Lebensraum für Eidechsen schaffen
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Eidechsen siedeln sich in einem Garten an, wenn sie drei Dinge finden: sonnige Plätze zum Aufwärmen, Verstecke zwischen Steinen und Holz sowie lockeren, sandigen Boden für die Eiablage – und genug Insekten. Ein Steinhaufen mit frostfreiem Kern, ein ungemähter Saum und ein kleiner Sandplatz an der Südseite genügen oft schon, wenn in der Nähe Eidechsen vorkommen. Die grüne Eidechse, die viele im Frühjahr beobachten, ist fast immer ein Zauneidechsen-Männchen im Hochzeitskleid.

Welche Eidechsen in deutschen Gärten vorkommen
Zauneidechse (Lacerta agilis): die häufigste Gartenechse. Sie wird mit Schwanz bis etwa 24 cm lang, wirkt kräftig und hat einen kurzen Kopf. Grundfarbe ist braun bis grau mit dunklen Flecken und hellen Längsstreifen am Rücken. Zur Paarungszeit im April und Mai färben sich die Flanken der Männchen leuchtend grün, die Weibchen bleiben bräunlich. Zauneidechsen leben an Waldrändern, Bahndämmen, Böschungen, in Heiden und naturnahen Gärten.
Waldeidechse (Zootoca vivipara): kleiner und schlanker, bräunlich, bevorzugt feuchtere Lebensräume wie Waldlichtungen und Moore. Sie kommt auch in kühleren Gegenden und im Bergland vor.
Mauereidechse (Podarcis muralis): schlank, flach und flink, mit langem Schwanz. Sie ist vor allem im Südwesten verbreitet, etwa an Rhein, Mosel und Neckar, und lebt an Mauern, Weinbergen und Felsen. Vielerorts gibt es inzwischen auch eingeschleppte Bestände entlang von Bahnlinien.
Smaragdeidechsen gibt es in Deutschland nur an wenigen besonders warmen Stellen. Eine große, leuchtend grüne Echse im normalen Hausgarten ist deshalb sehr wahrscheinlich eine männliche Zauneidechse. Die Blindschleiche ist übrigens ebenfalls eine Echse, nur ohne Beine – und keine Schlange.
Eidechsen sind geschützt
Alle heimischen Eidechsen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, Zauneidechse, Mauereidechse und die Smaragdeidechsen sogar streng geschützt. Sie dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden, und ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten dürfen nicht zerstört werden. Das gilt auch im eigenen Garten. Wer also eine Trockenmauer abreißen oder einen Steinhaufen beseitigen will, in dem Eidechsen leben, sollte vorher die Naturschutzbehörde fragen. Eidechsen aus der Natur in den eigenen Garten umzusetzen, ist ebenfalls verboten – sie müssen von allein kommen.
Was Eidechsen im Garten brauchen
Eidechsen sind wechselwarm. Morgens müssen sie sich in der Sonne auf Betriebstemperatur bringen, bevor sie jagen können, und bei Hitze ziehen sie sich in den Schatten zurück. Ein guter Eidechsengarten bietet deshalb Sonne und Schatten dicht beieinander. Offene, besonnte Stellen, Steine, die Wärme speichern, und daneben dichte Vegetation, in die sie bei Gefahr in Sekunden verschwinden.
Dazu kommen Verstecke für die Nacht und den Winter, Plätze für die Eiablage und reichlich Nahrung. Eidechsen fressen Insekten, Spinnen, Asseln, kleine Schnecken und Regenwürmer. Ohne Insektizide, mit Wildblumen und heimischen Sträuchern ist der Tisch gedeckt. Übrigens: Die Spinnen im Garten gehören zu ihrer Beute – warum sie für Menschen harmlos sind, lesen Sie unter Wie gefährlich sind Spinnen im Garten?
Einen Steinhaufen als Eidechsenburg anlegen
Das wichtigste Element ist ein Stein- oder Totholzhaufen, der Sonnenplatz, Versteck und Winterquartier in einem ist.
- Standort wählen. Eine sonnige, nach Süden offene Stelle, möglichst in der Nähe einer Hecke oder eines Staudensaums.
- Grube ausheben. Etwa 80 cm bis 1 m tief, damit der Kern frostfrei bleibt. Der Boden muss wasserdurchlässig sein, sonst eine Dränageschicht aus Kies einbringen.
- Steine einfüllen. Große und kleinere Natursteine locker aufschichten, sodass Hohlräume in allen Größen entstehen. Die Grube wird gefüllt und der Haufen etwa einen Meter über das Gelände aufgebaut.
- Sandfläche anlegen. An der Südseite eine Fläche von etwa einem Quadratmeter mit ungewaschenem Sand oder sandigem Boden anlegen, die nicht bewachsen und nicht festgetreten wird.
- Rand begrünen. Die Nordseite und die Ränder teilweise mit Stauden, Brombeeren oder Altgras zuwachsen lassen, damit Deckung vorhanden ist.
Statt Natursteinen eignen sich auch alte Ziegel oder Wurzelstöcke. Eine Trockenmauer ohne Mörtel erfüllt denselben Zweck; Anregungen gibt der Beitrag Einen Steingarten anlegen.
Wie sich Eidechsen im Garten vermehren
Die Zauneidechse verlässt ihr Winterquartier ab März, die Männchen einige Wochen vor den Weibchen. Nach der Paarung im Frühjahr legt das Weibchen im Juni oder Juli meist etwa 5 bis 15 Eier in lockeren, sonnenwarmen Sand, oft nur wenige Zentimeter tief. Die Sonne brütet sie aus: Nach etwa zwei Monaten schlüpfen im August und September die nur wenige Zentimeter großen Jungtiere, die sofort selbstständig sind.
Die Waldeidechse dagegen ist in Deutschland meist lebendgebärend: Die Jungen schlüpfen schon bei oder kurz nach der Geburt aus der dünnen Eihülle. Offene, lockere Sandstellen sind für die eierlegenden Arten entscheidend. Wo alles gemulcht, bepflanzt oder gepflastert ist, fehlt ihnen der Brutplatz.
Die größten Gefahren im Garten
- Katzen sind für Eidechsen in Wohngebieten eine der größten Bedrohungen. Wo viele Katzen streifen, halten sich Eidechsen kaum. Dichte, dornige Vegetation um die Verstecke hilft etwas.
- Mähroboter verletzen Eidechsen, Blindschleichen und Igel. Lassen Sie sie nie nachts und nie unbeaufsichtigt über Flächen am Rand von Stein- und Staudenbereichen fahren.
- Aufgeräumte Gärten mit kurzem Rasen, Folie unter Kies und ohne Holz- oder Steinhaufen bieten keine Verstecke.
- Insektizide vernichten die Nahrung, und die Tiere nehmen mit vergifteten Insekten auch das Gift auf.
Wenn eine Eidechse ihren Schwanz verliert, ist das übrigens kein Drama: Sie wirft ihn bei Gefahr bewusst ab, er wächst in verkürzter Form nach. Fassen Sie Eidechsen trotzdem nicht an.
Der Garten übers Jahr
Lassen Sie im Rasen einen Streifen stehen, der nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird, am besten mit der Sense oder dem Balkenmäher und nicht zu tief. Räumen Sie Laub- und Reisighaufen erst im späten Frühjahr, wenn überhaupt. Im Winter ruhen Eidechsen von etwa September oder Oktober bis März in frostfreien Hohlräumen; die Steinhaufen bleiben dann ungestört. Wer den ganzen Garten naturnäher gestalten will, findet Ideen im Beitrag Einen Naturgarten anlegen. Hecken aus Wildsträuchern ergänzen den Lebensraum – mehr dazu unter Die Vogelschutzhecke.
Häufige Fragen
Was ist die grüne Eidechse in meinem Garten?
Meist ein Zauneidechsen-Männchen im Frühjahr, dessen Flanken zur Paarungszeit leuchtend grün werden. Smaragdeidechsen kommen in Deutschland nur an sehr wenigen warmen Stellen vor.
Wie vermehren sich Eidechsen im Garten?
Zauneidechsen legen im Frühsommer Eier in lockeren, sonnigen Sand, aus denen im Spätsommer die Jungen schlüpfen. Waldeidechsen bringen meist lebende Junge zur Welt.
Darf ich Eidechsen fangen und in meinen Garten setzen?
Nein. Alle heimischen Eidechsen sind geschützt und dürfen nicht gefangen oder umgesiedelt werden. Schaffen Sie stattdessen Lebensraum, dann wandern sie aus der Umgebung zu.
Was fressen Eidechsen?
Insekten, Spinnen, Asseln, kleine Schnecken und Würmer. Ein Garten ohne Insektizide mit Wildblumen und heimischen Sträuchern bietet genug Nahrung.

