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Garten-Ratgeber

Eine Kräuterspirale anlegen

Kräutervon Kathrin Schendel7 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum eine Spirale – und wann ein normales Beet reicht
  2. Standort und Maße
  3. Material und Werkzeug
  4. Schritt für Schritt: die Kräuterspirale bauen
  5. Die vier Zonen und ihre Erde
  6. Welche Kräuter nicht in die Spirale gehören
  7. Basilikum und andere Wärmekräuter
  8. Der Mini-Teich am Fuß
  9. Pflege übers Jahr
  10. Häufige Fragen

Eine Kräuterspirale ist ein schneckenförmig ansteigendes Beet aus Natursteinen, das auf wenigen Quadratmetern trockene, sonnige Plätze für Mittelmeerkräuter und feuchte, nährstoffreiche Plätze für heimische Küchenkräuter vereint. Für eine Gartenspirale brauchen Sie einen vollsonnigen Platz mit etwa 2–3 m Durchmesser, rund zwei bis drei Tonnen Steine und Füllmaterial sowie ein Wochenende Zeit. Oben kommt magere, kalkhaltige Erde für Thymian und Salbei hinein, unten humusreiche Erde für Schnittlauch und Petersilie, und am Fuß kann ein kleiner Teich liegen.

Kräuterspirale aus Ziegelsteinen, umgeben von einem Kiesweg
Kräuterspirale aus Ziegelsteinen, umgeben von einem Kiesweg | Foto: Marcus Busby / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Warum eine Spirale – und wann ein normales Beet reicht

Kräuter stellen sehr unterschiedliche Ansprüche. Rosmarin, Thymian und Lavendel stammen aus kargen, sonnigen Hängen des Mittelmeerraums und gehen in nasser, fetter Erde ein. Petersilie, Schnittlauch und Kerbel brauchen dagegen gleichmäßige Feuchtigkeit und mehr Nährstoffe. Die Spirale löst das auf kleiner Fläche: Durch den Höhenunterschied läuft Wasser nach unten ab, die Steine speichern Wärme, und jede Windung bekommt eine eigene Erdmischung.

Dazu kommt der Nutzen für die Tierwelt. In den Fugen der Trockenmauer finden Wildbienen, Käfer und Eidechsen Unterschlupf, und die Kräuterblüten sind im Sommer voller Insekten. Wer nur wenige Kräuter braucht oder keinen vollsonnigen Platz hat, ist mit ein paar Töpfen oder einem schlichten Kräuterbeet allerdings genauso gut bedient. Die Spirale ist schön, aber kein Muss.

Standort und Maße

Wählen Sie den sonnigsten Platz im Garten, mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag. Die Spirale wird so ausgerichtet, dass sie sich nach Süden öffnet: Dort, am tiefsten Punkt, liegt der Teich oder die Feuchtzone, und die hohe Mitte wirft ihren Schatten nach Norden, wo keine Sonnenkräuter stehen.

Bewährte Maße für den Hausgarten:

  • Durchmesser: etwa 2–3 m. Kleinere Spiralen werden sehr steil und trocknen stark aus, größere lassen sich schlecht von außen bepflanzen und ernten.
  • Höhe in der Mitte: etwa 60–100 cm.
  • Breite der Pflanzstreifen: etwa 40–60 cm, damit Sie von außen überall hinkommen.
  • Windungen: eineinhalb bis zwei Umläufe genügen.

Für Balkon oder Terrasse gibt es kleine Spiralen aus Gabionen, Metall oder Pflanzsteinen. Sie funktionieren nach demselben Prinzip, trocknen aber schneller aus und brauchen im Sommer mehr Wasser.

Material und Werkzeug

  • Natursteine für eine Trockenmauer, zum Beispiel Kalkstein, Sandstein oder Granit, bevorzugt regionale Steine. Für eine mittelgroße Spirale kommen schnell ein bis zwei Tonnen zusammen.
  • Grober Schotter oder sauberes, unbehandeltes Steinmaterial als Kern und Drainage.
  • Sand oder Splitt, Gartenerde und reifer Kompost für die Erdmischungen.
  • Bei Bedarf Teichfolie oder eine wasserdichte Wanne für den Mini-Teich.
  • Spaten, Schaufel, Schubkarre, Wasserwaage, Pflöcke und Schnur, Arbeitshandschuhe.

Oft wird Bauschutt als günstiges Füllmaterial empfohlen. Davon ist abzuraten: Alter Bauschutt kann Putzreste, Farben, Teerpappe oder andere Schadstoffe enthalten, die im Beet nichts zu suchen haben, und mit Beton oder Mörtel wird die Erde unkontrolliert stark kalkhaltig. Nehmen Sie lieber Schotter oder Feldsteine.

Schritt für Schritt: die Kräuterspirale bauen

  1. Fläche markieren. Schlagen Sie in der Mitte einen Pflock ein und zeichnen Sie mit Schnur und Stock die Spirale auf den Boden, von außen nach innen, mit der Öffnung nach Süden.
  2. Boden vorbereiten. Entfernen Sie Rasen und Wurzelunkräuter und heben Sie die Fläche etwa 20–30 cm tief aus. Bei schwerem Boden ist eine Drainageschicht aus Schotter am Grund sinnvoll.
  3. Teichmulde ausheben. Am südlichen Ende eine Mulde für den Mini-Teich graben, etwa 40–60 cm tief, mit sanft ansteigendem Rand, damit Tiere wieder herauskommen.
  4. Erste Steinreihe legen. Setzen Sie die größten Steine als Fundament entlang der aufgezeichneten Linie, leicht nach innen geneigt, damit die Mauer stabil steht.
  5. Kern aufschütten. Füllen Sie das Innere mit Schotter, in der Mitte am höchsten, zum Teich hin abfallend. Er sorgt dafür, dass Wasser aus dem oberen Bereich schnell abläuft.
  6. Mauer hochziehen. Legen Sie die Steine Reihe für Reihe versetzt übereinander, ohne Mörtel. Die Mauer wird zur Mitte hin höher und zum Teich hin flacher. Fugen dürfen offen bleiben, sie sind später Pflanz- und Lebensraum.
  7. Erde einfüllen. Füllen Sie die Windungen zonenweise mit der passenden Erdmischung (siehe unten) und lassen Sie die Erde ein bis zwei Wochen setzen, bevor Sie Erde nachfüllen und pflanzen.
  8. Teich auskleiden und bepflanzen. Legen Sie die Mulde mit Folie aus oder setzen Sie eine Wanne ein, decken Sie den Rand mit Steinen ab und füllen Sie Wasser ein.

Wer beim Mauerbau zum ersten Mal Natursteine setzt, findet im Beitrag über Mauern im Garten bepflanzen Anregungen für die Fugen.

Die vier Zonen und ihre Erde

Das Besondere an der Spirale ist die abgestufte Erde. Die Übergänge sind fließend, als Richtwert gilt:

ZoneLageErdmischungPassende Kräuter
Mittelmeerzoneobere Windung, Spitzemager: etwa je ein Drittel Gartenerde, Sand und Splitt, gern mit etwas KalkThymian, Rosmarin, Salbei, Oregano, Lavendel, Bohnenkraut, Ysop
Normalzonemittlere WindungGartenerde mit etwas Sand und wenig KompostZitronenmelisse, Estragon, Koriander, Kamille, Pimpinelle, Majoran
Feuchtzoneuntere Windunghumusreiche Gartenerde mit reichlich reifem KompostSchnittlauch, Petersilie, Kerbel, Basilikum, Sauerampfer, Liebstöckel (nur kleine Sorten)
WasserzoneTeich am FußWasser, am Rand nasser BodenBrunnenkresse, Wasserminze (im Topf), Sumpfdotterblume als Zierpflanze

Wichtig: Rosmarin und Lavendel gehören ganz nach oben in die magere Erde und nicht in die Mitte. Beide vertragen keine Nässe am Fuß. Rosmarin ist zudem nur in milden Lagen winterhart, in rauen Gegenden ziehen Sie ihn besser im Topf und stellen ihn zum Sommer in die Spirale.

Welche Kräuter nicht in die Spirale gehören

Einige Kräuter machen der Spirale das Leben schwer:

  • Minze und viele Melissen-Verwandte bilden kräftige Ausläufer und überwuchern die Nachbarn. Wenn überhaupt, dann nur in einem versenkten Topf ohne Boden, der mindestens 30 cm tief reicht. Sortentipps gibt der Beitrag über Minze-Sorten für Garten oder Kübel.
  • Liebstöckel wird bis zu 2 m hoch und beschattet alles darunter. Er passt besser an den Beetrand.
  • Dill wird hoch, kippt im Wind und mag kein Umpflanzen, er gehört ins Gemüsebeet. Mehr dazu im Beitrag über den Dill.
  • Beinwell und Meerrettich wachsen stark, wurzeln tief und sind kaum wieder zu entfernen.
  • Wermut hemmt mit seinen Ausscheidungen das Wachstum anderer Pflanzen und steht besser allein.

Planen Sie außerdem Platz ein: Salbei und Rosmarin werden mit den Jahren zu kleinen Sträuchern. Weniger Pflanzen mit Abstand sind besser als ein vollgestopftes Beet.

Basilikum und andere Wärmekräuter

Basilikum braucht Wärme, Sonne und gleichmäßig feuchte, nährstoffreiche Erde – also keine trockene Spitze. In der Spirale ist er in der unteren, humusreichen Windung am besten aufgehoben, an einem sonnigen Platz. Weil er erst nach den Eisheiligen Mitte Mai hinaus darf und Schnecken ihn lieben, ist ein Topf, der in die Spirale gestellt wird, eine gute Alternative. Sortenwahl und Pflege stehen im Beitrag über Basilikum-Sorten.

Der Mini-Teich am Fuß

Der Teich ist nicht Pflicht, aber er vervollständigt das Bild. Er hält die untere Zone feucht, reflektiert Licht und Wärme auf die unteren Pflanzen und ist Tränke für Vögel und Insekten. Schon eine Wanne mit 60–100 Litern reicht. Legen Sie am Rand einige flache Steine als Ausstieg an, damit Igel und Insekten nicht ertrinken. Wer größer denken will, findet Hinweise im Beitrag Einen Gartenteich anlegen.

Statt eines Teiches können Sie am Fuß auch einfach eine besonders humusreiche, feuchte Zone für Brunnenkresse im Topf, Sauerampfer oder Wasserminze einrichten.

Pflege übers Jahr

Im ersten Jahr gießen Sie regelmäßig, bis die Kräuter eingewurzelt sind. Danach brauchen die oberen Zonen kaum Wasser, die unteren in Trockenphasen schon. Gedüngt wird sparsam: im Frühjahr etwas Kompost in die unteren Zonen, oben nichts.

Im Frühjahr schneiden Sie verholzte Kräuter wie Salbei, Thymian und Lavendel zurück, aber nicht bis ins alte Holz. Einjährige Kräuter werden jedes Jahr neu gesät oder gepflanzt. Alle drei bis vier Jahre lohnt es sich, stark wuchernde Stauden zu teilen und ausgelaugte Erde in den unteren Zonen zu erneuern. Und: Ernten Sie regelmäßig, das hält die Pflanzen kompakt.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit, eine Kräuterspirale anzulegen?

Bauen können Sie von Frühjahr bis Herbst, solange der Boden nicht gefroren ist. Gepflanzt wird ideal im April und Mai, wärmebedürftige Kräuter wie Basilikum erst nach Mitte Mai.

Wie groß muss eine Kräuterspirale sein?

Etwa 2–3 m Durchmesser und 60–100 cm Höhe haben sich bewährt. Kleiner geht, dann wird es aber eng und trocken.

Welche Steine eignen sich?

Regionale Natursteine wie Kalkstein, Sandstein oder Granit. Kalkstein kommt Mittelmeerkräutern entgegen, die leicht kalkhaltigen Boden mögen.

Kann ich eine Kräuterspirale auf dem Rasen anlegen?

Ja, die Grasnarbe muss aber vorher vollständig entfernt werden, sonst wächst das Gras durch die Steine. Weitere Ideen finden Sie in der Rubrik Kräuter.

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5 Leserkommentare

  1. Elvira

    Hab mir vor zwei Jahren so eine Kräuterspirale in den Garten gebaut, das ist so ein Hingucker. Kann das nur jedem Hobbygärtner empfehlen, es sieht echt klasse aus und die Kräuter wachsen prächtig!

  2. Garten AG der Schule gewinnt Umweltpreis « Garten-Heimwerker's Blog

    [...] kann man auch mit wenigen Mitteln und viel Engagement etwas für die Umwelt tun. Zum Beispiel eine Kräuterspirale anlegen, Sitzmöbel aus Holz bauen, Pflanzen setzen und eine umweltfreundlich mit Solar betriebene [...]

  3. Wertvolle Tipps für den Kräutergarten » Der Garten-Ratgeber

    [...] der Wahl der Form kommt es natürlich auch auf das entsprechende Platzangebot an, da eine Kräuterspirale in die Höhe geht, bietet sie sich vor allem in kleineren Gärten [...]

  4. www.ohnein.de » Eine Kräuterspirale anlegen » Der Garten-Ratgeber

    [...] heimischen Garten, sondern sie hat auch allerlei Vorteile. Man benötigt auch wenig Platz dafür. (https://www.garten-ratgeber.net/eine-krauterspirale-anlegen/) Keine Kommentare ende, Form, kräuter, Kräutergarten, Kräuterspirale, [...]

  5. Andrea Hermes

    Hallo,

    ich bin seit knapp einem halben Jahr glückliche Hausbesitzerin. Jetzt, wo im Haus alle Arbeiten erledigt sind, ist der Garten dran. Das bietet sich beid em Wetter ja an. Ich habe mich daher im Internet auf die Suche gemacht und bin so bei euren Gartentipps gelandet. Ich finde die Kräterspirale eine tolle Idee, kannte ich davor noch nicht. Werde das auf jeden Fall umsetzen und freue mich schon euch davon zu berichten.

    Lieben Gruß

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