Harlekinweide, auch Salix integra genannt
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Die Harlekinweide (Salix integra ‘Hakuro Nishiki’) ist eine kleine Zierweide aus Ostasien, die wegen ihres weiß-grün-rosa marmorierten Austriebs gepflanzt wird. Sie ist winterhart, gilt als ungiftig und wächst als Strauch oder – sehr beliebt – als Kugel auf einem Stämmchen. Ihre Farbe zeigt sie vor allem am jungen Austrieb, deshalb ist der regelmäßige, kräftige Schnitt der wichtigste Pflegeschritt. Ansonsten verlangt sie vor allem eines: genug Wasser.

Steckbrief der Harlekinweide
| Botanischer Name | Salix integra 'Hakuro Nishiki' |
| Weitere Namen | Japanische Zierweide, Buntblättrige Zierweide |
| Familie | Weidengewächse (Salicaceae) |
| Wuchs | als Strauch etwa 1,5–3 m hoch und breit; als Stämmchen je nach Stammhöhe meist 1–2 m |
| Laub | junge Blätter weiß-rosa gefleckt, später grüner |
| Blüte | unscheinbare Kätzchen im zeitigen Frühjahr |
| Standort | sonnig bis halbschattig, nicht in praller Mittagshitze |
| Boden | frisch bis feucht, nährstoffreich |
| Winterhärte | im Beet gut winterhart; Stämmchen im Kübel schützen |
| Giftigkeit | gilt als ungiftig |
Herkunft und Wuchs
Die Art Salix integra stammt aus Japan, Korea und Nordostchina und wächst dort an feuchten Standorten. Die Gartensorte ‘Hakuro Nishiki’ – übersetzt etwa „weißer Brokat“ – ist wegen ihres panaschierten Laubs bekannt geworden und wird meist einfach Harlekinweide genannt.
Als Strauch wächst sie locker aufrecht mit dünnen, leicht überhängenden Trieben. Im Handel sehr verbreitet ist die Form als Hochstämmchen: Dabei wird die Sorte auf einen Stamm einer anderen, kräftigen Weide veredelt und bildet oben eine Kugel. Diese Form ist kompakt genug für kleine Vorgärten und Kübel. Das Wurzelwerk ist eher flach und breit, weshalb die Harlekinweide empfindlich auf Trockenheit reagiert.
Standort und Boden
Die Harlekinweide mag es hell. Je mehr Licht sie bekommt, desto kräftiger färbt sich der Austrieb. Pralle Mittagssonne an einer heißen Südwand ist ihr dagegen zu viel: Die weißen Blattpartien haben kaum Blattgrün und verbrennen leicht. Ideal ist ein Platz mit Morgen- und Abendsonne oder lichtem Schatten über Mittag.
Der Boden sollte frisch bis feucht, humos und nährstoffreich sein. Weiden sind von Natur aus Pflanzen feuchter Standorte; ein trockener Sandboden ohne Bewässerung ist die häufigste Ursache für eine kränkelnde Harlekinweide. Mit Kompost und einer Mulchschicht verbessern Sie trockene Böden deutlich.
Pflanzen und gießen
Gepflanzt wird im Frühjahr oder Herbst, Containerware grundsätzlich an jedem frostfreien Tag. Das Pflanzloch sollte doppelt so breit wie der Ballen sein, die Pflanze kommt so tief in die Erde, wie sie im Topf stand. Stämmchen brauchen einen Stützpfahl, der auf der Hauptwindseite eingeschlagen und mit einem weichen Band am Stamm befestigt wird.
Gießen Sie in den ersten beiden Jahren regelmäßig und durchdringend, auch später in Hitzeperioden. Im Kübel ist das tägliche Gießen im Hochsommer keine Übertreibung. Ein Topf von mindestens 30–40 Litern und eine gute Kübelpflanzenerde erleichtern die Wasserversorgung. Mehr dazu im Beitrag Kübelpflanzen richtig pflegen. Gedüngt wird im Frühjahr mit Kompost oder einem organischen Dünger, im Kübel zusätzlich bis Juli mit Flüssigdünger.
Ist die Harlekinweide giftig?
Die Harlekinweide gilt als ungiftig und ist damit auch für Gärten mit Kindern und Haustieren geeignet. Weidenrinde und -blätter enthalten zwar Gerbstoffe und Salicylverbindungen, die in größeren Mengen den Magen reizen können. Wer ein paar Blätter kaut, hat aber nichts zu befürchten. Das gilt auch für die Frage, ob eine Hecke aus Harlekinweiden giftig ist: Sie ist es nicht – anders als etwa Eibe oder Kirschlorbeer. Welche Gartenpflanzen tatsächlich gefährlich sind, zeigt der Beitrag Vorsicht, giftige Zierpflanzen im Garten.
Harlekinweide richtig schneiden
Der Schnitt ist bei der Harlekinweide keine Nebensache. Die typische weiß-rosa Farbe zeigt vor allem das junge Laub; ungeschnittene Pflanzen vergrünen im Lauf des Sommers und verkahlen von innen.
Hauptschnitt im Spätwinter (Februar bis Anfang März): Kürzen Sie alle Triebe kräftig ein, bei Stämmchen bis auf etwa 5–10 cm lange Stummel des Vorjahrestriebs, sodass eine kompakte Kugel entsteht. Beim Strauch dürfen Sie ebenfalls um die Hälfte bis zwei Drittel zurückschneiden und zusätzlich einige alte Triebe bodennah entfernen. Die Weide verträgt das problemlos und treibt umso dichter aus.
Formschnitt im Sommer (etwa Juni): Ein zweiter, leichterer Schnitt hält die Kugel in Form und regt einen neuen, farbigen Austrieb an. Bei starkwüchsigen Pflanzen ist im August ein dritter Rückschnitt möglich. Solche schonenden Formschnitte sind auch während der Brutzeit erlaubt; radikale Rückschnitte gehören nach dem Bundesnaturschutzgesetz in die Zeit bis Ende Februar.
Bei Stämmchen gilt außerdem: Triebe, die unterhalb der Krone am Stamm oder aus dem Boden kommen, sofort entfernen. Sie stammen von der Unterlage, wachsen stärker als die Sorte und würden sie auf Dauer verdrängen. Das richtige Werkzeug beschreibt der Beitrag Werkzeug zum Schneiden von Gehölzen.
Die Harlekinweide im Winter
Im Gartenboden ist die Harlekinweide gut winterhart und braucht keinen Schutz. Frisch gepflanzte Exemplare freuen sich im ersten Winter über eine Laub- oder Mulchschicht auf dem Wurzelbereich.
Anders im Kübel: Hier kann der Wurzelballen durchfrieren, und die Veredlungsstelle an der Krone eines Stämmchens ist empfindlicher als der Rest. Stellen Sie den Topf an eine geschützte Hauswand auf eine isolierende Unterlage, umwickeln Sie ihn mit Vlies oder Jute und legen Sie bei starkem Frost ein Vlies locker um die Krone. Alternativ überwintert der Kübel in einer hellen, kühlen Garage. Gießen Sie an frostfreien Tagen sparsam, damit der Ballen nicht austrocknet.
Krankheiten und Schädlinge
Braune, welke Blätter im Sommer haben meist eine banale Ursache: Trockenheit oder Sonnenbrand. Prüfen Sie zuerst die Bodenfeuchte und den Standort. Weitere Hinweise zu Hitzeschäden gibt der Beitrag Sonnenbrand bei Pflanzen verhindern.
Echte Krankheiten treten vor allem in feuchten Jahren auf. Pilze wie Weidenrost (orangefarbene Pusteln auf der Blattunterseite) oder Blattfleckenkrankheiten führen zu fleckigem Laub und vorzeitigem Blattfall. Entfernen Sie befallenes Laub, sammeln Sie Falllaub im Herbst ein und sorgen Sie durch Schnitt für eine luftige Krone. Der kräftige Frühjahrsschnitt entfernt zudem viele Pilzsporen gleich mit.
An Schädlingen finden sich Blattläuse und gelegentlich Weidenblattkäfer, deren Larven und Käfer die Blätter anfressen. Kleiner Befall lässt sich absammeln oder mit Wasser abspritzen; ein gesunder, frisch geschnittener Strauch wächst über die Schäden hinweg. Nur bei sehr starkem Befall kommt ein zugelassenes Mittel aus dem Fachhandel in Frage.
Vermehrung durch Steckhölzer
Weiden bewurzeln sich außerordentlich leicht, die Harlekinweide ist da keine Ausnahme. Am einfachsten gelingt die Vermehrung mit Steckhölzern im Winter: Schneiden Sie beim Hauptschnitt bleistiftdicke, 15–20 cm lange Stücke aus einjährigen Trieben und stecken Sie sie so in lockere Erde, dass nur das obere Drittel herausschaut. Im Frühjahr treiben sie aus. Auch im Wasserglas bilden Triebstücke rasch Wurzeln. Mehr zur Technik erklärt der Beitrag Gehölze durch Steckhölzer vermehren.
Beachten Sie: Aus einem Steckling wird ein Strauch, kein Stämmchen. Ein Hochstamm entsteht nur durch Veredlung auf eine Stammunterlage. Aussaat lohnt sich nicht, weil Sämlinge die Blattzeichnung der Sorte nicht zuverlässig erben.
Harlekinweide unterpflanzen
Unter einem Stämmchen wirkt eine niedrige Unterpflanzung schöner als nackte Erde, und sie hält den Boden feucht. Wegen der flachen Wurzeln sollten die Partner nicht zu wuchsstark und nicht zu durstig sein. Gut passen Storchschnabel, Frauenmantel, Günsel, kleine Funkien an halbschattigen Plätzen oder im Frühjahr Zwiebelblumen wie Traubenhyazinthen. Weiß- und rosablühende Partner greifen die Blattfarbe auf. Ideen für die Gestaltung sammelt der Beitrag Hochstämmchen unterpflanzen.
Alternativen zur Harlekinweide
Wer den Effekt mag, aber einen trockeneren Standort hat oder weniger schneiden möchte, findet Alternativen mit hellem, buntem Laub. Der Weißbunte Hartriegel (Cornus alba ‘Sibirica Variegata’ oder ‘Elegantissima’) ist anspruchslos, wächst in Sonne und Halbschatten und zeigt im Winter rote Triebe. Der Eschenahorn ‘Flamingo’ (Acer negundo ‘Flamingo’) hat ebenfalls rosa-weiß gezeichneten Austrieb und wird auch als Stämmchen angeboten. Für niedrige, immergrüne Varianten eignen sich buntlaubige Sorten des Spindelstrauchs (Euonymus fortunei).
Häufige Fragen
Ist die Harlekinweide giftig für Hunde und Katzen?
Nein, sie gilt als ungiftig. Große Mengen Blätter oder Rinde können wegen der Gerbstoffe allenfalls Magenbeschwerden verursachen.
Wann schneidet man eine Harlekinweide?
Den kräftigen Hauptschnitt im Februar oder Anfang März, einen leichteren Formschnitt im Juni. Beim Stämmchen werden die Triebe im Frühjahr auf kurze Stummel zurückgenommen.
Warum wird meine Harlekinweide braun?
Meist ist es Trockenheit oder Sonnenbrand an einem zu heißen Standort. Seltener stecken Pilzkrankheiten dahinter, die sich als Flecken und Pusteln auf den Blättern zeigen.
Was kann ich unter eine Harlekinweide pflanzen?
Niedrige, nicht zu wuchsstarke Stauden wie Storchschnabel, Frauenmantel oder Günsel und im Frühjahr kleine Zwiebelblumen.



