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Garten-Ratgeber

Goji Beeren im Garten anbauen

Obstvon Kathrin Schendel5 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Bocksdorn im Steckbrief
  2. Was an den Beeren dran ist
  3. Standort und Boden
  4. Goji pflanzen
  5. Vermehrung
  6. Schnitt: Gerüst aufbauen, dann auslichten
  7. Ernte und Verwendung
  8. Krankheiten und Schädlinge
  9. Goji in der Beerenhecke
  10. Häufige Fragen

Goji-Beeren wachsen an einem anspruchslosen, gut winterharten Strauch, dem Gewöhnlichen Bocksdorn (Lycium barbarum). Er gedeiht an jedem sonnigen Platz mit durchlässigem Boden, trägt meist ab dem zweiten oder dritten Standjahr und liefert von August bis zum Frost orangerote Früchte. Die Kehrseite: Er wächst kräftig und bildet Ausläufer, braucht also Platz oder eine klare Grenze.

Reife Goji-Beeren am Strauch des Gemeinen Bocksdorns (Lycium barbarum)
Reife Goji-Beeren am Strauch des Gemeinen Bocksdorns (Lycium barbarum) | Foto: Sten Porse / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Bocksdorn im Steckbrief

Im Handel heißt die Pflanze meist Goji oder Goji-Beere, manchmal auch Wolfsbeere. Gelegentlich liest man Bockshorn – das ist aber eine Verwechslung mit dem Bockshornklee, einer ganz anderen Pflanze. Richtig ist Bocksdorn, und der Name kommt nicht von ungefähr: Viele Pflanzen tragen kleine Dornen.

Botanischer NameLycium barbarum, seltener Lycium chinense
FamilieNachtschattengewächse (Solanaceae)
Wuchsüberhängender Strauch, etwa 1,5–3 m hoch und breit, bildet Ausläufer
Blüteviolett, von Juni bis in den Herbst
Ernteetwa August bis Oktober
Standortsonnig bis leicht halbschattig
Bodendurchlässig, gern kalkhaltig, auch trocken und mager
Winterhärtein Mitteleuropa zuverlässig winterhart
Giftigkeitreife Beeren essbar; Blätter und unreife Beeren nicht verzehren

Was an den Beeren dran ist

Goji-Beeren werden seit vielen Jahren als Superfood beworben. Sachlich betrachtet sind sie ein nährstoffreiches Wildobst: Sie enthalten Vitamin C, Carotinoide wie Zeaxanthin, Ballaststoffe und Mineralstoffe. In der traditionellen chinesischen Medizin werden sie seit langer Zeit verwendet. Belastbare Belege für eine heilende Wirkung bei Krankheiten gibt es nicht, und heimische Beeren wie schwarze Johannisbeeren oder Aronia stehen ihnen in vielen Werten nicht nach.

Ein Hinweis ist wichtig: Wer blutgerinnungshemmende Medikamente einnimmt, sollte größere Mengen Goji-Beeren oder Goji-Saft vorher ärztlich abklären. Es sind Wechselwirkungen beschrieben.

Standort und Boden

Der Bocksdorn ist ausgesprochen genügsam. Er wächst in der Natur an Böschungen, Wegrändern und auf trockenen Hängen. Im Garten braucht er viel Sonne für einen guten Fruchtansatz und einen durchlässigen Boden. Staunässe ist das Einzige, was er wirklich übel nimmt. Schwere Böden lockern Sie deshalb vor der Pflanzung mit Sand und Kompost auf.

Bedenken Sie die Ausläufer: An einem Platz mit lockerer Erde kann sich der Strauch über Wurzelschösslinge deutlich ausbreiten. Wer das nicht möchte, setzt ihn in ein großes Gefäß ohne Boden oder mit einer Wurzelsperre, oder pflanzt ihn an eine Stelle, an der Rasenmähen die Ausläufer in Schach hält.

Goji pflanzen

Gepflanzt wird im Frühjahr oder Herbst, Containerpflanzen gehen die ganze frostfreie Saison über. Als Abstand genügen etwa 1–1,5 m, in einer Reihe als Beerenhecke eher 1 m. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß ist wie der Ballen, setzen Sie die Pflanze so tief, wie sie im Topf stand, und gießen Sie gründlich an. Im ersten Jahr braucht der Strauch bei Trockenheit regelmäßig Wasser, danach kommt er mit wenig aus.

Viel Dünger ist nicht nötig. Eine Gabe Kompost im Frühjahr reicht völlig; zu viel Stickstoff fördert lange, weiche Triebe und Mehltau. Im Kübel gedeiht Goji ebenfalls, wenn das Gefäß mindestens 30–40 Liter fasst. Im Winter sollte der Topf dann geschützt an der Hauswand stehen.

Vermehrung

Die einfachste Vermehrung ist das Abtrennen bewurzelter Ausläufer im Frühjahr. Auch Stecklinge wurzeln leicht: Im Sommer 15–20 cm lange, halbverholzte Triebstücke schneiden, die unteren Blätter entfernen und in feuchte Anzuchterde stecken. Aus Samen gezogene Pflanzen fruchten später und können von der Mutterpflanze abweichen.

Schnitt: Gerüst aufbauen, dann auslichten

Ohne Schnitt wird der Bocksdorn zu einem wirren, überhängenden Gestrüpp, in dem Sie kaum ernten können. Bewährt hat sich folgender Aufbau:

  1. Erstes Jahr. Einen kräftigen Haupttrieb oder einige wenige starke Triebe stehen lassen und an einem Pfahl aufleiten.
  2. Zweites Jahr. Im Spätwinter ein Gerüst aus etwa fünf bis sieben kräftigen Trieben auswählen, schwache und bodennahe Triebe entfernen. Seitentriebe, die länger als etwa 60 cm werden, einkürzen, damit sie sich verzweigen.
  3. Ab dem dritten Jahr. Jährlich im Spätwinter auslichten: Alte, vergreiste und abgestorbene Triebe bodennah entfernen, zu dichte Triebe herausnehmen und lange Ruten einkürzen.

Die Früchte entstehen an ein- und diesjährigen Trieben. Ein maßvoller Schnitt kostet daher kaum Ertrag, sondern sorgt eher für kräftige neue Fruchttriebe. Wurzelausläufer außerhalb des gewünschten Bereichs stechen Sie laufend ab. Einen Überblick über passendes Werkzeug gibt der Beitrag Werkzeug zum Schneiden von Gehölzen.

Ernte und Verwendung

Reif sind die Beeren, wenn sie leuchtend orangerot und leicht weich sind. Frisch schmecken sie mild süßlich mit einer leicht herben, an Tomate erinnernden Note, nicht jeder mag das roh. Die Früchte sind druckempfindlich und laufen schnell an. Am schonendsten ernten Sie, indem Sie die Zweige über einem Tuch leicht schütteln oder die Beeren vorsichtig abzupfen.

Frische Beeren halten sich nur wenige Tage im Kühlschrank. Zum Aufbewahren werden sie getrocknet, bei niedriger Temperatur im Dörrgerät oder Backofen, bis sie rosinenartig sind. Sie lassen sich auch einfrieren oder zu Saft und Marmelade verarbeiten. Die jungen Blätter werden in Ostasien als Gemüse gegessen; im Hausgarten sollten Sie das lassen, da die Blätter wie bei vielen Nachtschattengewächsen Alkaloide enthalten können.

Krankheiten und Schädlinge

Der Bocksdorn ist robust, zwei Probleme treten aber regelmäßig auf. Echter Mehltau bildet vor allem im Spätsommer einen weißen Belag auf den Blättern. Er schwächt die Pflanze, bedroht sie aber selten. Ein luftiger Stand, sparsamer Stickstoff und das Entfernen stark befallener Triebe helfen.

In den letzten Jahren tauchen zunehmend Gallmilben am Goji auf. Sie verursachen kleine, pockenartige Gallen auf den Blättern, die Blätter verkrüppeln, der Ertrag sinkt. Befallene Triebe schneiden Sie früh heraus und entsorgen sie im Restmüll. Mehr dazu lesen Sie unter Gallmilben erfolgreich bekämpfen. Gelegentlich treten auch Blattläuse an den Triebspitzen auf.

Goji in der Beerenhecke

Durch seinen überhängenden Wuchs eignet sich der Bocksdorn gut für eine gemischte Beeren- oder Naschhecke, etwa mit Johannisbeeren, Aronia und Felsenbirne. Planen Sie ihn dort an eine Stelle, an der seine Ausläufer nicht stören. Wie eine solche Hecke aufgebaut wird, erklärt der Beitrag Obsthecke als Sichtschutz anlegen. Weitere Beerensträucher finden Sie in der Rubrik Obst, zum Beispiel im Beitrag über den Anbau von Blaubeeren.

Häufige Fragen

Ist die Goji-Pflanze winterhart?

Ja. Der Bocksdorn übersteht mitteleuropäische Winter im Garten problemlos. Nur im Kübel sollten die Wurzeln vor starkem Durchfrieren geschützt werden.

Wann tragen Goji-Pflanzen die ersten Früchte?

Meist ab dem zweiten oder dritten Standjahr. Gekaufte, bereits zweijährige Pflanzen tragen oft schon im Jahr nach der Pflanzung einige Beeren.

Ist der Bocksdorn giftig?

Die reifen Beeren sind essbar. Blätter und unreife Beeren sollten nicht gegessen werden, und kleine Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt an den Strauch.

Wuchert Goji im Garten?

Er kann es. Über Wurzelausläufer breitet er sich aus, besonders in lockerem Boden. Eine Wurzelsperre oder regelmäßiges Abstechen hält ihn im Zaum.

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