Februar: Gehölze durch Steckhölzer vermehren
Inhalt11 Abschnitte
- Steckholz oder Steckling: der Unterschied
- Welche Gehölze sich eignen
- Der richtige Zeitpunkt
- Steckhölzer richtig schneiden
- Zwischenlagern bis zum Frühjahr
- Steckhölzer richtig stecken
- Pflege bis zur fertigen Jungpflanze
- Hortensien im Februar vermehren
- Buchsbaum und Oleander: andere Methoden
- Was im Februar sonst ansteht
- Häufige Fragen
Steckhölzer sind die einfachste Art, Sträucher zu vermehren: Sie schneiden im Winter bleistiftdicke, einjährige Triebe in 15–20 cm lange Stücke und stecken sie so tief in die Erde, dass nur die obersten ein bis zwei Knospen herausschauen. Der Februar eignet sich gut dafür, weil die Gehölze noch in Winterruhe sind und beim Winterschnitt ohnehin reichlich Material anfällt. Forsythie, Weigelie, Johannisbeere und Hartriegel wurzeln auf diese Weise fast von selbst.

Steckholz oder Steckling: der Unterschied
Ein Steckholz ist ein unbelaubtes, verholztes Triebstück, das während der Winterruhe geschnitten wird. Es hat keine Blätter, die Wasser verdunsten, und kann deshalb ohne Folie oder Gewächshaus direkt im Freien bewurzeln. Die Energie für die ersten Wurzeln und Triebe steckt im Holz selbst.
Ein Steckling dagegen ist ein beblätterter, meist krautiger oder halb verholzter Trieb, der im Frühjahr oder Sommer geschnitten wird. Er bewurzelt oft schneller, braucht aber hohe Luftfeuchtigkeit, damit er nicht vertrocknet. Für viele sommergrüne Blütensträucher ist das Steckholz die bequemere Methode; immergrüne Gehölze wie Buchs oder Kirschlorbeer vermehrt man dagegen über Stecklinge.
Welche Gehölze sich eignen
Am besten gelingt die Vermehrung mit Steckhölzern bei wüchsigen, sommergrünen Sträuchern. Bewährt haben sich unter anderem:
- Blütensträucher: Forsythie, Weigelie, Deutzie, Pfeifenstrauch (Falscher Jasmin), Kolkwitzie, Sommerflieder, Spierstrauch, Fingerstrauch, Gewöhnlicher Schneeball
- Gehölze mit farbiger Rinde: Hartriegel wie der Tatarische oder Seidige Hartriegel
- Obst und Beeren: Johannisbeere, Stachelbeere, Jostabeere, Feige und Weinrebe
- Schnellwüchsige Gehölze: Weiden, Pappeln, Holunder, Liguster
Weiden sind die Rekordhalter: Ihre Steckhölzer wurzeln sogar in einem Glas Wasser. Schwierig oder kaum möglich ist die Methode bei vielen Nadelgehölzen, bei Magnolien, Zaubernuss und veredelten Sorten wie den meisten Obstbäumen. Für diese Gehölze gibt es andere Wege, etwa die Veredelung.
Ein Hinweis zu veredelten Sträuchern: Stammt Ihr Strauch von einer Unterlage, zum Beispiel eine Rose, entsteht aus dem Steckholz eine wurzelechte Pflanze der Sorte. Das ist meist kein Nachteil, sie wächst in den ersten Jahren nur etwas langsamer.
Der richtige Zeitpunkt
Steckhölzer können Sie während der gesamten Winterruhe schneiden, also vom Laubfall im November bis zum Austrieb im März. Der Februar ist ideal, weil die Triebe dann voll ausgereift sind und Sie sie direkt beim Winterschnitt gewinnen. Wichtig ist, an einem frostfreien Tag zu schneiden, denn gefrorenes Holz wird an den Schnittstellen leicht gequetscht.
Stecken können Sie, sobald der Boden offen und nicht mehr gefroren ist. Ist er im Februar noch hart, lagern Sie die Steckhölzer bis zum März oder April zwischen. Vom Kalender unabhängig gilt: Die Knospen dürfen beim Stecken noch nicht ausgetrieben sein.
Steckhölzer richtig schneiden
- Trieb auswählen. Nehmen Sie kräftige, gesunde Triebe aus dem letzten Jahr, etwa bleistiftdick. Dünne Spitzen und altes, mehrjähriges Holz bewurzeln schlecht.
- Oben schneiden. Setzen Sie den oberen Schnitt knapp über einer Knospe oder einem Knospenpaar an, etwa 1 cm darüber, gerade oder leicht schräg.
- Unten schneiden. Der untere Schnitt liegt knapp unter einer Knospe und wird schräg geführt. So erkennen Sie später sicher, wo oben und unten ist.
- Länge prüfen. Ein fertiges Steckholz ist 15–20 cm lang und hat mehrere Knospen.
- Beschriften. Bündeln Sie die Hölzer je Sorte und hängen Sie ein Etikett daran.
Verwenden Sie eine scharfe, saubere Schere, damit die Schnittstellen glatt bleiben. Hinweise zum passenden Werkzeug finden Sie im Beitrag Werkzeug zum Schneiden von Gehölzen. Stecken Sie ein Steckholz nie verkehrt herum – es bildet dann keine Wurzeln.
Zwischenlagern bis zum Frühjahr
Ist der Boden noch gefroren, lagern Sie die Steckholzbündel an einem kühlen, frostfreien und dunklen Ort, zum Beispiel im Keller oder in der Garage. Stellen Sie sie aufrecht in eine Kiste mit leicht feuchtem Sand, sodass sie etwa zur Hälfte eingegraben sind. Kontrollieren Sie ab und zu, dass der Sand nicht austrocknet und sich kein Schimmel bildet. Draußen können Sie die Bündel auch an einer schattigen Stelle im Garten tief in den Boden einschlagen.
Steckhölzer richtig stecken
Das Anzuchtbeet sollte halbschattig, geschützt und locker sein. Arbeiten Sie reifen Kompost und Sand in schweren Boden ein. Alternativ stecken Sie die Hölzer in tiefe Töpfe mit einer Mischung aus Erde und Sand.
Stechen Sie mit einem Pflanzholz oder einem dünnen Stab ein Loch vor, damit die Rinde beim Stecken nicht verletzt wird. Stecken Sie das Holz senkrecht so tief, dass etwa zwei Drittel bis drei Viertel unter der Erde sind und nur die obersten ein bis zwei Knospen herausragen. Unter der Erde bilden sich an den Knospen und Blattnarben die Wurzeln, oben treiben die neuen Blätter aus. Drücken Sie die Erde gut an und gießen Sie an. Ein Abstand von etwa 10–15 cm in der Reihe genügt für das erste Jahr.
Pflege bis zur fertigen Jungpflanze
Nach einigen Wochen treiben die Steckhölzer aus. Ein Austrieb bedeutet noch nicht, dass Wurzeln da sind – die ersten Blätter speisen sich zunächst aus den Vorräten im Holz. Halten Sie den Boden deshalb den ganzen Frühling und Sommer gleichmäßig feucht, aber nicht nass, und jäten Sie Unkraut. Eine dünne Mulchschicht hilft dabei.
Ausfälle sind normal, auch bei geübten Gärtnern. Stecken Sie deshalb immer einige Hölzer mehr, als Sie brauchen. Im Herbst oder im folgenden Frühjahr sind die Jungpflanzen gut bewurzelt und können an ihren endgültigen Platz umziehen. Ein Rückschnitt der jungen Triebe um etwa ein Drittel nach dem ersten Jahr sorgt für eine buschige Verzweigung.
Hortensien im Februar vermehren
Viele Gärtner möchten im Februar Hortensien vermehren. Das gelingt am besten bei den Rispen- und Ballhortensien (Hydrangea paniculata und H. arborescens), die ohnehin im Spätwinter zurückgeschnitten werden. Aus den abgeschnittenen, einjährigen Trieben können Sie Steckhölzer wie oben beschrieben gewinnen und in Töpfe mit sandiger Erde an einen hellen, kühlen, frostfreien Platz stellen. Die Erfolgsquote ist geringer als bei Forsythien; stecken Sie also reichlich.
Bei Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) ist der Februarschnitt heikel, weil ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr angelegt wurden. Sie werden besser im Frühsommer über Kopfstecklinge vermehrt, die ohne Blüte geschnitten und unter einer Haube bewurzelt werden. Mehr dazu in den Beiträgen Hortensien pflanzen und richtig pflegen und Hortensien schneiden.
Buchsbaum und Oleander: andere Methoden
Buchsbaum und Oleander sind immergrün und lassen sich nicht mit Steckhölzern vermehren. Buchs wird über Stecklinge vermehrt, am besten im Spätsommer, wenn die Triebe halb verholzt sind; die Anleitung finden Sie unter Buchsbaum pflegen und vermehren. Oleander bewurzelt besonders leicht, wenn Sie Triebstücke im Frühjahr oder Sommer in ein Glas Wasser stellen. Beachten Sie, dass Oleander in allen Teilen giftig ist; tragen Sie beim Schneiden Handschuhe. Schritt für Schritt erklärt ist das im Beitrag Oleander ganz leicht vermehren.
Was im Februar sonst ansteht
Der Februar ist ein guter Monat für den Winterschnitt vieler sommerblühender Sträucher, für das Auslichten von Obstgehölzen an frostfreien Tagen und für das Vorbereiten der Anzucht. Ziergräser werden am besten erst kurz vor dem Neuaustrieb im Spätwinter oder Frühjahr zurückgeschnitten; wie das geht, steht unter Ziergräser richtig zurückschneiden. Bei Hecken ist ein kräftiger Rückschnitt nur bis Ende Februar erlaubt; vom 1. März bis 30. September verbietet das Bundesnaturschutzgesetz radikale Schnitte, schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben zulässig.
Häufige Fragen
Kann man Hortensien im Februar vermehren?
Rispen- und Ballhortensien ja, mit Steckhölzern aus dem Winterschnitt, die in Töpfen hell und frostfrei bewurzeln. Bauernhortensien vermehrt man besser im Frühsommer über Kopfstecklinge.
Wie lang sollte ein Steckholz sein?
Etwa 15–20 cm, bleistiftdick und mit mehreren Knospen. Oben endet es knapp über einer Knospe, unten schräg knapp unter einer Knospe.
Wie tief steckt man Steckhölzer?
So tief, dass zwei Drittel bis drei Viertel in der Erde sind und nur die obersten ein bis zwei Knospen herausschauen.
Wann sind Steckhölzer bewurzelt?
Meist im Laufe des Sommers. Umgepflanzt werden die Jungpflanzen im Herbst oder im folgenden Frühjahr.



