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Garten-Ratgeber

Einen 'Handtuchgarten' anlegen und gestalten

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Das Problem des schmalen Gartens
  2. Gründlich planen: erst Liste, dann Grundriss
  3. Gartenräume schaffen
  4. Wege führen den Blick
  5. Optische Tricks mit Farbe und Blickfang
  6. Wasser im schmalen Garten
  7. Pflegeleicht ohne Rasen
  8. Pflanzen für schmale Gärten
  9. Häufige Fragen

Ein Handtuchgarten wirkt großzügig, wenn Sie ihn in zwei bis drei Gartenräume unterteilen, den Weg nicht schnurgerade am Rand entlangführen und am Ende einen Blickfang setzen. Wichtig ist ein einheitlicher Stil mit wenigen, wiederkehrenden Materialien und Pflanzen. Schmale Gehölze, Kletterpflanzen und Beete, die in die Fläche hineinragen, brechen die Länge auf, ohne Platz zu kosten.

Schmale, dicht bepflanzte Vorgärten vor einer Reihenhauszeile
Schmale, dicht bepflanzte Vorgärten vor einer Reihenhauszeile

Das Problem des schmalen Gartens

Reihenhausgärten sind oft nur 5–7 m breit, aber 15, 20 oder 30 m lang. Diese Form hat einen Haken: Von der Terrasse aus überblickt man alles auf einmal. Der Blick rast durch bis zum Zaun am Ende, und der Garten wirkt wie ein Flur. Legt man dann noch rechts und links schmale Beete und in die Mitte einen Rasenstreifen, verstärkt man diesen Effekt.

Die Kunst liegt darin, den Blick zu bremsen und zu lenken. Ein Garten, den man nicht auf einen Blick erfasst, wirkt größer, weil man ihn erst entdecken muss. Dafür gibt es eine Handvoll bewährter Mittel, die sich in fast jedem Handtuchgarten umsetzen lassen.

Gründlich planen: erst Liste, dann Grundriss

Beginnen Sie mit einer ehrlichen Liste: Was soll der Garten leisten? Sitzplatz, Spielfläche, Gemüsebeet, Kompost, Mülltonnenplatz, Fahrradstellplatz, Gartenhaus? Streichen Sie danach alles, was nicht wirklich nötig ist. Auf kleiner Fläche kostet jedes Element Raum, und ein Garten, der alles will, wirkt vollgestellt.

Zeichnen Sie anschließend einen maßstabsgetreuen Grundriss, etwa im Maßstab 1:50, und tragen Sie Haus, Terrasse, Grenzen, vorhandene Bäume und die Himmelsrichtung ein. Beobachten Sie, wo zu welcher Tageszeit Sonne und Schatten liegen. Oft ist der sonnigste Platz nicht an der Hausterrasse, sondern am Ende des Gartens – ein guter Ort für einen zweiten Sitzplatz. Hilfe beim Vorgehen gibt der Beitrag Gartenplanung leicht gemacht.

Gartenräume schaffen

Das wirksamste Mittel gegen den Schlaucheffekt ist die Unterteilung in Räume. Zwei oder drei Bereiche mit unterschiedlicher Funktion – etwa Terrasse, Rasen- oder Staudenbereich und ein ruhiger Sitzplatz am Ende – machen den Garten spannend.

Die Trennung muss nicht blickdicht sein. Geeignet sind:

  • quer gesetzte Hecken- oder Strauchgruppen, die nur einen Teil der Breite einnehmen,
  • ein Rosen- oder Heckenbogen als Durchgang,
  • ein Rankgitter oder eine Pergola mit Kletterpflanzen,
  • eine niedrige Mauer, Gabionen oder ein Hochbeet quer zur Längsachse,
  • ein kleiner Baum mit schmaler Krone.

Beete, die abwechselnd von links und rechts in die Fläche ragen, erzeugen eine sanfte Zickzackbewegung. Der Blick springt hin und her, statt geradeaus durchzulaufen. Wie ein Bogen als Raumteiler wirkt, zeigt der Beitrag Heckenbogen im Garten gestalten.

Wege führen den Blick

Ein gerader Weg an der Grundstücksgrenze entlang ist die platzsparendste, aber auch langweiligste Lösung. Besser wirken diagonal versetzte Wegabschnitte oder ein leicht geschwungener Weg, der mal links, mal rechts verläuft. Trittplatten im Rasen oder im Kiesbett sind eine günstige und flexible Variante.

Bleiben Sie bei den Materialien sparsam: Ein oder zwei Beläge, die sich wiederholen, wirken ruhiger als ein Mosaik aus Pflaster, Holz und Kies. Wenn die Terrasse aus Holz ist, kann ein Holzsteg einen Abschnitt des Weges übernehmen. Hinweise zu Materialien und Aufbau stehen im Beitrag Gartenwege anlegen.

Optische Tricks mit Farbe und Blickfang

Farben verändern die gefühlte Tiefe. Warme, kräftige Farben wie Rot und Orange scheinen näher zu rücken, kühle Farben wie Blau, Violett und Silbergrau scheinen zurückzuweichen. Setzen Sie Blau und Weiß ans Ende, wirkt der Garten tiefer. Wer einen sehr langen Garten optisch verkürzen möchte, pflanzt dort Rot. Gleiches gilt für die Blattstruktur: großes Laub vorn, feines Laub hinten verstärkt die Tiefe.

Am Ende des Gartens braucht der Blick ein Ziel: eine Bank, eine Skulptur, ein Pflanzgefäß, ein kleiner Baum oder ein Wasserspiel. Dieser Blickfang sollte von der Terrasse aus sichtbar sein und zum Hingehen einladen. Ein Spiegel in einer Hecke oder an einer Mauer kann den Raum zusätzlich weiten, sollte aber so gesetzt werden, dass Vögel nicht dagegen fliegen.

Wasser im schmalen Garten

Ein längliches Wasserbecken in der Mitte betont die Länge und passt zu klaren, modernen Gärten. Ein quer gesetztes Becken bremst dagegen den Blick und teilt den Garten in zwei Hälften. Beides kann funktionieren – entscheiden Sie, ob Sie die Länge betonen oder brechen wollen.

Für kleine Gärten reicht oft schon ein Wasserspiel, ein Quellstein oder eine Schale. Sie bringen Geräusch und Spiegelung, ohne viel Pflege. Bei offenen Wasserflächen sollten Sie an die Sicherheit kleiner Kinder denken.

Pflegeleicht ohne Rasen

Auf wenigen Quadratmetern ist Rasen oft mehr Arbeit als Freude: Er braucht Platz für den Mäher, verträgt Schatten schlecht und wird an schmalen Stellen schnell zertreten. Eine Alternative ist ein Garten aus Terrassenflächen, Kies- und Staudenbeeten. Holzdecks oder Pflaster bilden die Wege und Sitzplätze, dazwischen liegen bepflanzte Kiesflächen mit Gräsern, Polsterstauden und kleinen Gehölzen.

Achten Sie darauf, dass Kiesflächen bepflanzt und mit einem wasserdurchlässigen Unterbau angelegt werden. Reine Schotterflächen sind nicht pflegeleicht, heizen sich auf und sind in vielen Gemeinden inzwischen untersagt. Mehr zur richtigen Anlage lesen Sie im Beitrag Kiesgarten anlegen.

Pflanzen für schmale Gärten

In einem schmalen Garten zählt jede Pflanzbreite. Geeignet sind:

  • Säulenförmige Gehölze wie Säulen-Hainbuche, Säulen-Eibe (giftig) oder Säulenobst.
  • Kleine Bäume mit schirmartiger oder schmaler Krone, zum Beispiel Zierkirsche, Felsenbirne oder Zierapfel. Anregungen im Beitrag Kleine Bäume für den Vorgarten.
  • Kletterpflanzen an Zaun und Mauer, die grün machen, ohne Grundfläche zu beanspruchen: Clematis, Kletterrosen, Geißblatt, Efeu.
  • Formschnitthecken statt freiwachsender Sträucher an der Grenze, weil sie schmal bleiben.

Wiederholen Sie wenige Arten in Gruppen, statt viele Einzelpflanzen zu setzen. So entsteht Ruhe. Für die Grenze eignet sich ein begrünter Sichtschutz, siehe Begrünter Sichtschutz im Garten.

Häufige Fragen

Wie gestaltet man einen langen, schmalen Garten?

Teilen Sie ihn in zwei bis drei Räume, führen Sie den Weg versetzt oder geschwungen, setzen Sie am Ende einen Blickfang und bleiben Sie bei wenigen Materialien und wiederkehrenden Pflanzen.

Welche Farben lassen einen Garten größer wirken?

Kühle Farben wie Blau, Violett und Weiß scheinen zurückzuweichen und lassen den Garten am Ende tiefer wirken. Rot und Orange holen Flächen optisch heran.

Braucht ein Handtuchgarten Rasen?

Nein. Gerade auf schmaler Fläche sind Pflaster- oder Holzflächen mit bepflanzten Kies- und Staudenbeeten oft praktischer und pflegeleichter. Rasen lohnt sich vor allem, wenn Kinder dort spielen.

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