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Garten-Ratgeber

Die besten Pflanzen für eine Hecke

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel7 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Hecke passt zu Ihnen?
  2. Die gängigen Heckenpflanzen im Vergleich
  3. Laubabwerfende Schnitthecken
  4. Immergrüne Hecken
  5. Blüten-, Obst- und Vogelschutzhecken
  6. Pflanzzeit und Pflanzabstand
  7. Hecken richtig schneiden
  8. Was rechtlich gilt
  9. Häufige Fragen

Die beste Heckenpflanze gibt es nicht, wohl aber die beste für Ihren Zweck: Für eine robuste, günstige und vogelfreundliche Schnitthecke sind Hainbuche, Rotbuche, Liguster und Feldahorn schwer zu schlagen, für ganzjährigen Sichtschutz Eibe, Thuja, Scheinzypresse und Kirschlorbeer. Wer Blüten, Beeren und Lebensraum möchte, pflanzt eine frei wachsende Hecke aus heimischen Sträuchern. Hier finden Sie die wichtigsten Heckenarten im Vergleich, dazu Pflanzzeit, Schnitt und die rechtlichen Regeln.

Welche Hecke passt zu Ihnen?

Vor der Pflanzenwahl stehen drei Fragen. Soll die Hecke im Winter blickdicht sein? Dann brauchen Sie immergrüne Pflanzen oder Buchen, die ihr trockenes Laub lange halten. Soll sie streng geschnitten oder frei wachsend sein? Eine Schnitthecke braucht wenig Platz, etwa 50–80 cm Breite, eine frei wachsende Hecke 2–3 m. Und wie schnell soll sie dicht sein? Schnellwüchsige Pflanzen bringen früh Sichtschutz, verlangen aber auch häufiger die Schere.

Dazu kommen Standort und Boden: Rotbuche verträgt keine Staunässe, Eibe keinen verdichteten nassen Boden, Thuja keine längere Trockenheit. Und wer Kinder oder Haustiere hat, sollte wissen, welche Heckenpflanzen giftig sind.

Die gängigen Heckenpflanzen im Vergleich

Die Zuwachsraten gelten für junge, gut versorgte Pflanzen und schwanken je nach Sorte und Standort.

PflanzeLaub im WinterZuwachs pro JahrStandortGiftig
Hainbuchelaubabwerfend, teils trockenes Laub30–50 cmSonne bis Schattennein
Rotbuchetrockenes Laub bis zum Austrieb30–50 cmSonne bis Halbschattenschwach (Bucheckern roh)
Ligusterhalbimmergrün30–50 cmSonne bis Schattenja, Beeren
Feldahornlaubabwerfend40–60 cmSonne bis Halbschattennein
Eibeimmergrün10–25 cmSonne bis Schattenja, stark
Thujaimmergrün15–40 cm je nach SorteSonne bis Halbschattenja
Scheinzypresseimmergrün20–40 cmSonne bis Halbschattenja, schwach
Kirschlorbeerimmergrün20–40 cmSonne bis Schattenja, Blätter und Samen
Buchsbaumimmergrün5–15 cmSonne bis Schattenja

Laubabwerfende Schnitthecken

Hainbuche (Carpinus betulus) ist die robusteste Heckenpflanze überhaupt. Sie gehört trotz ihres Namens zu den Birkengewächsen, wächst auf fast jedem Boden, verträgt Sonne und Schatten, kurzzeitige Nässe und Trockenheit und lässt sich in jede Form schneiden. Ein Teil des vertrockneten Laubs bleibt bei geschnittenen Hecken bis ins Frühjahr hängen. Sie ist heimisch und bei Vögeln als Nistplatz beliebt.

Rotbuche (Fagus sylvatica) sieht der Hainbuche ähnlich, hat aber glänzende, glattrandige Blätter und hält ihr kupferbraunes Laub zuverlässiger bis zum Austrieb im Mai. Damit bietet sie auch im Winter einen gewissen Sichtschutz. Sie ist anspruchsvoller: Staunässe, verdichteter Boden und das Aufschütten von Erde über den Wurzeln schaden ihr. Die rotlaubige Form heißt Blutbuche.

Liguster (Ligustrum vulgare, im Handel oft die Sorte ‘Atrovirens’) ist anspruchslos, wächst schnell und behält sein Laub in milden Wintern weitgehend. Er treibt nach dem Schnitt willig wieder aus, auch aus altem Holz. Die schwarzen Beeren sind für Menschen giftig, für Vögel eine wichtige Nahrung. Der Ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium) ist wintergrüner, aber weniger frosthart.

Feldahorn (Acer campestre) ist heimisch, sehr hitze- und trockenheitsverträglich und damit eine gute Wahl für Standorte, an denen es im Sommer heiß wird. Er wächst kräftig und bildet eine eher lockere, natürliche Hecke. Echter Mehltau kommt vor, schadet aber selten ernsthaft.

Immergrüne Hecken

Eibe (Taxus baccata) ist die edelste immergrüne Heckenpflanze. Sie wächst langsam, dafür lässt sie sich wie kaum eine andere Konifer auch stark zurückschneiden und treibt aus altem Holz wieder aus. Sie verträgt tiefen Schatten und wird sehr alt. Alle Pflanzenteile außer dem roten Samenmantel sind stark giftig, auch für Pferde, Rinder und Hunde. Mehr dazu unter Die Eibe: vielseitig und immergrün.

Thuja oder Lebensbaum (Thuja occidentalis) ist beliebt, weil er schnell dicht wird und schmal bleibt. Die Sorte ‘Smaragd’ wächst schlank und langsam, ‘Brabant’ deutlich schneller. Thuja verträgt aber weder längere Trockenheit noch Rückschnitte ins alte, kahle Holz – das bleibt braun. In trockenen Sommern werden viele Thujahecken braun, oft mit Pilzbefall als Folge. Ursachen und Abhilfe beschreibt der Beitrag Thuja: Schädlinge und Krankheiten. Thuja ist giftig und für heimische Tiere wenig wertvoll.

Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana) ähnelt der Thuja, hat aber feinere, oft bläulich oder gelblich getönte Zweige. Auch sie verträgt keinen Schnitt ins alte Holz. Nicht zu verwechseln mit echten Zypressen (Cupressus), die in Deutschland meist nicht zuverlässig winterhart sind. Die häufig gepflanzte Leylandzypresse ist eine schnellwüchsige Hybride, die ohne regelmäßigen Schnitt sehr groß wird.

Akkurat geschnittene, hohe Laubhecken beidseits einer Rasenfläche
Akkurat geschnittene, hohe Laubhecken beidseits einer Rasenfläche

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) wächst breit und kräftig, verträgt Schatten und Wurzeldruck und wird ohne Schnitt 3–4 m hoch. Aufrechte Sorten wie ‘Herbergii’ oder ‘Genolia’ eignen sich gut als Sichtschutz. Blätter und Samen sind giftig, und das Laub verrottet schlecht. In mehreren Regionen breitet er sich in Wäldern aus, weshalb Naturschutzverbände von der Pflanzung abraten. Pflegehinweise stehen unter Kirschlorbeerhecke pflegen.

Buchsbaum (Buxus sempervirens) eignet sich nur für niedrige Einfassungen bis etwa 1 m. Wegen Buchsbaumzünsler und Triebsterben ist er heute oft keine gute Wahl mehr.

Blüten-, Obst- und Vogelschutzhecken

Nicht jede Hecke muss geschnitten werden. Eine frei wachsende Blütenhecke aus Forsythie, Weigelie, Spiersträuchern, Pfeifenstrauch, Flieder und Schneeball blüht von Frühjahr bis Sommer und wird nur gelegentlich ausgelichtet. Eine Vogelschutzhecke aus heimischen Gehölzen wie Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Holunder, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen und Eberesche bietet Nistplätze, Insektennahrung und Beeren im Winter. Wie sie angelegt wird, lesen Sie unter Die Vogelschutzhecke als Lebensraum.

Wer ernten möchte, pflanzt eine Obsthecke aus Beerensträuchern, Säulen- oder Spalierobst. Sie ist Sichtschutz und Naschgarten zugleich, braucht aber einen fachgerechten Obstschnitt statt der Heckenschere. Details dazu im Beitrag Obsthecke als Sichtschutz anlegen. Einen besonderen Akzent setzt ein Durchgang in der Hecke, wie Sie ihn unter Heckenbogen im Garten gestalten finden.

Pflanzzeit und Pflanzabstand

Laubabwerfende Heckenpflanzen werden am günstigsten wurzelnackt von Oktober bis März gepflanzt, solange der Boden nicht gefroren ist. Immergrüne setzen Sie am besten von Ende August bis Oktober oder im April, damit sie vor Frost oder Sommerhitze einwurzeln. Pflanzen im Container können fast das ganze Jahr gesetzt werden, außer bei Frost und großer Hitze. Warum der Herbst meist die beste Zeit ist, erklärt Hecken pflanzen im Herbst.

Als Faustwerte für Schnitthecken gelten 3–5 Pflanzen je laufendem Meter bei Hainbuche, Rotbuche, Liguster und Feldahorn (bei 60–100 cm Pflanzgröße), 3–4 bei Eibe und Thuja, 2–3 bei Kirschlorbeer. Heben Sie einen durchgehenden Pflanzgraben aus, lockern Sie die Sohle, mischen Sie Kompost unter den Aushub und wässern Sie gründlich. Laubgehölze werden nach der Pflanzung um etwa ein Drittel eingekürzt, damit sie sich von unten verzweigen.

Hecken richtig schneiden

Schnitthecken werden ein- bis zweimal im Jahr in Form gebracht: der erste Schnitt um Ende Juni, wenn der Frühjahrsaustrieb abgeschlossen ist, ein zweiter bei Bedarf im August. Stärkere Rückschnitte von Laubgehölzen erledigen Sie im Spätwinter vor dem 1. März. Schneiden Sie die Hecke trapezförmig, unten breiter als oben, damit auch die unteren Zweige Licht bekommen und die Hecke nicht verkahlt. Ausführliche Anleitung: Hecke richtig schneiden.

Was rechtlich gilt

Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz ist es vom 1. März bis 30. September verboten, Hecken radikal zurückzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu roden. Schonende Form- und Pflegeschnitte, die nur den Zuwachs entfernen, sind erlaubt. Prüfen Sie vorher, ob Vögel in der Hecke brüten – ein besetztes Nest darf nicht gestört werden, auch nicht beim Formschnitt.

Wie hoch eine Hecke an der Grundstücksgrenze sein darf und welchen Abstand sie einhalten muss, regeln die Nachbarrechtsgesetze der Bundesländer. Die Werte unterscheiden sich deutlich: Häufig gilt für niedrige Hecken ein Abstand von etwa 50 cm, für höhere ein größerer. In Kleingartenanlagen macht zusätzlich die Gartenordnung Vorgaben. Fragen Sie vor der Pflanzung bei der Gemeinde nach, was bei Ihnen gilt.

Häufige Fragen

Welche Hecke wächst am schnellsten?

Unter den Schnitthecken wachsen Feldahorn, Liguster, Hainbuche und die Thuja-Sorte ‘Brabant’ am schnellsten, mit 30–60 cm pro Jahr. Schnelles Wachstum bedeutet aber auch mehr Schnittarbeit.

Welche Heckenpflanzen sind giftig?

Eibe, Thuja, Kirschlorbeer, Buchsbaum und die Beeren des Ligusters sind giftig. Hainbuche und Feldahorn sind unbedenklich und daher gut für Gärten mit kleinen Kindern und Tieren.

Welche Hecke ist im Winter blickdicht?

Immergrüne wie Eibe, Thuja, Scheinzypresse und Kirschlorbeer. Die Rotbuche hält ihr trockenes Laub meist bis zum Frühjahr und ist damit auch im Winter recht dicht.

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