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Garten-Ratgeber

Gartenbewässerung selbst bauen – So geht‘s

Teich & Wasservon Christoph7 Min. · 11 Abschnitte
Versenkregner bewässert eine Rasenfläche
Versenkregner bewässert eine Rasenfläche
Inhalt11 Abschnitte
  1. Oberirdisch oder unterirdisch?
  2. Die Wasserleistung messen
  3. Den Garten in Zonen aufteilen
  4. Welche Regner wofür?
  5. Tropfbewässerung für Beete und Hecken
  6. Material und Einkaufsliste
  7. Schritt für Schritt: die Anlage verlegen
  8. Trinkwasser schützen: Rückflussverhinderung
  9. Automatisch steuern
  10. Frostschutz, Wartung und Staunässe
  11. Häufige Fragen

Eine Gartenbewässerung selbst zu bauen ist gut machbar, wenn Sie in dieser Reihenfolge vorgehen: Wasserleistung messen, den Garten in Zonen mit ähnlichem Wasserbedarf aufteilen, passende Regner und Tropfrohre wählen, PE-Rohre spatentief verlegen und das System mit Steuerung und Entleerung ausstatten. Die meiste Arbeit steckt in der Planung – wer sie gründlich macht, gräbt nur einmal. Das Ergebnis spart Zeit, Wasser und im Urlaub die Nachbarschaftshilfe.

Oberirdisch oder unterirdisch?

Zuerst steht die Grundsatzfrage an. Eine oberirdische Anlage aus Schläuchen, Tropfrohren und aufgesteckten Regnern ist in wenigen Stunden aufgebaut, lässt sich jederzeit verändern und im Herbst abbauen. Sie eignet sich für Beete, Hecken, Kübel und Gemüsegärten, wo sich die Bepflanzung ohnehin ändert. Tropfrohre lassen sich unter Mulch verstecken.

Eine unterirdische Anlage mit Versenkregnern ist die Lösung für Rasenflächen. Die Regner verschwinden nach dem Einsatz im Boden, Rasenmäher und Mähroboter fahren darüber hinweg. Der Aufwand ist höher, das Ergebnis dafür dauerhaft und unsichtbar. Viele Gärten kombinieren beides: versenkte Regner für den Rasen, Tropfbewässerung für Beete und Hecken.

Die Wasserleistung messen

Bevor Sie Regner auswählen, müssen Sie wissen, wie viel Wasser zur Verfügung steht. Die einfachste Messung braucht nur einen Eimer und eine Uhr:

  1. Drehen Sie den Wasserhahn, an dem die Anlage hängen soll, voll auf.
  2. Messen Sie, wie viele Sekunden es dauert, einen 10-Liter-Eimer zu füllen.
  3. Rechnen Sie: 36.000 geteilt durch die Sekundenzahl ergibt die Leistung in Litern pro Stunde. Dauert es 20 Sekunden, stehen 1.800 l/h zur Verfügung.

Den Leitungsdruck zeigt ein einfaches Manometer, das auf den Hahn geschraubt wird. Im Hausnetz liegt er meist bei einigen bar. Aus diesen beiden Werten ergibt sich, wie viele Regner gleichzeitig laufen können: Die Summe des Wasserverbrauchs aller Regner einer Zone darf die gemessene Leistung nicht übersteigen, sonst reicht der Druck nicht, und die Regner erreichen ihre Wurfweite nicht. Die Verbrauchswerte stehen in den Herstellerangaben der Regner.

Den Garten in Zonen aufteilen

Weil selten genug Wasser für alle Regner gleichzeitig da ist, wird der Garten in Bewässerungszonen geteilt, die nacheinander laufen. Sinnvoll ist eine Aufteilung nach Bedarf:

  • Rasen in der Sonne,
  • Rasen im Halbschatten,
  • Beete und Hecken mit Tropfbewässerung,
  • Kübel und Balkonkästen mit Mikrotropfern,
  • Gemüsebeete, die öfter Wasser brauchen.

Jede Zone bekommt ein eigenes Ventil – von Hand, über einen Verteiler mit mehreren Ausgängen oder über Magnetventile, die ein Steuergerät schaltet. Zeichnen Sie den Garten maßstabsgerecht auf, tragen Sie Regner mit ihren Wurfweiten als Kreise ein und planen Sie so, dass sich die Wurfbereiche leicht überlappen. Nur so wird die Fläche gleichmäßig nass. Denken Sie an Regenschatten unter Bäumen und an Flächen, die nicht nass werden sollen, wie Hauswand, Terrasse oder Weg.

Welche Regner wofür?

RegnerEinsatzBesonderheit
Viereckregnerrechteckige RasenflächenReichweite in Länge und Breite einstellbar, oberirdisch
Kreis- und Sektorenregnerkleine bis mittlere Flächenberegnen Vollkreis oder einstellbaren Sektor
Impulsregnergroße Flächengroße Wurfweite, ruckweise Drehung
Versenkregner (Sprüh- oder Getrieberegner)Rasen mit fester Anlagefahren unter Druck aus dem Boden, verschwinden danach
Mehrflächenregnerverwinkelte Gärtenverschiedene Flächenformen einstellbar
Tropfrohr, Perlschlauch, TropferBeete, Hecken, KübelWasser direkt an die Wurzel, kaum Verdunstung

Innerhalb einer Zone sollten nur Regner gleicher Art laufen. Sprühregner geben in kurzer Zeit viel Wasser ab, Getrieberegner verteilen es langsamer auf größere Fläche. Mischt man beide, wird ein Teil zu nass, der andere zu trocken.

Tropfbewässerung für Beete und Hecken

Für alles außer Rasen ist die Tropfbewässerung die sparsamste Lösung. Das Wasser tritt tropfenweise direkt am Boden aus, Blätter bleiben trocken, und kaum etwas verdunstet. Das beugt auch Pilzkrankheiten vor. Tropfrohre mit eingebauten Tropfern werden in Schlingen durch das Beet oder entlang der Hecke gelegt, Kübel bekommen einzelne Tropfer an dünnen Verteilerschläuchen.

Tropfsysteme arbeiten mit niedrigem Druck und brauchen deshalb meist einen Druckminderer und einen Filter am Anfang der Zone, damit keine Schmutzpartikel die feinen Öffnungen verstopfen. Besonders bei Regenwasser aus der Zisterne ist ein Filter Pflicht. Wer vor allem im Urlaub eine einfache Lösung braucht, findet Anregungen unter Garten im Urlaub bewässern ohne Technik-Overkill.

Material und Einkaufsliste

  • PE-Rohr, für Hauptleitungen meist 25 oder 32 mm Durchmesser
  • Klemmverbinder: T-Stücke, Winkel, Kupplungen, Endstopfen
  • Anschluss an den Wasserhahn mit Rückflussverhinderer
  • Regner, Tropfrohre, Tropfer
  • Ventile oder Magnetventile mit Ventilbox, bei Steuerung das passende Kabel
  • Entleerungsventil und etwas Kies für die Drainage darunter
  • Bewässerungsuhr oder Steuergerät, optional Regen- oder Bodenfeuchtesensor
  • Wassersteckdose für einen zusätzlichen Schlauchanschluss im Garten
  • Rohrschere, Spaten, Markierspray, Dichtband für Kunststoffgewinde

Startersets aus dem Fachhandel enthalten viele dieser Teile bereits abgestimmt.

Schritt für Schritt: die Anlage verlegen

  1. Probeweise auslegen. Legen Sie Rohre, Regner und Verbinder nach Plan auf dem Rasen aus und schneiden Sie die Rohre auf Länge. Verlegen Sie nach einem festen Muster, etwa immer parallel zu Wegen, das erleichtert später die Fehlersuche.
  2. Zusammenstecken und testen. Verbinden Sie alle Teile und schließen Sie das System oberirdisch probeweise an. Prüfen Sie Dichtigkeit, Wurfweiten und Überlappung. Jetzt lässt sich noch alles verschieben.
  3. Gräben markieren und ausheben. Markieren Sie die Rohrlage mit Spray, stechen Sie die Grasnarbe ab und legen Sie sie beiseite. Eine Tiefe von 20–30 cm reicht, denn frostfrei wird die Anlage ohnehin nicht verlegt, sondern im Herbst entleert.
  4. Gefälle und Entleerung. Verlegen Sie die Rohre mit leichtem Gefälle zu einem tiefsten Punkt. Dort sitzt ein Entleerungsventil auf einem Kiesbett, damit das Wasser im Herbst ablaufen kann.
  5. Regner setzen. Versenkregner werden so eingesetzt, dass ihre Oberkante bündig mit dem Boden abschließt; bei Bedarf gleichen Sie die Höhe mit Steigrohren aus.
  6. Dokumentieren. Fotografieren Sie die offenen Gräben mit Maßband und markanten Punkten im Bild. Beim nächsten Pflanzloch oder Zaunpfosten wissen Sie dann, wo die Leitung liegt.
  7. Verfüllen. Gräben mit steinfreier Erde verfüllen, Grasnarbe wieder einsetzen, festtreten und angießen.

Trinkwasser schützen: Rückflussverhinderung

Eine Bewässerungsanlage am Hausanschluss darf kein Wasser zurück ins Trinkwassernetz drücken. Deshalb gehört an den Anschluss ein Rückflussverhinderer, bei fest installierten Anlagen je nach Ausführung ein geeigneter Systemtrenner nach den geltenden Regeln der Trinkwasserinstallation. Regen- oder Brunnenwasser darf niemals direkt mit der Trinkwasserleitung verbunden werden. Wer beide Quellen nutzen will, braucht eine fachgerechte Nachspeisung mit freiem Auslauf. Im Zweifel fragen Sie einen Installateur oder Ihren Wasserversorger.

Regenwasser aus einer Zisterne wird mit einer Pumpe in die Anlage gespeist; sie muss zur Zahl der Regner und zum nötigen Druck passen. Wie Sie Regenwasser sinnvoll sammeln, beschreibt der Beitrag Regenwasser im Garten sammeln.

Automatisch steuern

Die einfachste Automatik ist eine Bewässerungsuhr am Wasserhahn, die zu festen Zeiten öffnet. Ein Steuergerät schaltet über Magnetventile mehrere Zonen nacheinander. Ein Regensensor oder Bodenfeuchtesensor verhindert, dass die Anlage bei nassem Boden läuft, und spart so erheblich Wasser. Viele Steuerungen lassen sich heute auch per App bedienen.

Programmieren Sie lieber selten und durchdringend als täglich ein bisschen. Ein Rasen braucht in trockenen Sommerwochen etwa 10–20 Liter je Quadratmeter pro Woche, verteilt auf ein bis zwei Gaben. So wachsen die Wurzeln in die Tiefe. Die beste Zeit ist der frühe Morgen, wenn wenig verdunstet und die Blätter tagsüber abtrocknen. Mehr zum richtigen Maß steht im Beitrag Wie oft muss man den Garten wirklich bewässern?

Frostschutz, Wartung und Staunässe

Vor dem ersten Frost muss das Wasser aus der Anlage. Schließen Sie die Zuleitung, öffnen Sie die Entleerungsventile und lassen Sie alles leerlaufen; Tropfleitungen werden an den Enden geöffnet. Steuergeräte, Bewässerungsuhren, Filter und Pumpen bauen Sie ab und lagern sie frostfrei. Offene Anschlüsse verschließen Sie, damit kein Schmutz eindringt. Auch der Außenwasserhahn selbst braucht Frostschutz; Hinweise dazu gibt der Beitrag Das Auslaufventil: der Wasserspender im Garten.

Im Frühjahr spülen Sie die Leitungen kurz durch, reinigen die Filter und prüfen alle Regner auf Wurfweite und Richtung.

Wenn Wasser stehen bleibt: Drainage

Sammelt sich nach dem Beregnen Wasser auf dem Rasen oder dem Weg, liegt das meist an verdichtetem Boden. Oft hilft schon Lockern oder Sanden. In hartnäckigen Fällen verlegt man ein Drainagerohr: ein gelochtes, mit Vlies ummanteltes Rohr in einem mit Kies gefüllten Graben, mit leichtem Gefälle zu einer Stelle, an der das Wasser versickern kann. Einleitungen in den Kanal sind meist genehmigungspflichtig; klären Sie das mit der Gemeinde.

Häufige Fragen

Wie tief verlegt man eine Gartenbewässerung?

Etwa 20–30 cm, also spatentief. Frostfrei muss sie nicht liegen, weil sie im Herbst entleert wird. Tropfrohre in Beeten können auch oberirdisch unter Mulch liegen.

Wie viele Regner kann ich gleichzeitig betreiben?

So viele, wie die gemessene Wasserleistung hergibt. Addieren Sie den Verbrauch der Regner laut Herstellerangabe; die Summe muss unter der gemessenen Literzahl pro Stunde liegen. Sonst teilen Sie in mehrere Zonen auf.

Kann ich die Anlage mit Regenwasser betreiben?

Ja, mit einer passenden Pumpe aus Zisterne oder Regentonne. Ein Filter ist dann Pflicht, und eine direkte Verbindung zur Trinkwasserleitung ist nicht erlaubt.

Lohnt sich eine automatische Bewässerung?

Vor allem bei großen Rasenflächen, Hecken und Gemüsebeeten sowie für alle, die öfter verreisen. Mit Regen- oder Feuchtesensor verbraucht sie oft weniger Wasser als Gießen von Hand, weil sie gezielt und nur bei Bedarf wässert.

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