Bank aus Naturstein bauen
Inhalt12 Abschnitte
- Stein oder Holz: was für eine Steinbank spricht
- Welcher Naturstein geeignet ist
- Die richtigen Maße
- Material und Werkzeug
- Das Fundament
- Schritt für Schritt: die gemauerte Steinbank
- Variante: Blockbank ohne Mörtel
- Variante: Bank in der Trockenmauer oder als Gabione
- Komfort: Holzauflage und Kissen
- Pflege der Steinbank
- Ist eine Genehmigung nötig?
- Häufige Fragen
Eine Bank aus Naturstein hält Jahrzehnte, braucht kaum Pflege und fügt sich in fast jeden Garten ein. Für den Selbstbau eignen sich zwei Wege: eine Blockbank aus zwei Steinsockeln und einer massiven Steinplatte oder eine gemauerte Bank aus Bruch- oder Quadersteinen auf einem festen Fundament. Beides ist mit etwas handwerklichem Geschick an zwei bis drei Wochenenden machbar – die meiste Zeit verbringen Sie mit Warten auf Beton und Mörtel.

Stein oder Holz: was für eine Steinbank spricht
Holzbänke sind warm und leicht, verwittern aber und wollen regelmäßig geölt oder gestrichen werden. Eine Steinbank ist dagegen praktisch unverwüstlich, nimmt Regen und Frost nicht übel und wird mit Moos und Patina eher schöner. Sie ist außerdem ein gestalterisches Element: Als Teil einer Mauer, am Rand einer Terrasse oder als Abschluss eines Hangs wirkt sie wie gewachsen.
Die Nachteile sollten Sie kennen: Stein ist kalt und hart. Ohne Sitzkissen oder Holzauflage sitzt man im Frühjahr und Herbst ungern darauf. Eine Steinbank steht außerdem für immer an ihrem Platz. Wählen Sie den Standort deshalb mit Bedacht, am besten nach einer Probe mit einem Gartenstuhl über ein paar Tage. Eine Bank an einer sonnigen Hauswand oder Mauer speichert die Wärme und lädt schon im März zum Sitzen ein, im Hochsommer ist dagegen ein Platz im lichten Schatten angenehmer. Mehr zur Wahl des richtigen Sitzplatzes lesen Sie im Beitrag Gemütlichkeit dank Gartenbank.
Welcher Naturstein geeignet ist
Für eine Gartenbank brauchen Sie frostbeständigen Stein. Geeignet sind vor allem:
- Granit und Gneis: sehr hart, frostfest, kaum empfindlich gegen Flecken. Ideal für Sitzplatten.
- Sandstein: warm im Farbton, gut zu bearbeiten, aber weicher und je nach Sorte unterschiedlich frostfest. Nimmt Wasser auf und vermoost schneller.
- Kalkstein und Travertin: hell und edel, meist frostfest, empfindlich gegen Säuren; Rotwein oder Essig hinterlassen Flecken. Mehr zu Travertin im Beitrag Travertin-Mauersteine für Natursteinmauern.
- Basalt und Grauwacke: dunkel, schwer, sehr robust.
Fragen Sie beim Steinhandel ausdrücklich nach Frostbeständigkeit und nach Steinen aus der Region; sie passen optisch meist besser und haben kürzere Transportwege. Für die Sitzfläche ist eine gesägte oder gespaltene Oberfläche angenehmer als eine grob bossierte. Polierte Flächen werden bei Nässe glatt.
Die richtigen Maße
Damit die Bank auch bequem ist, orientieren Sie sich an den Maßen gekaufter Gartenbänke:
| Sitzhöhe | etwa 42–46 cm, mit Auflage entsprechend weniger Stein |
| Sitztiefe | 40–50 cm, ohne Rückenlehne eher 40 cm |
| Länge | etwa 60 cm je Person, für zwei bis drei Personen 120–180 cm |
| Rückenlehne | 30–40 cm über der Sitzfläche, am besten leicht nach hinten versetzt |
| Überstand der Sitzplatte | vorn einige Zentimeter, damit die Fersen Platz haben |
Eine senkrechte Rückenlehne aus Stein ist auf Dauer unbequem. Viele Selbstbauer verzichten deshalb auf die Lehne und setzen die Bank vor eine Mauer, eine Hecke oder einen Hang, oder sie legen ein keilförmiges Rückenkissen dazu.
Material und Werkzeug
Für eine gemauerte Bank von etwa 150 cm Länge brauchen Sie ungefähr:
- Schotter oder Frostschutzkies für den Unterbau,
- Beton für das Fundament (fertig gemischt im Sack oder selbst angerührt) und Baustahlmatte,
- Bruch- oder Quadersteine für die Sockel bzw. den Korpus,
- eine oder mehrere Steinplatten für die Sitzfläche, 5–8 cm stark,
- Trassmörtel oder speziellen Natursteinmörtel; normaler Zementmörtel kann bei manchen Steinen Verfärbungen und Ausblühungen verursachen,
- Wasserwaage, Richtschnur, Maurerkelle, Fugeisen, Gummihammer, Mörtelkübel, Schubkarre, Spaten, Handstampfer oder Rüttelplatte sowie Bretter für die Schalung.
Denken Sie an Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe und Schutzbrille. Ein Bruchstein der Größe 50 × 25 × 15 cm wiegt schnell 50 kg, eine Sitzplatte ein Vielfaches davon. Heben Sie zu zweit, aus den Knien, und nutzen Sie für schwere Platten Rollen oder eine Sackkarre.
Das Fundament
Eine Steinbank ist schwer und darf sich nicht setzen oder bei Frost anheben. Eine gemauerte Bank braucht deshalb ein tragfähiges Fundament. Für kleine Bänke auf gut durchlässigem Boden genügt häufig ein Unterbau aus 30–40 cm verdichtetem Schotter, darauf eine bewehrte Betonplatte von etwa 15–20 cm. Auf bindigen, frostgefährdeten Böden oder bei höheren Konstruktionen mit Lehne ist ein Fundament bis in frostfreie Tiefe sicherer; diese liegt in Deutschland je nach Region bei etwa 80 cm. Die Fläche des Fundaments sollte rundum ein paar Zentimeter größer sein als die Bank.
Für eine Blockbank aus zwei Sockelsteinen reichen zwei kleinere Punktfundamente oder ein gut verdichtetes Schotterbett mit Splittausgleich, weil die schweren Blöcke von selbst stabil liegen.
Schritt für Schritt: die gemauerte Steinbank
- Grundriss abstecken. Legen Sie die Umrisse mit Pflöcken und Schnur aus und stellen Sie probeweise ein paar Steine auf, um die Wirkung zu prüfen.
- Aushub und Unterbau. Heben Sie die Grube aus, füllen Sie Schotter lagenweise ein und verdichten Sie jede Lage gründlich.
- Schalung und Beton. Bauen Sie einen Holzrahmen als Schalung, füllen Sie die Hälfte des Betons ein, legen Sie die Baustahlmatte auf und füllen Sie den Rest auf. Ziehen Sie die Oberfläche waagerecht ab und halten Sie den Beton einige Tage feucht, damit er nicht reißt. Mit dem Mauern warten Sie mindestens zwei bis drei Tage, besser eine Woche.
- Erste Steinreihe. Auf das Fundament kommt ein Mörtelbett von 2–3 cm. Setzen Sie die erste Reihe mit der Wasserwaage exakt waagerecht; Fehler dieser Reihe ziehen sich durch die ganze Bank.
- Weitere Reihen im Verband. Mauern Sie die folgenden Reihen immer versetzt, sodass keine Fuge über der anderen liegt. Bei unregelmäßigen Bruchsteinen braucht es dickere Mörtelfugen, bei gesägten Steinen genügen dünne. Den Kern des Korpus können Sie mit Bruchstücken und Mörtel ausfüllen.
- Sitzplatte auflegen. Ist die Sitzhöhe abzüglich der Plattenstärke erreicht, legen Sie die Sitzplatte in ein volles Mörtelbett. Geben Sie ihr ein leichtes Gefälle von etwa 1–2 % nach vorn, damit Regenwasser abläuft.
- Lehne mauern (optional). Eine Rückenlehne setzen Sie hinten auf die Sitzfläche oder besser dahinter auf das Fundament, sodass sie nicht auf der Platte lastet.
- Verfugen und reinigen. Fugen mit dem Fugeisen glätten, Mörtelreste sofort mit feuchtem Schwamm abnehmen, bevor sie auf dem Stein antrocknen.
- Aushärten lassen. Schützen Sie die Bank einige Tage vor praller Sonne, starkem Regen und Frost. Benutzt wird sie frühestens nach einer Woche, voll belastbar ist sie nach etwa vier Wochen.
Mauern Sie nur bei Temperaturen über 5 °C und nicht, wenn Nachtfrost droht. Frischer Mörtel, der gefriert, verliert seine Festigkeit.
Variante: Blockbank ohne Mörtel
Die einfachste Steinbank besteht aus zwei massiven Steinblöcken als Füße und einer dicken Steinplatte als Sitzfläche, zum Beispiel aus Granit. Die Blöcke stehen auf einem verdichteten Schotterbett mit etwas Splitt zum Ausrichten, die Platte liegt durch ihr Eigengewicht fest. Für eine rutschfeste, dauerhafte Lage kann sie mit ein paar Punkten Natursteinmörtel aufgesetzt werden. Diese Bauweise ist schnell erledigt, braucht aber schweres Gerät oder mehrere kräftige Helfer, denn Platten und Blöcke wiegen oft mehrere Zentner.
Variante: Bank in der Trockenmauer oder als Gabione
Wer ohnehin eine Trockenmauer oder eine Gabionenwand plant, kann die Bank gleich integrieren: Eine Mauerstufe in Sitzhöhe mit einer aufgelegten Deckplatte ergibt einen Sitzplatz, der aussieht, als sei er schon immer da gewesen. In den Fugen einer Trockenmauer finden zudem Eidechsen und Insekten Unterschlupf, und Polsterstauden lassen sich direkt einpflanzen – mehr dazu unter Mauern im Garten bepflanzen. Wie man mit Steinkörben arbeitet, zeigt der Beitrag Im Garten eine Gabionenwand selber bauen. Eine Gabionenbank bekommt meist eine Sitzauflage aus Holz, weil die Oberfläche aus losen Steinen zu unbequem wäre.
Komfort: Holzauflage und Kissen
Eine Auflage aus Hartholz oder Lärche macht die Steinbank deutlich angenehmer. Schrauben Sie die Latten auf zwei oder drei Querhölzer, sodass die Auflage lose auf dem Stein liegt und darunter Luft zirkulieren kann. So trocknet das Holz nach Regen schnell ab, und Sie können die Auflage im Winter abnehmen. Direkt auf den Stein gedübeltes Holz hält dagegen Feuchtigkeit fest und fault.
Pflege der Steinbank
Eine Natursteinbank braucht wenig Aufmerksamkeit. Laub und Schmutz fegen Sie ab, Grünbelag lässt sich mit Wasser, Bürste und etwas Schmierseife entfernen. Säurehaltige Reiniger sind auf Kalkstein, Marmor und Travertin tabu. Mit dem Hochdruckreiniger sollten Sie vorsichtig sein: Weiche Steine wie Sandstein und frische Mörtelfugen können dabei ausgewaschen werden. Hinweise dazu im Beitrag Hochdruckreiniger. Eine Imprägnierung ist nicht notwendig, bei saugfähigen Steinen kann sie Flecken und Moos aber verzögern.
Ist eine Genehmigung nötig?
Eine frei stehende Gartenbank ist in aller Regel keine genehmigungspflichtige bauliche Anlage. Anders kann es aussehen, wenn die Bank Teil einer höheren Stützmauer oder Einfriedung an der Grundstücksgrenze wird. Dann gelten die Vorgaben der jeweiligen Landesbauordnung und ggf. eines Bebauungsplans; im Zweifel gibt das örtliche Bauamt Auskunft. Wie das bei Terrassen aussieht, lesen Sie unter Braucht man eine Baugenehmigung für die Terrasse?.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte eine Steinbank sein?
Etwa 42–46 cm bis zur Sitzfläche, bei geplanter Auflage oder Kissen entsprechend niedriger. Die Sitztiefe sollte 40–50 cm betragen.
Welcher Mörtel eignet sich für Naturstein?
Trassmörtel oder spezieller Natursteinmörtel. Sie verringern das Risiko von Ausblühungen und Verfärbungen, die normaler Zementmörtel bei manchen Steinen verursachen kann.
Braucht eine Steinbank ein Fundament?
Eine gemauerte Bank ja, sonst reißen die Fugen, wenn sich der Boden setzt oder bei Frost hebt. Für eine schwere Blockbank genügt oft ein gut verdichtetes Schotterbett.
Wann kann man die Steinbank benutzen?
Frühestens nach etwa einer Woche. Voll ausgehärtet sind Beton und Mörtel nach rund vier Wochen.



