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Garten-Ratgeber

Kirschlorbeerhecke pflegen

Gehölze & Heckenvon Kathrin Schendel6 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Kirschlorbeer im Überblick
  2. Warum der Kirschlorbeer so beliebt ist – und umstritten
  3. Kirschlorbeer ist giftig
  4. Die richtigen Schnitttermine
  5. Schneiden ohne braune Blattränder
  6. Gießen – auch im Winter
  7. Düngen: im Frühjahr, nicht im Herbst
  8. Winterschutz für junge Hecken
  9. Krankheiten und Schädlinge erkennen
  10. Schnittgut richtig entsorgen
  11. Häufige Fragen

Eine Kirschlorbeerhecke braucht vor allem drei Dinge: einen Schnitt ein- bis zweimal im Jahr, genug Wasser auch im Winter und eine Düngung im Frühjahr. Den Hauptschnitt legen Sie in den Frühsommer, einen zweiten leichten Schnitt in den Spätsommer, kräftige Rückschnitte in den Spätwinter bis Ende Februar. Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist robust und wüchsig, hat aber zwei Seiten, die man kennen sollte: Er ist giftig, und für heimische Tiere bietet er wenig.

Glänzendes, dichtes Laub des Kirschlorbeers (Prunus laurocerasus)
Glänzendes, dichtes Laub des Kirschlorbeers (Prunus laurocerasus)

Kirschlorbeer im Überblick

Botanischer NamePrunus laurocerasus
HerkunftSüdosteuropa bis Kleinasien und Kaukasus
Wuchsimmergrüner Strauch, als Hecke meist auf 1,5–2,5 m gehalten; Zuwachs je nach Sorte 20–40 cm pro Jahr
BlüteApril–Mai, weiße Kerzen
StandortSonne bis Schatten, geschützt vor Wintersonne und kaltem Ostwind
Bodenanspruchslos, frisch, durchlässig; keine Staunässe
Winterhärteje nach Sorte gut bis mäßig
GiftigkeitBlätter und Samen giftig für Menschen und Tiere

Warum der Kirschlorbeer so beliebt ist – und umstritten

Kirschlorbeer wächst schnell, bleibt ganzjährig grün, kommt mit Schatten und Wurzeldruck unter Bäumen zurecht und bildet nach wenigen Jahren eine blickdichte Wand. Deshalb wurde er zu einer der häufigsten Heckenpflanzen in Neubaugebieten.

Dem stehen Nachteile gegenüber. Für heimische Insekten und Vögel ist der Strauch weit weniger wertvoll als heimische Gehölze; nur die Blüte im Frühjahr wird von Bienen besucht. Die Samen werden von Vögeln verbreitet, sodass der Kirschlorbeer in Wälder einwandert und dort heimische Pflanzen verdrängt. In der Schweiz ist sein Verkauf deshalb inzwischen verboten, in Deutschland raten Naturschutzverbände von Neupflanzungen ab. Wer eine neue Hecke plant, findet in Die besten Pflanzen für eine Hecke und im Beitrag über die Vogelschutzhecke Alternativen. Für eine bestehende Hecke gilt: gut pflegen und das Schnittgut nicht in der Landschaft entsorgen.

Kirschlorbeer ist giftig

Blätter und Samen enthalten cyanogene Glykoside, aus denen beim Zerkauen Blausäure entsteht. Das Fruchtfleisch der schwarzen, kirschähnlichen Früchte enthält nur wenig davon, die Kerne dagegen viel. Kleine Kinder sollten keine Früchte essen, und Tiere dürfen weder Laub noch Schnittgut fressen – Pferde, Schafe und Ziegen sind besonders gefährdet. Schnittgut gehört deshalb nie auf eine Weide oder über den Zaun. Beim Schneiden sind Handschuhe sinnvoll. Einen Überblick über ähnlich riskante Gartenpflanzen gibt der Beitrag Vorsicht, giftige Zierpflanzen im Garten.

Die richtigen Schnitttermine

Der Kirschlorbeer verträgt Schnitt sehr gut und treibt auch aus älterem Holz wieder aus. Für eine dichte, gepflegte Hecke haben sich diese Termine bewährt:

  • Hauptschnitt Ende Juni: Nach dem ersten kräftigen Austrieb schneiden Sie die Hecke in Form. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blüte vorbei, und die Hecke treibt bis zum Herbst nur noch mäßig nach.
  • Zweiter Schnitt Ende August bis Anfang September: Ein leichter Korrekturschnitt für starkwüchsige Sorten. Später sollte nicht mehr geschnitten werden, damit neue Triebe vor dem Frost ausreifen.
  • Kräftiger Rückschnitt bis Ende Februar: Soll die Hecke deutlich niedriger oder schmaler werden, schneiden Sie im Spätwinter. Vom 1. März bis 30. September verbietet § 39 Bundesnaturschutzgesetz radikale Heckenschnitte; schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt, sofern keine Vögel darin brüten.

Wählen Sie einen bedeckten, trockenen Tag. In praller Sonne verbrennen frisch freigelegte Blätter im Inneren der Hecke, bei Nässe dringen Pilze leichter in die Schnittwunden ein.

Schneiden ohne braune Blattränder

Kirschlorbeer hat große, ledrige Blätter. Eine elektrische Heckenschere schneidet viele davon mittendurch; die Schnittränder werden braun und sehen wochenlang unschön aus. Bei kleinen Hecken und Solitären schneiden Sie deshalb am besten mit einer Handschere oder Rosenschere Trieb für Trieb, knapp über einem Blatt. Bei langen Hecken ist die Heckenschere trotzdem praktikabel – die angeschnittenen Blätter wachsen sich mit dem nächsten Austrieb heraus. Wichtig ist eine scharfe Klinge, die sauber schneidet statt zu quetschen. Welche Geräte sich eignen, steht im Beitrag Woran erkennt man eine gute Elektro-Heckenschere?.

Schneiden Sie die Hecke leicht trapezförmig, unten breiter als oben. So bekommen auch die unteren Zweige Licht, und die Hecke verkahlt nicht von unten. Allgemeine Hinweise zur Heckenform gibt der Beitrag Hecke richtig schneiden.

Gießen – auch im Winter

Als immergrüne Pflanze verdunstet der Kirschlorbeer das ganze Jahr über Wasser. Besonders gefährlich ist der Spätwinter: Ist der Boden gefroren und scheint die Sonne auf die Blätter, verdunsten sie Wasser, das die Wurzeln nicht nachliefern können. Diese Frosttrocknis zeigt sich im Frühjahr an braunen, eingerollten Blättern. Gießen Sie deshalb an frostfreien Tagen, wenn der Winter lange trocken war, und mulchen Sie den Wurzelbereich mit Laub oder Rindenmulch.

Im Sommer braucht die Hecke in Trockenperioden durchdringende Wassergaben, vor allem auf sandigen Böden und in den ersten Jahren nach der Pflanzung. Staunässe verträgt sie dagegen nicht. Lieber seltener und kräftig gießen als täglich ein wenig.

Düngen: im Frühjahr, nicht im Herbst

Eine Kirschlorbeerhecke erhält im März oder April eine Gabe Kompost und etwas organischen Dünger wie Hornspäne, etwa 60–80 g je laufendem Meter. Bei stark geschnittenen Hecken kann im Juni eine zweite, kleinere Gabe folgen. Ab August wird nicht mehr gedüngt, weil späte Triebe nicht mehr ausreifen und im Winter erfrieren. Kaliumbetonter Herbstdünger wird oft empfohlen, um die Frosthärte zu verbessern; nötig ist er bei gut versorgten Böden nicht.

Winterschutz für junge Hecken

Die Winterhärte hängt stark von der Sorte ab. Kräftige, aufrechte Sorten wie ‘Novita’, ‘Caucasica’ oder ‘Herbergii’ gelten als gut frosthart, großblättrige Sorten wie ‘Rotundifolia’ als empfindlicher. In den ersten beiden Wintern schützen Sie junge Pflanzen in rauen Lagen mit einer Mulchschicht auf dem Wurzelbereich und an sonnigen, windigen Plätzen mit einem Schattiernetz oder Vlies gegen Wintersonne. Erfrorene oder vertrocknete Triebe schneiden Sie im Frühjahr bis ins gesunde Holz zurück; der Kirschlorbeer treibt zuverlässig wieder aus.

Krankheiten und Schädlinge erkennen

Löcher in den Blättern sind beim Kirschlorbeer meist die Schrotschusskrankheit. Zuerst erscheinen kleine rötlich-braune Flecken, das kranke Gewebe fällt anschließend heraus. Befallene Triebe schneiden Sie heraus, Falllaub wird entsorgt, und eine luftige Hecke trocknet schneller ab. Gießen Sie nicht über die Blätter.

Bogenförmige Fraßstellen am Blattrand stammen vom Dickmaulrüssler. Der Käfer selbst richtet wenig Schaden an, seine Larven fressen aber an den Wurzeln. Nematoden der Gattung Heterorhabditis, im Frühjahr oder Spätsommer bei Bodentemperaturen ab etwa 12 °C ausgebracht, bekämpfen die Larven biologisch.

Ein weißer, mehliger Belag an jungen Trieben ist Echter Mehltau. Er tritt vor allem nach dem Sommerschnitt an den frischen Blättern auf und verschwindet meist, wenn die Blätter ausreifen. Gelbe Blätter deuten auf Staunässe oder Nährstoffmangel hin.

Schnittgut richtig entsorgen

Kirschlorbeer-Laub verrottet wegen der ledrigen Blätter nur langsam. Häckseln Sie das Schnittgut vor dem Kompostieren und mischen Sie es mit anderem Material wie Rasenschnitt oder Erde, oder geben Sie es zur Grünschnittsammlung. Laden Sie es auf keinen Fall im Wald oder am Wegrand ab – dort keimen die Samen und breiten sich aus.

Häufige Fragen

Wann schneidet man eine Kirschlorbeerhecke am besten?

Den Hauptschnitt Ende Juni, einen leichten zweiten Schnitt Ende August. Kräftige Rückschnitte sind nur bis Ende Februar erlaubt.

Warum bekommt der Kirschlorbeer braune Blätter?

Meist durch Frosttrocknis im Winter, Trockenheit im Sommer oder Staunässe. Braune Ränder nach dem Schnitt stammen von angeschnittenen Blättern und sind harmlos.

Wie giftig ist Kirschlorbeer für Hunde und Pferde?

Blätter und Samen sind für Hunde, Katzen und besonders für Pferde, Schafe und Ziegen giftig. Schnittgut darf nie in die Reichweite von Tieren gelangen.

Wie schnell wächst eine Kirschlorbeerhecke?

Je nach Sorte und Standort 20–40 cm im Jahr. Mit gut entwickelten Pflanzen ist eine Hecke nach drei bis vier Jahren blickdicht.

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