Pflanzenporträt: Die Nachtkerze

Die Nachtkerze (Oenothera biennis) hat ihren Namen nicht ohne Grund. Die Blüten öffnen sich nämlich erst am Abend und verwelken dann am nächsten Morgen. Nur eine Nacht lang verströmen die Blüten ihren herrlichen Duft, dann ist es mit der Pracht leider schon vorüber.

Die Nachtkerze bevorzugt karge, sandige Böden

Die Nachtkerze bevorzugt karge, sandige Böden

Man findet die aus Nordamerika stammende Pflanze in ganz Europa vor allem auf sandigen oder lehmigen  Böden, die arm an Nährstoffen sind, aber auch auf Dämmen, auf Friedhöfen, in Steinbrüchen, an Wegrändern oder auf Trockenrasen ist sie häufig zu finden.

Seit dem 18. Jahrhundert wird sie auch bevorzugt in natürlich gestalteten Bauerngärten kultiviert und ist zudem eine wichtige Heilpflanze.

Im Volksmund wird sie auch gerne als Weinblume, Eierblume, Nachtschlüsselblume, Schinkenkraut, Stolzer Heinrich, Rübenwurzel, Härekraut, Gelbe Rapunzel oder Gelber Nachtschatten bezeichnet.

Die Verwendung in der Naturheilkunde und der Küche

Schon früh hat man die Heilkräfte der Nachtkerze entdeckt und braute aus den Blättern und Blüten einen Tee. Diese Pflanzenbestandteile kann man übrigens auch in der Küche als Gemüse zubereitet werden und eine schmackhafte Beilage sein.

Im ersten Standjahr sind auch die rötlichen, fleischigen Wurzeln als Gemüse zu verwenden. Früher hat man die vom Geschmack her an Sellerie und Schwarzwurzeln erinnernden Knollen gerne in Fleischbrühe gekocht oder mit Öl und Essig zubereitet.

Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte man dann, dann die Samen einen besonders hohen Gehalt an Gamma-Linolsäure haben. Diese essentielle Fettsäure wird vom Körper für die Funktion vieler Organe benötigt. Hat der Körper einen Mangel daran, lässt die geistige und körperliche Fitness nach.

Der in den Samen der Nachtkerze enthaltene Stoff kann den Stoffwechsel aktivieren und die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden verbessern. Äußerlich angewandt, dient das Nachtkerzenöl der Hautpflege, vor allem die trockene, schuppige Haut von Neurodermitis-Patienten kann damit behandelt werden.

Die Nachtkerze im Garten

Die anspruchslose Pflanze fühlt sich vor allem an einem warmen, sonnigen Standort wohl. Der Boden sollte nährstoffarm und am besten sandig sein. Bei den zweijährigen Sorten kann man erst im zweiten Standjahr mit einer Blüte rechnen.

Die Pflanze wächst locker und horstig aufrecht und kann eine Höhe von 50 bis 150 Zentimetern erreichen. Die grünen bis rötlichen Stängel sind leicht behaart, die Blüten erscheinen im Juli/August in strahlendem Geld, manchmal auch ins Rot tendierend.

Bei der Pflege muss nicht viel beachtet werden. Man sollte allerdings nach der Blütezeit einen Rückschnitt vornehmen, wenn man eine Selbstaussaat verhindern möchte. Möchte man den Bestand erweitern, so erledigt die Pflanze dies von selbst, wenn man sie ungehindert wachsen lässt.

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