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Garten-Ratgeber

Den Garten einzäunen – das sollte man beachten

Gartenhaus & Zaunvon Christoph7 Min. · 9 Abschnitte
Maschendrahtzaun im Garten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was soll der Zaun leisten?
  2. Baurecht: Was ist erlaubt?
  3. Wo genau der Zaun stehen darf
  4. Die gängigen Zaunarten im Überblick
  5. Was ein Zaun kostet
  6. Wo die Kosten wirklich entstehen
  7. Pfosten und Fundamente richtig setzen
  8. Zaun und Grün kombinieren
  9. Häufige Fragen

Bevor Sie einen Zaun kaufen, sollten zwei Fragen geklärt sein: Was soll der Zaun leisten – Grenze markieren, Hund und Kinder im Garten halten, Blicke abhalten oder Einbrecher bremsen? Und was erlauben Bebauungsplan, Landesbauordnung und Nachbarrecht an Ihrem Ort? Aus den Antworten ergeben sich Höhe, Material und Budget fast von selbst. Den Rest entscheidet der Geschmack – und die Frage, wie viel Pflege Sie in den nächsten zwanzig Jahren investieren möchten.

Maschendrahtzaun im Garten
Maschendrahtzaun im Garten | Foto: duckeesue / Depositphotos.com

Was soll der Zaun leisten?

Niemand ist grundsätzlich verpflichtet, sein Grundstück einzuzäunen. In einigen Bundesländern kann der Nachbar aber eine ortsübliche Einfriedung verlangen, und wer einen Hund hat, muss dafür sorgen, dass er das Grundstück nicht unbeaufsichtigt verlässt. Die meisten Gartenbesitzer wollen ohnehin eine sichtbare Grenze.

Je nach Zweck sieht der passende Zaun ganz unterschiedlich aus:

  • Grenze markieren, etwa im Vorgarten: Ein niedriger Staketen-, Jäger- oder Metallzaun genügt und wirkt offen.
  • Tiere und Kinder halten: Der Zaun muss lückenlos, stabil und hoch genug sein, auch am Boden und am Tor. Hinweise für Hundebesitzer gibt der Beitrag Ein Hundezaun für den Garten.
  • Sichtschutz: blickdichte Elemente aus Holz, Kunststoff, Metall oder Gabionen, oder ein durchlässiger Zaun, der begrünt wird.
  • Lärmschutz an der Straße: Hier helfen nur schwere, dichte Konstruktionen wie Mauern, Gabionen oder Wälle; eine Hecke filtert Staub und schützt vor Blicken, dämpft Lärm aber vor allem gefühlt. Mehr dazu unter Lärmschutz im Garten.
  • Einbruchschutz: Ein Zaun hält Gelegenheitstäter ab, echte Sicherheit bringt er nur in Kombination mit einem hohen, stabilen Tor, das sich abschließen lässt, und ohne Kletterhilfen wie Querriegel auf der Außenseite.

Baurecht: Was ist erlaubt?

Zäune und Mauern gelten baurechtlich als Einfriedungen. Welche Höhe ohne Genehmigung zulässig ist, regelt jede Landesbauordnung selbst, und der Bebauungsplan Ihrer Gemeinde kann zusätzlich Höhe, Material, Farbe oder sogar die Art der Einfriedung vorschreiben – in Neubaugebieten ist das häufig. Viele Landesbauordnungen erlauben Einfriedungen bis etwa 2 m Höhe ohne Baugenehmigung, zur Straße hin sind oft niedrigere Höhen vorgesehen. Verlassen Sie sich darauf aber nicht, sondern fragen Sie vor dem Bau beim Bauamt nach. Einen Zaun, der wieder abgerissen werden muss, bezahlt man doppelt.

Zusätzlich gelten die Nachbarrechtsgesetze der Länder. Sie regeln unter anderem, wie eine ortsübliche Einfriedung aussieht, wer bei einem gemeinsamen Grenzzaun die Kosten trägt und welche Abstände Hecken und Bäume einhalten müssen.

Wo genau der Zaun stehen darf

Grundsätzlich steht ein Zaun vollständig auf dem eigenen Grundstück, auch mit Pfosten, Fundamenten und überstehenden Teilen. Soll er direkt auf der Grenze stehen, braucht es die Zustimmung des Nachbarn, und dann sollte auch geregelt sein, wer ihn unterhält. Ist der Grenzverlauf unklar, weil alte Grenzsteine fehlen, hilft eine Grenzfeststellung durch einen Vermesser. Das kostet Geld, ist aber billiger als ein jahrelanger Streit um zwanzig Zentimeter.

Sprechen Sie Ihr Vorhaben vorher mit den Nachbarn ab. Wer erfährt, welcher Zaun kommt und wie er aussieht, reagiert meist gelassener als jemand, der eines Morgens vor einer 1,80 m hohen Wand steht. Und denken Sie an den Unterhalt: Wer einen Holzzaun streichen oder eine Hecke am Zaun schneiden will, muss dafür auch von der Nachbarseite herankommen.

Die gängigen Zaunarten im Überblick

Maschendrahtzaun

Der Klassiker ist günstig, schnell aufgestellt und pflegeleicht. Er markiert die Grenze, hält Hunde in der Regel zuverlässig und bietet keinerlei Sichtschutz. Das lässt sich ändern: Mit Kletterpflanzen wie Efeu, Clematis, Geißblatt oder im Sommer mit Wicken und Feuerbohnen wird er mit der Zeit zur grünen Wand. Schwachpunkt ist die Stabilität: Ohne straff gespannte Spanndrähte und gut gesetzte Eckpfosten beult er aus, und über die Jahre setzt Rost an.

Doppelstabmattenzaun

Stabmattenzäune bestehen aus verschweißten, feuerverzinkten und meist pulverbeschichteten Drahtstäben. Sie sind deutlich steifer als Maschendraht, lassen sich mit Sichtschutzstreifen blickdicht machen und halten lange. Die Varianten mit zwei waagerechten Stäben (Doppelstab) sind stabiler als die mit einem (Einstab). Mehr zu Varianten und Zubehör lesen Sie unter Doppelstabmatten im Überblick.

Holzzaun

Staketenzaun, Jägerzaun, Lattenzaun oder blickdichter Lamellenzaun: Holz passt zu Bauerngarten, Landhaus und Naturgarten und lässt sich leicht selbst bauen. Es braucht dafür mehr Pflege als Metall, und seine Lebensdauer hängt stark von der Holzart und der Konstruktion ab. Welche Hölzer sich eignen, erklärt der Beitrag Welches Holz für den Gartenzaun?.

Gabionen

Mit Steinen gefüllte Drahtkörbe sind blickdicht, stabil und fast wartungsfrei. Sie wirken weniger massiv als eine Mauer, brauchen aber ein solides Fundament und viel Platz in der Tiefe. Beim Befüllen lassen sich Steine in verschiedenen Farben oder Glasbrocken kombinieren. Wie Sie eine Gabionenwand selbst bauen, zeigt der Beitrag Im Garten eine Gabionenwand selber bauen.

Schmuckzäune aus Metall

Schmiedeeiserne Zäune zwischen gemauerten Pfeilern oder auf einem niedrigen Sockel sind eher Schmuckstück als Sichtschutz. Sie halten bei guter Beschichtung Jahrzehnte, sind aber in Anschaffung und Montage die teuerste Variante. Hintergründe zum Material stehen unter Schmiedeeisen für Zäune, Tore und Geländer.

Was ein Zaun kostet

Preise schwanken stark nach Region, Höhe, Qualität und Zubehör. Als grobe Orientierung für das Material je laufenden Meter, ohne Montage:

ZaunartKostenrahmen MaterialPflegeSichtschutz
Maschendrahtniedrig, oft einstelliger Eurobetraggeringnur begrünt
Doppelstabmattemittel, meist zweistelligsehr geringmit Sichtschutzstreifen
Holz-Lattenzaunniedrig bis mittelregelmäßiggering
Holz-Sichtschutzmittel bis hochregelmäßigvoll
Gabionenhoch, dazu Füllung und Fundamentsehr geringvoll
Schmiedeeisensehr hoch, oft mehrere Hundert Eurogering bis mittelkaum

Wo die Kosten wirklich entstehen

Oft ist nicht der Zaun selbst der größte Posten, sondern alles drumherum. Pfosten, Fundamente, Beton, Eckstreben, Tore und vor allem die Montage machen bei langen Zäunen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus. Ein Tor mit Schloss kostet schnell so viel wie mehrere Meter Zaun, ein motorisches Schiebetor ein Vielfaches davon – Hinweise zur Auswahl gibt der Beitrag Die richtige Wahl des Gartentors.

Sparen lässt sich am ehesten durch Eigenleistung: Maschendraht, Stabmatten und fertige Holzelemente sind für geübte Heimwerker gut selbst aufzustellen. Holen Sie für Material und Montage mehrere Angebote ein und vergleichen Sie genau, was enthalten ist. Am falschen Ende sparen Sie bei Pfosten und Fundamenten: Ein Zaun ist nur so gerade und stabil wie seine Pfosten, und ein billiger Zaun, der nach wenigen Jahren erneuert werden muss, ist am Ende der teuerste.

Pfosten und Fundamente richtig setzen

Für die meisten Gartenzäune genügen Punktfundamente aus Beton für jeden Pfosten. Die Tiefe richtet sich nach Zaunhöhe und Boden; für einen hohen Sichtschutz, auf den der Wind drückt, sollten die Fundamente frostfrei gegründet sein, in vielen Regionen also rund 80 cm tief. Eck- und Torpfosten tragen die meiste Last und bekommen größere Fundamente und bei Maschendraht zusätzlich Streben. Holzpfosten gehören nicht direkt in den Beton, sondern in Pfostenträger mit einigen Zentimetern Abstand zum Boden, sonst faulen sie am Übergang.

Spannen Sie vor dem Setzen eine Schnur entlang der späteren Zaunlinie und prüfen Sie jeden Pfosten mit der Wasserwaage in beide Richtungen. Einschlaghülsen sind schneller gesetzt, geben aber bei weichem oder steinigem Boden oft nach.

Zaun und Grün kombinieren

Viele Gartenbesitzer wählen statt eines blickdichten Zauns eine Hecke oder kombinieren beides: einen einfachen Zaun als Grenze und Hundesperre und davor eine Hecke oder Kletterpflanzen. Das ist ökologisch wertvoller, schluckt mehr Staub und wirkt freundlicher als eine geschlossene Wand. Geeignete Arten finden Sie unter Die besten Pflanzen für eine Hecke und im Beitrag Begrünter Sichtschutz im Garten.

Häufige Fragen

Wie hoch darf ein Gartenzaun ohne Genehmigung sein?

Das regelt jede Landesbauordnung, und der Bebauungsplan kann strengere Vorgaben machen. Häufig sind Einfriedungen bis etwa 2 m genehmigungsfrei, zur Straße hin oft weniger. Verbindlich ist nur die Auskunft des Bauamts.

Welcher Zaun ist am günstigsten?

Der Maschendrahtzaun ist in Material und Montage die günstigste Lösung. Ein großer Teil der Kosten entfällt bei jedem Zaun auf Pfosten, Tore und Montage.

Darf der Zaun direkt auf der Grundstücksgrenze stehen?

Nur mit Zustimmung des Nachbarn. Ohne Absprache muss der Zaun samt Pfosten und Fundamenten vollständig auf dem eigenen Grundstück stehen.

Wie sichere ich meinen Garten gegen Einbrecher?

Ein hoher, stabiler Zaun ohne Kletterhilfen auf der Außenseite und ein abschließbares Tor erschweren das Eindringen. Wirklichen Schutz bieten erst gesicherte Fenster und Türen am Haus; der Zaun ist die erste Hürde, nicht die letzte.

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