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Garten-Ratgeber

Aufstellpools für den Garten: Kostengünstige Alternativen zu fest eingebauten Pools?

Teich & Wasservon Christoph6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Aufstellpool oder eingebauter Pool?
  2. Die Bauarten im Vergleich
  3. Quick-up- und Frame-Pools: der schnelle Einstieg
  4. Stahlwand- und Holzpools: für viele Jahre
  5. Den richtigen Platz finden
  6. Aufbau Schritt für Schritt
  7. Filter und Wasserpflege
  8. Sicherheit für Kinder
  9. Den Pool winterfest machen
  10. Häufige Fragen

Ein Aufstellpool bietet Badespaß im eigenen Garten zu einem Bruchteil der Kosten eines eingebauten Beckens. Während ein gemauerter oder betonierter Pool schnell einen fünfstelligen Betrag kostet, gibt es einfache Aufstellbecken schon für wenige hundert Euro und robuste Stahlwand- oder Holzpools für einige tausend. Entscheidend für die Zufriedenheit sind weniger der Preis als ein ebener Untergrund, eine passende Filteranlage und regelmäßige Wasserpflege.

Aufblasbares Planschbecken mit Schwimmring im Sommer
Aufblasbares Planschbecken mit Schwimmring im Sommer

Aufstellpool oder eingebauter Pool?

Ein fest eingebauter Pool ist eine Bauaufgabe: Aushub, Fundament, Becken, Leitungen, Technikschacht, Umrandung. Die Kosten liegen je nach Größe und Ausstattung meist im Bereich von 20.000 bis weit über 50.000 Euro, dazu kommen laufende Kosten für Strom, Wasser und Pflegemittel. Dafür hält er Jahrzehnte, fügt sich optisch in den Garten ein und kann beheizt und überdacht werden.

Ein Aufstellpool steht dagegen auf dem Boden, lässt sich mit handwerklichem Geschick selbst aufbauen und bei einem Umzug mitnehmen. Für Mieter ist er meist die einzige sinnvolle Lösung, denn ein eingebautes Becken bleibt beim Auszug zurück. Auch wer noch nicht weiß, wie oft die Familie den Pool wirklich nutzt, kann mit einem Aufstellbecken ohne großes Risiko ausprobieren.

Dafür
  • deutlich günstiger in der Anschaffung
  • ohne Erdarbeiten aufzubauen
  • Standort lässt sich ändern, Umzug möglich
  • Filter, Leiter und Zubehör oft im Set
  • meist ohne Baugenehmigung aufstellbar
Dagegen
  • kürzere Lebensdauer, vor allem bei einfachen Modellen
  • fällt optisch stärker auf
  • geringere Wassertiefe
  • Wasser kühlt schneller aus
  • einfache Modelle müssen im Winter abgebaut werden

Die Bauarten im Vergleich

BauartAufbauLebensdauerGrobe Preisspanne
Quick-up-Poolaufblasbarer Ring, der mit dem Wasser nach oben steigtwenige Saisonsunter 100 bis einige hundert Euro
Frame-PoolStahlrohrgestell mit Folienbeckenmehrere Saisonseinige hundert bis gut 1.000 Euro
Stahlwandpoolgebogene Stahlwand mit Innenfolie, auch teilweise eingelassenviele Jahreetwa 1.000 bis einige tausend Euro
HolzpoolHolzwände aus Nadelholz mit Innenfolieviele Jahre bei guter Pflegeeinige tausend Euro, große Modelle mehr

Die Preise schwanken stark nach Größe und Ausstattung und dienen nur der Orientierung. Günstige Sets sparen oft an der Filteranlage, die dann nachgekauft werden muss.

Quick-up- und Frame-Pools: der schnelle Einstieg

Quick-up-Pools sind die einfachste Variante. Ein aufblasbarer Ring am oberen Rand schwimmt beim Befüllen auf und zieht die Beckenwand hoch. Aufbau und Abbau gehen schnell, dafür ist die Folie empfindlich gegen spitze Gegenstände und Kinder, die sich auf den Rand setzen.

Frame-Pools haben ein Gestell aus Stahlrohren, in das eine kräftige Folienhülle eingehängt wird. Sie sind stabiler, es gibt sie rund und rechteckig und in Größen, in denen auch Erwachsene ein paar Züge schwimmen können. Beide Bauarten werden im Herbst abgebaut, gereinigt, gut getrocknet und frostfrei eingelagert.

Stahlwand- und Holzpools: für viele Jahre

Stahlwandpools bestehen aus einer gebogenen, beschichteten Stahlwand und einer eingehängten Innenfolie. Sie können frei stehen oder teilweise bis ganz in den Boden eingelassen werden, wobei für den Einbau meist ein Betonfundament und eine Hinterfüllung nötig sind. Sie bleiben ganzjährig stehen.

Holzpools haben eine Wand aus meist kesseldruckimprägniertem Nadelholz, etwa Kiefer oder Fichte, und eine Innenfolie. Sie wirken wohnlich, lassen sich mit einem Holzdeck zur Sitzfläche erweitern und können mit Gegenstromanlage oder eingebauter Technik ausgestattet werden. Holz, das Wind und Wetter ausgesetzt ist, braucht einen Holzschutz; worauf es dabei ankommt, erklärt der Beitrag Holz im Außenbereich richtig imprägnieren. Die Innenfolie altert durch UV-Licht und Pflegemittel und muss nach einigen Jahren ersetzt werden.

Den richtigen Platz finden

  • Eben und tragfähig: Ein Kubikmeter Wasser wiegt eine Tonne. Schon ein kleiner Pool bringt mehrere Tonnen auf den Boden. Der Untergrund muss absolut waagerecht sein, sonst verzieht sich das Becken. Rasen darunter stirbt ab und wird zur Stolperfalle.
  • Sonnig: Die Sonne ist die günstigste Heizung. Ein Platz mit mehreren Stunden Sonne am Tag hält das Wasser merklich wärmer.
  • Nicht unter Bäumen: Laub, Blüten und Pollen verschmutzen das Wasser und belasten den Filter.
  • Strom und Wasser in der Nähe: Die Filterpumpe braucht eine Steckdose, die im Außenbereich über einen FI-Schutzschalter abgesichert sein muss. Ein Wasserhahn in der Nähe erleichtert das Befüllen; mehr dazu unter Das Auslaufventil im Garten.
  • Einsehbar vom Haus aus, wenn Kinder im Haushalt leben.

Aufbau Schritt für Schritt

  1. Fläche vorbereiten. Grasnarbe abtragen, Steine und Wurzeln entfernen, Boden mit Richtscheit und Wasserwaage exakt abziehen. Bei größeren Becken empfiehlt sich eine verdichtete Sandschicht oder Platten.
  2. Bodenschutz auslegen. Ein Schutzvlies oder Bodenschutzmatten verhindern, dass Steinchen die Folie beschädigen.
  3. Becken aufbauen nach Anleitung, bei Frame- und Stahlwandpools meist zu zweit.
  4. Langsam befüllen und dabei Falten in der Folie glattstreichen, solange der Wasserstand niedrig ist.
  5. Filter anschließen und in Betrieb nehmen, erst danach mit der Wasserpflege beginnen.

Ob ein Aufstellpool baurechtlich zu genehmigen ist, regeln die Landesbauordnungen. Kleinere Becken sind in der Regel verfahrensfrei, bei großen Becken, fest eingelassenen Pools oder Überdachungen kann das anders sein. Im Zweifel gibt das Bauamt Ihrer Gemeinde Auskunft. Wie Sie die Umgebung des Beckens gestalten, zeigt der Beitrag Welches Material für die Poolumrandung?.

Filter und Wasserpflege

Ohne Filter kippt das Wasser in wenigen Tagen. Für Aufstellpools gibt es zwei gängige Systeme: Kartuschenfilter sind günstig und reichen für kleine Becken, die Kartusche muss aber oft ausgespült und regelmäßig ersetzt werden. Sandfilteranlagen sind leistungsfähiger und wartungsärmer, sie werden durch Rückspülen gereinigt. Als Faustregel sollte die Anlage das gesamte Beckenvolumen mehrmals am Tag umwälzen.

Zur Wasserpflege gehören die Kontrolle des pH-Werts, der idealerweise zwischen etwa 7,0 und 7,4 liegt, und eine Desinfektion, meist mit Chlor in der vom Hersteller angegebenen Dosierung. Messen Sie beides mit Teststreifen oder einem Testset mindestens einmal pro Woche, in heißen Wochen und bei vielen Badegästen häufiger. Eine Abdeckplane hält Schmutz fern, reduziert Verdunstung und hält die Wärme im Becken. Duschen vor dem Baden und ein Fußbad am Einstieg halten das Wasser länger sauber.

Sicherheit für Kinder

Schon wenige Zentimeter Wasser können für Kleinkinder gefährlich werden, und Ertrinken geschieht lautlos. Lassen Sie Kinder am Pool nie unbeaufsichtigt, auch nicht für einen kurzen Gang ins Haus. Entfernen Sie nach dem Baden die Leiter, decken Sie das Becken ab, und ziehen Sie bei Bedarf einen Zaun um den Pool. Chemikalien lagern verschlossen und außer Reichweite.

Den Pool winterfest machen

Quick-up- und Frame-Pools werden im Herbst entleert, gereinigt, vollständig getrocknet und frostfrei gelagert. Feuchte Folie, die zusammengelegt wird, schimmelt über den Winter. Stahlwand- und Holzpools bleiben meist stehen. Der Wasserstand wird nach Herstellerangabe unter die Einlaufdüsen abgesenkt, die Technik entleert und frostfrei untergebracht, und eine Winterabdeckung hält Laub fern. Ein Eisdruckpolster auf dem Wasser nimmt den Druck von gefrierendem Wasser auf die Wände. Weitere Tipps für die Winterpause gibt der Beitrag Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen.

Wer statt Chlor lieber natürliches Wasser möchte, findet eine Alternative im Beitrag Einen Schwimmteich anlegen.

Häufige Fragen

Wie viel kostet ein Aufstellpool?

Einfache Quick-up-Pools gibt es für unter 100 bis einige hundert Euro, Frame-Pools für einige hundert bis gut 1.000 Euro, Stahlwand- und Holzpools für einige tausend Euro. Dazu kommen Filter, Pflegemittel, Wasser und Strom.

Braucht man für einen Aufstellpool eine Baugenehmigung?

Kleinere Aufstellbecken sind in den meisten Bundesländern verfahrensfrei. Die genauen Grenzen regeln die Landesbauordnungen; bei großen oder eingelassenen Becken fragen Sie beim Bauamt nach.

Kann ein Aufstellpool im Winter draußen bleiben?

Stahlwand- und Holzpools ja, mit abgesenktem Wasserstand, entleerter Technik und Winterabdeckung. Quick-up- und Frame-Pools sollten abgebaut und trocken eingelagert werden.

Welcher Untergrund eignet sich für einen Aufstellpool?

Ein absolut ebener, tragfähiger Untergrund ohne Steine und Wurzeln, dazu ein Bodenschutzvlies. Auf Rasen direkt aufzustellen ist nicht zu empfehlen.

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