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Garten-Ratgeber

Gute Alternativen zum Buchs

Gehölze & Heckenvon Kathrin Schendel7 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Warum der Buchs aus vielen Gärten verschwindet
  2. Ist Ihr Buchs noch zu retten?
  3. Robuster Buchs statt Abschied
  4. Worauf es beim Ersatz ankommt
  5. Die besten Alternativen im Vergleich
  6. Japanische Stechpalme: der ähnlichste Ersatz
  7. Eibe: der robusteste Ersatz
  8. Heckenmyrte und Liguster: schnell und unkompliziert
  9. Weitere Kandidaten für besondere Fälle
  10. So gelingt der Austausch
  11. Häufige Fragen

Wer den Buchs wegen Zünsler oder Pilzbefall ersetzen will, hat gute Möglichkeiten: Japanische Stechpalme (Ilex crenata), Eibe, Heckenmyrte (Lonicera nitida) und Liguster kommen dem Buchs in Wuchs und Schnittverträglichkeit am nächsten. Welche davon passt, hängt vor allem vom Boden und vom Standort ab – der eine Ersatz braucht sauren Boden, der andere verliert im Winter Laub, der dritte ist giftig. Bevor Sie ausgraben, lohnt aber ein Blick darauf, ob Ihr Buchs noch zu retten ist.

Dichte Hecke aus goldgelbem Liguster als Alternative zum Buchs
Dichte Hecke aus goldgelbem Liguster als Alternative zum Buchs

Warum der Buchs aus vielen Gärten verschwindet

Jahrhundertelang war der Buchsbaum (Buxus sempervirens) das Maß der Dinge für Beeteinfassungen, Kugeln und kleine Formhecken: immergrün, dicht, schnittverträglich und langlebig. Seit etwa zwei Jahrzehnten setzen ihm jedoch zwei Probleme zu, die sich gegenseitig verstärken.

Das erste ist das Buchsbaum-Triebsterben, ausgelöst durch den Pilz Calonectria pseudonaviculata (früher Cylindrocladium buxicola). Er verursacht dunkle Blattflecken, schwarze Streifen an den Trieben und massiven Blattfall, vor allem bei feuchtwarmem Wetter und in dichten, oft geschnittenen Hecken. Das zweite ist der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis), ein aus Ostasien eingeschleppter Kleinschmetterling. Seine grünen, schwarz gestreiften Raupen fressen einen Buchs in wenigen Wochen kahl und kommen in warmen Jahren in zwei bis drei Generationen.

Ist Ihr Buchs noch zu retten?

Nicht jeder kranke Buchs muss weg. Ein Zünslerbefall, der früh entdeckt wird, lässt sich mechanisch gut eindämmen: Raupen absammeln, die Pflanzen mit einem scharfen Wasserstrahl oder einem Laubbläser ausblasen und die Gespinste entfernen. Gegen die Raupen gibt es außerdem biologische Mittel auf Basis von Bacillus thuringiensis, die als Pflanzenschutzmittel zugelassen sind. Ein Kahlfraß ist nicht zwangsläufig das Ende, denn der Buchs treibt aus dem Holz wieder aus, solange die Rinde nicht abgefressen ist.

Beim Triebsterben sind die Aussichten schlechter. Befallene Triebe müssen großzügig entfernt und im Restmüll entsorgt werden, Laub unter den Pflanzen ebenfalls. Kehrt der Pilz jedes Jahr zurück, ist ein Ersatz meist die vernünftigere Entscheidung. Ausführlich beschreibt der Beitrag Krankheiten beim Buchsbaum Schadbilder und Gegenmaßnahmen; wie man gesunden Buchs pflegt, schneidet und vermehrt, steht im Beitrag Buchsbaum pflegen und vermehren.

Robuster Buchs statt Abschied

Wer nicht auf den Buchs verzichten möchte, sollte zumindest die Sorte wechseln. Die klassische Einfassungssorte Buxus sempervirens ‘Suffruticosa’ ist besonders anfällig für das Triebsterben. Deutlich widerstandsfähiger gegen den Pilz gelten Sorten des Kleinblättrigen Buchsbaums wie Buxus microphylla ‘Faulkner’ sowie neuere Züchtungen, die ausdrücklich als weniger anfällig angeboten werden.

Gegen den Zünsler hilft die Sortenwahl dagegen kaum, er frisst alle Buchsarten. Wer in einer Gegend mit starkem Zünslerdruck gärtnert, kommt um regelmäßige Kontrollen von April bis Oktober nicht herum.

Worauf es beim Ersatz ankommt

Bevor Sie sich für eine Pflanze entscheiden, klären Sie vier Fragen:

  • Wie hoch soll es werden? Eine Beeteinfassung von 20–40 cm stellt andere Ansprüche als eine Formhecke von einem Meter.
  • Welcher Boden? Manche Kandidaten brauchen sauren Boden, andere mögen Kalk. Ein pH-Test aus dem Gartenfachhandel klärt das in wenigen Minuten.
  • Sonne oder Schatten? Nicht jeder Ersatz verträgt tiefen Schatten oder pralle Mittagssonne.
  • Spielen Kinder oder Tiere im Garten? Der Buchs selbst ist giftig, einige Alternativen sind es ebenfalls.

Die besten Alternativen im Vergleich

PflanzeEignungStandort und BodenBesonderheiten
Japanische Stechpalme (Ilex crenata)Einfassung, Kugel, niedrige HeckeSonne bis Halbschatten; saurer bis neutraler, frischer Bodendem Buchs optisch am ähnlichsten; kalk- und trockenheitsempfindlich; Beeren schwach giftig
Eibe (Taxus baccata, Taxus × media)Einfassung, Formschnitt, HeckeSonne bis tiefer Schatten; fast jeder Boden ohne Staunässesehr robust, treibt aus altem Holz aus; stark giftig
Heckenmyrte (Lonicera nitida)Einfassung, Hecke bis etwa 1 mSonne bis Halbschatten; anspruchsloswächst schneller als Buchs, braucht öfter Schnitt
Liguster (Ligustrum)niedrige und mittelhohe HeckenSonne bis Schatten; anspruchslos, kalkverträglichsehr robust; je nach Art und Winter teilweise laubabwerfend; Beeren giftig
Spindelstrauch (Euonymus fortunei)Bodendecker, kleine EinfassungenSonne bis Schattenfrosthart, auch buntlaubige Sorten; Früchte giftig
Buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia 'Nana')niedrige EinfassungSonne bis Halbschatten; durchlässiger Bodenkompakt, langsam wachsend

Japanische Stechpalme: der ähnlichste Ersatz

Mit ihren kleinen, glänzenden, ovalen Blättern ist die Japanische Stechpalme vom Buchs auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden. Sie wird wie Buchs geschnitten und bildet dichte Kugeln und Einfassungen. Stacheln wie die heimische Stechpalme hat sie nicht.

Ihr Schwachpunkt ist der Boden: Sie braucht einen humosen, eher sauren Boden und reagiert auf Kalk, Trockenheit und Staunässe mit gelben Blättern. In kalkreichen Lehmgärten gelingt sie deshalb oft nicht auf Dauer, in sandigen, humosen Böden dagegen sehr gut. Mehr zu Pflanzen für diese Bedingungen finden Sie unter Pflanzen für einen sauren Boden.

Eibe: der robusteste Ersatz

Die Eibe verträgt Sonne und Schatten, Kalk und Frost, lässt sich präzise schneiden und treibt selbst nach einem Radikalschnitt wieder aus. Für niedrige Einfassungen gibt es kompakte Sorten, für Formhecken ist sie ohnehin eine der besten Pflanzen überhaupt. Der Haken: Sie ist in fast allen Teilen stark giftig, auch für Pferde, Hunde und Katzen. Alles Wichtige zu Standort, Schnitt und Sicherheit steht im Porträt Die Eibe – vielseitig und immergrün.

Heckenmyrte und Liguster: schnell und unkompliziert

Die Heckenmyrte (Lonicera nitida), auch Glänzende Heckenkirsche genannt, hat winzige, glänzende Blätter und wirkt geschnitten sehr buchsähnlich. Sorten wie ‘Maigrün’ bleiben kompakt und eignen sich für Hecken bis etwa einen Meter. Sie wächst deutlich schneller als Buchs – schön, wenn es rasch dicht werden soll, aber sie will dafür zwei- bis dreimal im Jahr geschnitten werden. Ihre verwandte Art, die Böschungsmyrte (Lonicera pileata), wächst flach und wird als Bodendecker verwendet.

Der Liguster ist die robuste Wahl für mittelhohe Hecken. Der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare) mit Sorten wie ‘Atrovirens’ behält in milden Wintern einen Großteil seines Laubs, in kalten Wintern wird er lichter. Der Ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium) ist etwas zuverlässiger wintergrün, aber weniger frosthart. Für sehr niedrige Einfassungen ist Liguster weniger geeignet, seine Blätter sind größer als die des Buchses. Die schwarzen Beeren sind giftig.

Weitere Kandidaten für besondere Fälle

Der Spindelstrauch (Euonymus fortunei) wächst flach bis buschig, ist sehr frosthart und kommt auch im Schatten zurecht. Buntlaubige Sorten bringen Farbe in dunkle Ecken. Die Buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia ‘Nana’) bildet kleine, dichte Polster und eignet sich für niedrige Einfassungen in sonnigen Lagen. Die Strauchveronika (Hebe) sieht mit Sorten wie ‘Green Globe’ hübsch kugelig aus, ist aber nur bedingt frosthart und im Beet in rauen Lagen keine Dauerlösung – im Kübel mit Winterschutz dagegen schon.

Eine Übersicht über weitere Gehölze, die das ganze Jahr grün bleiben, gibt der Beitrag Immergrüne Pflanzen.

So gelingt der Austausch

  1. Alten Buchs vollständig entfernen. Wurzeln ausgraben, befallenes Laub und Erde von der Oberfläche abtragen, alles im Restmüll entsorgen – beim Triebsterben überdauert der Pilz jahrelang im Falllaub.
  2. Boden prüfen und verbessern. Kompost einarbeiten, bei Ilex crenata auf kalkreichem Boden eher eine andere Pflanze wählen als gegen den Boden anzukämpfen.
  3. Dicht genug pflanzen. Für Einfassungen rechnen Sie mit etwa 6–8 Pflanzen pro Meter, für Hecken mit 3–5, je nach Pflanzengröße.
  4. Im ersten Jahr gießen. Neu gesetzte Immergrüne verdunsten auch im Winter Wasser und brauchen bis zum Einwurzeln regelmäßig Feuchtigkeit.

Häufige Fragen

Welche Pflanze sieht dem Buchs am ähnlichsten?

Die Japanische Stechpalme (Ilex crenata). Sie hat kleine, glänzende Blätter und lässt sich genauso schneiden, braucht aber einen eher sauren, frischen Boden ohne Kalk.

Welche Buchs-Alternative wächst auch im Schatten?

Die Eibe kommt mit tiefem Schatten am besten zurecht, gefolgt vom Spindelstrauch und dem Liguster. Die Japanische Stechpalme verträgt Halbschatten.

Hilft eine andere Buchssorte gegen den Zünsler?

Nein. Der Buchsbaumzünsler frisst alle Buchsarten und -sorten. Robustere Sorten helfen nur gegen das Triebsterben.

Sind die Alternativen ungiftig?

Nicht alle. Eibe, Liguster, Spindelstrauch und in geringerem Maß die Japanische Stechpalme sind giftig. Wer kleine Kinder oder Weidetiere hat, sollte das bei der Auswahl berücksichtigen – der Buchs selbst ist allerdings ebenfalls giftig.

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