Hecken pflanzen im Herbst
Inhalt10 Abschnitte
- Warum der Herbst die beste Pflanzzeit ist
- Vor der Auswahl: die richtigen Fragen
- Die wichtigsten Heckenarten im Vergleich
- Sommergrüne Klassiker: Hainbuche, Rotbuche, Liguster, Feldahorn
- Immergrüne Hecken: Eibe, Thuja, Kirschlorbeer
- Blüten- und Vogelschutzhecken
- Schritt für Schritt: So pflanzen Sie die Hecke
- Grenzabstand und Rechtliches
- Pflege im ersten Jahr und Schnitt
- Häufige Fragen
Hecken pflanzen Sie am besten im Herbst: laubabwerfende Arten wie Hainbuche, Rotbuche oder Liguster von Mitte Oktober bis in den November, immergrüne wie Eibe, Thuja oder Kirschlorbeer schon Ende August bis Anfang Oktober. Der Boden ist dann noch warm und feucht, die Pflanzen bilden bis zum Winter neue Wurzeln und treiben im Frühjahr kräftig aus. Entscheidend für den Erfolg ist aber weniger der Termin als die Wahl der richtigen Heckenart für Standort, Boden und gewünschte Pflege.

Warum der Herbst die beste Pflanzzeit ist
Im Herbst wachsen die oberirdischen Teile kaum noch, die Wurzeln dagegen arbeiten weiter, solange der Boden nicht gefroren ist. Eine im Oktober gesetzte Hecke hat bis zum Frühjahr einen Vorsprung von mehreren Monaten gegenüber einer Frühjahrspflanzung und muss in ihrem ersten Sommer weniger gegossen werden. Dazu kommt ein praktischer Grund: Wurzelnackte Heckenpflanzen gibt es nur in der Ruhezeit, also etwa von Oktober bis April, und sie kosten einen Bruchteil von Topf- oder Ballenware. Für eine lange Hecke macht das schnell einen großen Unterschied.
Immergrüne Arten sind der Sonderfall. Sie verdunsten auch im Winter Wasser über ihre Blätter und Nadeln, können aus gefrorenem Boden aber nichts nachziehen. Deshalb sollten sie früher im Herbst gesetzt werden, damit sie vor dem ersten Frost schon eingewurzelt sind. Wer den Termin verpasst, pflanzt Immergrüne besser im April. Containerware lässt sich grundsätzlich das ganze Jahr pflanzen, braucht im Sommer aber sehr viel Wasser.
Vor der Auswahl: die richtigen Fragen
Bevor Sie Pflanzen bestellen, lohnt es sich, ein paar Fragen ehrlich zu beantworten. Soll die Hecke vor allem Sichtschutz geben, auch im Winter? Dann kommen immergrüne Arten oder Hainbuche und Rotbuche in Frage, die ihr trockenes Laub oft bis zum Austrieb festhalten. Wie schnell soll sie dicht werden? Schnellwüchsige Arten sind rascher am Ziel, müssen aber öfter geschnitten werden. Wie viel Platz steht zur Verfügung? Eine geschnittene Hecke braucht je nach Art 50–100 cm Breite, eine frei wachsende Blütenhecke zwei Meter und mehr.
Dann der Standort: Sonne oder Schatten, sandiger oder schwerer Boden, trocken oder feucht? Rotbuchen etwa vertragen keine Staunässe, Thuja leidet auf trockenen Sandböden, die Eibe kommt dagegen auch im Schatten zurecht. Und schließlich die Frage nach Kindern und Haustieren: Einige der beliebtesten Heckenpflanzen sind giftig. Einen breiteren Überblick über geeignete Arten bietet der Beitrag Die besten Pflanzen für eine Hecke.
Die wichtigsten Heckenarten im Vergleich
| Art | Laub | Wuchs | Pflanzen je Meter | Giftig |
| Hainbuche | sommergrün, trockenes Laub hält lange | mittel bis schnell | 3–4 | nein |
| Rotbuche | sommergrün, trockenes Laub hält lange | mittel | 3–4 | nein |
| Liguster | halbimmergrün | schnell | 3–4 | ja, vor allem die Beeren |
| Feldahorn | sommergrün | mittel bis schnell | 2–3 | nein |
| Eibe | immergrün | langsam | 3–4 | stark giftig |
| Thuja (Lebensbaum) | immergrün | mittel bis schnell | 2–3 | ja |
| Kirschlorbeer | immergrün | mittel bis schnell | 2–3 | ja, Blätter und Samen |
| Stechpalme | immergrün | langsam | 2–3 | ja, vor allem die Beeren |
Die Stückzahl je Meter gilt für übliche Pflanzgrößen von etwa 60–100 cm. Kleinere Pflanzen setzen Sie etwas enger, sehr große weiter. Wer es schneller dicht haben will, pflanzt in zwei versetzten Reihen.
Sommergrüne Klassiker: Hainbuche, Rotbuche, Liguster, Feldahorn
Die Hainbuche (Carpinus betulus) ist die robusteste Heckenpflanze Mitteleuropas. Sie wächst auf fast jedem Boden, in Sonne und Halbschatten, verträgt auch kräftige Schnitte und treibt aus altem Holz wieder aus. Ihr braunes Laub bleibt oft bis zum Frühjahr hängen und gibt auch im Winter einen gewissen Sichtschutz. Die Rotbuche (Fagus sylvatica) sieht ähnlich aus, ist aber anspruchsvoller: Sie braucht einen gut durchlässigen, nicht verdichteten Boden und reagiert empfindlich auf Staunässe und Hitze.
Liguster (Ligustrum vulgare) wächst schnell, ist sehr schnittverträglich und behält in milden Wintern einen Teil seiner Blätter. Er blüht, wenn man ihn lässt, und wird von Bienen gern besucht; seine schwarzen Beeren sind giftig. Der Feldahorn (Acer campestre) ist eine heimische, anspruchslose Art, die auch Trockenheit und Stadtklima gut verträgt und im Herbst gelb leuchtet.
Immergrüne Hecken: Eibe, Thuja, Kirschlorbeer
Die Eibe (Taxus baccata) ist die edelste unter den Heckenpflanzen: langlebig, sehr schnittverträglich, schattenverträglich und mit dunklem, dichtem Nadelkleid. Sie wächst langsam, braucht dafür aber nur einen Schnitt im Jahr, und treibt als eine der wenigen Nadelgehölze auch nach starkem Rückschnitt wieder aus. Alle Teile außer dem roten Samenmantel sind stark giftig, auch für Pferde und andere Weidetiere. Staunässe verträgt sie nicht. Mehr zu ihr steht unter Die Eibe – vielseitig und immergrün.
Thuja (Thuja occidentalis) ist günstig, frosthart und wächst rasch zu einer dichten Wand. Sie verlangt aber einen gleichmäßig feuchten Boden, verträgt keinen Schnitt ins alte, kahle Holz und wird in trockenen Sommern häufig braun. Braune Stellen haben oft mehrere Ursachen, von Wassermangel über Pilze bis zu Schädlingen – siehe Thuja: Schädlinge und Krankheiten. Die ähnliche Scheinzypresse ist noch empfindlicher und wird heute seltener gepflanzt. Beide sind giftig.
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) wächst breit, verträgt Schatten und wird je nach Sorte deutlich höher als zwei Meter. Blätter und Samen sind giftig. Ökologisch ist er wenig wertvoll und verwildert in Wäldern leicht; in der Schweiz ist sein Verkauf seit 2024 verboten. Wer sich trotzdem für ihn entscheidet, findet die Pflege unter Kirschlorbeerhecke pflegen. Auch der Buchsbaum ist eine immergrüne Option für niedrige Einfassungen, wird wegen des Buchsbaumzünslers aber zunehmend durch Alternativen ersetzt.
Blüten- und Vogelschutzhecken
Nicht jede Hecke muss geschnitten sein. Eine frei wachsende Hecke aus heimischen Sträuchern wie Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Holunder, Kornelkirsche oder Pfaffenhütchen blüht im Frühjahr, trägt im Herbst Früchte und bietet Vögeln Nistplätze und Nahrung. Sie braucht mehr Platz, dafür nur alle paar Jahre einen Auslichtungsschnitt. Wie Sie so eine Hecke zusammenstellen, beschreibt Die Vogelschutzhecke als Lebensraum. Wer lieber ernten möchte, pflanzt eine Obsthecke als Sichtschutz aus Beerensträuchern oder Spalierobst.
Schritt für Schritt: So pflanzen Sie die Hecke
- Linie festlegen. Spannen Sie eine Schnur, damit die Hecke gerade wird. Halten Sie zur Grundstücksgrenze den vorgeschriebenen Abstand ein (siehe unten).
- Pflanzgraben ausheben. Graben Sie einen durchgehenden Graben von etwa 40–50 cm Breite und einer Spatentiefe, bei großen Ballen entsprechend tiefer. Lockern Sie die Sohle mit der Grabegabel und entfernen Sie Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke gründlich.
- Pflanzen vorbereiten. Wurzelnackte Pflanzen stellen Sie einige Stunden in einen Eimer Wasser. Beschädigte oder sehr lange Wurzeln kürzen Sie etwas ein. Ballenware wird vorher gründlich gewässert.
- Einsetzen. Setzen Sie die Pflanzen im gewählten Abstand so tief, wie sie vorher standen. Füllen Sie den Aushub, gemischt mit etwas reifem Kompost, wieder ein und treten Sie ihn vorsichtig an.
- Angießen. Gießen Sie kräftig, auch bei feuchtem Wetter, damit sich die Erde um die Wurzeln schließt. Ein Gießrand hilft, dass das Wasser nicht wegläuft.
- Zurückschneiden. Wurzelnackte Laubgehölze wie Hainbuche oder Liguster kürzen Sie nach dem Pflanzen um etwa ein Drittel ein; das fördert die Verzweigung von unten. Bei Immergrünen schneiden Sie nur die Spitzen leicht an oder gar nicht.
- Mulchen. Eine Schicht Laub, Rindenmulch oder Häcksel hält den Boden feucht und das Unkraut klein.
Grenzabstand und Rechtliches
Wie weit eine Hecke von der Grundstücksgrenze entfernt stehen muss, regeln die Nachbarrechtsgesetze der Bundesländer, und die Unterschiede sind groß. Häufig gilt für Hecken bis etwa 2 m Höhe ein Abstand von 0,5 m, für höhere Hecken ein größerer; gemessen wird meist ab der Stammmitte. Einige Länder haben gar keine eigene Regelung. Erkundigen Sie sich deshalb vor dem Pflanzen bei Ihrer Gemeinde und sprechen Sie im Zweifel mit dem Nachbarn, denn ein Streit über eine eingewachsene Hecke ist später deutlich teurer als ein Gespräch vorher. Auch Bebauungspläne können Vorgaben zu Hecken enthalten.
Pflege im ersten Jahr und Schnitt
Die ersten zwei Jahre entscheiden. Gießen Sie in Trockenperioden durchdringend, lieber einmal pro Woche viel als täglich wenig, und halten Sie den Streifen unter der Hecke frei von Gras und Unkraut. Gedüngt wird nach dem Pflanzen kaum, etwas Kompost im Frühjahr genügt.
Geschnitten wird die Hecke je nach Art ein- bis zweimal im Jahr, meist um den Johannistag Ende Juni und bei schnellwüchsigen Arten noch einmal im Spätsommer. Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz ist ein radikaler Rückschnitt vom 1. März bis 30. September verboten, schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt, sofern keine Vögel brüten. Schneiden Sie die Hecke unten breiter als oben, damit auch die unteren Zweige Licht bekommen. Wie der Schnitt gelingt, erklärt Hecke richtig schneiden.
Häufige Fragen
Welche Hecke wächst am schnellsten?
Liguster, Hainbuche, Feldahorn und Thuja legen bei guter Versorgung deutlich zu. Schnell heißt aber auch: öfter schneiden. Die Eibe wächst langsam, braucht dafür kaum Pflege.
Welche Heckenpflanzen sind für Kinder und Haustiere unbedenklich?
Hainbuche, Rotbuche und Feldahorn gelten als ungiftig. Eibe, Thuja, Kirschlorbeer, Liguster, Buchs und Stechpalme sind giftig und passen schlecht an Spielbereiche oder Pferdekoppeln.
Kann man im November noch eine Hecke pflanzen?
Sommergrüne, wurzelnackte Hecken ja, solange der Boden nicht gefroren ist. Immergrüne sollten Sie dann besser erst im April setzen.
Wie viele Heckenpflanzen braucht man pro Meter?
Bei den meisten Arten und üblichen Größen 2–4 Stück, bei kleinen Pflanzen oder zweireihiger Pflanzung entsprechend mehr.



