Rosenkohl im Garten anbauen: Pflanzung, Pflege und Winterernte
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Rosenkohl ist ein Gemüse für Geduldige: Gesät wird im April, gepflanzt Ende Mai bis Anfang Juni, geerntet ab Oktober und – je nach Sorte und Winter – bis in den Februar oder März. Dazwischen braucht er viel Platz, reichlich Nährstoffe und einen festen Boden. Dafür liefert er frisches Gemüse zu einer Zeit, in der sonst kaum etwas im Beet steht.

Steckbrief Rosenkohl
| Botanischer Name | Brassica oleracea var. gemmifera |
| Familie | Kreuzblütler |
| Wuchshöhe | etwa 60–100 cm |
| Aussaat | April, Vorkultur oder Saatbeet |
| Pflanzung | Ende Mai bis Mitte Juni |
| Ernte | Oktober bis Februar/März, je nach Sorte |
| Abstand | etwa 60 × 60 cm |
| Nährstoffbedarf | Starkzehrer |
| Standort | sonnig bis leicht halbschattig, offen, aber nicht sturmexponiert |
Herkunft und Eigenart
Rosenkohl ist eine vergleichsweise junge Kohlform. Er wurde vermutlich in der Gegend um Brüssel gezüchtet, daher die Namen Brüsseler Kohl und im Englischen Brussels sprouts, und ist seit dem 18. Jahrhundert gut belegt. Gegessen werden die kleinen Knospen, die in den Blattachseln am hohen Stängel sitzen. Auch die Blattrosette an der Spitze lässt sich wie Grünkohl verwenden.
Dass Rosenkohl nach Frost milder schmeckt, hat einen einfachen Grund: Bei Kälte baut die Pflanze Stärke zu Zucker ab und verbraucht ihn langsamer. Moderne Sorten schmecken allerdings auch ohne Frost mild, bei ihnen ist die Frostregel weniger wichtig als bei alten Sorten.
Aussaat und Anzucht
Säen Sie im April in Töpfe, Multitopfplatten oder in ein Saatbeet im Freien, etwa 1 cm tief. Die Samen keimen schon bei kühlen Temperaturen; zu warm gezogene Pflanzen werden lang und schwach. Aus Multitopfplatten wachsen die Pflanzen mit Ballen besser an. Nach fünf bis sechs Wochen, wenn sie vier bis sechs Blätter haben, sind sie pflanzfertig.
Wer keine eigene Anzucht betreiben möchte, kauft Jungpflanzen im Mai. Achten Sie auf kräftige, gedrungene Pflanzen ohne verdickte Wurzeln, denn Knoten an den Wurzeln können ein Zeichen für Kohlhernie sein.
Standort, Boden und Pflanzung
Rosenkohl braucht einen sonnigen Platz und einen nährstoffreichen, eher festen Boden. In lockerer, frisch umgegrabener Erde stehen die hohen Pflanzen unsicher, und die Röschen bleiben locker und offen statt fest. Bereiten Sie das Beet deshalb schon im Herbst oder frühen Frühjahr vor, arbeiten Sie reichlich Kompost ein und lassen Sie den Boden sich setzen. Kohl mag einen pH-Wert im neutralen Bereich; auf sauren Böden ist nach Messung eine Kalkgabe sinnvoll, siehe Gartenboden mit Kalk verbessern.
Pflanzen Sie mit etwa 60 cm Abstand in alle Richtungen und setzen Sie die Jungpflanzen etwas tiefer, als sie im Topf standen. Drücken Sie die Erde fest an und gießen Sie gründlich. In der Fruchtfolge darf Rosenkohl nicht auf andere Kreuzblütler folgen, also nicht auf Kohl, Radieschen, Rettich, Rucola oder Senf als Gründüngung; mindestens drei, besser vier Jahre Pause beugen der Kohlhernie vor. Wie Sie das über mehrere Beete organisieren, erklärt Gemüsegarten planen.
Pflege im Sommer und Herbst
Rosenkohl wächst im Sommer vor allem in die Höhe und in die Blätter. In dieser Zeit braucht er gleichmäßig Wasser und ausreichend Nährstoffe. Zusätzlich zur Kompostgabe können Sie im Juni und Juli einen organischen Dünger geben. Ab etwa August sollte nicht mehr stickstoffreich gedüngt werden, sonst bleiben die Röschen weich und frostempfindlich.
Häufeln Sie die Pflanzen im Sommer etwas an und geben Sie in windigen Lagen jeder Pflanze einen Stab, denn schwere Stängel kippen bei Herbststürmen leicht um. Lassen Sie die Blätter am Stängel stehen; sie versorgen die Pflanze und schützen die Röschen. Nur vergilbte untere Blätter können Sie entfernen.
Entspitzen: gleichmäßigere Röschen
Im September oder Anfang Oktober, wenn die unteren Röschen etwa erbsen- bis haselnussgroß sind, können Sie die Triebspitze samt Blattschopf ausbrechen. Die Pflanze wächst dann nicht mehr in die Höhe und steckt ihre Kraft in die vorhandenen Röschen, die gleichmäßiger und früher reifen. Entspitzen lohnt sich vor allem, wenn Sie früh und auf einmal ernten möchten. Für eine lange Ernte bis in den Spätwinter lassen Sie die Spitze stehen, dann reifen die Röschen nach und nach von unten nach oben. Die ausgebrochene Spitze ist als Gemüse verwendbar.
Schädlinge und Krankheiten
Rosenkohl teilt die Probleme aller Kohlarten:
- Kohlweißling und Kohleule. Ihre Raupen fressen Löcher in die Blätter. Ein engmaschiges Kulturschutznetz über der jungen Kultur hält die Falter ab; einzelne Raupen und Eigelege lassen sich absammeln. Mehr dazu unter Raupen im Garten bekämpfen.
- Mehlige Kohlblattlaus. Graue, wachsartige Kolonien, oft tief in den Röschen. Früh abspülen und befallene Blätter entfernen.
- Kohlfliege. Die Maden fressen an den Wurzeln junger Pflanzen, die dann welken. Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung hilft.
- Kohlhernie. Ein Bodenerreger, der knollige Wucherungen an den Wurzeln verursacht; die Pflanzen kümmern und welken bei Sonne. Die Dauersporen halten viele Jahre im Boden. Nur weite Fruchtfolge, ein nicht zu saurer Boden und gesunde Jungpflanzen beugen vor.
Ernte im Winter
Geerntet wird von unten nach oben, sobald die Röschen fest geschlossen sind und etwa 2–4 cm Durchmesser haben. Brechen Sie sie seitlich ab oder schneiden Sie sie mit einem Messer ab. Pflücken Sie laufend die jeweils reifen Röschen, dann wachsen die oberen nach. Rosenkohl kann bei trockenem Frost im Beet stehen bleiben. Geerntet wird bei frostfreiem Wetter, gefrorene Röschen tauen Sie langsam auf.
Wie lange die Pflanzen im Beet ausharren, hängt von Sorte und Winter ab: Winterharte Sorten überstehen mäßigen Frost über längere Zeit, strenge Kahlfröste schädigen aber auch sie. Bei angekündigtem starken Frost können Sie ganze Stängel ernten und in einem kühlen Raum aufhängen oder in Eimer mit etwas Wasser stellen. Frisch geerntete Röschen halten im Kühlschrank einige Tage, blanchiert lassen sie sich gut einfrieren.
Sorten
Unterschieden wird nach Reifezeit: frühe Sorten für die Ernte ab September/Oktober, mittlere für November und Dezember, späte für die Ernte bis in den Spätwinter. Zu den bekannten, samenfesten Sorten gehören ‘Hilds Ideal’, eine späte, frostharte Sorte, ‘Roodnerf’, ebenfalls spät und robust, und ‘Falstaff’ mit violetten Röschen, die ihre Farbe beim Garen weitgehend behalten. Hybridsorten (F1) reifen gleichmäßiger und sind häufig resistent gegen einzelne Krankheiten, etwa Kohlhernie – ein Vorteil, wenn der Erreger im Garten schon vorkommt. Wer Kohl in größerem Umfang anbaut, findet unter Brokkoli, der mehrmals geerntet werden kann und Kohlrabi im Garten anbauen passende Verwandte.
Häufige Fragen
Wann pflanzt man Rosenkohl?
Ende Mai bis Mitte Juni, nach einer Aussaat im April. Späteres Pflanzen verkürzt die Zeit bis zum Herbst, und die Röschen bleiben klein.
Warum sind meine Röschen locker und offen?
Häufige Ursachen sind ein zu lockerer Boden, zu viel Stickstoff im Spätsommer oder Trockenheit während der Röschenbildung.
Muss Rosenkohl Frost bekommen?
Nicht zwingend. Frost macht alte Sorten milder, moderne Sorten schmecken auch ohne Frost gut.
Wie lange kann Rosenkohl im Beet bleiben?
Bei winterharten Sorten und mäßigem Frost bis in den Februar oder März. Bei strengem Kahlfrost besser ernten.



