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Garten-Ratgeber

Zimmerfarne für jeden Geschmack

Zimmerpflanzenvon Kathrin Schendel7 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Farne von anderen Zimmerpflanzen unterscheidet
  2. Beliebte Zimmerfarne im Überblick
  3. Der Schwertfarn: der Klassiker unter den Zimmerfarnen
  4. Frauenhaarfarn, Nestfarn und Knopffarn
  5. Der richtige Standort in der Wohnung
  6. Gießen, Erde und Düngen
  7. Vermehrung: Ausläufer, Teilung und Sporen
  8. Typische Probleme und ihre Ursachen
  9. Sind Zimmerfarne giftig?
  10. Häufige Fragen

Zimmerfarne brauchen helles, aber indirektes Licht, gleichmäßig feuchte Erde ohne Staunässe und möglichst hohe Luftfeuchtigkeit. Wer diese drei Punkte beachtet, hat mit robusten Arten wie dem Schwertfarn, dem Nestfarn oder dem Knopffarn wenig Mühe. Anspruchsvoller ist der zarte Frauenhaarfarn, der trockene Heizungsluft kaum verzeiht. Dieser Ratgeber stellt die wichtigsten Zimmerfarne vor und erklärt, welcher zu welchem Raum passt.

Farn in einem weißen Übertopf zwischen Grünpflanzen
Farn in einem weißen Übertopf zwischen Grünpflanzen

Was Farne von anderen Zimmerpflanzen unterscheidet

Farne gehören zu den ältesten Landpflanzen überhaupt. Sie bilden keine Blüten und keine Samen, sondern vermehren sich über Sporen, die als braune Pünktchen oder Streifen auf der Unterseite der Wedel sitzen. Diese Sporenlager sind kein Schädlingsbefall – wer sie abkratzt, schadet der Pflanze nur.

Die meisten Zimmerfarne stammen aus tropischen und subtropischen Wäldern, wo sie im Schatten größerer Pflanzen, auf Waldböden oder auf Baumstämmen wachsen. Dort ist es gleichmäßig warm und feucht, direkte Sonne dringt kaum durch. Genau diese Bedingungen gilt es in der Wohnung nachzuahmen. Das gelingt am leichtesten in hellen Badezimmern und Küchen, wie auch der Beitrag Pflanzen für Küche und Bad zeigt.

Beliebte Zimmerfarne im Überblick

FarnBotanischer NameAnsprücheBesonderheit
SchwertfarnNephrolepis exaltatamittellange, überhängende Wedel, ideal für Ampeln
NestfarnAsplenium nidusgeringungeteilte, glänzende Blätter in einer Rosette
KnopffarnPellaea rotundifoliageringrunde Fiedern, verträgt trockenere Luft
SaumfarnPteris-Artengeringgrüne oder weiß panaschierte Wedel
SichelfarnCyrtomium falcatumgeringledrige, glänzende Fiedern, verträgt kühle Räume
HasenpfotenfarnDavallia-Artenmittelpelzige Rhizome, die über den Topfrand wachsen
GoldtüpfelfarnPhlebodium aureumgeringblaugrüne, tief gelappte Wedel
FrauenhaarfarnAdiantum-Artenhochzarte Fiedern an schwarzen Stielen
GeweihfarnPlatycerium bifurcatummittelgeweihartige Wedel, wächst auch auf Holz

Der Schwertfarn: der Klassiker unter den Zimmerfarnen

Zarte Wedel eines Frauenhaarfarns (Adiantum)
Zarte Wedel eines Frauenhaarfarns (Adiantum)

Der Schwertfarn (Nephrolepis exaltata), in seiner verbreitetsten Form auch Boston-Farn genannt, ist der Zimmerfarn schlechthin und wird seit weit über hundert Jahren in Wohnräumen gehalten. Er bildet dichte Horste, aus denen hellgrüne, gefiederte Wedel wachsen. Sie werden je nach Sorte 40 cm bis fast einen Meter lang und hängen elegant über. Neben Sorten mit glatten Fiedern gibt es solche mit gewellten, gekrausten oder fein zerschlitzten Wedeln. Nephrolepis exaltata ist dabei eine Art, keine Gattung: Die Gattung Nephrolepis umfasst mehrere Arten, von denen neben dem Schwertfarn vor allem N. cordifolia im Handel ist.

Standort: hell bis halbschattig, ohne direkte Sonne. Normale Zimmertemperatur passt, auf Dauer sollte es nicht unter etwa 16–18 °C sinken. Zu kühl und zu dunkel bedeuten gelbe Wedel und Fiederfall.

Gießen: Die Erde bleibt gleichmäßig feucht, aber nie nass. Der Schwertfarn reagiert auf ausgetrocknete Ballen ebenso empfindlich wie auf Staunässe. Verwenden Sie möglichst kalkarmes Wasser, etwa abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser, sonst bilden sich helle Kalkflecken auf den Wedeln.

Luftfeuchtigkeit: Ist die Luft zu trocken, rieseln Fiedern ab, und Spinnmilben haben leichtes Spiel. Ein helles Badezimmer ist ideal, im Wohnraum hilft regelmäßiges Besprühen.

Düngen und Umtopfen: Von März bis September alle zwei Wochen schwach dosiert düngen, im Winter nur selten. Ausgewachsene Pflanzen alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr umtopfen.

In Blumenampeln, auf Säulen oder hohen Pflanzständern kommen die überhängenden Wedel am besten zur Geltung.

Frauenhaarfarn, Nestfarn und Knopffarn

Der Frauenhaarfarn (Adiantum) ist der schönste, aber auch der empfindlichste unter den Zimmerfarnen. Seine zarten, fächerförmigen Fiedern sitzen an glänzend schwarzen Stielen. Er braucht dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit und gleichmäßig feuchte Erde. Schon ein einmal ausgetrockneter Ballen lässt ganze Wedel vertrocknen. Besprühen Sie ihn täglich mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser oder stellen Sie ihn gleich ins Bad. Vertrocknete Wedel schneiden Sie bodennah ab, meist treibt die Pflanze aus dem Wurzelstock wieder aus.

Der Nestfarn (Asplenium nidus) sieht mit seinen ungeteilten, glänzend grünen Blättern gar nicht wie ein typischer Farn aus. Die Blätter wachsen trichterförmig aus der Mitte heraus. Er ist robust, kommt mit normaler Zimmerluft besser zurecht als viele andere Farne und verträgt auch etwas weniger Licht. Gießen Sie nicht in die Mitte der Rosette, sondern auf die Erde, sonst fault das Herz.

Der Knopffarn (Pellaea rotundifolia) stammt aus Neuseeland und hat kleine, runde, ledrige Fiedern an langen Wedeln. Er wächst flach ausgebreitet, verträgt trockenere Luft als die meisten Farne und im Winter auch einen kühleren Platz um 15 °C. Unter großen Kübelpflanzen oder im Beet eines Wintergartens macht er sich gut als Bodendecker. Er mag es eher etwas trockener; Staunässe verträgt er gar nicht.

Der richtige Standort in der Wohnung

Ein helles Fenster nach Norden, Osten oder Westen ist für fast alle Zimmerfarne geeignet. An einem Südfenster stellen Sie sie ein Stück in den Raum oder hinter einen hellen Vorhang. Direkte Mittagssonne verbrennt die Wedel, sie werden hell, fleckig und trocken. Umgekehrt ist eine dunkle Zimmerecke kein Farnplatz: Auch Schattenpflanzen brauchen Tageslicht.

Die meisten Arten fühlen sich bei 18–22 °C wohl. Problematisch ist im Winter nicht die Temperatur, sondern die trockene Heizungsluft. Stellen Sie Farne nicht direkt über oder neben einen Heizkörper. Ein Untersetzer mit Blähton und Wasser, bei dem der Topf nicht im Wasser steht, erhöht die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung spürbar. Mehrere Pflanzen in einer Gruppe schaffen sich zudem ihr eigenes, feuchteres Kleinklima.

Gießen, Erde und Düngen

Farne mögen es gleichmäßig feucht. Gießen Sie, sobald sich die oberste Erdschicht trocken anfühlt, und gießen Sie überschüssiges Wasser aus dem Übertopf ab. Weiches, zimmerwarmes Wasser ist am besten, denn viele Farne sind kalkempfindlich.

Als Substrat eignet sich eine gute, lockere Blumenerde mit etwas Sand oder Perlite, die nicht zu viele Nährstoffe enthält. Torffreie Erden sind heute gut verfügbar und für Farne geeignet, wenn sie strukturstabil sind. Hinweise zur Wahl gibt der Beitrag Welche Erde für welche Pflanzen. Gedüngt wird in der Wachstumszeit von März bis September etwa alle zwei bis drei Wochen mit Grünpflanzendünger in halber Dosierung. Farne reagieren auf zu viel Salz empfindlich.

Auch in Hydrokultur lassen sich viele Zimmerfarne gut halten. Der Wasserstandsanzeiger nimmt dann das Rätselraten beim Gießen ab.

Vermehrung: Ausläufer, Teilung und Sporen

Der Schwertfarn macht es einem leicht: Er bildet im Sommer fadenförmige Ausläufer, an deren Enden junge Pflänzchen entstehen. Trennen Sie diese ab, sobald sie eigene Wurzeln haben, und setzen Sie sie in kleine Töpfe mit feuchter Erde. Alternativ lassen sich ältere, horstig wachsende Farne beim Umtopfen im Frühjahr mit einem scharfen Messer in zwei oder drei Teile teilen. Jedes Teilstück braucht eigene Wurzeln und einige Wedel.

Die Aussaat von Sporen ist möglich, aber eine Geduldsprobe für Fortgeschrittene. Viele Zuchtsorten wie der Boston-Farn bilden ohnehin keine keimfähigen Sporen.

Typische Probleme und ihre Ursachen

  • Braune, trockene Wedelspitzen: zu trockene Luft oder ein zeitweise ausgetrockneter Ballen.
  • Gelbe Wedel und Fiederfall: zu dunkel, zu kalt oder Staunässe.
  • Helle, gesprenkelte Wedel mit feinen Gespinsten: Spinnmilben, fast immer bei trockener Heizungsluft. Mehr dazu im Beitrag Spinnmilben bekämpfen.
  • Braune, feste Höcker auf Stielen und Blattunterseite: Schildläuse. Nicht verwechseln mit den regelmäßig angeordneten Sporenlagern.

Blattglanzspray und ölhaltige Mittel schaden Farnen; gegen Schädlinge setzen Sie zuerst auf Abduschen und höhere Luftfeuchte, bei starkem Befall auf ein zugelassenes Mittel, das ausdrücklich für Farne geeignet ist.

Sind Zimmerfarne giftig?

Oft ist zu lesen, Farne gehörten zu den giftigen Zimmerpflanzen. Pauschal stimmt das nicht. Die gängigen Zimmerfarne wie Schwertfarn, Nestfarn oder Frauenhaarfarn gelten als ungiftig für Menschen, Katzen und Hunde. Giftig sind dagegen einige heimische Gartenfarne wie der Adlerfarn. Vorsicht auch beim sogenannten Zierspargel oder Spargelfarn (Asparagus): Er ist trotz seines Namens kein Farn, und seine Beeren sind für Kinder und Tiere problematisch. Knabbert eine Katze regelmäßig an einem Farn, schadet ihr vor allem der aufgenommene Dünger – ein Grund mehr, die Pflanze außer Reichweite zu stellen. Farne für draußen stellt der Beitrag Exotische Baumfarne für den Garten vor, weitere Pflanzen finden Sie unter Zimmerpflanzen.

Häufige Fragen

Welcher Zimmerfarn ist am pflegeleichtesten?

Nestfarn, Knopffarn und Sichelfarn verzeihen am meisten, vor allem trockenere Luft. Auch der Schwertfarn ist unkompliziert, solange er hell und gleichmäßig feucht steht.

Warum bekommt mein Farn braune Spitzen?

Meist ist die Luft zu trocken oder der Ballen war zwischendurch ausgetrocknet. Stellen Sie den Farn weg von der Heizung und gießen Sie regelmäßiger.

Welcher Farn eignet sich fürs Badezimmer?

Fast alle, sofern das Bad ein Fenster hat. Schwertfarn und Frauenhaarfarn profitieren besonders von der hohen Luftfeuchtigkeit.

Muss man Zimmerfarne besprühen?

Bei feuchtigkeitsliebenden Arten wie dem Frauenhaarfarn ja, am besten mit kalkarmem, zimmerwarmem Wasser. Robuste Arten wie Nestfarn oder Knopffarn kommen ohne aus.

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