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Garten-Ratgeber

Anbau und Pflege der Zucchini

Gemüsevon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Steckbrief Zucchini
  2. Zucchini vorziehen
  3. Standort, Boden und Pflanzabstand
  4. Gießen, Mulchen und Düngen
  5. Blüten und Bestäubung: wenn keine Früchte kommen
  6. Ernten: klein ist besser
  7. Achtung: bittere Zucchini sind giftig
  8. Krankheiten und Schädlinge
  9. Zucchini im Kübel
  10. Häufige Fragen

Zucchini sind eines der ergiebigsten Gemüse im Garten: Ab Mitte bis Ende April auf der Fensterbank vorgezogen und nach den Eisheiligen Mitte Mai ausgepflanzt, liefern schon zwei, drei Pflanzen von Juli bis zum ersten Frost mehr Früchte, als ein Haushalt essen kann. Sie brauchen Sonne, einen nährstoffreichen Boden, viel Wasser und etwa einen Quadratmeter Platz je Pflanze. Eine wichtige Regel vorab: Bitter schmeckende Zucchini niemals essen.

Zucchinipflanze mit großen Blättern und gelber Blüte im Beet
Zucchinipflanze mit großen Blättern und gelber Blüte im Beet

Steckbrief Zucchini

Botanischer NameCucurbita pepo (Gartenkürbis), Zucchini-Gruppe
FamilieKürbisgewächse
Wuchseinjährig, meist buschig, einzelne Sorten rankend
Platzbedarfetwa 1 m² je Pflanze
AussaatVorkultur ab Mitte/Ende April, Direktsaat ab Mitte Mai
Pflanzungnach den Eisheiligen, frostfrei
Ernteetwa Juli bis Oktober
Standortsonnig, warm, windgeschützt
Bodenhumos, nährstoffreich, gleichmäßig feucht
Winterhärtenicht frosthart
GiftigkeitFrüchte und Blüten essbar; bitter schmeckende Früchte enthalten giftige Cucurbitacine

Zucchini vorziehen

Zucchini brauchen zum Keimen Wärme, etwa 20–25 °C. Die Vorkultur beginnt Mitte bis Ende April, nicht früher – sonst sind die Pflanzen zur Pflanzzeit zu groß und vergeilt. Legen Sie je ein bis zwei Samen etwa 2 cm tief in einen Topf mit 8–10 cm Durchmesser und stellen Sie ihn an einen hellen, warmen Platz. Nach einer Woche keimen die Samen; bei zwei Keimlingen bleibt der kräftigere stehen.

Einweichen über Nacht kann die Keimung etwas beschleunigen, ist aber nicht nötig. Nach etwa drei bis vier Wochen haben die Jungpflanzen zwei bis drei echte Blätter und sind bereit für den Garten. Vor dem Auspflanzen gewöhnen Sie sie einige Tage an Sonne und Wind, indem Sie sie tagsüber nach draußen stellen.

Wer nicht vorziehen möchte, sät ab Mitte Mai direkt ins Beet, wenn der Boden warm ist. Die Ernte beginnt dann einige Wochen später.

Standort, Boden und Pflanzabstand

Zucchini wollen einen sonnigen, warmen und etwas windgeschützten Platz. Der Boden sollte humos, locker und nährstoffreich sein; arbeiten Sie vor der Pflanzung reichlich reifen Kompost ein. Zucchini gehören zu den Starkzehrern und gedeihen sogar direkt am oder auf dem Komposthaufen, siehe So legst du deinen eigenen Kompost an.

Gepflanzt wird nach den Eisheiligen, wenn keine Nachtfröste mehr drohen – in milden Lagen etwas früher, in rauen Lagen eher Ende Mai. Der Abstand beträgt etwa 80–100 cm in alle Richtungen. Das wirkt anfangs verschwenderisch, doch die großen Blätter füllen den Platz schnell. Zu eng gesetzte Pflanzen trocknen nach Regen schlecht ab und bekommen eher Mehltau. Setzen Sie die Pflanzen nicht tiefer als im Topf und gießen Sie sie gut an.

Zucchini sollten nicht jedes Jahr am selben Platz und nicht nach anderen Kürbisgewächsen wie Gurken oder Kürbis stehen. Gute Nachbarn sind Bohnen, Zwiebeln, Mais und Kapuzinerkresse. Mehr zu passenden Kombinationen im Beitrag Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.

Gießen, Mulchen und Düngen

Zucchini brauchen viel und gleichmäßig Wasser, vor allem sobald die Früchte wachsen. Gießen Sie morgens direkt an den Wurzelbereich und möglichst nicht über die Blätter, denn nasses Laub fördert Mehltau. Bei Hitze kann tägliches Gießen nötig sein.

Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und verhindert, dass Früchte direkt auf nasser Erde liegen und faulen. Zusätzlich zum Kompost bei der Pflanzung können Sie im Sommer ein- bis zweimal mit einem organischen Dünger oder verdünnter Brennnesseljauche nachdüngen. Zu viel Stickstoff fördert allerdings vor allem Blätter und macht die Pflanzen anfälliger.

Blüten und Bestäubung: wenn keine Früchte kommen

Zucchini tragen männliche und weibliche Blüten an derselben Pflanze. Männliche Blüten sitzen auf einem langen, dünnen Stiel; weibliche erkennen Sie am kleinen Fruchtansatz direkt unter der Blüte. Zu Beginn der Saison bildet die Pflanze oft zuerst nur männliche Blüten – das ist normal.

Bestäubt werden die Blüten von Hummeln und Bienen. Bei kühlem, regnerischem Wetter oder auf dem Balkon fliegen oft zu wenige Insekten; dann welken die kleinen Früchte an der Spitze und fallen ab. Helfen Sie dann von Hand nach: Pflücken Sie morgens eine frisch geöffnete männliche Blüte, entfernen Sie die Blütenblätter und tupfen Sie die Staubbeutel auf die Narbe in der Mitte der weiblichen Blüte. Eine männliche Blüte reicht für mehrere weibliche.

Auch die Blüten selbst sind essbar, gefüllt oder frittiert. Ernten Sie dafür vor allem männliche Blüten und lassen Sie immer einige zur Bestäubung stehen.

Ernten: klein ist besser

Die ersten Früchte sind etwa sechs bis acht Wochen nach der Pflanzung erntereif, meist ab Juli. Ernten Sie Zucchini mit etwa 15–25 cm Länge, dann sind sie zart, haben kleine Kerne und das beste Aroma. Schneiden Sie die Frucht mit einem Messer am Stiel ab, statt sie abzudrehen.

Regelmäßiges Ernten fördert die Bildung neuer Früchte. Bleiben einzelne Zucchini übersehen, wachsen sie in wenigen Tagen zu keulenartigen Riesen heran, die wässrig schmecken und die Pflanze Kraft kosten. Bei guter Pflege tragen die Pflanzen bis zum ersten Frost. Wer Platz sparen muss, pflanzt eine kompakte Buschsorte oder zieht rankende Sorten an einem stabilen Gerüst in die Höhe.

Achtung: bittere Zucchini sind giftig

Zucchini enthalten normalerweise keine nennenswerten Bitterstoffe. Schmeckt eine Frucht bitter, enthält sie Cucurbitacine, die schwere Magen-Darm-Vergiftungen verursachen können. Solche Früchte gehören in den Müll, nicht auf den Kompost – auch Kochen macht sie nicht unbedenklich.

Die häufigste Ursache sind selbst gewonnene Samen: Zucchini kreuzen sich leicht mit Zierkürbissen oder anderen Kürbisgewächsen in der Nachbarschaft. Die Früchte dieses Jahres bleiben davon unberührt, aber aus den Samen können im nächsten Jahr Pflanzen mit bitteren Früchten wachsen. Kaufen Sie deshalb am besten jedes Jahr frisches Saatgut. Auch starker Hitze- und Trockenstress kann die Bildung von Bitterstoffen begünstigen. Probieren Sie im Zweifel vor dem Kochen ein kleines Stück roh und spucken Sie es bei bitterem Geschmack aus.

Krankheiten und Schädlinge

Echter Mehltau ist der häufigste Gast: Ab dem Hochsommer überziehen weiße, mehlige Beläge die Blätter. Entfernen Sie befallene Blätter früh, gießen Sie nicht über das Laub und halten Sie genug Abstand. Gegen Ende der Saison ist etwas Mehltau kaum zu vermeiden und beeinträchtigt die Ernte wenig. Bei starkem Befall helfen zugelassene Mittel aus dem Fachhandel; sortenseitig gibt es mehltautolerante Züchtungen.

Schnecken fressen besonders junge Pflanzen kahl. Schützen Sie Jungpflanzen in den ersten Wochen, etwa mit einem Schneckenzaun oder abendlichem Absammeln, siehe Einen Schneckenzaun errichten. Faulende Früchte entstehen vor allem durch Nässe und fehlende Bestäubung; entfernen Sie welke Blütenreste von den Fruchtspitzen und legen Sie Stroh unter.

Zucchini im Kübel

Auch auf Balkon und Terrasse gedeihen Zucchini, wenn der Kübel groß genug ist – mindestens etwa 40–60 Liter. Verwenden Sie hochwertige Gemüseerde, gießen Sie im Sommer täglich und düngen Sie regelmäßig nach. Kompakte Buschsorten eignen sich am besten. Bei der Bestäubung müssen Sie auf dem Balkon häufiger von Hand helfen. Verwandte Kulturen stellt der Beitrag Kürbis im heimischen Garten anbauen vor.

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Zucchini ins Freie?

Nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Vorgezogen wird ab Mitte bis Ende April.

Wie viele Zucchinipflanzen braucht man?

Für einen Haushalt mit zwei bis vier Personen reichen meist zwei bis drei Pflanzen. Eine gut versorgte Pflanze liefert über den Sommer zahlreiche Früchte.

Warum fallen die kleinen Zucchini ab?

Meist wurden die Blüten nicht bestäubt, etwa bei kühlem Regenwetter. Bestäuben Sie dann von Hand. Auch Wassermangel und Nährstoffmangel können Ursache sein.

Kann man bittere Zucchini noch essen?

Nein. Bitterer Geschmack zeigt giftige Cucurbitacine an. Die Frucht gehört in den Restmüll, Samen dieser Pflanze sollten Sie nicht aufheben.

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