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Garten-Ratgeber

Teichpflanzen für den heimischen Gartenteich

Teich & Wasservon Kathrin Schendel5 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Warum Pflanzen für den Teich so wichtig sind
  2. Die Pflanzzonen im Überblick
  3. Seerosen: die Königinnen des Teichs
  4. Unterwasserpflanzen: unsichtbar, aber unverzichtbar
  5. Schwimmpflanzen mit Maß
  6. Diese Pflanzen gehören nicht in den Teich
  7. Richtig pflanzen: Substrat, Körbe, Zeitpunkt
  8. Pflanzen für den Uferbereich
  9. Giftige Teichpflanzen
  10. Pflege im Jahreslauf
  11. Häufige Fragen

Ein gut bepflanzter Gartenteich braucht Pflanzen in allen Tiefenzonen: Unterwasserpflanzen für Sauerstoff, Schwimmblattpflanzen wie Seerosen für Schatten, Sumpf- und Uferpflanzen für den Übergang zum Garten. Als Faustregel sollte etwa ein Drittel der Wasserfläche bepflanzt sein. Gepflanzt wird von April bis August in nährstoffarmes Teichsubstrat, nie in Blumenerde – sonst züchten Sie Algen.

Rosa Seerose zwischen Schwimmblättern auf einem Gartenteich
Rosa Seerose zwischen Schwimmblättern auf einem Gartenteich

Warum Pflanzen für den Teich so wichtig sind

Teichpflanzen sind mehr als Dekoration. Sie entziehen dem Wasser Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat, die sonst Algen zugutekämen. Unterwasserpflanzen geben Sauerstoff direkt ins Wasser ab, Schwimmblätter beschatten die Oberfläche und halten das Wasser kühler. Dazu bieten sie Libellenlarven, Molchen, Fröschen und vielen Kleintieren Lebensraum und Versteck. Ein Teich mit ausgewogener Bepflanzung braucht deutlich weniger Technik.

Die Pflanzzonen im Überblick

ZoneWassertiefeBeispiele
Uferzone (feuchter Boden)über dem WasserspiegelMädesüß, Wiesen-Iris, Taglilien, Chinaschilf
Sumpfzone0–10 cmSumpfdotterblume, Sumpfvergissmeinnicht, Bachbunge
Flachwasserzone10–40 cmHechtkraut, Pfeilkraut, Sumpfschwertlilie, Blumenbinse, Tannenwedel
Tiefwasserzoneab etwa 40 cmSeerosen, Seekanne, Teichrose
Unterwasser und freischwimmendganze WassersäuleHornblatt, Tausendblatt, Wasserfeder, Froschbiss, Krebsschere

Die Tiefenangaben beziehen sich auf die Wasserhöhe über dem Wurzelballen. Viele Pflanzen vertragen einen gewissen Spielraum, Seerosen jedoch nicht: Sie brauchen die für ihre Sorte angegebene Tiefe.

Seerosen: die Königinnen des Teichs

Seerosen (Nymphaea) gibt es in zahlreichen Sorten mit weißen, gelben, rosafarbenen und roten Blüten. Entscheidend ist die Pflanztiefe: Zwergsorten gedeihen schon in 20–40 cm Wassertiefe, mittelstarke Sorten in 40–80 cm, starkwüchsige Sorten brauchen 80 cm und mehr. Setzen Sie eine zu starke Sorte in einen kleinen Teich, bedeckt sie bald die ganze Oberfläche.

Seerosen lieben stilles Wasser und mindestens sechs Stunden Sonne am Tag. In der Nähe von Bachläufen und Springbrunnen blühen sie schlecht. Pflanzen Sie sie in einen großen Pflanzkorb mit schwerem, lehmigem Teichsubstrat und decken Sie die Oberfläche mit Kies ab. Frisch gesetzte Seerosen stellen Sie zunächst etwas flacher und senken sie mit dem Wachstum der Blätter auf die endgültige Tiefe ab. Alle paar Jahre, wenn die Blätter sich übereinander stapeln, werden die Rhizome im Frühjahr geteilt.

Die heimische Teichrose (Nuphar lutea) mit gelben, kugeligen Blüten ist keine Unterart der Seerose, sondern eine eigene Gattung derselben Familie. Sie wächst sehr kräftig und passt nur in größere Teiche. Wildvorkommen von Teichrose und Weißer Seerose sind besonders geschützt; kaufen Sie Pflanzen deshalb im Handel, statt sie aus Gewässern zu entnehmen.

Unterwasserpflanzen: unsichtbar, aber unverzichtbar

Unterwasserpflanzen wachsen vollständig im Wasser und sind die wichtigsten Gegenspieler der Algen. Gut geeignet sind:

  • Hornblatt (Ceratophyllum demersum): bildet keine Wurzeln, schwebt frei im Wasser und ist sehr genügsam.
  • Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) und Quirliges Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum): heimische Arten mit fein gefiederten Blättern.
  • Wasserfeder (Hottonia palustris): im Frühsommer mit zarten, blassrosa Blütenstielen über dem Wasser.

Rechnen Sie mit einigen Bündeln je Quadratmeter Wasserfläche. Unterwasserpflanzen werden einfach beschwert ins Wasser gesetzt oder in flache Körbe gepflanzt.

Schwimmpflanzen mit Maß

Frei schwimmende Pflanzen wie Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae) und Krebsschere (Stratiotes aloides) beschatten das Wasser und nehmen Nährstoffe direkt auf. Sie sind eine gute Ergänzung, sollten aber nicht mehr als einen Teil der Oberfläche bedecken. Wasserlinsen vermehren sich in nährstoffreichem Wasser explosionsartig und bilden einen geschlossenen Teppich; in kleinen Teichen sind sie eher ein Problem als eine Bereicherung.

Diese Pflanzen gehören nicht in den Teich

Einige früher beliebte Wasserpflanzen stehen auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten der EU. Sie dürfen nicht mehr gehandelt, vermehrt oder in Umlauf gebracht werden, weil sie heimische Gewässer überwuchern. Dazu gehören unter anderem die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes), das Brasilianische Tausendblatt (Myriophyllum aquaticum), der Großblättrige Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides), die Nuttall-Wasserpest (Elodea nuttallii), die Große Wasserpest (Lagarosiphon major) und die Karolina-Haarnixe (Cabomba caroliniana). Die Wasserhyazinthe wurde früher oft für Gartenteiche empfohlen – heute ist sie tabu. Entsorgen Sie Reste solcher Pflanzen nie in Bächen oder Gräben, sondern über den Restmüll.

Richtig pflanzen: Substrat, Körbe, Zeitpunkt

  1. Zeitpunkt wählen. Gepflanzt wird von April bis August, wenn das Wasser sich erwärmt hat. Seerosen setzen Sie am besten im Mai oder Juni.
  2. Nährstoffarmes Substrat verwenden. Spezielle Teicherde, Lehm-Sand-Gemische oder Kies. Blumen- und Gartenerde geben Nährstoffe ab und fördern Algen.
  3. Pflanzkörbe nutzen. Sie begrenzen wuchernde Arten wie Rohrkolben und Schilf und erleichtern das spätere Teilen. Legen Sie die Körbe mit Jute oder Vlies aus.
  4. Mit Kies abdecken. Eine Kiesschicht verhindert, dass Substrat ausgeschwemmt wird oder Fische darin wühlen.
  5. Nicht zu dicht setzen. Rechnen Sie bei Sumpf- und Flachwasserpflanzen mit drei bis sechs Pflanzen je Quadratmeter, je nach Wuchskraft.

Wie Sie die Zonen beim Bau anlegen, lesen Sie unter Einen Gartenteich anlegen.

Pflanzen für den Uferbereich

Der Rand des Teichs verbindet das Wasser mit dem übrigen Garten. Auf feuchtem Boden gedeihen Mädesüß, Blutweiderich, Wiesen-Iris, Trollblume und Funkien. Ziergräser wie Chinaschilf passen gut in den Übergang; Lampenputzergras mag es dagegen eher trocken und gehört etwas weiter weg vom Wasser. Ideen finden Sie unter Stauden am Gartenteich und Gräser für die Bepflanzung rund um den Teich. Wer einen Bachlauf plant, findet passende Pflanzen im Beitrag Einen Bachlauf am Gartenteich anlegen.

Giftige Teichpflanzen

Einige beliebte Teichpflanzen sind giftig. Die Sumpfdotterblume und die Sumpfschwertlilie enthalten Stoffe, die bei Verzehr Beschwerden verursachen; auch der Froschlöffel ist giftig. Wo kleine Kinder oder Haustiere Zugang zum Teich haben, sollten Sie diese Arten meiden oder den Teich ohnehin sichern.

Pflege im Jahreslauf

Im Frühjahr teilen Sie zu groß gewordene Pflanzen und entfernen abgestorbene Blätter. Im Sommer fischen Sie überzählige Schwimmpflanzen und welke Seerosenblätter ab. Im Herbst schneiden Sie Sumpf- und Uferpflanzen zurück, lassen aber einige hohle Halme von Schilf und Rohrkolben über dem Wasser stehen, damit der Gasaustausch unter einer Eisdecke möglich bleibt. Weitere Tipps finden Sie unter Gartenteich nach dem Winter pflegen.

Häufige Fragen

Wie bepflanze ich einen Gartenteich richtig?

Planen Sie Pflanzen für jede Zone, von der Unterwasserzone bis zum Ufer, und bepflanzen Sie etwa ein Drittel der Wasserfläche. Verwenden Sie nährstoffarmes Teichsubstrat und Pflanzkörbe.

Welche Teichpflanzen reinigen das Wasser am besten?

Unterwasserpflanzen wie Hornblatt und Tausendblatt nehmen viele Nährstoffe auf und geben Sauerstoff ab. Dazu kommen Schwimmblattpflanzen, die das Wasser beschatten.

Wie tief muss eine Seerose gepflanzt werden?

Das hängt von der Sorte ab: Zwergsorten ab 20 cm, mittelstarke Sorten 40–80 cm, starkwüchsige Sorten 80 cm und mehr. Die Angabe steht auf dem Etikett.

Darf ich Wasserhyazinthen in den Teich setzen?

Nein. Die Wasserhyazinthe steht auf der EU-Liste invasiver Arten und darf nicht gehandelt oder gehalten werden.

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