Gesunder Paprika aus dem eigenen Garten
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Paprika braucht vor allem eines: eine lange, warme Saison. Gesät wird im Februar oder März im Haus, gepflanzt nach den Eisheiligen Mitte Mai, geerntet von Juli bis zum ersten Frost. Am sichersten gelingt der Anbau im Gewächshaus oder im Kübel an einer warmen Hauswand; im offenen Beet klappt es mit frühen, robusten Sorten in warmen Lagen ebenfalls.

Gemüsepaprika im Steckbrief
| Botanischer Name | Capsicum annuum, Nachtschattengewächs (Solanaceae) |
| Wuchshöhe | je nach Sorte 40–100 cm |
| Aussaat | Mitte Februar bis Mitte März im Haus, Keimtemperatur 22–28 °C |
| Auspflanzen | nach den Eisheiligen, Nächte nicht unter etwa 10 °C |
| Abstand | etwa 40–50 cm in alle Richtungen |
| Standort | vollsonnig, warm, windgeschützt |
| Boden | humos, nährstoffreich, locker, gleichmäßig feucht |
| Ernte | Juli bis Oktober |
Paprika und Chili: mild gezüchtet aus scharfen Vorfahren
Paprika stammt aus Mittel- und Südamerika. Die großen, milden Gemüsepaprika sind das Ergebnis von Züchtung: Sie enthalten kaum oder kein Capsaicin, den Stoff, der Chilis scharf macht. Botanisch gehören Gemüsepaprika, Spitzpaprika, Peperoni und viele Chilis zur selben Art Capsicum annuum. Wer es scharf mag, findet Hinweise im Beitrag Feurige Chili im Topf anpflanzen.
Grüne Paprika sind unreif geerntete Früchte. Lässt man sie hängen, färben sie sich je nach Sorte rot, gelb, orange, violett oder fast schwarz und werden dabei süßer. Rote, vollreife Paprika gehören zu den Vitamin-C-reichsten Gemüsen und enthalten mehr davon als Orangen oder Zitronen.
Aussaat und Anzucht auf der Fensterbank
Paprika braucht von der Saat bis zur ersten Ernte etwa vier bis fünf Monate. Säen Sie deshalb zwischen Mitte Februar und Mitte März. Frühere Saaten bringen im lichtarmen Januar oft nur lange, dünne Pflanzen.
- Säen. Legen Sie die Samen in Aussaaterde und bedecken Sie sie etwa 0,5 cm hoch.
- Warm halten. Bei 22–28 °C keimen sie nach ein bis drei Wochen. Ein Zimmergewächshaus mit Haube hält die Feuchte, täglich lüften.
- Hell und etwas kühler stellen. Nach dem Keimen brauchen die Sämlinge den hellsten Platz im Haus bei etwa 18–22 °C. Bei Lichtmangel hilft eine Pflanzenlampe.
- Pikieren. Mit dem ersten echten Blattpaar setzen Sie die Sämlinge einzeln in 9–10-cm-Töpfe mit Gemüseerde und später gegebenenfalls noch einmal in größere Töpfe.
- Abhärten. Ab Anfang Mai stellen Sie die Pflanzen tagsüber ins Freie, zunächst in den Schatten, damit sich die Blätter an Sonne und Wind gewöhnen.
Wer keine eigenen Pflanzen ziehen möchte, kauft im Mai kräftige, gedrungene Jungpflanzen mit dunkelgrünem Laub, am besten schon mit ersten Blütenknospen.
Der richtige Standort: Wärme über lange Zeit
Paprika wächst am besten bei Tagestemperaturen um 20–25 °C. Kalte Nächte unter etwa 10 °C bremsen das Wachstum deutlich und führen zu Blütenfall, sehr hohe Temperaturen über etwa 30 °C ebenfalls. Nicht die Spitzenhitze, sondern eine lange, gleichmäßig warme Saison entscheidet über die Ernte.
Im Gewächshaus oder Folientunnel ist der Anbau am sichersten. Lüften Sie dort an heißen Tagen konsequent, sonst wirft die Pflanze Blüten und Knospen ab. Im Kübel kann die Paprika an den wärmsten Platz des Gartens umziehen, etwa vor eine Südwand; das Gefäß sollte mindestens 10 Liter fassen. Wie Sie Kübel richtig anlegen, erklärt der Beitrag Kübel richtig bepflanzen. Im Freiland wählen Sie einen vollsonnigen, windgeschützten Platz und Sorten, die als früh reifend oder für den Freilandanbau geeignet beschrieben sind. Ein Vlies in kühlen Nächten zu Beginn der Saison gibt zusätzliche Sicherheit.

Paprika pflanzen
Bereiten Sie das Beet mit reichlich reifem Kompost und etwas organischem Dünger vor. Paprika ist ein Mittel- bis Starkzehrer. Pflanzen Sie mit etwa 40–50 cm Abstand in alle Richtungen, so etwas tiefer, als sie im Topf standen, und gießen Sie gründlich an. Bei hohen Sorten oder solchen mit großen Früchten stecken Sie gleich beim Pflanzen einen Stab dazu, an dem Sie den Haupttrieb locker anbinden. Nach einigen Wochen häufeln Sie die Pflanzen leicht an, das gibt zusätzlichen Halt.
Gießen und Düngen
Paprika braucht gleichmäßige Feuchte, verträgt aber keine Staunässe. Gießen Sie morgens und direkt an die Wurzeln, damit die Blätter trocken bleiben; nasse Blätter über Nacht begünstigen Pilzkrankheiten. Lassen Sie die Oberfläche zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen. Eine Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt hält die Feuchte im Boden.
Paprika reagiert empfindlich auf hohe Salzkonzentrationen im Boden. Düngen Sie deshalb lieber häufiger in niedriger Dosis als selten und viel. Ab etwa zwei Wochen nach der Pflanzung genügt alle zwei Wochen eine Gabe Tomaten- oder Gemüsedünger mit betontem Kaliumanteil. Im Beet bewährt sich auch verdünnte Brennnesseljauche. Zu viel Stickstoff fördert Laub auf Kosten der Früchte.
Königsblüte, Stützen und Ausgeizen
Die erste Blüte in der obersten Verzweigung, die sogenannte Königsblüte, brechen viele Gärtner aus. Die Pflanze investiert dann zunächst in Wachstum und Verzweigung, später tragen mehr Früchte. Ausgegeizt wie Tomaten wird Paprika im Hausgarten meist nicht; es genügt, schwache Triebe im Inneren zu entfernen, wenn die Pflanze sehr dicht wird. Früchte sind schwer: Binden Sie fruchttragende Triebe rechtzeitig an, damit sie nicht abbrechen.
Ernte
Die ersten Früchte sind ab Juli erntereif. Grüne Paprika können Sie ernten, sobald die Frucht ihre sortentypische Größe erreicht hat und sich fest anfühlt. Voll ausgefärbt schmecken sie deutlich süßer und aromatischer, brauchen dafür aber mehrere Wochen länger. Schneiden Sie die Früchte mit einem Messer oder einer Schere ab, statt sie abzubrechen; die Triebe sind brüchig. Regelmäßiges Ernten fördert den Ansatz neuer Früchte. Vor dem ersten Frost ernten Sie alles; grüne Früchte reifen im Haus kaum noch nach.
Schädlinge, Krankheiten und Fruchtfolge
Paprika ist anfällig für Blattläuse, die sich an Triebspitzen und Blattunterseiten schnell vermehren. Kontrollieren Sie regelmäßig und spülen Sie sie früh mit Wasser ab; mehr dazu unter Schädlingsbekämpfung im Garten. Im Gewächshaus kommen Spinnmilben und Weiße Fliegen hinzu, begünstigt durch trockene, heiße Luft. Braune, eingesunkene Stellen an der Fruchtspitze sind meist Blütenendfäule, eine Folge unregelmäßiger Wasserversorgung, nicht eines Erregers.
Paprika, Tomaten, Auberginen und Kartoffeln sind Nachtschattengewächse und teilen sich Krankheiten und Schädlinge. Bauen Sie Paprika deshalb nicht dort an, wo im Vorjahr eine dieser Kulturen stand, und wechseln Sie jedes Jahr das Beet. Gute Nachbarn sind Möhren, Zwiebeln, Salat, Spinat und Kohlrabi; Einzelheiten stehen im Beitrag Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.
Häufige Fragen
Wann kann man Paprika pflanzen?
Ins Freie nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn die Nächte nicht mehr unter etwa 10 °C fallen. Ins Gewächshaus kann Paprika einige Wochen früher.
Wann muss man Paprika aussäen?
Zwischen Mitte Februar und Mitte März im Haus bei 22–28 °C.
Kann man Paprika im Kübel anbauen?
Ja, sehr gut. Ein Gefäß ab etwa 10 Litern an einem warmen, sonnigen Platz genügt. Im Kübel muss häufiger gegossen und gedüngt werden als im Beet.
Warum wirft meine Paprika die Blüten ab?
Meist wegen kalter Nächte, großer Hitze, Trockenheit oder zu viel Stickstoff. Gleichmäßiges Gießen und ein warmer, gut gelüfteter Standort helfen.



