Hecke richtig schneiden - Tipps und Tricks
Inhalt10 Abschnitte
- Was das Gesetz beim Heckenschnitt erlaubt
- Die besten Termine im Gartenjahr
- Die richtige Form: unten breiter als oben
- Werkzeug: Handschere, Elektro oder Akku
- Schnitt je nach Heckenart
- Thuja und Scheinzypresse: nie ins Braune schneiden
- Eibe, Kirschlorbeer und Laubhecken
- Eine verkahlte Hecke verjüngen
- Frei wachsende Hecken, Obsthecken und Heckenbögen
- Häufige Fragen
Eine Formhecke wird in der Regel zweimal im Jahr geschnitten: der Hauptschnitt um Ende Juni, ein leichter Nachschnitt im Spätsommer. Radikale Rückschnitte sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur von Oktober bis Ende Februar erlaubt, schonende Form- und Pflegeschnitte das ganze Jahr. Damit die Hecke unten nicht verkahlt, schneiden Sie sie trapezförmig: unten breiter als oben.

Was das Gesetz beim Heckenschnitt erlaubt
Die wichtigste Regel steht in § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes. Vom 1. März bis 30. September ist es verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Erlaubt bleiben schonende Form- und Pflegeschnitte, die nur den Zuwachs entfernen. Der normale Sommerschnitt einer Formhecke ist also zulässig, das kräftige Herunterschneiden einer verwilderten Hecke nicht.
Unabhängig vom Datum gilt der Artenschutz: Brütende Vögel und ihre Nester dürfen nicht gestört werden. Sehen Sie sich die Hecke vor jedem Schnitt genau an, vor allem von März bis August. Ist ein besetztes Nest zu finden, lassen Sie diesen Abschnitt stehen, bis die Jungvögel ausgeflogen sind. Manche Gemeinden haben über Baumschutzsatzungen zusätzliche Regeln; bei großen Eingriffen lohnt eine Nachfrage.
Die besten Termine im Gartenjahr
- Ende Juni: Der Hauptschnitt nach dem ersten kräftigen Austrieb. Viele Gärtner orientieren sich am Johannistag, dem 24. Juni. Die Hauptbrutzeit vieler Vögel ist dann vorüber, dennoch vorher nachsehen.
- August bis Anfang September: Ein leichter Nachschnitt bei stark wachsenden Arten wie Liguster, Hainbuche oder Kirschlorbeer. Nicht zu spät schneiden, damit die neuen Triebe vor dem Winter ausreifen.
- Oktober bis Februar: Die Zeit für kräftige Rückschnitte und Verjüngung, bei frostfreiem Wetter.
Schneiden Sie nicht in praller Mittagssonne. Bei immergrünen Hecken verbrennen frisch freigelegte Blätter aus dem Inneren leicht. Ein bedeckter Tag ist ideal. Auch bei Frost bleibt die Schere im Schuppen: Gefrorene Triebe splittern und fasern aus, und die Wunden heilen schlecht.
Die richtige Form: unten breiter als oben
Der häufigste Fehler ist eine Hecke, die oben so breit ist wie unten oder gar breiter. Dann beschattet der obere Teil den unteren, die Blätter unten sterben ab, und die Hecke verkahlt von unten her. Schneiden Sie die Seiten deshalb leicht schräg, sodass ein Trapez entsteht. Als Faustregel reichen etwa 10 cm Verjüngung je Meter Höhe auf jeder Seite.
Für eine gerade Oberkante spannen Sie eine Schnur in der gewünschten Höhe zwischen zwei Pfosten. Bei langen Hecken kontrollieren Sie die Flucht zusätzlich mit einer Wasserwaage oder einer Latte. Sie schneiden erst die Seiten von unten nach oben, dann die Krone. Bei breiten Hecken ist ein stabiles Podest sicherer als eine Leiter, die auf weichem Boden einsinkt.
Werkzeug: Handschere, Elektro oder Akku
Kleine Hecken und Formgehölze schneiden Sie mit einer mechanischen Heckenschere am genauesten. Für längere Hecken sind elektrische oder akkubetriebene Heckenscheren eine große Erleichterung. Entscheidend sind scharfe Messer, eine passende Schwertlänge und ein Gewicht, das Sie über längere Zeit halten können. Ein Teleskop-Heckenschneider erreicht hohe Hecken vom Boden aus. Für dickere Äste nehmen Sie eine Astschere oder Säge, sonst quetscht die Heckenschere das Holz. Worauf beim Kauf zu achten ist, erklärt der Beitrag Woran erkennt man eine gute Elektro-Heckenschere?.
Motorbetriebene Heckenscheren dürfen in Wohngebieten nur werktags zu bestimmten Zeiten betrieben werden, an Sonn- und Feiertagen gar nicht. Viele Gemeinden haben ergänzende Ruhezeiten.
Schnitt je nach Heckenart
| Heckenpflanze | Verträgt Schnitt ins alte Holz | Hinweis |
| Hainbuche und Rotbuche | ja | sehr schnittverträglich, zweimal jährlich |
| Liguster | ja | wächst stark, Beeren giftig |
| Eibe | ja | treibt auch aus altem Holz, fast alle Teile stark giftig |
| Kirschlorbeer | ja | große Blätter mit Handschere schneiden, giftig |
| Thuja (Lebensbaum) | nein | nie bis ins braune Holz schneiden, giftig |
| Scheinzypresse | nein | wie Thuja nur im grünen Bereich schneiden |
Thuja und Scheinzypresse: nie ins Braune schneiden
Thuja ist als Heckenpflanze beliebt, weil sie günstig ist und schnell einen immergrünen Sichtschutz bildet. Beim Schnitt verzeiht sie aber keine Fehler. Das braune Holz im Inneren treibt praktisch nicht mehr aus. Schneiden Sie deshalb nie über den grünen, benadelten Bereich hinaus. Entstandene braune Löcher bleiben dauerhaft, schließen sich höchstens langsam von den Seiten. Stirbt eine Pflanze ab, ersetzen Sie sie. Braune Stellen können übrigens auch auf Pilzbefall oder Trockenschäden zurückgehen; mehr dazu im Beitrag Thuja: Schädlinge und Krankheiten.
Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe und langärmlige Kleidung. Der Pflanzensaft der Thuja kann die Haut reizen, und alle Teile sind giftig. Schnittgut gehört nicht in die Reichweite von Weidetieren oder Haustieren.
Eibe, Kirschlorbeer und Laubhecken
Eibe (Taxus baccata) ist die Ausnahme unter den Nadelgehölzen: Sie treibt auch nach kräftigem Rückschnitt aus altem Holz wieder aus und ist deshalb die beste Wahl für langlebige Formhecken. Nadeln, Holz und Samen sind allerdings stark giftig, nur der rote Samenmantel nicht. In Gärten mit kleinen Kindern, Pferden oder Weidetieren sollten Sie das bedenken.
Kirschlorbeer wächst schnell und verträgt Schnitt gut. Mit einer elektrischen Heckenschere werden die großen Blätter zerfetzt und bekommen braune Ränder; schöner wird es mit einer Handschere oder Astschere. Pflegetipps stehen im Beitrag Kirschlorbeerhecke pflegen. Laubhecken wie Hainbuche, Feldahorn oder Liguster sind die unkompliziertesten Heckenpflanzen: Sie vertragen fast jeden Schnitt und bieten Vögeln und Insekten mehr als Thuja oder Kirschlorbeer. Einen Überblick über Heckenarten gibt der Beitrag Die besten Pflanzen für eine Hecke.
Eine verkahlte Hecke verjüngen
Ist eine Laubhecke unten kahl geworden oder viel zu breit, können Sie sie kräftig zurücknehmen, bei Hainbuche, Liguster oder Eibe auch weit ins alte Holz. Führen Sie den Verjüngungsschnitt im Winterhalbjahr durch und verteilen Sie ihn bei empfindlicheren Arten auf zwei Jahre: Im ersten Jahr schneiden Sie eine Seite und die Krone stark zurück, im zweiten die andere Seite. So bleibt die Hecke als Sichtschutz erhalten und erholt sich schneller. Nach einem starken Schnitt helfen etwas Kompost und Wasser in trockenen Phasen beim Neuaustrieb.
Frei wachsende Hecken, Obsthecken und Heckenbögen
Nicht jede Hecke muss in Form geschnitten werden. Frei wachsende Blüten- und Vogelschutzhecken schneiden Sie nur alle paar Jahre durch Auslichten: Einzelne alte Triebe werden bodennah entfernt, der Rest wächst natürlich. So bleiben Blüten, Früchte und Nistplätze erhalten, wie im Beitrag Die Vogelschutzhecke als Lebensraum für viele Vögel beschrieben. Obsthecken und Spaliere werden nach den Regeln des Obstschnitts behandelt, mehr dazu unter Obsthecke als Sichtschutz anlegen. Wer über einem Durchgang einen grünen Bogen ziehen möchte, findet eine Anleitung im Beitrag Heckenbogen im Garten gestalten.
Häufige Fragen
Wann darf man eine Hecke schneiden?
Schonende Form- und Pflegeschnitte sind das ganze Jahr erlaubt, sofern keine Vögel brüten. Radikale Rückschnitte und das Auf-den-Stock-Setzen sind nur vom 1. Oktober bis Ende Februar zulässig.
Wie oft muss eine Hecke geschnitten werden?
Formhecken meist zweimal im Jahr: Ende Juni und bei stark wachsenden Arten nochmals im August oder Anfang September. Frei wachsende Hecken werden nur alle paar Jahre ausgelichtet.
Wie weit darf man eine Thujahecke zurückschneiden?
Nur so weit, wie noch grüne Schuppenblätter vorhanden sind. Braunes Holz treibt nicht wieder aus, die Löcher bleiben.
Welche Heckenpflanzen sind giftig?
Unter anderem Eibe, Thuja, Kirschlorbeer und die Beeren des Ligusters. Bei Kindern und Haustieren sind Hainbuche, Rotbuche oder Feldahorn die unbedenklichere Wahl.



