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Garten-Ratgeber

Perfekte Nachbarn im Garten - Die Mischkultur

Gemüsevon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Mischkultur funktioniert
  2. Die Grundregeln für gute Nachbarschaft
  3. Gute und schlechte Nachbarn im Gemüsebeet
  4. Mischkultur und Fruchtfolge zusammen denken
  5. Die Drei Schwestern: ein altes Mischkultur-Beispiel
  6. Mischkultur im Staudenbeet
  7. Gute Nachbarn für Lupinen
  8. Gute Nachbarn für Wicken und Zinnien
  9. Nützlinge mit Blüten anlocken
  10. Häufige Fragen

Mischkultur bedeutet, Pflanzen so nebeneinanderzusetzen, dass sie sich ergänzen statt sich zu behindern. Die bekanntesten guten Nachbarn im Gemüsebeet sind Möhren und Zwiebeln, Tomaten und Basilikum, Kohl und Sellerie sowie Bohnen und Bohnenkraut; ungünstig ist zum Beispiel Kartoffel neben Tomate. Nicht jede überlieferte Regel ist wissenschaftlich belegt, doch das Grundprinzip – unterschiedliche Pflanzen statt Monokultur – funktioniert zuverlässig.

Roter Pflücksalat und Zwiebeln wachsen im Beet nebeneinander
Roter Pflücksalat und Zwiebeln wachsen im Beet nebeneinander

Warum Mischkultur funktioniert

Im Reinbestand finden Schädlinge ihre Wirtspflanze mühelos: Eine Reihe Möhren neben der nächsten ist für die Möhrenfliege ein gedeckter Tisch. Stehen dazwischen andere Pflanzen mit anderem Duft und anderer Gestalt, wird die Suche schwieriger. Das ist der erste Effekt. Der zweite betrifft Boden und Platz: Tief- und Flachwurzler holen Wasser und Nährstoffe aus verschiedenen Schichten, schnell wachsende Arten nutzen die Lücken, bevor langsame sie brauchen. Drittens locken blühende Begleiter Nützlinge wie Schwebfliegen, Florfliegen und Schlupfwespen an, deren Larven Blattläuse fressen.

Wichtig ist, realistisch zu bleiben. Mischkultur verringert Schädlingsdruck und Krankheitsausbreitung, sie verhindert sie nicht. Viele Kombinationen in Tabellen stammen aus Beobachtungen und Überlieferung; einige sind gut untersucht, andere nicht. Wer die Grundregeln befolgt, hat aber in jedem Fall ein gesünderes und vielfältigeres Beet.

Die Grundregeln für gute Nachbarschaft

  • Nicht zu nah verwandt. Pflanzen derselben Familie teilen Schädlinge und Krankheiten. Kohlarten, Rettich, Radieschen und Rucola sind alle Kreuzblütler; Tomate, Kartoffel, Paprika und Aubergine gehören zu den Nachtschattengewächsen.
  • Unterschiedliche Wurzeltiefe. Möhren und Pastinaken wurzeln tief, Salat und Zwiebeln flach.
  • Unterschiedliches Wachstumstempo. Radieschen und Pflücksalat sind geerntet, bevor Kohl oder Tomaten den Platz brauchen.
  • Ähnliche Ansprüche an Standort und Wasser. Mediterrane Kräuter, die es trocken mögen, sind keine guten Partner für durstige Gurken.
  • Kein Schatten auf Sonnenkinder. Hohe Pflanzen wie Stangenbohnen und Mais gehören an die Nordseite des Beets.

Gute und schlechte Nachbarn im Gemüsebeet

GemüseGute NachbarnUngünstige Nachbarn
MöhreZwiebel, Lauch, Salat, Radieschen, Dill–
Zwiebel, LauchMöhre, Erdbeere, Salat, Rote BeteBohne, Erbse
TomateBasilikum, Petersilie, Salat, Möhre, KapuzinerkresseKartoffel, Fenchel
KohlSellerie, Salat, Tomate, Spinatandere Kohlarten dicht an dicht, Senf
BohneBohnenkraut, Salat, Gurke, Kohlrabi, Rote BeteZwiebel, Knoblauch, Lauch, Erbse
GurkeDill, Bohne, Salat, ZwiebelTomate im Gewächshaus (verschiedenes Klima), Rettich
KartoffelKohlrabi, Spinat, KapuzinerkresseTomate, Kürbis
Salatfast alles, besonders Radieschen, Möhre, KohlPetersilie

Einige dieser Paare haben einen gut nachvollziehbaren Grund. Kartoffel und Tomate leiden beide unter der Kraut- und Braunfäule; stehen sie nebeneinander, springt der Pilz leicht über. Mehr dazu im Beitrag Braunfäule bei Tomaten. Möhre und Zwiebel gelten als Klassiker, weil ihr Duft die jeweiligen Schadfliegen irritieren soll; eine Garantie ist das nicht, ein Kulturschutznetz schützt verlässlicher. Bohnen und Bohnenkraut passen schon deshalb gut zusammen, weil beides zur selben Zeit in die Küche wandert. Bohnen und Erbsen sollen dagegen nicht neben Zwiebelgewächsen stehen, weil sie dort nach Gärtnererfahrung schwächer wachsen.

Mischkultur und Fruchtfolge zusammen denken

Mischkultur regelt das Nebeneinander, die Fruchtfolge das Nacheinander. Gemüse wird grob in Starkzehrer (Kohl, Tomate, Kürbis, Gurke), Mittelzehrer (Möhre, Salat, Zwiebel, Rote Bete) und Schwachzehrer (Bohnen, Erbsen, Kräuter) eingeteilt. Wer das Beet jedes Jahr um eine Stufe weiterrückt und verwandte Arten erst nach drei bis vier Jahren wieder an dieselbe Stelle setzt, beugt Bodenmüdigkeit und bodenbürtigen Krankheiten vor. Wie Sie das planen, zeigt der Beitrag Gemüsegarten: gute Planung.

Die Drei Schwestern: ein altes Mischkultur-Beispiel

Ein bekanntes Beispiel stammt aus Mittel- und Nordamerika: Mais, Stangenbohnen und Kürbis auf einem Beet. Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe, die Bohnen binden mit ihren Wurzelknöllchen Stickstoff aus der Luft, und der Kürbis beschattet mit seinen großen Blättern den Boden. Im Hausgarten braucht die Kombination Platz und Sonne; der Mais muss einen Vorsprung von einigen Wochen haben, damit ihn die Bohnen nicht umwerfen. Anbautipps finden Sie unter Bohnen im Garten.

Mischkultur im Staudenbeet

Auch im Ziergarten gibt es Pflanzen, die sich gut ergänzen – hier vor allem nach Ansprüchen, Wuchsform und Blütezeit. Gute Staudennachbarn haben ähnliche Ansprüche an Licht, Boden und Wasser, wachsen unterschiedlich hoch und blühen versetzt, damit das Beet über lange Zeit attraktiv bleibt.

Ein klassisches Beispiel ist die Kombination von Rosen mit Rittersporn, Katzenminze, Frauenmantel oder Storchschnabel: Die Stauden füllen die Lücken am Rosenfuß, lockern das Bild auf und bieten Insekten Nahrung. Rittersporn ist in allen Teilen giftig, das sollten Sie bei Kindern im Garten bedenken. Unter Rosen gepflanzte Tagetes oder Ringelblumen können zudem bestimmte Fadenwürmer im Boden zurückdrängen. Mehr zu Ringelblumen steht im Beitrag Ringelblumen im eigenen Garten pflanzen.

Gute Nachbarn für Lupinen

Lupinen sind Tiefwurzler und Stickstoffsammler. Sie lieben Sonne und einen kalkarmen, durchlässigen Boden und vertragen keine Staunässe. Passende Nachbarn sind Stauden mit ähnlichen Ansprüchen, die zur gleichen Zeit oder im Anschluss blühen: Rittersporn, Margeriten, Mohn, Iris, Schafgarbe, Salbei und Gräser. Da Lupinen nach der Blüte im Frühsommer etwas unansehnlich werden, sind spätere Blüher wie Phlox oder Sonnenhut davor willkommen, weil sie die Lücke überdecken. Alle Pflanzenteile, besonders die Samen, sind giftig. Mehr dazu im Beitrag Lupinen im Staudenbeet.

Gute Nachbarn für Wicken und Zinnien

Duftwicken (Lathyrus odoratus) sind einjährige Kletterer und gehören wie Erbsen zu den Hülsenfrüchtlern. Sie passen gut an einen Zaun oder ein Rankgitter am Rand des Gemüsegartens, wo sie Bestäuber anlocken und mit ihren Wurzeln Stickstoff binden. Pflanzen Sie sie nicht dorthin, wo im Vorjahr Erbsen oder Wicken standen, da verwandte Arten an derselben Stelle schlechter wachsen. Die Samen der Duftwicke sind giftig.

Zinnien (Zinnia elegans) brauchen volle Sonne und Wärme und kommen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Gut passen sie zu Tomaten, Paprika und Bohnen im Gemüsebeet, wo sie Bestäuber und Nützlinge anlocken, und im Blumenbeet zu Cosmeen, Ringelblumen, Tagetes, Sonnenblumen und Ziergräsern. Da sie anfällig für Mehltau sind, brauchen sie einen luftigen Platz – nicht zu dicht an großblättrigen Nachbarn.

Nützlinge mit Blüten anlocken

Einige Blumen gehören in jedes Gemüsebeet, weil sie Nützlinge fördern: Phacelia, Ringelblume, Kornblume, Borretsch, Dill und Kapuzinerkresse. Kapuzinerkresse zieht außerdem Blattläuse auf sich, was sie als Ablenkung unter Obstbäumen interessant macht; ob das den Baum spürbar entlastet, ist nicht sicher belegt. Weitere Wege, Schädlinge ohne Chemie in Schach zu halten, zeigt der Beitrag Schädlingsbekämpfung im Garten. Ein Garten mit vielen Blüten ist ohnehin der beste Nährboden für Nützlinge – ein gutes Beispiel ist der klassische Bauerngarten, in dem Gemüse, Kräuter und Blumen seit jeher bunt gemischt wachsen.

Häufige Fragen

Welche Pflanzen sind gute Nachbarn für Lupinen?

Sonnenliebende Stauden mit ähnlichen Bodenansprüchen wie Rittersporn, Margeriten, Mohn, Iris, Schafgarbe und Gräser. Spätblüher wie Phlox verdecken die Lücke nach der Lupinenblüte.

Welche Gemüse darf man nicht nebeneinander pflanzen?

Ungünstig sind vor allem Tomate neben Kartoffel, Bohnen oder Erbsen neben Zwiebeln und Lauch sowie eng verwandte Arten wie verschiedene Kohlsorten dicht an dicht.

Was passt gut zu Zinnien?

Im Gemüsebeet Tomaten, Paprika und Bohnen, im Blumenbeet Cosmeen, Ringelblumen, Tagetes, Sonnenblumen und Ziergräser. Wichtig sind Sonne und genug Luft zwischen den Pflanzen.

Ist Mischkultur wissenschaftlich bewiesen?

Das Grundprinzip – Vielfalt statt Monokultur – verringert nachweislich Schädlingsdruck und fördert Nützlinge. Viele einzelne Paarregeln beruhen dagegen auf Erfahrung und sind nicht im Detail untersucht.

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4 Leserkommentare

  1. buth,silvia

    ich würde gerne wissen,ob ich lavendel neben einer lupinie pflanzen kann? habe es schon getan und habe das gefühl das sie sich nicht vertragen,kann das sein? würde mich über eine antwort sehr freuen.vielen dank

    1. Kathrin

      Hallo Silvia,

      eigentlich ist mir nicht bekannt, dass sich diese beiden Pflanzen nicht vertragen. Wie äußert sich das? Welche der Pflanzen scheint "zu leiden"?

      Vlg, Kathrin

  2. buth,silvia

    hallo kathrin. die lupinie hat tagsüber blätter die aussehen als wenn sie verwelkt sind über nacht erholen sie sich und am morgen steht die pflanze wie eine eins und am vormittag geht es wieder los.an der sonne kann es nicht liegen,letztes jahr stand sie auch den ganzen tag in der sonne,nun habe ich gedacht vieleicht liegt es an dem lavendel. lg silvia

    1. Kathrin

      Hallo Silvia,

      also an der Sonne kann es wirklich nicht liegen, denn Lupinen lieben eigentlich einen sonnigen Standort. Habt Ihr die Lupine im Garten umgesetzt? Dann könnte es sein, dass sie sich noch nicht optimal verwurzelt hat und deshalb tagsüber die Blätter hängen. Die Lupine gehört ja zu den Pfahlwurzlern und verwurzelt sich sehr tiefgründig. Oder steht sie etwa zu dicht am Lavendel, so dass hier zu starke "Konkurrenz" herrscht, auch was die Nährstoffe usw. im Boden angeht?

      Vlg, Kathrin

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