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Garten-Ratgeber

WPC-Dielen für Terrasse und Balkon: Vor- und Nachteile

Terrasse & Balkonvon Christoph6 Min. · 9 Abschnitte
WPC ideale Alternative für Terrasse und Balkon
Terrassenbelag aus WPC-Dielen mit Loungemöbeln | Foto: Ace Hammerton / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was WPC eigentlich ist
  2. Die Vorteile gegenüber Holz
  3. Die Nachteile, die man kennen sollte
  4. WPC und Holz im direkten Vergleich
  5. Hohlkammer oder massiv: Qualität erkennen
  6. WPC richtig verlegen
  7. WPC auf dem Balkon
  8. Pflege und Reinigung von WPC
  9. Häufige Fragen

WPC-Dielen sind eine gute Wahl, wenn Sie eine Terrasse oder einen Balkon in Holzoptik wollen, ohne jedes Jahr ölen zu müssen und ohne Splitter unter den Füßen. Sie sind aber kein Wundermaterial: Sie werden in der Sonne heißer als Holz, dehnen sich bei Wärme aus und sind nur so gut wie die Qualität der Diele und die Unterkonstruktion darunter. Wer das weiß, bekommt einen langlebigen, pflegearmen Belag.

Was WPC eigentlich ist

WPC steht für Wood-Plastic-Composite, zu Deutsch Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff. Holzfasern oder Holzmehl werden mit einem Kunststoff – meist Polyethylen, Polypropylen oder PVC – sowie Haftvermittlern, Farbpigmenten und UV-Stabilisatoren vermischt und als Profil extrudiert. Der Holzanteil liegt je nach Hersteller etwa zwischen 50 und 75 %. Als Holzquelle dienen häufig Reste aus der Holzverarbeitung wie Sägespäne. Bei BPC (Bamboo-Plastic-Composite) ersetzen Bambusfasern das Holz.

Das Ergebnis vereint Eigenschaften beider Welten: Die Diele lässt sich sägen und bohren wie Holz und sieht ihm ähnlich, nimmt aber viel weniger Wasser auf und fault nicht. Ganz unempfindlich gegen Feuchtigkeit ist WPC trotzdem nicht, denn die Holzfasern an der Oberfläche können Wasser aufnehmen, besonders bei Dielen ohne schützende Hülle.

Die Vorteile gegenüber Holz

  • Kaum Pflege. Ölen, Lasieren und Schleifen entfallen. Regelmäßiges Reinigen genügt.
  • Keine Splitter. WPC reißt nicht auf und splittert nicht, was barfuß und mit Kindern angenehm ist.
  • Formstabil bei Feuchtigkeit. Die Dielen verziehen und verdrehen sich bei Nässe deutlich weniger als Holz.
  • Keine Fäulnis. Pilze, die Holz zersetzen, finden in WPC kaum Angriffsfläche.
  • Gleichmäßige Optik. Farbe und Oberfläche sind über die ganze Fläche einheitlich, ohne Äste, Harzgallen oder Risse.

Die Nachteile, die man kennen sollte

WPC heizt sich stärker auf als Holz. Dunkle Dielen können in der Mittagssonne so heiß werden, dass man sie barfuß nicht mehr betreten mag. Auf Südbalkonen und in voller Sonne sind helle Farbtöne die bessere Wahl.

WPC dehnt sich in der Länge aus. Anders als Holz, das vor allem in der Breite quillt, verändert WPC bei Temperaturunterschieden vor allem seine Länge. An Stoßfugen und zu Wänden hin braucht es deshalb Dehnungsabstände nach Herstellerangabe. Wer sie vergisst, erlebt, wie sich Dielen im Sommer aufwölben.

Die Farbe verändert sich anfangs. In den ersten Monaten hellen viele WPC-Dielen auf, weil die Holzfasern an der Oberfläche ausbleichen und ausgewaschen werden. Danach bleibt der Ton weitgehend stabil. Legen Sie deshalb nie Dielen aus verschiedenen Lieferungen oder Jahren nebeneinander.

Flecken ziehen ein. Grillfett, Öl und Rotwein dringen über die Holzfasern ein und lassen sich schwer entfernen, wenn sie nicht sofort aufgenommen werden.

Rutschfest ist WPC nicht automatisch. Im Vergleich zu Holz ist es bei Nässe nicht grundsätzlich sicherer. Auch auf WPC bilden sich im Schatten Algen, und dann wird jeder Belag glatt.

Entsorgung. Als Verbundwerkstoff lässt sich WPC nicht so einfach recyceln wie reines Holz oder reiner Kunststoff. Einige Hersteller nehmen Reste zurück; fragen Sie danach.

WPC und Holz im direkten Vergleich

EigenschaftWPCHolz
Pflegereinigenreinigen, bei Bedarf ölen und schleifen
Splitter, Risseneinja, je nach Holzart
Oberflächentemperatur in der Sonnehöher, besonders bei dunklen Farbenniedriger
VerformungLängenausdehnung bei WärmeQuellen und Schwinden bei Feuchte
Alterungleichtes Aufhellen, dann stabilvergraut ohne Pflege
ReparaturDiele tauschen, kaum ausbesserbarabschleifen, Diele tauschen
Entsorgungschwierigereinfach

Welche Holzarten als Alternative in Frage kommen, zeigt der Beitrag Terrassendielen. Wer eine reine Kunststofflösung erwägt, findet sie unter Kunststoffplatten aus PVC für die Terrasse.

Hohlkammer oder massiv: Qualität erkennen

Im Handel finden Sie zwei Bauformen. Hohlkammerdielen sind leichter und günstiger, aber weniger belastbar. Unter schweren Kübeln oder einem Gasgrill können sie nachgeben, und an den Enden brauchen sie Abschlussleisten, damit kein Schmutz und kein Wasser in die Kammern gelangt. Massivdielen sind schwerer, stabiler und in der Regel langlebiger.

Weitere Qualitätsmerkmale: Eine co-extrudierte Diele hat einen geschlossenen Kunststoffmantel, der Flecken und Feuchtigkeit deutlich besser abhält. Achten Sie auf ausführliche Verlegeanleitungen, eine klare Angabe zum Unterkonstruktionsabstand, UV-Stabilisierung und eine Garantie, die auch Verfärbung und Formstabilität umfasst. Ein ungewöhnlich niedriger Preis deutet meist auf einen hohen Kunststoff- oder Füllstoffanteil minderer Qualität.

WPC richtig verlegen

Die Grundregeln gleichen denen bei Holz, einige Punkte sind bei WPC aber strenger:

  1. Unterkonstruktion nach System. Verwenden Sie die vom Hersteller vorgesehene Unterkonstruktion, meist aus WPC oder Aluminium. Die Abstände der Tragbalken sind bei WPC in der Regel enger als bei Holz.
  2. Gefälle und Belüftung. Ein leichtes Gefälle vom Haus weg lässt Wasser ablaufen, darunter muss Luft zirkulieren können.
  3. Clips statt Schrauben. Die meisten Systeme befestigen die Dielen mit verdeckten Clips, die Bewegung zulassen und die Fugen gleichmäßig halten.
  4. Dehnungsfugen einhalten. An Stirnseiten, Wänden und Pfosten die vorgeschriebenen Abstände lassen, im Sommer eher knapper, bei Kälte eher großzügiger nach Anleitung.
  5. Dielen vor dem Verlegen temperieren. Die Dielen einige Stunden am Verlegeort lagern, damit sie die Umgebungstemperatur annehmen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Beitrag Terrassen-Dielen richtig verlegen.

WPC auf dem Balkon

Auf dem Balkon sind WPC-Dielen beliebt, weil sie wenig wiegen, sich leicht zuschneiden lassen und keine Pflege brauchen. Der Belag wird meist lose auf einer flachen Unterkonstruktion verlegt, die nicht mit dem Balkonboden verschraubt wird – so bleibt die Abdichtung darunter unversehrt. Das Wasser muss weiter ungehindert zum Ablauf fließen; decken Sie Abläufe nicht zu, sondern setzen Sie eine abnehmbare Revisionsöffnung. Beachten Sie die Aufbauhöhe: Die Brüstung muss auch nach dem Verlegen hoch genug sein, und an der Balkontür darf keine Stolperkante entstehen.

In Mietwohnungen gilt: Ein loser, rückbaubarer Belag ist meist unproblematisch, sprechen Sie aber vorher mit dem Vermieter. Für eine ebenerdige Terrasse brauchen Sie in den meisten Bundesländern keine Genehmigung, bei Überdachung oder Hochterrasse kann das anders sein; Einzelheiten stehen unter Braucht man eine Baugenehmigung für die Terrasse?.

Pflege und Reinigung von WPC

Kehren Sie Laub und Blütenstaub regelmäßig ab und reinigen Sie die Fläche ein- bis zweimal im Jahr mit Wasser, Schrubber und einem milden Reiniger in Längsrichtung. Ob ein Hochdruckreiniger zulässig ist, steht in den Pflegehinweisen des Herstellers. Fett und Getränke nehmen Sie sofort auf. Stellen Sie Grill und Feuerschale auf eine nicht brennbare Unterlage: Glut und heiße Fettspritzer hinterlassen auf WPC bleibende Brandflecken. Mehr zur Reinigung verschiedener Beläge lesen Sie unter Die Terrasse richtig reinigen.

Häufige Fragen

Wie lange halten WPC-Dielen?

Gute massive oder co-extrudierte Dielen halten bei fachgerechter Verlegung viele Jahre, oft länger als heimische Nadelhölzer. Viele Hersteller geben Garantien über zehn Jahre und mehr. Billige Hohlkammerdielen erreichen das nicht.

Werden WPC-Dielen im Sommer heiß?

Ja, deutlich heißer als Holz, vor allem dunkle Farbtöne in praller Sonne. Helle Dielen und etwas Schatten durch Sonnenschirm oder Markise helfen.

Kann man WPC-Dielen selbst verlegen?

Ja, das Clipsystem macht es handwerklich einfacher als bei Holz. Entscheidend sind ein tragfähiger, ebener Untergrund mit Gefälle, die Unterkonstruktion nach Herstellerangabe und die Dehnungsfugen.

Ist WPC besser als Holz?

Nicht besser, sondern anders. WPC spart Pflege und Splitter, Holz bleibt kühler, lässt sich abschleifen und am Ende einfacher entsorgen. Wer ungern ölt und eine gleichmäßige Optik mag, ist mit WPC gut bedient.

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