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Garten-Ratgeber

Eine Pflanzentreppe selber bauen

Selber bauenvon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wofür sich eine Pflanzentreppe eignet
  2. Das richtige Holz
  3. Maße und Materialliste
  4. Bauanleitung Schritt für Schritt
  5. Typische Fehler beim Selbstbau
  6. Alternativen: Paletten, Leitern und Kisten
  7. Sicherheit auf dem Balkon
  8. Bepflanzung: was wohin gehört
  9. Pflege über die Jahre
  10. Häufige Fragen

Eine Pflanzentreppe bringt Topfpflanzen auf verschiedene Höhen und schafft auf einem kleinen Balkon doppelt bis dreimal so viel Stellfläche wie der Boden allein. Selbst gebaut ist sie an einem Nachmittag fertig: zwei stufenförmig zugeschnittene Seitenwangen, drei Stufenbretter, ein paar Leisten und Edelstahlschrauben genügen. Entscheidend sind wetterfestes Holz, eine Konstruktion, die Wasser ablaufen lässt, und eine sichere Standfestigkeit.

Topfpflanzen kann man auch gut auf einer Pflanzentreppe arrangieren © mahey - Fotolia.com
Topfpflanzen kann man auch gut auf einer Pflanzentreppe arrangieren © mahey - Fotolia.com

Wofür sich eine Pflanzentreppe eignet

Eine Blumentreppe ist ideal für Balkone, Terrassenecken, Hauseingänge und schmale Beetränder. Die Pflanzen stehen gestaffelt hintereinander, sodass keine die andere verdeckt und alle gleichmäßig Licht bekommen. Außerdem erreichen Sie jeden Topf zum Gießen und Ernten, ohne sich zu bücken. Besonders praktisch ist das für einen kleinen Kräutergarten: Basilikum, Schnittlauch und Petersilie stehen griffbereit neben der Küchentür. Grundsätzliches zum Gärtnern in Gefäßen lesen Sie im Beitrag Auf Balkon oder Terrasse einen Topfgarten anlegen.

Das richtige Holz

Im Freien muss das Holz Regen, Sonne und dauernd feuchten Töpfen standhalten. Gut geeignet sind:

  • Lärche und Douglasie: heimische Nadelhölzer mit natürlichem Harzgehalt, recht witterungsbeständig und preiswert.
  • Kesseldruckimprägnierte Kiefer: günstig und dauerhaft, allerdings chemisch behandelt; für eine Kräutertreppe sollten die Töpfe dann auf Untersetzern stehen.
  • Robinie oder Eiche: sehr haltbar, aber schwer und schwieriger zu bearbeiten.

Fichte und unbehandelte Kiefer sind für den Außenbereich nur mit gutem Anstrich brauchbar und halten trotzdem nicht lange. Verwenden Sie Edelstahlschrauben; verzinkte Schrauben rosten mit der Zeit und hinterlassen besonders in Lärche und Eiche dunkle Flecken.

Maße und Materialliste

Die folgende Anleitung beschreibt eine Treppe mit drei Stufen, 80 cm breit, 75 cm tief und 90 cm hoch. Jede Stufe ist 25 cm tief und 30 cm höher als die vorige. Die Maße lassen sich leicht an Ihren Platz anpassen.

Seitenwangen2 Platten oder verleimte Bretter, 75 × 90 cm, etwa 2,5–3 cm stark
Stufenbretterje Stufe 2 Bretter, 80 cm lang, etwa 12 cm breit (6 Stück)
Querleisten3 Leisten als Setzstufen vorn, 3 als Aussteifung hinten, jeweils auf Innenmaß zwischen den Wangen
BefestigungEdelstahlschrauben 4 × 40 mm und 4,5 × 60 mm, wetterfester Holzleim
WerkzeugStichsäge, Akkuschrauber, Holzbohrer, Schleifpapier, Winkel, Zollstock, Schraubzwingen
OberflächeHolzöl oder Lasur für außen

Bauanleitung Schritt für Schritt

  1. Wangen anzeichnen. Zeichnen Sie auf eine der beiden Platten das Treppenprofil: unten 75 cm Tiefe, hinten 90 cm Höhe, dazwischen drei Stufen von je 25 cm Tiefe und 30 cm Höhe. Prüfen Sie jeden Winkel mit dem Anschlagwinkel.
  2. Wangen aussägen. Sägen Sie das Profil mit der Stichsäge aus. Legen Sie die fertige Wange dann auf die zweite Platte, zeichnen Sie sie ab und sägen Sie diese ebenso aus. So werden beide Seiten identisch, auch wenn der Schnitt nicht ganz perfekt war.
  3. Kanten brechen. Schleifen Sie alle Schnittkanten, runden Sie Ecken leicht ab und entfernen Sie Splitter.
  4. Hintere Aussteifungen montieren. Stellen Sie die Wangen parallel auf und verbinden Sie sie an der Rückseite mit drei Querleisten: oben, in der Mitte und knapp über dem Boden. Vorbohren, verleimen, verschrauben. Achten Sie auf rechte Winkel, sonst wackelt die Treppe später.
  5. Setzstufen anbringen. Die vorderen Querleisten kommen jeweils senkrecht unter die Vorderkante jeder Stufe zwischen die Wangen. Sie steifen die Konstruktion aus und tragen die Stufenbretter vorn.
  6. Stufenbretter aufschrauben. Legen Sie je Stufe zwei Bretter auf und verschrauben Sie sie von oben mit den Wangen. Lassen Sie zwischen den Brettern eine Fuge von 5–8 mm. Durch sie läuft Gießwasser ab, und das Holz trocknet schneller.
  7. Füße schützen. Schrauben Sie unter die Wangen kleine Distanzklötze oder Kunststoffgleiter, damit das Holz nicht in Pfützen steht.
  8. Oberfläche behandeln. Ölen oder lasieren Sie die Treppe vor dem ersten Einsatz, auch die Unterseiten und die Stirnkanten der Bretter, die am meisten Wasser aufnehmen. Mehr dazu unter Holz im Außenbereich: die richtige Imprägnierung.

Typische Fehler beim Selbstbau

  • Zu dünne Beine oder Stützen. Konstruktionen aus einzelnen dünnen Kanthölzern wackeln und brechen unter schweren, nassen Töpfen. Durchgehende Seitenwangen sind deutlich stabiler.
  • Geschlossene Stufen ohne Fugen. Auf einer durchgehenden Platte steht nach jedem Gießen Wasser, das Holz fault von oben.
  • Unbehandelte Stirnkanten. Sie saugen Wasser wie ein Strohhalm; hier beginnt die Fäulnis.
  • Falsche Schrauben. Stahlschrauben ohne Korrosionsschutz rosten und lockern sich.

Alternativen: Paletten, Leitern und Kisten

Wer nicht sägen möchte, hat einfachere Möglichkeiten. Eine alte Holzleiter wird mit ein paar aufgelegten Brettern zur Pflanzenleiter. Drei unterschiedlich hohe Obst- oder Weinkisten, hintereinander gestellt und miteinander verschraubt, ergeben eine rustikale Treppe mit Stauraum. Auch aus einer Europalette lässt sich durch Zersägen und Versetzen der Teile eine Stufenkonstruktion bauen. Weitere Ideen für senkrechtes Gärtnern finden Sie unter Vertikale Begrünungssysteme für die Raumgestaltung.

Sicherheit auf dem Balkon

Eine vollbesetzte Pflanzentreppe ist schwer, denn nasse Erde wiegt viel. Stellen Sie die schwersten Gefäße auf die unterste Stufe und die leichten nach oben, dann liegt der Schwerpunkt tief. An windigen Standorten und auf hohen Balkonen sichern Sie die Treppe mit einem Winkel oder Band an der Wand, damit sie bei Sturm nicht kippt. Auf Balkonen mit Brüstung sollte die Treppe so stehen, dass nichts über das Geländer nach außen fallen kann, und Kinder sie nicht als Kletterhilfe benutzen können.

Bepflanzung: was wohin gehört

Prüfen Sie zuerst, wie viel Sonne der Platz bekommt, und wählen Sie die Pflanzen danach. Auf der obersten Stufe stehen Pflanzen, die viel Licht brauchen oder die herabhängen dürfen, etwa Hängepetunien, Kapuzinerkresse oder Erdbeeren. Die mittlere Stufe trägt blühende Balkonpflanzen und Kräuter, die unterste Stufe größere, schwerere Kübel oder schattenverträgliche Pflanzen, die im Schatten der oberen Stufen gut zurechtkommen.

Achten Sie darauf, dass alle Töpfe Abzugslöcher haben und auf Untersetzern oder Füßchen stehen, damit das Holz nicht dauerhaft nass bleibt. Wie man Gefäße richtig befüllt, erklärt der Beitrag Kübel richtig bepflanzen, und Hinweise zur Nährstoffversorgung gibt es unter Balkonblumen richtig düngen.

Pflege über die Jahre

Kontrollieren Sie die Treppe jedes Frühjahr auf lockere Schrauben und weiche Stellen. Ein neuer Ölanstrich alle ein bis zwei Jahre hält das Holz geschmeidig. Über den Winter räumen Sie die Treppe am besten leer und stellen sie unter ein Dach oder zumindest so, dass kein Schnee darauf liegen bleibt. So hält eine selbst gebaute Pflanzentreppe aus Lärche oder Douglasie viele Jahre.

Häufige Fragen

Welches Holz eignet sich für eine Pflanzentreppe im Freien?

Lärche, Douglasie, kesseldruckimprägnierte Kiefer, Robinie oder Eiche. Fichte und unbehandelte Kiefer halten draußen nur kurze Zeit.

Wie tief sollten die Stufen sein?

Für normale Blumentöpfe sind 20–25 cm Stufentiefe praktisch. Für große Kübel sollte die unterste Stufe tiefer sein, 30–40 cm.

Wie verhindere ich, dass das Holz fault?

Mit Fugen zwischen den Stufenbrettern, Füßen oder Gleitern unter den Wangen, einem Ölanstrich auch auf den Stirnkanten und Untersetzern unter den Töpfen.

Kann man eine Pflanzentreppe auch drinnen nutzen?

Ja. Für Innenräume genügt auch Fichte oder Buche. Wichtig sind dann dichte Untersetzer, damit kein Gießwasser auf den Boden läuft.

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