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Garten-Ratgeber

Rindenmulch im Garten richtig verwenden

Gartenpflegevon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Rindenmulch ist und was er leistet
  2. Wo Rindenmulch gut passt
  3. Wo Sie besser darauf verzichten
  4. Warum Sie vorher düngen müssen
  5. Schritt für Schritt mulchen
  6. Die richtige Schichtdicke
  7. Rindenmulch, Rindenhumus, Hackschnitzel: der Unterschied
  8. Beim Kauf auf Qualität achten
  9. Schnecken, Pilze und andere Begleiter
  10. Häufige Fragen

Rindenmulch eignet sich vor allem für Gehölzpflanzungen, Hecken, Wege und schattige Staudenbeete. Richtig verwendet heißt: Wurzelunkraut vorher entfernen, den Boden mit etwa 50–100 g Hornspänen je Quadratmeter versorgen und dann eine 5–7 cm dicke Schicht auftragen. Für Gemüsebeete, Rosen und Pflanzen trockener, magerer Standorte ist er dagegen die falsche Wahl.

Hyazinthe treibt im Frühjahr durch eine Schicht Rindenmulch
Hyazinthe treibt im Frühjahr durch eine Schicht Rindenmulch

Was Rindenmulch ist und was er leistet

Rindenmulch besteht aus zerkleinerter Baumrinde, meist von Kiefern und Fichten, die in Sägewerken als Nebenprodukt anfällt. Auf dem Beet übernimmt er mehrere Aufgaben zugleich:

  • Er hält Feuchtigkeit im Boden. Die Schicht bremst die Verdunstung, sodass Sie im Sommer deutlich seltener gießen müssen.
  • Er unterdrückt Unkraut. Samen, die auf den Boden fallen, bekommen unter einer ausreichend dicken Schicht kein Licht. Was sich trotzdem darin ansiedelt, sitzt locker und lässt sich leicht herausziehen.
  • Er gleicht Temperaturen aus. Der Boden heizt im Sommer weniger auf und kühlt im Winter langsamer aus.
  • Er schützt vor Verschlämmung und Abtrag. Starkregen prallt auf den Mulch statt auf die nackte Erde.
  • Er wird zu Humus. Über die Jahre zersetzt sich die Rinde und verbessert dabei die Bodenstruktur.

Hinzu kommt der optische Effekt: Gemulchte Flächen wirken ordentlich und geschlossen, auch wenn die Pflanzung noch jung ist.

Wo Rindenmulch gut passt

Unter Gehölzen und in Hecken ist Rindenmulch am besten aufgehoben. Viele Sträucher und Bäume stammen aus Waldgesellschaften und sind eine Streuschicht am Boden gewohnt. Besonders dankbar sind frisch gepflanzte Gehölze, deren Wurzeln so gleichmäßig feucht bleiben. Auch Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren mögen die leicht saure Rinde.

Schattige Staudenbeete mit Waldrandstauden wie Funkien, Farnen oder Astilben profitieren ebenfalls, vorausgesetzt, Sie düngen vorher. Mehr zu diesen Pflanzen lesen Sie im Beitrag Astilben, die Stars im Halbschatten.

Wege zwischen Beeten lassen sich mit grobem Rindenmulch oder Holzhackschnitzeln angenehm weich und trittfest gestalten. Hier darf die Schicht auch dicker sein.

Wo Sie besser darauf verzichten

  • Gemüsebeete: Hier wird ständig gesät, gepflanzt und gehackt. Rindenmulch stört dabei und entzieht dem Boden Stickstoff. Besser eignen sich Rasenschnitt, Stroh oder Kompost.
  • Rosen: Sie mögen einen offenen, gut durchlüfteten Boden. Die Gerbstoffe und Harze der Rinde sowie der Stickstoffentzug bekommen ihnen schlecht. Wenn überhaupt, halten Sie die Rinde deutlich vom Stammfuß fern.
  • Steingarten, Kiesbeet, Mittelmeerpflanzen: Lavendel, Thymian, Salbei oder Polsterstauden brauchen einen trockenen, mageren Boden. Hier ist mineralischer Mulch aus Splitt oder Kies die bessere Wahl, siehe Einen Steingarten anlegen und Kiesgarten anlegen.
  • Aussaaten und Jungpflanzen: Die Gerbstoffe können die Keimung hemmen. Mulchen Sie erst, wenn die Pflanzen kräftig genug sind.

Warum Sie vorher düngen müssen

Beim Zersetzen der Rinde verbrauchen Bakterien und Pilze Stickstoff, und zwar den, der im Boden verfügbar ist. Ohne Ausgleich fehlt dieser Stickstoff dann den Pflanzen, die mit hellgrünen oder gelblichen Blättern und schwachem Wuchs reagieren. Fachleute sprechen von Stickstofffestlegung.

Die Lösung ist einfach: Streuen Sie vor dem Mulchen etwa 50–100 g Hornspäne oder Hornmehl je Quadratmeter auf den Boden und harken Sie sie flach ein. Das gleicht den Verbrauch über Monate aus. Bei Gehölzen, die schon gut eingewachsen sind, ist der Effekt geringer, bei Stauden deutlich spürbar.

Schritt für Schritt mulchen

  1. Den richtigen Zeitpunkt wählen. Am besten im späten Frühjahr, wenn sich der Boden erwärmt hat, oder im Herbst nach dem Pflanzen. Mulch auf kaltem Boden hält die Kälte länger fest.
  2. Unkraut gründlich entfernen. Samenunkraut erstickt unter dem Mulch, Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Ackerwinde wachsen hindurch. Sie müssen vorher vollständig heraus. Tipps dazu im Beitrag Giersch bekämpfen.
  3. Boden lockern und wässern. Mulch hält Feuchtigkeit, erzeugt aber keine. Ein trockener Boden bleibt unter der Schicht lange trocken.
  4. Düngen. Hornspäne wie oben beschrieben ausstreuen.
  5. Mulch verteilen. 5–7 cm dick, gleichmäßig. Lassen Sie um Stämme und Staudenhorste einen handbreiten Ring frei, damit die Rinde nicht direkt am Holz feucht steht.

Unkrautvlies unter dem Mulch ist verbreitet, aber nicht nötig. Es verhindert, dass sich der Mulch mit dem Boden verbindet, und wird nach einigen Jahren von einer Humusschicht überwachsen, in der Unkraut wieder keimt.

Die richtige Schichtdicke

Die Dicke entscheidet über den Erfolg. Unter etwa 5 cm keimt Unkraut durch, weil noch Licht bis zum Boden kommt. Über 10 cm wird es problematisch: Die unteren Lagen bekommen wenig Luft, können muffig werden und schimmeln, und der Boden darunter erwärmt sich schlecht. Auf Wegen, wo nichts wachsen soll, sind 8–10 cm vertretbar.

Da sich Rinde zersetzt, schrumpft die Schicht jedes Jahr um einen guten Teil. Prüfen Sie sie im Frühjahr und füllen Sie nach, wo der Boden durchscheint. Alter Mulch kann liegen bleiben, er ist inzwischen wertvoller Humus.

Rindenmulch, Rindenhumus, Hackschnitzel: der Unterschied

Im Handel stehen mehrere Holzprodukte nebeneinander, die leicht verwechselt werden.

MaterialEigenschaftenEinsatz
Rindenmulchgrob zerkleinerte, meist frische Rinde; hält lange, bindet StickstoffGehölze, Hecken, Schattenbeete, Wege
Rindenhumusfein, kompostiert, dunkel; kaum Gerbstoffe, weniger StickstoffentzugBodenverbesserung, Einarbeiten ins Pflanzloch, Stauden
Holzhackschnitzelgehäckseltes Holz, meist heller und gröber; zersetzt sich langsamWege, Spielflächen, Flächen unter Gehölzen
Rasenschnitt, Strohzersetzen sich schnell, liefern NährstoffeGemüsebeete, Beerensträucher

Mehr über gehäckseltes Holz und seine Verwendung im Garten lesen Sie im Beitrag Holzhackschnitzel im Garten einsetzen. Wer selbst häckselt, kann Schnittgut aus dem eigenen Garten ganz ähnlich nutzen, siehe Den richtigen Häcksler für den Garten finden.

Beim Kauf auf Qualität achten

Achten Sie auf die Körnung. Mittlere Körnungen von etwa 10–40 mm sind für Beete die beste Wahl. Sehr feines Material weht fort und verbackt leicht, sehr grobes lässt Licht durch und hält die Feuchtigkeit schlechter. Grobe Rinde ist eher etwas für Wege.

Rinde kann Schadstoffe enthalten, etwa Schwermetalle, die der Baum aus dem Boden aufgenommen hat, oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, mit denen Holz im Wald behandelt wurde. Außerdem sind Fremdstoffe wie Kunststoffreste nicht selten. Mehr Sicherheit gibt ein RAL-Gütezeichen für Rindenprodukte, das eine regelmäßige, unabhängige Prüfung auf Schadstoffe, Fremdstoffe und Keimfähigkeit von Unkrautsamen belegt. Auch der Geruch verrät etwas: Guter Rindenmulch riecht harzig-waldig, nicht faulig oder stechend.

Schnecken, Pilze und andere Begleiter

Oft zu lesen ist, dass die scharfkantige Rinde Schnecken abhält. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht: Die feuchte Schicht bietet Schnecken tagsüber auch ein Versteck. Unter Mulch finden Sie außerdem gelegentlich Pilzfruchtkörper oder gelbliche Schleimpilze. Sie zersetzen die Rinde, sind für Pflanzen harmlos und verschwinden wieder. Wer Kinder oder Haustiere hat, entfernt sie einfach, denn essbar sind diese Pilze nicht.

Häufige Fragen

Wie dick sollte Rindenmulch aufgetragen werden?

Auf Beeten 5–7 cm. Dünner lässt Unkraut durch, dicker kann die unteren Lagen ersticken lassen.

Muss ich vor dem Rindenmulch düngen?

Ja, besonders bei Stauden. Etwa 50–100 g Hornspäne je Quadratmeter gleichen den Stickstoff aus, den die Zersetzung der Rinde verbraucht.

Wofür verwendet man Hackschnitzel im Garten?

Vor allem für Wege, Spielflächen und als Mulch unter Gehölzen. Sie zersetzen sich langsamer als Rinde und sind etwas gröber.

Wie oft muss Rindenmulch erneuert werden?

Die Schicht wird jedes Jahr dünner. Füllen Sie im Frühjahr dort nach, wo der Boden durchscheint; ganz austauschen müssen Sie ihn nicht.

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