Der Garten im Juli
Inhalt10 Abschnitte
- Gießen im Hochsommer: seltener, aber gründlich
- Tomaten ausgeizen, stützen und gesund halten
- Laufend ernten: Zucchini, Gurken, Bohnen und Knoblauch
- Was im Juli noch gesät und gepflanzt wird
- Erdbeeren nach der Ernte pflegen
- Sommerschnitt an Obst, Hecken und Stauden
- Düngen: jetzt die letzte Gabe für Gehölze
- Schädlinge und Krankheiten im Blick behalten
- Rasen, Teich und Kübel in der Hitze
- Häufige Fragen
Im Juli dreht sich im Garten fast alles um drei Dinge: richtig gießen, laufend ernten und die Beete für den Herbst neu bestellen. Dazu kommen Tomatenpflege, der Sommerschnitt an Obst und Hecken und das Ausputzen verblühter Stauden. Wer diese Arbeiten auf kühle Morgen- und Abendstunden legt, kommt auch durch heiße Wochen, ohne dass Garten oder Gärtner schlappmachen.

Gießen im Hochsommer: seltener, aber gründlich
Der häufigste Fehler im Juli ist nicht zu wenig Wasser, sondern die falsche Verteilung. Wer jeden Abend ein paar Minuten mit dem Schlauch über die Beete geht, befeuchtet nur die oberen Zentimeter. Die Wurzeln bleiben flach, und bei der nächsten Hitzewelle hängen die Pflanzen schneller durch als vorher. Besser ist es, seltener und dafür durchdringend zu gießen: in Gemüse- und Staudenbeeten etwa 10–20 Liter je Quadratmeter auf einmal, je nach Boden und Wetter ein- bis zweimal pro Woche. Sandboden braucht kleinere Gaben in kürzeren Abständen, Lehmboden hält länger vor.
Die beste Zeit ist der frühe Morgen. Der Boden ist dann abgekühlt, es verdunstet wenig, und die Blätter trocknen im Laufe des Vormittags ab, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Abends zu gießen ist die zweitbeste Lösung, lockt aber Schnecken an und lässt das Laub über Nacht nass. Gießen Sie möglichst an den Wurzelbereich, nicht über die Blätter – das gilt besonders für Tomaten. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh oder gehäckseltem Material hält die Feuchtigkeit deutlich länger im Boden.
Kübelpflanzen sind die Ausnahme: Ihr kleiner Wurzelraum trocknet an heißen Tagen oft schon bis zum Nachmittag aus, sie brauchen dann täglich Wasser, bei großen Pflanzen in kleinen Gefäßen auch zweimal. Wie viel Wasser welcher Bereich wirklich braucht, erklärt der Beitrag Wie oft muss man den Garten wirklich bewässern?, und wer im Juli verreist, findet Lösungen unter Garten im Urlaub bewässern.
Tomaten ausgeizen, stützen und gesund halten
Stabtomaten bilden in jeder Blattachsel einen Seitentrieb, den Geiztrieb. Lässt man ihn wachsen, entsteht ein dichter Busch mit vielen kleinen, spät reifenden Früchten und viel Laub, das schlecht abtrocknet. Brechen Sie die Triebe deshalb etwa einmal pro Woche aus, solange sie noch klein und weich sind; mit Daumen und Zeigefinger geht das ohne Werkzeug. Buschtomaten und viele kleinfrüchtige Balkonsorten werden dagegen nicht oder nur wenig ausgegeizt, sie sind auf viele Triebe angelegt.
Binden Sie den Haupttrieb laufend an Stab oder Schnur an und entfernen Sie die untersten Blätter bis zur ersten Fruchttraube, sobald sie vergilben oder den Boden berühren. So spritzt beim Gießen keine Erde aufs Laub, und die gefürchtete Kraut- und Braunfäule hat es schwerer. Ab Ende Juli kann man bei Freilandtomaten die Triebspitze über der vierten bis sechsten Traube kappen, damit die vorhandenen Früchte bis zum Herbst noch ausreifen. Woran Sie Braunfäule erkennen und was dann zu tun ist, lesen Sie unter Braunfäule bei Tomaten.
Laufend ernten: Zucchini, Gurken, Bohnen und Knoblauch
Im Juli sollten Sie das Gemüsebeet am besten alle zwei Tage durchsehen. Zucchini und Gurken schmecken am besten, wenn sie jung geerntet werden – Zucchini bei etwa 15–20 cm Länge. Regelmäßiges Ernten hält die Pflanzen im Ertrag, denn eine vergessene Riesenzucchini zieht viel Kraft und bremst den Ansatz neuer Früchte. Mehr zur Pflanze steht im Beitrag Anbau und Pflege der Zucchini.
Buschbohnen werden gepflückt, solange die Hülsen glatt sind und die Kerne sich noch nicht abzeichnen. Knoblauch ist erntereif, wenn etwa ein Drittel bis die Hälfte des Laubs gelb geworden ist; wartet man, bis alles vertrocknet ist, zerfallen die Knollen leicht in einzelne Zehen. Lassen Sie ihn nach dem Ausgraben an einem luftigen, schattigen Ort trocknen. Auch Zwiebeln, Frühkartoffeln und die ersten Beeren kommen jetzt aus dem Garten.
Was im Juli noch gesät und gepflanzt wird
Wo Frühkartoffeln, Erbsen oder frühe Salate abgeerntet sind, entsteht Platz für eine zweite Kultur. Der Juli ist dafür der wichtigste Monat, denn was jetzt in die Erde kommt, hat bis zum Herbst noch genug Zeit.
| Kultur | Was im Juli | Hinweis |
| Buschbohnen | Aussaat bis Anfang Juli | danach reicht die Zeit oft nicht mehr |
| Möhren, Rote Bete | Aussaat bis Anfang Juli | Saatrillen feucht halten |
| Endivien, Radicchio, Zuckerhut | Aussaat oder Pflanzung | typische Herbstsalate |
| Chinakohl | Aussaat Mitte bis Ende Juli | früher gesät schießt er leicht |
| Grünkohl, Winterporree | Jungpflanzen setzen | werden im Winter geerntet |
| Fenchel, Mangold, Radieschen | Aussaat | bei Hitze leicht beschatten |
| Erdbeeren | Pflanzung ab Ende Juli | tragen im nächsten Jahr bereits gut |
Spinat und Feldsalat keimen bei großer Hitze schlecht; ihre Hauptsaat folgt ab Mitte August. Säen Sie im Juli möglichst an einem bedeckten Tag oder am Abend und halten Sie das Saatbeet bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht. Ein Stück Vlies oder ein Brett auf der Saatreihe, das Sie nach dem Keimen entfernen, verhindert das Austrocknen. Für den Rasen ist der Juli dagegen keine gute Saatzeit: Frisch gekeimte Gräser vertrocknen in der Hitze leicht. Nachsaaten gelingen ab Ende August deutlich besser.
Erdbeeren nach der Ernte pflegen
Sind die Erdbeeren abgeerntet, schneiden Sie das alte Laub bei einmal tragenden Sorten etwa handbreit über dem Boden ab, ohne das Herz der Pflanze zu verletzen. Entfernen Sie die Ausläufer, die Sie nicht zur Vermehrung brauchen, und geben Sie etwas Kompost oder einen organischen Beerendünger. Wollen Sie junge Pflanzen gewinnen, lassen Sie an kräftigen Mutterpflanzen einige Ausläufer in kleinen Töpfen bewurzeln. Einzelheiten stehen im Beitrag Die richtige Pflege von Erdbeerpflanzen.
Sommerschnitt an Obst, Hecken und Stauden
Der Juli ist ein guter Monat für den Sommerschnitt. Bei Süßkirschen können Sie direkt nach der Ernte zu dicht stehende oder nach innen wachsende Äste entfernen; die Wunden verheilen im Sommer schneller als im Winter. Bei Sommerhimbeeren schneiden Sie die abgetragenen Ruten bodennah ab und lassen nur die kräftigen Jungruten stehen. An Johannis- und Stachelbeeren lichten Sie alte, dunkle Triebe aus. Auch Weinreben profitieren jetzt von einem Auslichten, damit die Trauben Sonne bekommen – siehe Weinreben im Sommer richtig auslichten.
Hecken erhalten um den Johannistag Ende Juni bis in den Juli hinein ihren zweiten Formschnitt. Ein schonender Form- und Pflegeschnitt ist erlaubt, radikales Zurückschneiden oder Auf-den-Stock-Setzen dagegen nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März bis 30. September verboten. Sehen Sie vor dem Schneiden nach, ob noch Vögel brüten; manche Arten ziehen im Juli eine zweite Brut auf. Wie Sie dabei vorgehen, erklärt Hecke richtig schneiden.
Im Staudenbeet lohnt das Ausputzen: Rittersporn, Katzenminze, Frauenmantel und Storchschnabel treiben nach einem Rückschnitt direkt nach der ersten Blüte oft ein zweites Mal aus. Lavendel wird nach der Blüte um etwa ein Drittel eingekürzt, aber nicht ins alte Holz. Bei Rosen schneiden Sie Verblühtes bis zum nächsten voll ausgebildeten Blatt zurück.
Düngen: jetzt die letzte Gabe für Gehölze
Stark zehrendes Gemüse wie Tomaten, Kürbis und Kohl freut sich im Juli über eine Nachdüngung, etwa mit verdünnter Brennnesseljauche oder einem organischen Gemüsedünger. Bei Rosen, Rhododendren und anderen Gehölzen ist dagegen spätestens im Juli Schluss mit stickstoffreichem Dünger. Späte Gaben regen neue Triebe an, die bis zum Winter nicht mehr ausreifen und dann erfrieren. Pfingstrosen und Rhododendren können nach der Blüte noch etwas Kompost oder einen organischen Dünger bekommen, danach sollten sie in Ruhe ausreifen.
Schädlinge und Krankheiten im Blick behalten
Hitze und Trockenheit begünstigen Spinnmilben, besonders an Bohnen, Gurken und Kübelpflanzen an heißen Wänden. Feine Gespinste und hell gesprenkelte Blätter sind das Erkennungszeichen; eine höhere Luftfeuchtigkeit durch Abbrausen hilft schon viel. Blattläuse halten sich im Juli oft schon in Grenzen, weil Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen nachgezogen haben. Am Buchsbaum kann die zweite Raupengeneration des Buchsbaumzünslers fressen, wer Buchs hat, schaut ins Innere der Pflanzen. Unkraut jäten Sie am besten, bevor es Samen bildet; nach einem Regen lässt es sich am leichtesten ziehen.
Rasen, Teich und Kübel in der Hitze
Den Rasen mähen Sie bei Trockenheit etwas höher, etwa auf 5 cm, damit die Halme den Boden beschatten. Ein Rasen, der im Hochsommer braun wird, ist meist nicht tot, sondern ruht; nach den ersten Regenfällen wird er wieder grün. Im Gartenteich sinkt der Wasserstand durch Verdunstung, füllen Sie am besten mit Regenwasser nach und fischen Sie Fadenalgen regelmäßig heraus. Kübelpflanzen stehen an sehr heißen Tagen besser etwas geschützt, und Untersetzer sollten nach dem Gießen nicht dauerhaft voll Wasser stehen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man Tomaten im Juli ausgeizen?
Etwa einmal pro Woche reicht, bei starkem Wuchs auch zweimal. Entscheidend ist, die Geiztriebe klein zu entfernen, solange sie sich mit den Fingern ausbrechen lassen. Buschtomaten werden nicht ausgegeizt.
Was kann man im Juli noch säen?
Buschbohnen, Möhren und Rote Bete bis Anfang Juli, danach Herbstsalate wie Endivien und Radicchio, Chinakohl, Fenchel, Mangold und Radieschen. Grünkohl und Winterporree werden als Jungpflanzen gesetzt, Erdbeeren ab Ende Juli gepflanzt.
Darf man im Juli die Hecke schneiden?
Ja, ein schonender Form- und Pflegeschnitt ist erlaubt. Verboten ist bis Ende September nur ein radikaler Rückschnitt. Prüfen Sie vorher, ob in der Hecke noch Vögel brüten.
Soll man bei Hitze mittags gießen?
Besser nicht. Am Mittag verdunstet ein großer Teil des Wassers, bevor es die Wurzeln erreicht. Gießen Sie am frühen Morgen gründlich; das Märchen vom Brennglas-Effekt der Wassertropfen spielt dabei kaum eine Rolle, die Verdunstung dagegen sehr.



