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Garten-Ratgeber

Ein Brunnen als Blickfang

Teich & Wasservon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Brunnen es gibt
  2. Zierbrunnen: das geschlossene System
  3. Strom und Pumpe
  4. Materialien: Stein, Metall, Holz, Keramik
  5. Den Brunnen passend zum Garten wählen
  6. Der echte Gartenbrunnen: Grundwasser zum Gießen
  7. Brunnenwasser ist kein Trinkwasser
  8. Sicherheit und Pflege
  9. Häufige Fragen

Ein Brunnen verbindet im Garten Nutzen und Blickfang: Er liefert Gießwasser, bringt Bewegung und das Geräusch von Wasser in den Garten und ist oft der Mittelpunkt eines Sitzplatzes. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Zierbrunnen, die dasselbe Wasser im Kreis pumpen und die Sie einfach aufstellen können, und echten Gartenbrunnen, die Grundwasser fördern und bei Behörden angezeigt oder genehmigt werden müssen.

Zweistufiger Zierbrunnen aus Stein zwischen grünen Pflanzen im Garten
Zweistufiger Zierbrunnen aus Stein zwischen grünen Pflanzen im Garten

Welche Brunnen es gibt

ArtFunktionAufwand
Quellstein, SprudelsteinWasser tritt oben aus und rinnt über den Stein zurück ins verdeckte Beckengering, gut für kleine Gärten und Terrassen
WandbrunnenWasser läuft aus einem Speier in ein Becken an der Wandgering bis mittel
Säulen- und SchalenbrunnenWasser fließt über eine oder mehrere Schalenmittel, braucht Platz
Brunnentrog mit SchwengelpumpeTrog als Wasserspeicher, Pumpe als Blickfang oder echte Förderpumpemittel
Gartenbrunnen (Grundwasser)fördert Grundwasser zum Gießenhoch, behördliche Anzeige oder Erlaubnis

Zierbrunnen: das geschlossene System

Die meisten Brunnen im Garten sind Zierbrunnen mit geschlossenem Wasserkreislauf. Unter dem sichtbaren Teil liegt ein Auffangbecken, meist aus Kunststoff, in dem eine kleine Tauchpumpe sitzt. Sie fördert das Wasser nach oben, von wo es über Stein, Schale oder Speier zurück ins Becken fließt. Abgedeckt wird das Becken mit einem stabilen Gitter oder einer Platte mit Serviceklappe, die mit Kieseln oder Steinen belegt wird.

Der Vorteil: kein offenes Wasser, in das Kinder fallen könnten, wenig Verdunstung und kaum Pflege. Nachgefüllt wird nur, was verdunstet, bevorzugt mit Regenwasser. Wie Sie es sammeln, lesen Sie unter Regenwasser im Garten sammeln. Solche Anlagen funktionieren auch in Kübeln auf Terrasse oder Balkon, wie der Beitrag Wasserspiele auf dem Balkon zeigt.

Strom und Pumpe

Für die Pumpe brauchen Sie eine Steckdose im Außenbereich, die über einen FI-Schutzschalter abgesichert ist. Kabel verlegen Sie im Boden in einem Schutzrohr, damit sie beim Umgraben nicht beschädigt werden. Einen festen Außenanschluss lassen Sie von einer Elektrofachkraft installieren. Viele Brunnenpumpen arbeiten mit Niederspannung über einen Trafo, was im Garten zusätzliche Sicherheit bringt. Solarpumpen kommen ohne Kabel aus, laufen aber nur bei Sonnenschein zuverlässig.

Achten Sie auf eine leise Pumpe und auf eine Förderhöhe, die zum Brunnen passt. Eine zu starke Pumpe spritzt, eine zu schwache lässt das Wasser nur tröpfeln. Die meisten Pumpen lassen sich in der Leistung regeln.

Materialien: Stein, Metall, Holz, Keramik

  • Naturstein ist am haltbarsten und passt zu fast jedem Gartenstil. Granit und Basalt sind frostfest, bei weicheren Steinen wie manchem Sandstein oder Kalkstein sollten Sie auf die Frostbeständigkeit achten.
  • Kunststein und Beton sind günstiger, lassen sich in vielen Formen gießen und sind bei guter Qualität frostfest.
  • Metall wie Edelstahl, Cortenstahl oder Kupfer passt in moderne Gärten. Anregungen gibt der Beitrag Moderne Gartengestaltung.
  • Holz wirkt natürlich, etwa als Trog oder Wasserrinne, hält aber je nach Holzart und Pflege deutlich kürzer als Stein, weil es dauerhaft nass ist.
  • Keramik und Terrakotta sind dekorativ, aber oft nicht frostfest und müssen im Winter geschützt oder ins Haus geholt werden.

Den Brunnen passend zum Garten wählen

Im mediterranen Garten passt ein Säulen- oder Schalenbrunnen aus hellem Stein, am besten auf einem kleinen gepflasterten Platz, umrahmt von Lavendel, Rosmarin und Kübelpflanzen. Mehr dazu unter Eine Terrasse im mediterranen Stil. Im Landhaus- oder Bauerngarten wirkt ein alter Steintrog mit gusseiserner Schwengelpumpe. Im Naturgarten fügen sich Quellsteine aus unbehauenem Fels oder eine hölzerne Wasserrinne ein.

Asiatisch anmutende Gärten leben von Bambusspeiern, Wasserschalen aus Stein, Quellsteinen und dezenten Figuren. Klassisch ist das Tsukubai, ein flaches Steinbecken, in das Wasser aus einem Bambusrohr rinnt. Im japanischen Garten steht dabei die Ruhe im Vordergrund, nicht die Fontäne. Hintergründe dazu finden Sie im Beitrag Japanischen Garten anlegen.

Der echte Gartenbrunnen: Grundwasser zum Gießen

Wer viel gießt, kann über einen eigenen Brunnen Grundwasser fördern. Je nach Grundwasserstand kommen ein gerammter Brunnen mit Schlagbrunnenrohr, eine Bohrung oder in seltenen Fällen ein gegrabener Schachtbrunnen infrage. Liegt das Wasser nicht tiefer als etwa sieben bis acht Meter, reicht oft eine Saugpumpe an der Oberfläche; bei tieferem Grundwasser braucht es eine Tiefbrunnenpumpe im Rohr.

Rechtlich ist das keine reine Privatsache. Das Anlegen eines Brunnens muss in der Regel der Unteren Wasserbehörde angezeigt werden, in manchen Fällen ist eine Erlaubnis nötig, und in Wasserschutzgebieten kann er ganz untersagt sein. Die Regeln unterscheiden sich nach Bundesland und Gemeinde; fragen Sie vorher bei Ihrer Kreis- oder Stadtverwaltung nach. Klären Sie vor Bohrungen außerdem, wo Leitungen im Boden liegen.

Brunnenwasser ist kein Trinkwasser

Grundwasser aus dem eigenen Brunnen ist nicht automatisch sauber. Es kann Nitrat, Eisen, Mangan oder Keime enthalten. Zum Gießen ist es meist gut geeignet, eisenhaltiges Wasser hinterlässt aber rostbraune Flecken auf Platten und Wänden. Wer das Wasser für mehr als die Gartenbewässerung nutzen möchte, sollte es in einem Labor untersuchen lassen.

Eine Verbindung zwischen Brunnenleitung und Trinkwassernetz des Hauses ist verboten. Wird Brunnenwasser im Haus genutzt, etwa für die Toilettenspülung, sind getrennte, gekennzeichnete Leitungen vorgeschrieben, und die Anlage muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Sicherheit und Pflege

Offene Brunnenschächte, tiefe Tröge und Becken sind für kleine Kinder gefährlich. Decken Sie Schächte fest ab, sichern Sie Tröge mit einem Gitter knapp unter der Wasseroberfläche oder wählen Sie ein geschlossenes System. Bewegtes Wasser wird von Mücken kaum als Brutstätte genutzt, stehendes Wasser im Trog dagegen schon.

Zur Pflege gehört es, Laub und Algen regelmäßig zu entfernen, die Pumpe zu reinigen und das Wasser bei Bedarf zu wechseln. Vor dem ersten Frost nehmen Sie die Pumpe heraus, reinigen sie und lagern sie frostfrei, meist in einem Eimer mit Wasser. Becken und Leitungen werden entleert, nicht frostfeste Teile abgedeckt oder ins Haus geholt. Einen Wasseranschluss im Garten machen Sie ebenfalls winterfest, siehe Das Auslaufventil im Garten.

Wer mehr Wasser im Garten möchte, findet im Beitrag Einen Gartenteich anlegen die nächste Stufe.

Häufige Fragen

Braucht man für einen Gartenbrunnen eine Genehmigung?

Für Zierbrunnen mit geschlossenem Wasserkreislauf nicht. Ein Brunnen, der Grundwasser fördert, muss in der Regel der Unteren Wasserbehörde angezeigt werden, teilweise ist eine Erlaubnis nötig. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.

Kann ich Brunnenwasser trinken?

Nicht ohne Laboruntersuchung. Grundwasser kann Nitrat, Eisen oder Keime enthalten. Zum Gießen ist es meist unbedenklich.

Was muss ich im Winter mit dem Zierbrunnen machen?

Pumpe herausnehmen und frostfrei lagern, Becken und Leitungen entleeren, nicht frostfeste Teile schützen oder ins Haus holen.

Welcher Brunnen eignet sich für kleine Gärten?

Quellsteine, Wandbrunnen und kleine Schalenbrunnen mit verdecktem Auffangbecken. Sie brauchen wenig Platz und sind auch für Familien mit Kindern sicher.

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