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Garten-Ratgeber

Sichtschutz und Rankgitter kombinieren

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Rankgitter und Sichtschutz so gut zusammenpassen
  2. Bauformen: Wandspalier, freistehend oder mobil
  3. Rankgitter aus Holz, Metall oder Kunststoff
  4. Welche Kletterpflanze für welches Gitter?
  5. Spalierobst und Obsthecke als Sichtschutz
  6. Winter-Schachtelhalm: Sichtschutz aus grünen Stäben
  7. Anbringen und Bepflanzen Schritt für Schritt
  8. Was an der Grundstücksgrenze erlaubt ist
  9. Häufige Fragen

Ein Rankgitter wird zum Sichtschutz, sobald eine passende Kletterpflanze es dicht bewachsen hat – je nach Pflanze nach einer Saison oder nach drei, vier Jahren. Entscheidend ist, dass Gitter und Pflanze zusammenpassen: Schlinger brauchen senkrechte Stäbe, Ranker ein feines Gitter, Kletterrosen etwas zum Anbinden. Wer schnell Ruhe vor Blicken braucht, kombiniert einen blickdichten Sichtschutz mit einem Rankgitter davor oder daneben; wer Geduld hat und ernten will, setzt auf Spalierobst.

Rosa Kletterrosen an einem Rankgitter aus Metall
Rosa Kletterrosen an einem Rankgitter aus Metall

Warum Rankgitter und Sichtschutz so gut zusammenpassen

Ein nackter Sichtschutzzaun aus Holz, Kunststoff oder Metall erfüllt seinen Zweck, wirkt aber schnell wie eine Wand. Ein Rankgitter ist das Gegenteil: offen, leicht, aber ohne Bewuchs kaum blickdicht. Kombiniert ergeben beide einen lebendigen Sichtschutz, der Vögeln und Insekten Lebensraum bietet, im Sommer Schatten spendet und zu jeder Jahreszeit anders aussieht. Mehr Ideen dazu stehen im Beitrag Begrünter Sichtschutz im Garten.

Das Einsatzgebiet ist nicht auf die Grundstücksgrenze beschränkt. Ein berankter Gitterabschnitt schirmt die Terrasse vom Nachbarn ab, versteckt den Kompost oder die Mülltonnen, trennt den Gemüsegarten vom Ziergarten oder bildet die Rückwand eines lauschigen Sitzplatzes.

Bauformen: Wandspalier, freistehend oder mobil

Rankgitter gibt es in drei Grundformen. Wandspaliere werden mit etwas Abstand an Hauswand, Garage oder vorhandenem Zaun befestigt. Freistehende Elemente werden wie Zaunfelder zwischen Pfosten gesetzt, die in Betonfundamenten oder Einschlaghülsen stehen. Mobile Rankgitter auf einem Pflanzkasten lassen sich überall aufstellen, auch auf der Terrasse, und später umplatzieren, ohne die Pflanze auszugraben.

Denken Sie bei freistehenden Elementen an den Wind. Ein dicht bewachsenes Gitter wirkt wie ein Segel, und die Last nimmt mit jedem Jahr zu. Pfosten brauchen deshalb frostfreie, ausreichend tiefe Fundamente, und Pflanzkästen müssen schwer genug oder gesichert sein. Wandspaliere sollten einige Zentimeter Abstand zur Wand haben, damit Luft zirkulieren kann und Sie hinter die Triebe greifen können.

Rankgitter aus Holz, Metall oder Kunststoff

MaterialVorteileNachteile
Holz (Lärche, Douglasie, druckimprägnierte Kiefer)natürliche Optik, gut zu bearbeiten, passt zu HolzzäunenAnstrich unter dichtem Bewuchs kaum zu erneuern
Metall (Edelstahl, feuerverzinkt, pulverbeschichtet)filigran, sehr langlebig, kaum Pflegeteurer; unbeschichtetes Eisen rostet
Kunststoffgünstig, pflegeleichtwenig stabil, wird mit UV spröde, wirkt oft billig

Bei Holz liegt die Tücke im Detail: Ist ein Holzgitter einmal dicht mit einer mehrjährigen Pflanze bewachsen, kommen Sie zum Streichen nicht mehr heran, ohne die Pflanze stark zurückzuschneiden. Wählen Sie deshalb von Natur aus dauerhafte Hölzer wie Lärche oder Douglasie, die auch unbehandelt und vergraut viele Jahre halten, oder kesseldruckimprägniertes Holz. Hinweise zum Holzschutz finden Sie unter Holzzäune im Garten richtig pflegen. Metallgitter aus Edelstahl oder feuerverzinktem Stahl sind in der Anschaffung teurer, dafür praktisch wartungsfrei.

Welche Kletterpflanze für welches Gitter?

Kletterpflanzen halten sich auf unterschiedliche Weise fest, und danach richtet sich die Rankhilfe:

  • Schlingpflanzen wie Geißblatt, Hopfen, Pfeifenwinde oder Blauregen winden sich um senkrechte Stäbe oder Seile. Waagerechte Latten allein nützen ihnen wenig.
  • Rankpflanzen wie Clematis, Wein oder Erbsen halten sich mit Blattstielen oder Ranken fest und brauchen ein feines Gitter mit dünnen Stäben.
  • Spreizklimmer wie Kletterrosen und Brombeeren haken sich nur ein und müssen angebunden werden.
  • Selbstklimmer wie Efeu, Wilder Wein und Kletterhortensie haften mit Haftwurzeln oder Haftscheiben und brauchen eigentlich kein Gitter, schätzen aber eine Wand als Stütze.

Bei der Auswahl hilft auch die Frage, ob der Sichtschutz im Winter gebraucht wird. Immergrün und ganzjährig blickdicht sind vor allem Efeu und das Immergrüne Geißblatt. Laubabwerfende Arten wie Clematis, Hopfen oder Kletterrosen sind im Winter durchsichtig, blühen dafür reicher. Einjährige Kletterer wie Feuerbohne, Schwarzäugige Susanne, Kapuzinerkresse oder Prunkwinde wachsen innerhalb einer Saison mehrere Meter hoch und überbrücken die Zeit, bis Mehrjährige dicht sind. Beachten Sie die Giftigkeit: Samen der Prunkwinde, Beeren vieler Geißblattarten und alle Teile des Blauregens und des Efeus sind giftig. Mehr zu den selbstkletternden Arten finden Sie unter Beliebte Kletterpflanzen: der Efeu und Die Kletterhortensie.

Spalierobst und Obsthecke als Sichtschutz

Eine besonders reizvolle Kombination ist Obst am Gitter. Äpfel und Birnen auf schwach wachsender Unterlage lassen sich flach an einem Spalier erziehen, etwa als waagerechter Kordon, als U-Form oder als Fächer. Das braucht einen konsequenten Schnitt, belohnt aber mit Blüten im Frühjahr, dichtem Laub im Sommer und Früchten im Herbst. Blickdicht im strengen Sinn sind Spalierbäume nur im belaubten Zustand und erst nach einigen Jahren; im Winter sieht man durch die Äste hindurch. Wie Sie Spalierbäume erziehen, erklärt der Beitrag Spalierbäume.

Schneller dicht wird eine Obsthecke aus Beerensträuchern wie Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren oder Brombeeren an Drähten. Kombiniert mit einigen Säulenobstbäumen entsteht ein essbarer Sichtschutz. Anleitung und Sortenwahl finden Sie unter Obsthecke als Sichtschutz anlegen.

Winter-Schachtelhalm: Sichtschutz aus grünen Stäben

Gelegentlich wird der Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale), auch Riesen-Schachtelhalm genannt, als schmaler, immergrüner Sichtschutz empfohlen. Er bildet dichte, bis gut mannshohe grüne Halme, wirkt modern und passt gut vor ein schlichtes Metallgitter. Allerdings breitet er sich über unterirdische Ausläufer stark aus und lässt sich kaum wieder entfernen. Pflanzen Sie ihn deshalb nur in einen großen Kübel oder mit einer stabilen Wurzelsperre. Mehr dazu im Beitrag Schachtelhalm im Garten.

Anbringen und Bepflanzen Schritt für Schritt

  1. Standort prüfen. Die meisten Kletterer blühen in der Sonne reicher; für Schatten eignen sich Efeu, Kletterhortensie und manche Clematis.
  2. Gitter fest montieren. Pfosten frostfrei gründen, Wandspaliere mit Abstandhaltern befestigen.
  3. Pflanzloch vorbereiten. Mindestens etwa 30 cm vom Fuß einer Wand entfernt pflanzen, wo der Boden nicht im Regenschatten liegt, und mit Kompost verbessern.
  4. Leicht schräg setzen. Die Pflanze zum Gitter hin neigen und die ersten Triebe locker anbinden.
  5. Regelmäßig gießen und leiten. In den ersten Jahren durchdringend wässern und neue Triebe gleichmäßig über das Gitter verteilen, damit es auch unten dicht wird.

Was an der Grundstücksgrenze erlaubt ist

Wie hoch ein Sichtschutz an der Grenze sein darf und welchen Abstand Pflanzen einhalten müssen, regeln das Nachbarrecht und die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes, dazu teils örtliche Satzungen und der Bebauungsplan. Feste Sichtschutzwände sind oft nur bis zu einer bestimmten Höhe ohne Genehmigung zulässig. Fragen Sie deshalb vor dem Bau beim Bauamt nach und sprechen Sie mit dem Nachbarn – ein gemeinsam geplanter Sichtschutz erspart spätere Streitigkeiten. Einen Überblick über Hecken, Zäune und Pflanzen für mehr Privatsphäre bietet der Beitrag Schatten und Privatsphäre im Garten.

Häufige Fragen

Wie begrüne ich einen Sichtschutzzaun am schnellsten?

Mit einjährigen Kletterern wie Feuerbohne oder Schwarzäugiger Susanne, die in einer Saison mehrere Meter schaffen, kombiniert mit einer mehrjährigen Kletterpflanze, die in den Folgejahren übernimmt.

Welche Kletterpflanze ist im Winter blickdicht?

Vor allem Efeu und das Immergrüne Geißblatt. Laubabwerfende Arten wie Clematis oder Hopfen sind im Winter durchsichtig.

Eignen sich Spalierbäume als Sichtschutz?

Ja, im belaubten Zustand und nach einigen Jahren Erziehung. Im Winter bleiben sie durchsichtig; wer ganzjährig Schutz braucht, kombiniert sie mit einem festen Element.

Welches Holz eignet sich für Rankgitter?

Dauerhafte Hölzer wie Lärche oder Douglasie oder kesseldruckimprägniertes Holz, denn ein dicht bewachsenes Gitter lässt sich kaum noch streichen.

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