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Garten-Ratgeber

Rote Bete im Garten anpflanzen: Aussaat, Pflege und Lagerung

Gemüsevon Kathrin Schendel5 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Steckbrief Rote Bete
  2. Farben und Formen
  3. Standort und Boden
  4. Aussaat: ab wann und wie
  5. Vereinzeln: der wichtigste Pflegeschritt
  6. Pflege während des Wachstums
  7. Gute Nachbarn und Fruchtfolge
  8. Krankheiten und Schädlinge
  9. Ernte und Lagerung
  10. Häufige Fragen

Rote Bete ist eines der einfachsten Gemüse für den Hausgarten. Gesät wird von Ende April, wenn der Boden sich erwärmt hat, bis etwa Anfang Juli; geerntet wird acht bis zwölf Wochen später. Frühe Sätze liefern junge Knollen im Sommer, späte Sätze im Oktober die Vorräte für den Winter. Wichtig ist nur ein Schritt, den viele vergessen: das Vereinzeln.

Rote-Bete-Pflanze mit Knolle und rot geaderten Blättern im Beet
Rote-Bete-Pflanze mit Knolle und rot geaderten Blättern im Beet

Steckbrief Rote Bete

Botanischer NameBeta vulgaris subsp. vulgaris, Conditiva-Gruppe
FamilieFuchsschwanzgewächse, verwandt mit Mangold und Zuckerrübe
AussaatEnde April bis Anfang Juli
ErnteJuli bis Oktober/November, vor stärkerem Frost
AbstandReihen 25–30 cm, in der Reihe 8–10 cm
Standortsonnig bis halbschattig
Bodenlocker, humos, tiefgründig
Nährstoffbedarfmittel

Übrigens: Die korrekte Schreibweise ist Rote Bete, ohne doppeltes e. „Rote Beete“ ist verbreitet, meint aber eigentlich ein rotes Gartenbeet.

Farben und Formen

Neben der klassischen dunkelroten Knolle gibt es gelbe, weiße und geringelte Sorten. Bekannt sind etwa ‘Burpee’s Golden’ mit gelbem Fruchtfleisch, ‘Chioggia’ mit rot-weißen Ringen und ‘Blankoma’ mit weißem Fleisch. ‘Cylindra’ bildet walzenförmige Rüben, die sich gut in gleichmäßige Scheiben schneiden lassen und viel Ertrag auf wenig Fläche bringen. Die hellen Sorten färben beim Kochen nicht ab und schmecken oft etwas milder. Für die Lagerung eignen sich vor allem robuste rote Sorten aus später Aussaat.

Standort und Boden

Rote Bete gedeiht in der Sonne am besten, kommt aber auch mit Halbschatten zurecht. Der Boden sollte locker, humos und tiefgründig sein, damit sich die Knollen ungehindert ausdehnen können. Schwere, verdichtete Böden bringen kleine, verformte Knollen hervor. Lockern Sie das Beet vor der Aussaat gründlich und arbeiten Sie etwas reifen Kompost ein. Wie Sie einen schwierigen Boden aufbessern, zeigt der Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.

Mit Stickstoff sollten Sie zurückhaltend sein. Rote Bete lagert bei reichlicher Stickstoffdüngung Nitrat in der Knolle ein. Frischer Mist und mineralischer Stickstoffdünger haben im Beet nichts zu suchen; eine Kompostgabe im Frühjahr reicht. Den oft zu lesenden Rat, Salz auf das Beet zu streuen, sollten Sie nicht befolgen: Die Pflanze ist zwar salzverträglich, doch Salz schadet dem Bodenleben und den Nachbarkulturen.

Aussaat: ab wann und wie

Rote Bete keimt ab etwa 8–10 °C Bodentemperatur. Früher gesät, verzögert sich die Keimung, und längere Kälte kann dazu führen, dass die Pflanzen im Sommer schießen, also blühen statt Knollen zu bilden. Richten Sie sich deshalb nach dem Boden, nicht nach dem Kalender: In milden Lagen geht es Ende April los, sonst im Mai.

  1. Rillen ziehen. Etwa 2–3 cm tief, mit 25–30 cm Abstand.
  2. Samen einweichen (optional). Einige Stunden in Wasser eingeweicht, keimen die harten Samen schneller.
  3. Säen. Legen Sie die Samenknäuel alle 3–5 cm in die Rille, bedecken Sie sie mit Erde und drücken Sie diese an.
  4. Feucht halten. Bis zur Keimung nach ein bis zwei Wochen darf die Oberfläche nicht austrocknen.

Für eine durchgehende Ernte säen Sie alle drei bis vier Wochen eine neue Reihe, letztmals Anfang Juli für die Lagerernte. Wer Platz sparen möchte, kann Rote Bete auch in Multitopfplatten vorziehen und mit Ballen auspflanzen.

Vereinzeln: der wichtigste Pflegeschritt

Die Samen der Roten Bete sind botanisch keine Einzelsamen, sondern Knäuel aus mehreren Früchten. Aus einem Korn wachsen deshalb oft zwei bis vier Keimlinge dicht nebeneinander. Bleiben alle stehen, behindern sie sich gegenseitig, und keiner bildet eine ordentliche Knolle.

Sobald die Sämlinge etwa 5 cm hoch sind, ziehen Sie die überzähligen heraus, sodass alle 8–10 cm eine Pflanze steht. Die ausgezupften Pflänzchen sind nicht verloren: Sie lassen sich als Microgreens im Salat essen oder vorsichtig in Lücken setzen. Es gibt auch sogenannte einkeimige Sorten, bei denen aus jedem Korn nur ein Keimling wächst; sie ersparen das Vereinzeln weitgehend.

Pflege während des Wachstums

Halten Sie das Beet unkrautfrei und den Boden gleichmäßig feucht. Wechsel zwischen Trockenheit und viel Wasser lassen die Knollen aufplatzen oder holzig werden, und im Querschnitt zeigen sich dann helle, faserige Ringe. Eine dünne Mulchschicht aus Grasschnitt hilft; grobe Holzhackschnitzel eignen sich dagegen besser für Wege als für ein Gemüsebeet mit Direktsaat, siehe Holzhackschnitzel im Garten einsetzen.

Schauen die Knollen weit aus der Erde, können Sie etwas Erde anhäufeln, nötig ist das aber nicht. Anders als Kartoffeln bilden Rüben im Licht keine Giftstoffe; die freiliegenden Schultern werden höchstens etwas fester.

Gute Nachbarn und Fruchtfolge

Rote Bete passt gut zwischen Buschbohnen, Zwiebeln, Kohlrabi, Salat und Gurken. Als ungünstig gilt die direkte Nachbarschaft zu Spinat und Mangold, die zur selben Familie gehören und ähnliche Schädlinge anziehen. Auf dasselbe Beet sollte Rote Bete erst nach drei bis vier Jahren wieder, und auch nicht nach Mangold oder Spinat. Mehr dazu unter Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.

Krankheiten und Schädlinge

Rote Bete ist im Garten wenig anfällig. Die Rübenfliege legt ihre Eier an die Blätter, die Maden fressen helle Gänge ins Blattgewebe; befallene Blätter einfach abpflücken. Die Cercospora-Blattfleckenkrankheit zeigt sich durch kleine, graue Flecken mit rotem Rand, vor allem in feuchtwarmen Sommern; luftiger Stand und Fruchtwechsel beugen vor. Dunkle, abgestorbene Stellen im Inneren der Knolle, die sogenannte Herz- und Trockenfäule, deuten auf Bormangel hin, der vor allem auf stark gekalkten, trockenen Böden auftritt.

Ernte und Lagerung

Junge Knollen von der Größe eines Tischtennisballs ernten Sie ab Juli nach Bedarf. Lagerrüben bleiben bis in den Oktober im Beet, müssen aber vor stärkerem Frost heraus; leichte Nachtfröste schaden ihnen nicht, gefrorene Knollen faulen im Lager.

Ziehen Sie die Knollen bei trockenem Wetter vorsichtig heraus oder heben Sie sie mit der Grabegabel an. Drehen Sie das Laub etwa 2–3 cm über der Knolle ab, statt es abzuschneiden, und lassen Sie die Wurzel dran. Verletzte Knollen bluten, verlieren Saft und Farbe und faulen leichter. Waschen Sie die Rüben nicht.

Gelagert werden sie kühl, bei etwa 0–5 °C, und feucht, am besten in Kisten mit leicht feuchtem Sand in einem frostfreien Keller. So halten sie mehrere Monate. Die Blätter junger Pflanzen können Sie wie Mangold verwenden.

Häufige Fragen

Wann sät man Rote Bete?

Von Ende April bis Anfang Juli, sobald der Boden mindestens 8–10 °C warm ist. Für die Lagerung säen Sie im Juni.

Warum muss man Rote Bete vereinzeln?

Weil jedes Samenkorn ein Knäuel aus mehreren Samen ist. Ohne Vereinzeln stehen die Pflanzen zu dicht und bilden kaum Knollen.

Verträgt Rote Bete Frost?

Leichte Nachtfröste ja, stärkeren Frost nicht. Ernten Sie die Lagerknollen, bevor es dauerhaft friert.

Wie lagert man Rote Bete über den Winter?

Laub abdrehen, nicht waschen und in Kisten mit feuchtem Sand bei 0–5 °C frostfrei lagern. So halten die Knollen mehrere Monate.

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