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Garten-Ratgeber

Der Garten im August

Gartenkalendervon Kathrin Schendel9 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Gießen und Unkraut: die Routine im Hochsommer
  2. Ziergarten: Verblühtes entfernen und Rittersporn zurückschneiden
  3. Pflanzzeit: Madonnenlilie, Herbstkrokus, Pfingstrosen und Immergrüne
  4. Vermehren: Stecklinge, Absenker und Teilung
  5. Hecken im August schneiden
  6. Gemüsegarten: ernten, entgipfeln, Lücken füllen
  7. Obstgarten: Erdbeeren pflanzen, Himbeeren auslichten, Kirschen schneiden
  8. Rasen im August
  9. Gartenteich in der Hitze
  10. Urlaub im August: den Garten vorbereiten
  11. Häufige Fragen

Im August verschiebt sich die Gartenarbeit vom Säen zum Ernten, Pflegen und Vorausplanen. Wichtig sind jetzt vor allem vier Dinge: durchdringend gießen, Verblühtes und Abgeerntetes aufräumen, frei werdende Beete sofort wieder belegen und die Pflanzzeit für Erdbeeren, Madonnenlilien, Pfingstrosen und immergrüne Gehölze nutzen. Dazu kommen der letzte Formschnitt an Hecken und die Pflege des Teichs, der in Hitzeperioden schnell kippen kann.

Distelfalter auf einer Zinnie im sommerlichen Blumenbeet
Distelfalter auf einer Zinnie im sommerlichen Blumenbeet

Der Kalender ist dabei nur die grobe Richtung. Entscheidend ist das Wetter: In einem heißen, trockenen August steht das Wasser im Vordergrund, in einem nassen August das Unkraut und die Pilzkrankheiten. Ab Ende August werden die Nächte merklich kühler und die Tage kürzer – das ist das Signal, dass sich die Saison dreht und die Pflanzarbeiten für Herbst und nächstes Jahr beginnen.

Gießen und Unkraut: die Routine im Hochsommer

Gießen Sie im August lieber selten und gründlich als täglich ein wenig. 10–20 Liter je Quadratmeter ein- bis zweimal pro Woche erreichen die tieferen Bodenschichten; tägliche kleine Gaben halten die Wurzeln an der Oberfläche und machen die Pflanzen noch empfindlicher gegen Hitze. Der beste Zeitpunkt ist der frühe Morgen, dann verdunstet wenig und das Laub trocknet bis zum Abend ab. Abends gießen ist die zweitbeste Lösung, begünstigt aber Schnecken und Pilzkrankheiten. Wie viel welche Pflanzen tatsächlich brauchen, steht ausführlich unter Wie oft muss man den Garten wirklich bewässern?.

Nach einem kräftigen Sommerregen keimt Unkraut besonders schnell. Hacken Sie es, solange es klein ist, und vor allem, bevor es Samen ansetzt – eine einzige Melde oder Franzosenkraut-Pflanze bringt tausende Samen für die nächsten Jahre. Das Hacken hat einen Nebeneffekt, den schon die Gärtnerregel „einmal hacken spart dreimal gießen“ beschreibt: Die aufgebrochene Oberfläche trocknet weniger stark aus. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt (angetrocknet, dünn aufgetragen) oder gehäckseltem Laub erfüllt denselben Zweck zwischen Gemüse und Stauden.

Ziergarten: Verblühtes entfernen und Rittersporn zurückschneiden

Das Ausputzen welker Blüten ist bei den meisten Stauden reine Optik. Bei einigen verlängert es aber die Blütezeit spürbar, weil die Pflanze keine Kraft in die Samen steckt: beim Sonnenhut, bei der Kokardenblume, beim Mädchenauge, bei Margeriten und bei Sommerblumen wie Zinnien, Cosmeen oder Löwenmäulchen. Schneiden Sie dabei bis zur nächsten Blattachse oder Knospe zurück, nicht nur den Blütenkopf ab.

Rittersporn, Katzenminze, Frauenmantel und Storchschnabel vertragen nach der ersten Blüte einen kräftigen Rückschnitt handbreit über dem Boden. Sie treiben dann frisch aus und blühen beim Rittersporn und bei der Katzenminze im Frühherbst ein zweites Mal – nicht so üppig wie im Frühsommer, aber deutlich schöner als ein Beet voller brauner Stängel. Nach dem Schnitt einmal kräftig gießen und etwas Kompost geben. Spätblühende Stauden wie Astern, Fetthenne oder Gräser bleiben dagegen stehen; ihr Auftritt kommt erst noch.

Rosen brauchen im August keinen Dünger mehr, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen. Was Sie jetzt noch für sie tun können, steht unter Rosenpflege im Sommer.

Pflanzzeit: Madonnenlilie, Herbstkrokus, Pfingstrosen und Immergrüne

Der August ist die Pflanzzeit für einige Zwiebelblumen, die aus dem üblichen Herbstrhythmus fallen. Die Madonnenlilie (Lilium candidum) wird im August gesetzt, und zwar ungewöhnlich flach: Die Zwiebelspitze soll nur 2–3 cm mit Erde bedeckt sein, denn die Pflanze bildet noch im Herbst eine Blattrosette. Mehr zu ihr und den anderen Lilien steht unter Pflanzen und Pflege von Lilien. Herbstblühende Krokusse wie der Pracht-Krokus (Crocus speciosus) blühen schon wenige Wochen nach dem Setzen im September und Oktober. Dasselbe gilt für die Herbstzeitlose – sie ist allerdings in allen Teilen stark giftig und gehört nicht in Gärten, in denen kleine Kinder spielen.

Stauden-Pfingstrosen werden ab Ende August bis Oktober gepflanzt, geteilt oder versetzt. Die Knospen („Augen“) am Wurzelstock dürfen höchstens 3–5 cm unter der Oberfläche liegen, sonst blüht die Pflanze jahrelang nicht. Auch Clematis, Herbststauden aus dem Container und immergrüne Gehölze wie Rhododendron, Eibe oder Kirschlorbeer lassen sich jetzt gut pflanzen: Der Boden ist warm, die Wurzeln wachsen bis zum Winter noch ein. Eibe und Kirschlorbeer sind giftig – bei Kindern und Haustieren daran denken. Wer eine ganze Hecke plant, findet Hinweise unter Hecken pflanzen im Herbst.

Vermehren: Stecklinge, Absenker und Teilung

Im August sind die diesjährigen Triebe vieler Sträucher halb verholzt – der richtige Zustand für Stecklinge. Lavendel, Rosmarin, Salbei, Buchs, Hortensie, Forsythie und Weigelie wachsen aus 10–15 cm langen Trieben ohne Blüte an. Die unteren Blätter entfernen, die Stecklinge zu zwei Dritteln in ein Sand-Erde-Gemisch stecken und mit einer Folienhaube oder einer umgedrehten Flasche abdecken. Die hohe Luftfeuchtigkeit verhindert, dass sie vertrocknen, bevor Wurzeln entstehen. Einmal täglich kurz lüften, sonst schimmeln sie. Eine Bewurzelungshilfe aus dem Fachhandel beschleunigt das Anwachsen bei zögerlichen Arten.

Beim Buchs genügt oft schon, die beim Schnitt anfallenden, etwa 10 cm langen Zweigspitzen in ein schattiges, feuchtes Beet zu stecken. Bis zum nächsten Frühjahr haben sie genug Wurzeln, um umgepflanzt zu werden – Details unter Buchsbaum pflegen und vermehren. Nelken, Veilchen und viele Polsterstauden lassen sich jetzt durch Teilung oder Absenker vermehren. Achten Sie beim Einpflanzen auf den späteren Platzbedarf: Aus einer faustgroßen Teilpflanze wird in zwei Jahren ein halber Meter Breite.

Hecken im August schneiden

Ende Juli bis Ende August ist die klassische Zeit für den zweiten Formschnitt an Buchs, Thuja, Liguster, Hainbuche und Eibe. Später geschnittene Hecken treiben noch einmal aus, und die weichen Triebe erfrieren im Winter. Schneiden Sie an einem bedeckten Tag: Frisch freigelegte Blätter aus dem Inneren der Hecke bekommen in der Augustsonne leicht Sonnenbrand, beim Buchs besonders deutlich. Kontrollieren Sie dabei gleich, ob sich Gespinste des Buchsbaumzünslers im Inneren zeigen.

Rechtlich ist der schonende Form- und Pflegeschnitt erlaubt; ein radikaler Rückschnitt oder das Roden von Hecken ist nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März bis 30. September verboten. Prüfen Sie die Hecke vor dem Schnitt auf besetzte Vogelnester – manche Arten brüten noch im August. Mehr zu Technik und Zeitpunkten steht unter Hecken schneiden im Juni und Hecke richtig schneiden.

Gemüsegarten: ernten, entgipfeln, Lücken füllen

Im Gemüsegarten ist Erntezeit: Bohnen, Zucchini und Gurken sollten Sie alle zwei bis drei Tage durchpflücken, damit die Pflanzen weiter ansetzen. Bei Tomaten lohnt es sich ab Mitte bis Ende August, die Triebspitzen oberhalb der letzten Blütenrispe zu kappen. Neue Blüten würden bis zum Herbst ohnehin nicht mehr zu reifen Früchten, und die vorhandenen Tomaten bekommen die ganze Kraft. Gießen Sie weiter nur von unten; die Braunfäule breitet sich in feuchten Augustnächten besonders schnell aus.

Jedes abgeerntete Beet sollte möglichst bald wieder belegt werden. Feldsalat, Spinat, Radieschen, Asiasalate und Winterzwiebeln lassen sich jetzt säen, Endivien, Chinakohl und Kohlrabi als Jungpflanzen setzen. Welche Kulturen im August noch sicher gelingen und welche nicht mehr, steht in der Übersicht Was kann man im August noch säen und pflanzen?. Für Beete, die bis zum Frühjahr frei bleiben, ist eine Gründüngung die bessere Wahl als nackte Erde. Kräuter wie Thymian, Oregano und Salbei ernten Sie für den Vorrat am besten kurz vor oder zu Beginn der Blüte, an einem trockenen Vormittag.

Obstgarten: Erdbeeren pflanzen, Himbeeren auslichten, Kirschen schneiden

Der August ist der beste Monat, um ein neues Erdbeerbeet anzulegen. Nach zwei bis drei Erntejahren lässt der Ertrag alter Pflanzen deutlich nach. Neue Pflanzen gehören aber nicht auf dieselbe Fläche, und das Herz der Pflanze darf nicht mit Erde bedeckt werden. Warum gerade jetzt und wie es genau geht, erklärt Erdbeeren im August pflanzen.

Bei Sommerhimbeeren werden nach der Ernte alle abgetragenen Ruten bodennah abgeschnitten. Von den jungen, grünen Ruten lassen Sie etwa 8–10 kräftige je laufendem Meter stehen; sie tragen im nächsten Jahr. Schwache und zu dicht stehende Neutriebe kommen ebenfalls weg. Die Einzelheiten stehen unter Himbeeren richtig schneiden. Sauerkirschen schneiden Sie am besten direkt nach der Ernte: Die Schnittwunden schließen sich im Sommer schnell, und das Auslichten beugt der Monilia-Spitzendürre vor.

Johannisbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren lassen sich jetzt über Absenker vermehren. Dazu biegen Sie einen kräftigen, bodennahen Trieb nach unten, ritzen die Rinde an der Kontaktstelle leicht an, drücken ihn in eine flache Mulde, bedecken ihn mit Erde und lassen die Spitze herausschauen. Bei Brombeeren genügt es, die Triebspitze selbst einzugraben. Im Frühjahr wird der bewurzelte Absenker von der Mutterpflanze getrennt. Weintrauben schützen Sie ab der Reife mit Netzen gegen Vögel; Fallobst sammeln Sie regelmäßig auf, damit Maden des Apfelwicklers nicht im Boden überwintern.

Rasen im August

Mähen Sie in Hitzeperioden höher als sonst, etwa 5–6 cm, und nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal. Längeres Gras beschattet den Boden und übersteht Trockenheit besser. Ein gelb gewordener Rasen ist meist nicht tot, sondern in Trockenruhe; nach den ersten Regenfällen wird er wieder grün. Wer gießen will, dann selten und kräftig, etwa 15–20 Liter je Quadratmeter pro Woche. Details zum Sommerschnitt stehen unter So wird der Rasen im Sommer richtig gemäht.

Ab Ende August beginnt die günstigste Zeit für Neuansaat und Nachsaat kahler Stellen: Der Boden ist warm, die Nächte bringen Tau, und die Konkurrenz durch Unkraut lässt nach. Die eigentliche Hauptsaison dafür ist der September – mehr dazu im Garten-Kalender für September.

Gartenteich in der Hitze

Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff lösen als kaltes. In kleinen, flachen Teichen mit Fischen wird es deshalb bei längerer Hitze kritisch, besonders in den frühen Morgenstunden, wenn die Wasserpflanzen über Nacht selbst Sauerstoff verbraucht haben. Fische, die an der Oberfläche nach Luft schnappen, sind ein Alarmzeichen. Ein Wasserspiel oder ein kleiner Belüfter hilft sofort; füttern Sie in dieser Zeit deutlich weniger, denn Futterreste zehren zusätzlich Sauerstoff.

Langfristig schützt Beschattung: Seerosen und Schwimmblattpflanzen sollten etwa ein Drittel bis die Hälfte der Wasserfläche bedecken. Geeignete Arten finden Sie unter Teichpflanzen. Verdunstetes Wasser füllen Sie langsam und am besten mit Regenwasser nach; Leitungswasser bringt Nährstoffe mit, die Algen fördern. Fadenalgen fischen Sie regelmäßig mit einem Rechen oder Stock ab und legen sie ein paar Stunden an den Rand, damit Kleintiere zurück ins Wasser kriechen können.

Urlaub im August: den Garten vorbereiten

Wer im August verreist, sollte vorher alles ernten, was reif oder fast reif ist – Zucchini werden sonst zu Keulen, Bohnen zäh. Gießen Sie am Tag vor der Abreise alles noch einmal durchdringend, mulchen Sie offene Beete und stellen Sie Kübelpflanzen zusammen in den Halbschatten, möglichst mit Untersetzern. Den Rasen mähen Sie vorher nicht zu kurz. Einfache Lösungen für die Bewässerung während der Abwesenheit, von Tonkegeln bis zur Nachbarschaftshilfe, stehen unter Garten im Urlaub: Bewässerung ohne Technik-Overkill.

Für den Juli gilt vieles ähnlich; was dort anders ist, finden Sie unter Der Garten im Juli.

Häufige Fragen

Was muss man im August im Garten machen?

Die wichtigsten Arbeiten sind: gründlich gießen, Unkraut vor der Samenreife entfernen, Verblühtes ausputzen, Rittersporn zurückschneiden, Hecken ein letztes Mal formschneiden, Sommerhimbeeren auslichten, frei werdende Beete neu belegen und neue Erdbeeren pflanzen.

Darf man im August Hecken schneiden?

Ja, ein schonender Form- und Pflegeschnitt ist erlaubt und im August sogar ideal. Verboten ist bis 30. September nur der radikale Rückschnitt oder das Roden. Vorher auf brütende Vögel prüfen.

Was pflanzt man im August?

Erdbeeren, Madonnenlilien, herbstblühende Krokusse, Pfingstrosen (ab Ende August), Stauden aus dem Container sowie immergrüne Gehölze. Im Gemüsegarten Jungpflanzen von Endivie, Chinakohl und Kohlrabi.

Kann man im August noch Rasen säen?

Ab Ende August ja, bei ausreichender Bewässerung. Die besten Bedingungen bietet der September, wenn die Hitze vorbei ist und der Boden noch warm.

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