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Garten-Ratgeber

Der Schachtelhalm im Garten

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel5 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Eine Pflanze aus der Urzeit
  2. Steckbrief Winter-Schachtelhalm
  3. Die Arten für den Garten
  4. Schachtelhalm am Teichrand
  5. Wurzelsperre: ohne sie geht es nicht
  6. Schachtelhalm als Sichtschutz auf der Terrasse
  7. Pflege über das Jahr
  8. Acker-Schachtelhalm: das ungeliebte Unkraut
  9. Schachtelhalmbrühe und Jauche
  10. Häufige Fragen

Im Garten wird vor allem der Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale) gepflanzt: immergrün, winterhart, mit dunkelgrünen, senkrechten Halmen von meist 60–150 cm Höhe. Er eignet sich hervorragend als schmaler Sichtschutz am Teich oder auf der Terrasse, braucht aber unbedingt eine Wurzelsperre oder einen Kübel, sonst breitet er sich über unterirdische Ausläufer unaufhaltsam aus. Ganz anders der Acker-Schachtelhalm: Er ist ein hartnäckiges Unkraut, liefert aber den Rohstoff für die bekannte Schachtelhalmbrühe.

Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) mit grünen Trieben und sporentragendem Frühjahrstrieb
Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) mit grünen Trieben und sporentragendem Frühjahrstrieb

Eine Pflanze aus der Urzeit

Schachtelhalme gehören wie die Farne zu den Sporenpflanzen. Sie blühen nicht, sondern vermehren sich über Sporen, die in zapfenartigen Ähren an den Triebspitzen reifen, und über kriechende Wurzelstöcke. Ihre Verwandten bildeten vor rund 300 Millionen Jahren im Karbon ganze Wälder, einige Arten wurden baumhoch. Aus ihren Überresten entstand ein Teil der Steinkohle.

Heute gibt es nur noch eine Gattung, Equisetum, mit etwa 15–20 Arten. Typisch sind die hohlen, gerippten Stängel, die aus einzelnen Abschnitten bestehen. An den Knoten (Nodien) sitzen winzige, zu einer Scheide verwachsene Blätter. Die Triebe lassen sich dort auseinanderziehen und wieder zusammenstecken – daher der Name. Die Stängel enthalten viel Kieselsäure, was sie hart und rau macht. Früher nutzte man sie zum Scheuern von Zinngeschirr, woher der alte Name Zinnkraut stammt.

Steckbrief Winter-Schachtelhalm

Botanischer NameEquisetum hyemale
Wuchshöhemeist 60–150 cm, hohe Formen bis etwa 2 m
Wuchsunverzweigte, senkrechte Halme, Ausläufer bildend
Laubimmergrün, dunkelgrün mit schwarz-weißen Ringen
StandortSonne bis Halbschatten
Bodenfeucht bis nass, lehmig, auch Sumpfzone
Winterhärtevoll winterhart
Giftigkeitfür Pferde und Weidetiere problematisch

Die Arten für den Garten

  • Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale): die klassische Gartenart mit straff aufrechten, unverzweigten Halmen, die auch im Winter grün bleiben.
  • Hohe Formen des Winter-Schachtelhalms: Unter Namen wie Riesen- oder Japan-Schachtelhalm werden oft besonders hochwüchsige Varianten angeboten, die bis etwa 2 m erreichen. Sie sind die erste Wahl für einen Sichtschutz.
  • Zwerg-Schachtelhalm (Equisetum scirpoides): nur etwa 10–20 cm hoch, mit feinen, gekräuselten Halmen. Er passt in Miniteiche, Schalen und an den Rand kleiner Wasserflächen.
  • Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum) und Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia): heimische Arten mit quirlig verzweigten, weich wirkenden Trieben, die im Winter einziehen. Sie eignen sich für naturnahe, feuchte Gartenbereiche.

Wer zu den starren Halmen einen Kontrast sucht, kombiniert hohen Winter-Schachtelhalm mit dem zierlichen Zwerg-Schachtelhalm oder mit weichen Gräsern.

Schachtelhalm am Teichrand

Der Winter-Schachtelhalm stammt aus feuchten Wäldern, Ufern und Gräben. Am Gartenteich fühlt er sich in der Sumpfzone wohl und verträgt auch einige Zentimeter Wasserstand. Die senkrechten Halme bilden einen reizvollen Kontrast zu runden Seerosenblättern und flachen Wasserflächen. Weitere Pflanzen für diesen Bereich finden Sie in den Beiträgen Gräser für die Bepflanzung rund um den Teich und Teichpflanzen.

Wurzelsperre: ohne sie geht es nicht

Der Winter-Schachtelhalm bildet kräftige, tief reichende Ausläufer und kann in wenigen Jahren große Flächen erobern. Einmal eingewachsen, bekommt man ihn kaum wieder heraus. Pflanzen Sie ihn deshalb nur mit einer Rhizomsperre, wie sie auch für Bambus verwendet wird, die mindestens 60 cm tief in den Boden reicht und einige Zentimeter übersteht. Die Enden der Folie müssen dicht verbunden sein. Alternativ setzen Sie ihn in eine große, bodenlose Tonne oder in ein Gefäß, das Sie im Boden versenken. Am Teich sind Pflanzkörbe allein nicht ausreichend, weil die Ausläufer durch die Öffnungen wachsen.

Schachtelhalm als Sichtschutz auf der Terrasse

In einem langen, schmalen Pflanzkasten oder einer Zinkwanne ergibt der Winter-Schachtelhalm eine grüne Wand von 1,5–2 m Höhe, die das ganze Jahr blickdicht bleibt und dabei kaum Platz braucht. Wichtig ist, dass die Erde nie austrocknet; ein Gefäß ohne Abzugsloch oder mit Untersetzer ist hier ausnahmsweise erlaubt, denn Staunässe stört den Sumpfbewohner nicht. Verwenden Sie schwere, lehmhaltige Erde, die Wasser gut hält.

Ein größeres Gefäß ist besser, weil es mehr Wasser speichert und die Wurzeln im Winter besser vor Frost schützt. Da der Kübel oben offen ist, gibt es keine Probleme mit der Ausbreitung. Stellen Sie ihn so auf, dass er vor allem im Winter nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt ist – bei gefrorenem Boden können die immergrünen Halme sonst vertrocknen. Weitere Ideen für den grünen Sichtschutz finden Sie unter Bambus als Allrounder im Garten.

Pflege über das Jahr

Der Winter-Schachtelhalm ist pflegeleicht, solange er feucht steht. Dünger braucht er kaum. Im Frühjahr schneiden Sie braune, umgeknickte oder vertrocknete Halme bodennah ab. Beachten Sie dabei: Ein abgeschnittener Halm wächst nicht weiter, er bildet keine neue Spitze. Neue Triebe kommen nur aus dem Wurzelstock. Einen formalen Schnitt wie bei einer Hecke verträgt die Pflanze deshalb nur, wenn man mit stumpfen Enden leben kann.

Im Kübel sollten Sie das Gefäß in strengen Wintern mit Vlies oder Jute umwickeln und an eine geschützte Hauswand rücken. Gießen Sie an frostfreien Tagen, wenn die Erde trocken ist. Vermehren lässt sich der Schachtelhalm einfach durch Teilung des Wurzelstocks im Frühjahr.

Acker-Schachtelhalm: das ungeliebte Unkraut

Der Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) sieht mit seinen quirlig verzweigten Trieben aus wie ein kleiner Tannenbaum. Er zeigt verdichteten, staunassen Boden an und ist gefürchtet, weil seine Rhizome sehr tief reichen. Ausgraben hilft nur teilweise, denn jedes Rhizomstück treibt neu aus. Nachhaltig wirkt nur, den Boden zu verbessern: tief lockern, Staunässe beseitigen, Kompost einarbeiten und bei saurem Boden kalken. Regelmäßiges Abschneiden schwächt die Pflanze mit der Zeit. Mehr dazu in den Beiträgen schweren Gartenboden verbessern und Gartenboden mit Kalk verbessern.

Schachtelhalmbrühe und Jauche

Die getrockneten oder frischen Triebe des Acker-Schachtelhalms werden traditionell zu einer Brühe oder Jauche verarbeitet, die im Garten zur Stärkung von Pflanzen gegen Pilzkrankheiten eingesetzt wird. Die enthaltene Kieselsäure soll die Blattoberfläche festigen. Wie die Herstellung funktioniert und worauf Sie achten sollten, erklärt der Beitrag Schachtelhalm-Jauche selber herstellen. Sammeln Sie dafür nur den Acker-Schachtelhalm und nicht den ähnlichen Sumpf-Schachtelhalm.

Häufige Fragen

Ist Schachtelhalm ein guter Sichtschutz?

Ja. Hohe Formen des Winter-Schachtelhalms bilden in einem langen Pflanzkasten eine schmale, immergrüne Wand von bis zu 2 m Höhe. Voraussetzung sind feuchte Erde und bei Pflanzung im Beet eine Wurzelsperre.

Kann man Riesen-Schachtelhalm im Kübel halten?

Sehr gut sogar, denn dort kann er sich nicht ausbreiten. Das Gefäß sollte groß sein, die Erde lehmig und stets feucht. Im Winter schützen Sie den Kübel vor Durchfrieren.

Wie tief muss die Wurzelsperre für Schachtelhalm sein?

Mindestens 60 cm, dazu sollte sie einige Zentimeter über die Erde ragen und an den Enden dicht verbunden sein.

Ist Schachtelhalm giftig?

Für Menschen in üblichen Mengen nicht, für Pferde und andere Weidetiere aber schon, vor allem der Sumpf-Schachtelhalm. Tierhalter sollten ihn von Weiden und Ausläufen fernhalten.

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