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Garten-Ratgeber

Spargel im eigenen Garten anbauen und ernten

Gemüsevon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Grüner oder weißer Spargel?
  2. Standort und Boden
  3. Das Beet vorbereiten
  4. Spargel pflanzen: Schritt für Schritt
  5. Pflege in den ersten beiden Jahren
  6. Die Ernte: ab dem dritten Jahr
  7. Pflege nach der Ernte
  8. Schädlinge, Krankheiten und giftige Beeren
  9. Häufige Fragen

Spargel ist eine Anschaffung für viele Jahre: Einmal gepflanzt, liefert ein Beet zehn Jahre und länger jedes Frühjahr frische Stangen – die erste richtige Ernte gibt es allerdings erst im dritten Jahr. Für den Hausgarten ist Grünspargel die einfachere Wahl, weil er ohne Erddämme auskommt. Gepflanzt wird im April, geerntet wird ab dem dritten Jahr von April bis spätestens zum 24. Juni.

Spargelkraut mit roten Beeren im Sommer nach der Erntezeit
Spargelkraut mit roten Beeren im Sommer nach der Erntezeit

Grüner oder weißer Spargel?

Grüner und weißer Spargel sind dieselbe Pflanze (Asparagus officinalis), oft sogar dieselben Sorten. Der Unterschied liegt in der Kultur: Weißer Spargel wächst unter einem Erddamm im Dunkeln und wird gestochen, bevor die Spitze ans Licht kommt. Grünspargel wächst frei ans Licht, bildet Blattgrün und wird oberirdisch geschnitten.

MerkmalGrünspargelWeißer Spargel
Anbauohne Dämme, flachErddämme von etwa 30–40 cm Höhe
Bodensandig bis lehmig-sandigmöglichst leicht und sandig, damit die Stangen gerade wachsen
Ernteschneiden, wenn die Stangen etwa 20 cm lang sindstechen, sobald die Spitze die Oberfläche anhebt, oft täglich
Aufwandgeringhoch
Geschmackkräftiger, würzigermilder, feiner

Für einen Hausgarten mit normalem Boden ist Grünspargel deshalb die klare Empfehlung.

Standort und Boden

Spargel braucht einen sonnigen, warmen Platz und einen lockeren, durchlässigen Boden, der sich im Frühjahr schnell erwärmt. Sandige bis sandig-lehmige Böden sind ideal, ein pH-Wert im schwach sauren bis neutralen Bereich ebenfalls. Staunässe verträgt er nicht; auf schwerem Lehm faulen die Wurzeln. Dort lohnt ein erhöhtes Beet oder eine großzügige Beimischung von grobem Sand.

Da das Beet viele Jahre an derselben Stelle bleibt, sollte es außerhalb der Fruchtfolge liegen, etwa am Rand des Gemüsegartens, wo es beim Umgraben nicht stört. Planen Sie es so, dass das hohe Spargelkraut im Sommer keine anderen Beete beschattet. Hinweise zur Beetplanung finden Sie unter Gemüsegarten planen. Auch der Rhabarber braucht einen solchen Dauerplatz.

Das Beet vorbereiten

Beginnen Sie im Herbst vor der Pflanzung. Graben Sie die Fläche tief um, entfernen Sie alle Wurzelunkräuter und arbeiten Sie reichlich reifen Kompost ein. Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch sind im Spargelbeet besonders lästig, weil man später nicht mehr umgraben kann. Eine Gründüngung mit Leguminosen wie Lupinen im Jahr vor der Pflanzung lockert den Boden zusätzlich und reichert ihn mit Humus an; mehr dazu im Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.

Spargel pflanzen: Schritt für Schritt

Gepflanzt werden einjährige Spargelwurzeln, sogenannte Spargelkronen oder Spargelpflanzen, im April, wenn der Boden abgetrocknet ist. Bevorzugen Sie rein männliche Sorten: Sie bilden keine Beeren, stecken die Kraft in die Stangen und bringen deutlich mehr Ertrag.

  1. Gräben ausheben. Für Grünspargel etwa 20–25 cm tief, für weißen Spargel etwa 30 cm, jeweils rund zwei Spatenblätter breit. Zwischen den Gräben 1–1,2 m Abstand lassen.
  2. Sohle vorbereiten. Lockern Sie die Grabensohle und geben Sie eine etwa 10 cm dicke Schicht aus Kompost und grobem Sand hinein.
  3. Hügel formen. Schütten Sie alle 30–40 cm einen kleinen Hügel auf.
  4. Pflanzen setzen. Setzen Sie die Pflanzen auf die Hügel und breiten Sie die Wurzeln sternförmig nach allen Seiten aus.
  5. Bedecken. Decken Sie die Pflanzen so ab, dass die Knospen etwa 5 cm unter der Erde liegen, und gießen Sie gut an.
  6. Graben schrittweise füllen. Der Graben wird nicht sofort ganz gefüllt. Geben Sie im Laufe des ersten Sommers nach und nach Erde nach, während die Triebe wachsen, bis der Graben im Herbst eben ist.

Pflege in den ersten beiden Jahren

In den ersten beiden Jahren wird nicht geerntet. Die Pflanze muss erst einen kräftigen Wurzelstock aufbauen, und das gelingt nur über das grüne Laub. Lassen Sie das Spargelkraut deshalb den ganzen Sommer wachsen. Halten Sie das Beet unkrautfrei, gießen Sie bei Trockenheit und mulchen Sie den Boden mit Grasschnitt oder gehäckseltem Material.

Im Spätherbst, wenn das Kraut gelb und braun geworden ist, schneiden Sie es bodennah ab. Früher abgeschnitten, fehlen der Pflanze die Reserven fürs nächste Jahr. Im Frühjahr geben Sie eine Schicht reifen Kompost auf das Beet. Wie Sie guten Kompost herstellen, erklärt So legst du deinen eigenen Kompost an.

Die Ernte: ab dem dritten Jahr

Im dritten Jahr beginnt die Ernte, zunächst vorsichtig über etwa vier Wochen, ab dem vierten Jahr über die volle Saison. Grünspargel schneiden Sie, wenn die Stangen etwa 20 cm lang sind und die Köpfe noch geschlossen, mit einem scharfen Messer knapp über oder knapp unter der Erdoberfläche. Weißer Spargel wird täglich kontrolliert und gestochen, sobald die Spitze Risse in die Dammoberfläche drückt.

Ernten Sie am besten morgens, wenn die Stangen kühl und saftig sind. Bis zur Zubereitung halten sie sich in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank einige Tage; Grünspargel können Sie auch aufrecht in ein Glas mit etwas Wasser stellen.

Spätestens am 24. Juni, dem Johannistag, ist Schluss. Danach muss die Pflanze die restliche Saison über Laub bilden und Reserven für das nächste Jahr einlagern. Wer länger erntet, schwächt das Beet dauerhaft.

Pflege nach der Ernte

Nach dem Ende der Ernte düngen Sie das Beet mit Kompost oder einem organischen Dünger wie Hornspänen und lassen das Kraut wachsen. Beim weißen Spargel werden die Dämme eingeebnet. Mulchen Sie den Boden im Sommer, gießen Sie bei Trockenheit und schneiden Sie das Kraut erst im Spätherbst ab, wenn es vergilbt ist.

Schädlinge, Krankheiten und giftige Beeren

  • Spargelhähnchen. Kleine rot-blaue Käfer und ihre grauen Larven fressen am Spargelkraut. Absammeln hilft bei kleinen Beeten gut.
  • Spargelfliege. Ihre Maden fressen in den Stangen, die sich dann verkrümmen. Befallene Triebe entfernen.
  • Spargelrost. Rostbraune Pusteln auf dem Laub im Sommer. Befallenes Kraut im Herbst abschneiden und über den Hausmüll entsorgen.

Weibliche Pflanzen tragen nach der Blüte rote Beeren. Die Beeren sind giftig und für Kinder verlockend; außerdem keimen die Samen und verunkrauten das Beet. Auch aus diesem Grund sind männliche Sorten vorteilhaft.

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Spargel?

Im April, wenn der Boden abgetrocknet und etwas erwärmt ist. Das Beet bereiten Sie am besten schon im Herbst vor.

Wann kann man Spargel zum ersten Mal ernten?

Im dritten Jahr nach der Pflanzung, zunächst nur wenige Wochen. Ab dem vierten Jahr wird die volle Saison geerntet.

Warum erntet man Spargel nur bis zum 24. Juni?

Danach braucht die Pflanze ihr Laub, um Reserven für das nächste Jahr zu bilden. Wer länger erntet, schwächt das Beet.

Wie lange trägt ein Spargelbeet?

Bei guter Pflege zehn Jahre und länger. Danach lässt der Ertrag nach, und ein neues Beet an anderer Stelle lohnt sich.

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