Brokkoli-Ernte kann mehrmals erfolgen
Inhalt10 Abschnitte
Brokkoli lässt sich tatsächlich mehrmals ernten: Schneiden Sie zuerst die Hauptblume ab, solange die Knospen fest geschlossen sind, und lassen Sie die Pflanze stehen – aus den Blattachseln wachsen dann über mehrere Wochen kleinere Seitenröschen nach. Voraussetzung sind ein nährstoffreicher Boden, gleichmäßige Feuchtigkeit und eine Ernte vor dem Aufblühen. Mit gestaffelten Pflanzungen reicht die Saison von Juni bis in den Herbst.

Steckbrief Brokkoli
Brokkoli ist eine Kohlform, bei der man nicht Blätter oder Kopf, sondern die noch geschlossenen Blütenknospen und die fleischigen Stiele isst. Er ist mit Blumenkohl eng verwandt, aber weniger empfindlich und im Garten dankbarer.
| Botanischer Name | Brassica oleracea var. italica |
| Familie | Kreuzblütler |
| Nährstoffbedarf | hoch (Starkzehrer) |
| Standort | sonnig, windgeschützt |
| Boden | tiefgründig, humos, gleichmäßig feucht, pH neutral bis leicht kalkhaltig |
| Aussaat | Vorkultur ab März, Direktsaat ab April bis Juni |
| Pflanzabstand | etwa 40–50 × 50 cm |
| Ernte | Juni bis Oktober, je nach Pflanztermin |
Standort und Boden vorbereiten
Brokkoli braucht Sonne, einen tiefgründigen, humosen Boden und viel Wasser. Als Starkzehrer verbraucht er reichlich Stickstoff. Arbeiten Sie im Frühjahr etwa drei bis fünf Liter reifen Kompost je Quadratmeter ein, auf mageren Böden zusätzlich Hornspäne.
Wichtig ist die Fruchtfolge: Auf demselben Beet sollten drei bis vier Jahre lang keine Kreuzblütler stehen, also kein Kohl, kein Kohlrabi, kein Rettich und keine Radieschen. Sonst reichern sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden an, vor allem die Kohlhernie. Wie Sie Beete sinnvoll planen, lesen Sie im Beitrag Gemüsegarten: gute Planung, passende Nachbarn finden Sie unter Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur. Gute Nachbarn für Kohl sind etwa Sellerie, Salat, Spinat und Buschbohnen.
Aussaat und Vorkultur
Für eine frühe Ernte ziehen Sie Brokkoli ab März auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vor. Säen Sie die Samen etwa 1 cm tief in Anzuchterde; bei 15–20 °C keimen sie nach wenigen Tagen. Danach stehen die Sämlinge heller und kühler, bei etwa 12–15 °C, damit sie nicht vergeilen. Nach zwei bis drei Wochen werden sie einzeln in Töpfe pikiert.
Nach etwa fünf bis sechs Wochen, wenn die Jungpflanzen vier bis sechs Laubblätter haben, kommen sie ins Beet. Direktsaat ins Freiland ist ab April möglich, sobald sich der Boden erwärmt hat; dann säen Sie mehrere Samen an eine Stelle und lassen später die kräftigste Pflanze stehen.
Pflanzen: wann und wie
Abgehärtete Jungpflanzen vertragen leichte Nachtfröste. Frühe Pflanzungen ab Mitte April schützen Sie mit einem Vlies, bis keine Fröste mehr zu erwarten sind. Wer die Saison verlängern will, pflanzt alle drei bis vier Wochen nach, bis etwa Mitte Juli. Die späten Sätze liefern im September und Oktober, oft die schönsten Köpfe, weil Brokkoli kühles Wetter mag.
Setzen Sie die Pflanzen etwas tiefer, als sie im Topf standen, bis knapp unter die ersten Blätter. Das gibt Standfestigkeit. Halten Sie etwa 40–50 cm Abstand in der Reihe und 50 cm zwischen den Reihen. Gießen Sie gründlich an.
Pflege: Wasser und Nährstoffe
Brokkoli braucht gleichmäßige Feuchtigkeit. Trockenstress führt dazu, dass die Pflanzen vorzeitig kleine Blütenstände bilden und schnell aufblühen, statt große Köpfe zu entwickeln. Gießen Sie in Trockenzeiten durchdringend, lieber seltener und kräftig als täglich ein wenig. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt hält den Boden feucht und unterdrückt Unkraut.
Etwa vier Wochen nach der Pflanzung ist eine Nachdüngung sinnvoll, organisch mit Hornspänen oder einem Gemüsedünger, alternativ mit verdünnter Brennnesseljauche. Nach der Ernte der Hauptblume folgt eine zweite, kleinere Gabe, damit die Seitentriebe kräftig nachwachsen. Häufeln Sie die Pflanzen im Laufe des Sommers leicht an, das verbessert die Standfestigkeit.
Schädlinge und Krankheiten
Brokkoli teilt die typischen Kohlprobleme:
- Kohlweißling und Kohleule: Die Raupen fressen Blätter und bohren sich in die Blütenstände. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten auf Eigelege. Mehr dazu unter Raupen im Garten bekämpfen.
- Kohlfliege: Ihre Maden fressen am Wurzelhals, die Pflanzen welken. Kohlkragen aus Pappe oder Filz um den Stiel verhindern die Eiablage.
- Erdflöhe: Winzige Käfer durchlöchern die Blätter junger Pflanzen, besonders bei Trockenheit. Feucht halten hilft.
- Mehlige Kohlblattlaus: Graue, wachsartige Kolonien an Blättern und Knospen. Früh mit Wasser abspritzen.
Das wirksamste Mittel gegen fast alle ist ein engmaschiges Kulturschutznetz, das Sie direkt nach dem Pflanzen über das Beet spannen und am Rand dicht abschließen. Zur Pflege und Ernte heben Sie es kurz an.
Die Kohlhernie wird oft als Pilzkrankheit bezeichnet, ist aber ein bodenbürtiger Einzeller. Befallene Pflanzen welken trotz feuchten Bodens, die Wurzeln zeigen knollige Wucherungen. Entfernen Sie solche Pflanzen mit Wurzel und entsorgen Sie sie im Restmüll. Die Sporen überdauern viele Jahre im Boden. Vorbeugen lässt sich nur mit weiter Fruchtfolge und einem nicht zu sauren Boden; zeigt eine Messung einen niedrigen pH-Wert, hilft eine Kalkung, siehe Den Gartenboden mit Kalk verbessern.
Die erste Ernte: die Hauptblume
Die Hauptblume ist je nach Sorte etwa zwei bis drei Monate nach der Pflanzung erntereif. Richtig ist der Zeitpunkt, wenn der Kopf fest und kompakt ist und die einzelnen Knospen dicht geschlossen und kräftig grün sind. Sobald sich die Knospen lockern oder gelb schimmern, beginnt die Blüte, und der Brokkoli wird faserig und verliert Aroma. Bei warmem Wetter geht das innerhalb weniger Tage, kontrollieren Sie dann täglich.
Schneiden Sie den Kopf mit einem scharfen Messer samt etwa 10–15 cm Stiel ab, am besten leicht schräg, damit kein Wasser auf der Schnittfläche stehen bleibt. Ernten Sie morgens, wenn die Pflanzen frisch sind. Der Stiel ist übrigens genauso essbar wie die Röschen, geschält schmeckt er ähnlich wie Kohlrabi.
Mehrmals ernten: die Seitentriebe
Nach dem Schnitt der Hauptblume bildet die Pflanze in den Blattachseln neue Triebe mit kleineren Blütenständen. Sie sind meist nur so groß wie ein Hühnerei oder kleiner, schmecken aber genauso gut. Ernten Sie diese Seitenröschen regelmäßig, sobald sie fest sind, dann treiben immer neue nach. Bei guter Versorgung geht das über mehrere Wochen, bei späten Sätzen bis zum ersten stärkeren Frost.
Besonders ergiebig sind Sorten, die von Natur aus viele Seitentriebe bilden, etwa der Sprossenbrokkoli. Er bildet statt eines großen Kopfes viele einzelne, schlanke Blütenstände und kann über lange Zeit beerntet werden. Sorten vom Typ Calabrese bilden dagegen einen großen Hauptkopf und weniger Nachtriebe.
Lagern und haltbar machen
Frischer Brokkoli hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks nur wenige Tage, eingeschlagen in ein feuchtes Tuch etwas länger. Für den Vorrat blanchieren Sie die Röschen zwei bis drei Minuten in kochendem Wasser, schrecken sie in Eiswasser ab und frieren sie ein. So bleiben Farbe und Biss erhalten. Wer weitere Kohlarten im Garten anbauen möchte, findet Anleitungen unter Rosenkohl aus dem eigenen Garten und Kohlrabi im Garten anbauen.
Häufige Fragen
Kann man Brokkoli mehrmals ernten?
Ja. Nach der Hauptblume wachsen aus den Blattachseln kleinere Seitentriebe, die Sie über mehrere Wochen ernten können. Lassen Sie die Pflanze dafür stehen und düngen Sie leicht nach.
Wann ist Brokkoli erntereif?
Wenn der Kopf fest ist und die Knospen dicht geschlossen und grün sind, meist zwei bis drei Monate nach der Pflanzung. Zeigen sich gelbe Blüten, ist er überreif.
Kann man aufgeblühten Brokkoli noch essen?
Ja, er ist nicht giftig. Er schmeckt aber strohiger und bitterer. Die Blüten selbst sind essbar und eignen sich als Salatdeko.
Warum bildet mein Brokkoli nur kleine Köpfe?
Meist liegt es an Trockenheit, Nährstoffmangel oder Hitze. Auch zu alte, im Topf verhärtete Jungpflanzen neigen dazu, früh kleine Köpfe zu bilden.



