Rhabarber im Garten anpflanzen
Inhalt11 Abschnitte
- Rhabarber: ein Gemüse, das wie Obst gegessen wird
- Steckbrief
- Der richtige Standort
- Rhabarber pflanzen: Schritt für Schritt
- Pflege: Kompost, Wasser und Blütenstände
- Richtig ernten: Drehen statt Schneiden
- Warum die Ernte Ende Juni endet
- Sorten: grün, rotstielig oder rotfleischig
- Rhabarber treiben für eine frühe Ernte
- Verjüngen und vermehren durch Teilung
- Häufige Fragen
Rhabarber pflanzen Sie am besten im Herbst, von September bis Oktober, alternativ im zeitigen Frühjahr. Er braucht einen sonnigen Platz, tiefgründigen, humusreichen Boden und rund einen Quadratmeter Fläche pro Pflanze. Im ersten Jahr wird nicht geerntet, danach liefert die Staude zehn Jahre und länger jedes Frühjahr ihre säuerlichen Stangen – bis Ende Juni, dann ist Schluss.

Rhabarber: ein Gemüse, das wie Obst gegessen wird
Botanisch ist Rhabarber ein Knöterichgewächs und damit ein Gemüse; gegessen werden die Blattstiele. In der Küche landet er fast immer im Kuchen, im Kompott oder in der Marmelade, also dort, wo sonst Obst steht. Seine Säure macht ihn beliebt: Desserts mit Rhabarber schmecken frisch statt pappsüß. Der Gartenrhabarber Rheum × hybridum (oft auch als Rheum rhabarbarum geführt) ist eine robuste, ausdauernde Staude, die im Winter vollständig einzieht und im Frühjahr aus einem kräftigen Wurzelstock neu austreibt.
Steckbrief
| Botanischer Name | Rheum × hybridum, Knöterichgewächs (Polygonaceae) |
| Wuchshöhe | Blätter 60–100 cm, Blütenstand bis etwa 2 m |
| Pflanzzeit | September bis Oktober, alternativ März bis April |
| Abstand | etwa 1 m in alle Richtungen |
| Standort | sonnig bis halbschattig |
| Boden | tiefgründig, humos, nährstoffreich, feucht, aber ohne Staunässe |
| Winterhärte | vollständig winterhart |
| Ernte | ab dem zweiten Standjahr, April bis Ende Juni |
| Giftigkeit | Blätter enthalten viel Oxalsäure und werden nicht gegessen |
Der richtige Standort
Rhabarber bleibt viele Jahre am selben Platz, daher lohnt es, ihn mit Bedacht zu wählen. Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Platz mit tiefgründigem, humusreichem Boden, der Feuchtigkeit hält, aber nicht vernässt. In der vollen Sonne wird der Ertrag am höchsten, braucht aber auch mehr Wasser; im lichten Halbschatten gedeiht er ebenfalls gut. Staunässe verträgt der Wurzelstock nicht, er fault dann. Auf schwerem Lehm helfen Kompost und grober Sand, wie im Beitrag Schweren Gartenboden verbessern beschrieben.
Wegen seiner großen Blätter braucht jede Pflanze etwa einen Quadratmeter. Ein Platz am Rand des Gemüsegartens oder im Staudenbeet ist oft besser als mitten im Beet, wo die Blätter anderen Kulturen das Licht nehmen. Bei der Planung des Gemüsegartens gehört Rhabarber zu den Dauerkulturen, die aus der Fruchtfolge herausfallen.
Rhabarber pflanzen: Schritt für Schritt
Rhabarber wird fast immer als Jungpflanze oder als Teilstück eines älteren Wurzelstocks gepflanzt. Aus Samen gezogene Pflanzen fallen uneinheitlich aus und brauchen länger bis zur ersten Ernte.
- Boden vorbereiten. Heben Sie ein Pflanzloch von etwa 50 × 50 cm Fläche und spatentiefe aus. Mischen Sie den Aushub großzügig mit reifem Kompost oder gut verrottetem Mist.
- Pflanzen einsetzen. Setzen Sie die Pflanze so, dass die Knospen am Wurzelstock etwa 2–3 cm unter der Erdoberfläche liegen. Zu tief gesetzte Knospen faulen leicht.
- Angießen. Drücken Sie die Erde fest und gießen Sie kräftig an.
- Mulchen. Eine Schicht Kompost oder Laub hält den Boden feucht und schützt vor Frost.
Pflege: Kompost, Wasser und Blütenstände
Rhabarber ist ein Starkzehrer. Im zeitigen Frühjahr bekommt jede Pflanze eine kräftige Gabe reifen Kompost, rund 3–5 Liter, die Sie rund um den Austrieb verteilen und flach einarbeiten. Nach Ende der Ernte hilft eine zweite, kleinere Gabe, damit die Pflanze Kraft für das nächste Jahr sammelt.
Die riesigen Blätter verdunsten viel Wasser. Lassen Sie den Boden deshalb während der Erntezeit und in trockenen Sommern nicht austrocknen, sonst werden die Stiele dünn und faserig. Eine Mulchschicht spart Gießarbeit.
Ab Mai schieben viele Pflanzen dicke Blütenknospen. Brechen Sie die Blütenstände früh aus, sobald sie sichtbar werden, denn die Blüte kostet die Pflanze viel Kraft auf Kosten der Stiele. Wer die imposanten Blüten sehen möchte, lässt bei kräftigen, älteren Pflanzen einen einzelnen Blütenstand stehen. Bei Insekten sind sie beliebt.
Richtig ernten: Drehen statt Schneiden
Im Jahr nach der Pflanzung ernten Sie nicht oder nur ganz wenige Stiele, damit die Pflanze einwurzeln kann. Ab dem zweiten Jahr beginnt die Ernte im April oder Mai. Erntereif sind Stiele, deren Blatt sich vollständig entfaltet und geglättet hat.
Fassen Sie den Stiel unten, drehen Sie ihn leicht und ziehen Sie ihn seitlich aus dem Wurzelstock. Abschneiden ist ungünstig, denn die zurückbleibenden Stummel faulen leicht. Nehmen Sie bei jeder Ernte höchstens die Hälfte der Stiele und lassen Sie immer mindestens ein Drittel stehen, damit die Pflanze weiter Nährstoffe bilden kann. Die Blätter schneiden Sie ab und legen sie als Mulch unter die Pflanze oder auf den Kompost.
Warum die Ernte Ende Juni endet
Traditionell endet die Rhabarberernte um den Johannistag am 24. Juni. Dafür gibt es zwei Gründe. Vor allem braucht die Pflanze den Sommer, um über ihre Blätter Reserven im Wurzelstock einzulagern – wer weiter erntet, schwächt sie für das nächste Frühjahr. Außerdem werden die Stiele im Sommer faseriger und saurer; der Gehalt an Oxalsäure nimmt zu. Wer empfindlich ist, schält die Stiele und kocht sie kurz auf; das Kochwasser wird abgegossen. Die Blätter sind wegen ihres hohen Oxalsäuregehalts nicht zum Verzehr geeignet, das gilt auch für Haustiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hühner.
Sorten: grün, rotstielig oder rotfleischig
Rhabarbersorten unterscheiden sich vor allem in der Farbe von Stiel und Fruchtfleisch:
- Grünstielige Sorten mit grünem Fleisch sind meist besonders wüchsig und ertragreich, schmecken aber am sauersten.
- Rotstielige Sorten mit grünem Fleisch liegen im Geschmack in der Mitte.
- Rotstielige Sorten mit rotem Fleisch, oft als Himbeer- oder Erdbeerrhabarber angeboten, sind milder, aromatischer und färben Kompott und Kuchen rosarot. Sie wachsen meist etwas schwächer.
Für einen kleinen Garten mit einer einzigen Pflanze lohnt meist eine rotfleischige Sorte; wer viel einkochen möchte, ergänzt eine ertragreiche grüne.
Rhabarber treiben für eine frühe Ernte
Wer die Saison um zwei bis drei Wochen vorverlegen möchte, stülpt im Februar oder März einen großen umgedrehten Eimer, eine Tonne oder ein spezielles Tongefäß über die austreibende Pflanze. Im Dunkeln und in der Wärme darunter wachsen die Stiele schneller, bleiben zart und blassrosa. Treiben Sie nicht jedes Jahr dieselbe Pflanze, denn die Methode kostet Kraft.
Verjüngen und vermehren durch Teilung
Nach etwa acht bis zehn Jahren lässt der Ertrag nach, die Stiele werden dünner und die Pflanze verkahlt in der Mitte. Dann wird sie geteilt, am besten im Herbst nach dem Einziehen der Blätter oder im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb. Graben Sie den Wurzelstock aus und teilen Sie ihn mit einem scharfen Spaten in Stücke mit je mindestens einer, besser zwei bis drei kräftigen Knospen. Diese pflanzen Sie an einen neuen Standort, denn Rhabarber an derselben Stelle wächst schlechter nach. Einige Teilstücke lassen sich in große Töpfe setzen und verschenken. Weitere Beispiele für Vermehrung durch Teilung finden Sie im Beitrag April ist Pflanzzeit für Stauden.
Häufige Fragen
Wann pflanzt man Rhabarber am besten?
Im Herbst von September bis Oktober, dann wurzelt er bis zum Frühjahr ein. Das zeitige Frühjahr vor dem Austrieb ist ebenfalls möglich.
Wie viel Platz braucht Rhabarber?
Etwa einen Quadratmeter pro Pflanze, also rund 1 m Abstand zu anderen Pflanzen.
Warum darf man Rhabarber nach Juni nicht mehr ernten?
Die Pflanze braucht den Sommer, um Reserven für das nächste Jahr einzulagern. Zudem werden die Stiele faseriger und oxalsäurereicher.
Kann man Rhabarber im Kübel pflanzen?
Ja, in einem sehr großen Gefäß ab etwa 40–50 Litern. Der Kübel muss regelmäßig gegossen und gedüngt werden, und die Erträge bleiben kleiner als im Beet.



