Welche Gartengeräte gehören zur Grundausstattung?
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Für einen gewöhnlichen Hausgarten braucht es weniger Geräte, als die Regale im Gartencenter vermuten lassen. Spaten, Grabegabel, Rechen, Hacke, Handschaufel, Gartenschere, Gießkanne und Schlauch, dazu eine Schubkarre – damit ist das Meiste erledigt. Alles Weitere richtet sich nach Ihrem Garten: nach Rasen, Hecke, Obstbäumen und Boden. Wer wenige, dafür gute Geräte kauft, arbeitet leichter und kauft nicht zweimal.

Vor dem Kauf: Garten und Boden ansehen
Bevor Sie Geräte kaufen, lohnt ein Rundgang durch den Garten. Gibt es Rasen? Hecken? Obstbäume? Gemüsebeete? Einen Teich? Jede dieser Flächen bringt eigene Arbeiten mit sich – und damit eigene Geräte. Ein Heckenschneider ist ohne Hecke überflüssig, ein Obstpflücker ohne Obstbaum ebenso.
Ebenso wichtig ist der Boden. Schwere Lehm- und Tonböden verlangen robuste, möglichst geschmiedete Geräte, die beim Hebeln nicht nachgeben. Auf leichten, sandigen oder humosen Böden kommen Sie auch mit leichteren Geräten gut zurecht, und der Kraftaufwand ist geringer. Wie Sie Ihre Bodenart mit einer einfachen Fingerprobe bestimmen, erklärt der Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.
Woran Sie gute Gartengeräte erkennen
- Blatt und Zinken aus geschmiedetem oder gehärtetem Stahl. Gepresstes, dünnes Blech verbiegt sich an der ersten Wurzel. Edelstahl rostet nicht und gleitet leichter durch die Erde, ist aber nicht automatisch stabiler.
- Stabile Verbindung zwischen Stiel und Blatt. Eine lange, geschmiedete Tülle oder Federn, die weit am Stiel entlanglaufen, halten die Hebelkräfte aus.
- Stiele aus Esche oder anderem zähen Hartholz, alternativ glasfaserverstärkter Kunststoff. Das Holz sollte glatt geschliffen sein, gerade gewachsen und ohne Äste.
- Passende Länge. Geräte, die zu kurz sind, zwingen in den Rundrücken. Probieren Sie Geräte im Geschäft in Arbeitshaltung aus.
- Ersatzstiele. Bei guten Geräten lässt sich ein gebrochener Stiel ersetzen.
Ein wiederkehrender Tipp für den Rücken: Achten Sie auf Stiellängen, die zu Ihrer Körpergröße passen. Mehr dazu im Beitrag Gartenarbeit rückenschonend erledigen.
Die Grundausstattung für Boden und Beet
Spaten. Zum Umstechen, Pflanzlöcher ausheben, Kanten abstechen und Stauden teilen. Achten Sie auf ein scharf geschliffenes Blatt und einen Auftritt, damit der Fuß nicht abrutscht. Der Griff – T- oder D-Form – sollte etwa bis zur Hüfte reichen. Jedes Jahr alles umzugraben ist übrigens nicht nötig; auf leichten und mittleren Böden genügt das Lockern.
Grabegabel. Das eigentliche Allzweckgerät zum Lockern. Sie dringt leichter in schwere Böden ein als der Spaten, zerschneidet keine Regenwürmer und Wurzelunkräuter, sondern hebt sie heraus. Zum Umsetzen von Kompost und zum Ernten von Kartoffeln ist sie ebenfalls ideal.
Rechen (Harke). Ein Metallrechen mit etwa 12–16 Zinken ebnet Beete ein, krümelt die Oberfläche fein und zieht Saatrillen. Für Laub und Rasenschnitt kommt ein breiter Fächerbesen oder Laubrechen dazu.
Hacke. Mit der Ziehhacke oder Pendelhacke lockern Sie die Oberfläche und kappen Unkraut. Eine Kreuzhacke mit Blatt und Spitze bricht verkrustete Böden auf und hebelt Wurzelstöcke heraus.
Handschaufel und Handgrubber. Für das Pflanzen von Setzlingen, Blumenzwiebeln und Balkonpflanzen sowie zum Unkrautjäten zwischen eng stehenden Pflanzen. Diese Geräte haben Sie ständig in der Hand – hier lohnt sich Qualität besonders.
Schneiden: Schere, Säge und Messer
Die Gartenschere gehört zu den meistgenutzten Geräten. Für Rosen, Stauden und lebende Triebe nehmen Sie eine Bypass-Schere mit zwei aneinander vorbeigleitenden Klingen, für trockenes Holz eine Amboss-Schere. Worauf es beim Kauf ankommt, steht im Beitrag Die Rosenschere. Bei guten Modellen lassen sich Klinge, Feder und Verschluss austauschen.
Wer Sträucher und Obstbäume hat, braucht zusätzlich eine Astschere mit langen Hebeln für Äste bis etwa 3–4 cm und eine Handsäge für alles darüber. Ein einfaches Gartenmesser ist praktisch zum Schneiden von Stecklingen, Bast und Bindedraht. Welche Schneidwerkzeuge für welche Aststärke taugen, zeigt der Beitrag Werkzeug zum Schneiden von Gehölzen.
Gießen und Transportieren
Eine Gießkanne mit abnehmbarer Brause ist unverzichtbar, auch wenn ein Schlauch vorhanden ist. Mit der Brause gießen Sie Aussaaten und Jungpflanzen sanft, ohne sie wegzuspülen; ohne Brause gezielt an den Wurzelbereich. Eine große Kanne mit 10 Litern für das Beet und eine kleine für Töpfe decken die meisten Fälle ab. Achten Sie darauf, dass sich die gefüllte Kanne gut ausbalancieren lässt.
Ein Gartenschlauch mit Brause spart bei größeren Flächen viele Wege, eine Regentonne liefert kalkarmes Gießwasser. Für den Transport von Erde, Kompost und Schnittgut ist eine Schubkarre kaum zu ersetzen; für kleinere Gärten genügt oft ein großer Gartensack oder ein Eimer.
Kleinhelfer, die viel ausmachen
- Gartenschnur mit zwei Holzpflöcken, um gerade Beetkanten und Saatreihen zu ziehen.
- Pflanzholz zum Setzen von Lauch, Salat und Pikierpflanzen.
- Handschuhe, gern zwei Paar: feste für Rosen und Dornen, dünne mit Beschichtung für feine Arbeiten.
- Kniekissen, das Knie und Rücken beim Jäten schont.
- Eimer, Bindematerial und ein paar Pflanzstäbe.
Was an handwerklichem Werkzeug für Zaun, Rankgitter und kleine Reparaturen dazukommt, lesen Sie unter Werkzeug für die Gartenarbeit.
Geräte je nach Garten
Die folgende Übersicht hilft, die Grundausstattung um das zu ergänzen, was Ihr Garten zusätzlich verlangt.
| Im Garten vorhanden | Zusätzliche Geräte |
| Rasen | Rasenmäher, Rasenkantenschere oder Trimmer, Laubrechen, ggf. Vertikutierer |
| Hecke | Heckenschere von Hand, elektrisch oder mit Akku |
| Sträucher und Obstbäume | Astschere, Handsäge, ggf. Obstpflücker und Leiter |
| Gemüsegarten | Sauzahn oder Grubber, Pflanzholz, Saatrillenzieher |
| Große Wiese, Hang | Motorsense oder Freischneider |
| Viel Laub | Laubrechen, großer Gartensack |
Welcher Mäher zu welcher Fläche passt, erklärt der Beitrag Rasenmäher-Kauf: Darauf sollte man achten, für Kanten und Hänge hilft die Motorsense.
Pflege und Aufbewahrung

Gute Geräte halten Jahrzehnte, wenn Sie sie pflegen. Nach jeder Benutzung grobe Erde abstreifen und das Gerät trocken wegstellen – das ist bereits die halbe Pflege. Vor dem Winter werden Blätter und Zinken gründlich gereinigt, Rost mit einer Drahtbürste entfernt und die Metallteile dünn eingeölt. Holzstiele freuen sich über etwas Leinöl, damit sie nicht spröde werden. Spaten, Hacken und Scheren schleifen Sie bei Bedarf nach.
Aufbewahrt werden die Geräte trocken und luftig, am besten hängend an einer Wandleiste im Gartenhaus, im Schuppen oder in der Garage. Dann stehen die Schneiden nicht auf feuchtem Boden, und Sie sehen sofort, was fehlt. Ideen für den Stauraum finden Sie im Beitrag Lagermöglichkeiten für Gartenzubehör.
Häufige Fragen
Welche Gartengeräte braucht man als Anfänger?
Spaten, Grabegabel, Rechen, Hacke, Handschaufel, Gartenschere, Gießkanne und eine Schubkarre. Dazu kommen je nach Garten Rasenmäher, Heckenschere oder Astschere.
Spaten oder Grabegabel?
Wenn Sie nur eins kaufen: die Grabegabel. Sie lockert besser, schont Regenwürmer und kommt in schweren Böden leichter voran. Für Pflanzlöcher, Kanten und das Teilen von Stauden ist der Spaten aber unersetzlich, deshalb gehören auf Dauer beide in den Schuppen.
Wie bewahrt man Gartengeräte richtig auf?
Gereinigt, trocken und hängend. Im Winter Metallteile leicht einölen, Holzstiele mit Leinöl pflegen und Akkus frostfrei lagern.
Lohnen sich teure Gartengeräte?
Bei den Geräten, die Sie ständig benutzen – Spaten, Grabegabel, Schere, Handschaufel –, ja. Stabile, geschmiedete Geräte halten viele Jahre und arbeiten sich leichter. Bei selten genutzten Spezialgeräten reicht einfache Qualität oder das Ausleihen.



