insgesamt eine Neigung nach hinten bekommt. Die Ringe stehen dabei versetzt auf den Fugen der darunterliegenden Reihe, ähnlich wie Ziegel im Mauerwerk. Füllen, hinterfüllen, verdichten – und dann die nächste Reihe. Bei längeren Mauern sollte am Fuß eine Drainageleitung das Hangwasser seitlich ableiten.

Die richtige Erde für Pflanzringe

Pflanzringe verhalten sich wie Kübel mit offenem Boden: Sie heizen sich in der Sonne auf, die Erde trocknet schneller aus als im Beet. Verwenden Sie eine strukturstabile Mischung aus Gartenerde, Kompost und etwas Sand oder Splitt. Für Kräuter und Steingartenpflanzen darf der mineralische Anteil höher sein, für Stauden und Bodendecker im Schatten eher mehr Humus. Die Erde sackt nach dem ersten Winter etwas nach, füllen Sie im Frühjahr auf. Mehr zum Thema lesen Sie im Beitrag Welche Erde für welche Pflanzen.

Pflanzen für sonnige Hänge

Sonnige Pflanzringe sind heiß und trocken. Ideal sind Pflanzen, die das mögen und über den Rand wachsen:

  • Polsterstauden: Blaukissen, Gänsekresse, Polster-Phlox, Steinkraut, Sonnenröschen
  • Sukkulenten: Fetthenne, Mauerpfeffer, Hauswurz – mehr im Beitrag Die Hauswurz
  • Duftende Halbsträucher: Lavendel, Thymian, Bergbohnenkraut, Salbei
  • Blühstauden: Katzenminze, Storchschnabel-Arten für die Sonne, Glockenblumen

Auch ein Kräutergarten passt wunderbar in Pflanzringe: Thymian, Oregano, Salbei, Bergbohnenkraut, Ysop, Lavendel und Schnittlauch wachsen hier gut, jede Art in ihrem eigenen Ring. Anregungen gibt der Beitrag Kräuter aus dem eigenen Garten. Minze sollten Sie wegen ihrer Ausläufer lieber allein setzen.

Pflanzen für schattige Hänge

An Nordhängen oder unter Bäumen gedeihen andere Arten. Gut geeignet sind Efeu, Kleines Immergrün, Elfenblume, Bergenie, Funkien, Purpurglöckchen, Tüpfelfarn und Balkan-Storchschnabel. Sie decken die Ringe ab, halten die Erde feucht und sorgen dafür, dass der Beton nach wenigen Jahren kaum noch zu sehen ist. Immergrüne Arten haben den Vorteil, dass die Mauer auch im Winter grün bleibt. Wer es farbenfroh mag, kombiniert sie mit Zwiebelblumen für das Frühjahr. Einen Überblick über geeignete Arten gibt der Beitrag Auswahl der besten Bodendecker.

Pflege und Bewässerung

Im ersten Jahr brauchen die Pflanzen regelmäßig Wasser, bis sie eingewurzelt sind. Danach genügt bei trockenheitsverträglicher Auswahl das Gießen in längeren Trockenphasen. Die oberen Reihen trocknen am stärksten aus. Eine Tropfleitung, die durch die Ringe geführt wird, erleichtert die Arbeit an langen Mauern erheblich.

Kontrollieren Sie einmal im Jahr, ob sich Ringe verschoben haben oder ob Wasser hinter der Mauer austritt. Frühzeitig erkannte Schäden lassen sich noch beheben. Weitere Ideen zur Gestaltung von Hängen finden Sie im Beitrag Tipps für den Garten am Hang und unter Blütenpracht für Hanggärten und Böschungen.

Häufige Fragen

Wie hoch darf eine Mauer aus Pflanzringen sein?

Bis etwa 1 m Höhe lässt sie sich mit gutem Fundament und Hinterfüllung selbst bauen. Höhere Mauern, steile Hänge oder Lasten oberhalb erfordern eine statische Planung durch Fachleute.

Was pflanzt man in Pflanzringe?

In der Sonne Polsterstauden, Sukkulenten, Lavendel und Kräuter, im Schatten Efeu, Immergrün, Elfenblume, Bergenien und Farne. Überhängende Pflanzen verdecken den Beton am schnellsten.

Braucht man für Pflanzringe ein Fundament?

Ja, sobald die Mauer mehr als eine Reihe hoch wird. Ein verdichtetes Schotterbett mit Betonauflage verhindert, dass die Ringe absacken oder im Frost verrutschen.

Kann man Kräuter in Pflanzringen anbauen?

Ja, sehr gut. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Salbei und Oregano lieben die warmen, durchlässigen Ringe in sonniger Lage.

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