Einen Obstbaum als Hochstamm erziehen

Bei den Obstbäumen gibt es verschiedene Zuchtformen, wobei es um mehr als eine bestimmte Form der Krone geht. Je nach Standort und anderen Bedingungen kann man die Bäume nach eigenen Wünschen erziehen, um zum Beispiel die Ernte oder Pflege zu erleichtern.

Der Erziehungsschnitt sollte spätestens im März erfolgen © stockfoto - Fotolia.com

Der Erziehungsschnitt sollte spätestens im März erfolgen © stockfoto – Fotolia.com

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Formen, nämlich dem Hochstamm, dem Halb- und Niederstamm sowie dem Buschbaum. Heute soll es um die Erziehung eines Obstbaumes zum Hochstamm gehen.

Die Definition des Hochstammes

Ein Hochstamm ist ganz klar definiert, allerdings haben sich die Anforderungen im Lauf der Jahrzehnte doch etwas verändert. Früher musste sich der Ansatz der Krone in einer Höhe von mindestens 160 bis 180 Zentimetern befinden, damit der Baum als Hochstamm galt.

Diese Vorgabe galt zwischen den Jahren 1950 und 1995. Seit Mitte der 90er Jahre muss sogar eine Höhe von mindestens 180 bis 220 Zentimetern vorhanden sein.

Die Veränderung liegt daran, dass es in der heutigen Zeit größerer Traktoren gibt, mit denen der Schnitt auf Streuobstwiesen normalerweise vorgenommen wird.

Bereits in der Baumschule wird die Grundlage für einen späteren Hochstamm geschaffen. In den ersten beiden Jahren werden alle Seitenäste gekappt, im dritten Jahr dann komplett alle Äste, die nicht oberhalb der benötigten Kronenhöhe sitzen.

Der Vorteil des Hochstammes liegt darin, dass er bei einem Befall mit Feuerbrand, einer bakteriellen Infektion, nur kräftig zurück geschnitten werden muss. Kleine Bäume mit niedriger Krone müssen dann häufig komplett gerodet werden.

Am Anfang ist extrem viel Geduld gefragt

Beim Hochstamm handelt es sich um ein sehr langlebiges Gehölz, das bis zu 100 Jahre alt werden kann. Es braucht anfangs natürlich einiges an Geduld, denn in den ersten Jahren konzentriert man sich auf den Aufbau der Krone und weniger auf den Ertrag.

Der endgültige Kronen-Durchmesser kann bei einem Hochstamm zwischen 7 und 12 Metern liegen. Mit dem ersten Ertrag kann man dafür erst nach 7 bis 12 Jahren rechnen, erst im Alter von 30 bis 50 Jahren hat man den maximalen Ertrag erreicht.

Die Erziehung als Hochstamm

Möchte man einen Obstbaum als Hochstamm erziehen, wird jedes Jahr im Februar/März der Schnitt vorgenommen, im Sommer bzw. im Herbst wird nicht beschnitten. Durchgesetzt hat sich vor allem die Pyramidenkrone, deren Gerüst- und Leitäste stets erhalten bleiben.

Man wählt relativ früh drei bis vier Äste aus, die am besten in einem Winkel zwischen 45 und 50 Grad zum Baumstamm stehen. Falls sie zu steil in die Luft stehen, kann man sie mit Spreizhölzern etwas nach außen drücken, falls sie zu flach sind, werden sie etwas nach oben gebunden, nur so erhält man eine ordentlich breite Krone.

Jedes Jahr kürzt man den Mitteltrieb und die Leitäste um ein bis zwei Drittel, das hängt immer davon ab, wie stark ein junger Baum treibt. Man sollte die Jungbäume nur wenig zurück schneiden, wenn sie stark austreiben, wenn sie nur einen schwachen Austrieb haben, kann man durch stärkeres Kürzen das Wachstum anregen. 

Auch die Seitentriebe, die nach außen wachsen, werden beim Rückschnitt etwas gekürzt. Falls Zweige zu dicht beieinander stehen oder steil nach oben wachsen, werden sie entfernt.

Nach etwa 7 bis 8 Jahren ist die Erziehung durchschnittlich abgeschlossen, dann erfolgt nur noch ein jährlicher Erhaltungsschnitt, bei dem hauptsächlich die Krone ausgelichtet wird. Die Mitteltriebe und Leitäste kürzt man dann nur noch wenn unbedingt notwendig. 

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