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Garten-Ratgeber

Eine Yucca-Palme richtig pflegen

Zimmerpflanzenvon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Steckbrief
  2. Keine Palme, sondern eine Palmlilie
  3. Der richtige Standort
  4. Yucca-Palme richtig gießen
  5. Düngen
  6. Umtopfen und die richtige Erde
  7. Die Yucca im Winter
  8. Zu groß geworden? Yucca kürzen und vermehren
  9. Typische Probleme und ihre Ursachen
  10. Häufige Fragen

Die Yucca-Palme (Yucca elephantipes) ist eine genügsame Zimmerpflanze mit einfachen Regeln: ein sehr heller Platz, gern mit Sonne, Wasser erst, wenn die Erde gut angetrocknet ist, Dünger von Frühjahr bis Spätsommer und im Winter ein kühlerer, heller Standort. Die meisten Yuccas scheitern an zu viel Wasser und zu wenig Licht. Wird die Pflanze zu groß, lässt sie sich kappen, und aus dem Stammstück wächst eine neue.

Riesen-Palmlilie (Yucca elephantipes) mit verzweigten Stämmen im Sommer im Freien
Riesen-Palmlilie (Yucca elephantipes) mit verzweigten Stämmen im Sommer im Freien

Steckbrief

Botanischer NameYucca elephantipes (auch Yucca gigantea), Riesen-Palmlilie
FamilieSpargelgewächse (Asparagaceae)
HerkunftMexiko und Mittelamerika
Wuchsverholzter Stamm mit Blattschopf, im Zimmer meist 1–3 m
Standortsehr hell bis sonnig
TemperaturSommer Zimmertemperatur, Winter ideal 10–15 °C
Winterhärtenicht winterhart
Giftigkeitschwach giftig für Katzen, Hunde und Nager

Keine Palme, sondern eine Palmlilie

Trotz ihres Namens ist die Yucca-Palme keine Palme. Korrekt heißt sie Palmlilie und gehört zu den Spargelgewächsen, ebenso wie Drachenbaum und Bogenhanf. In ihrer Heimat in Mexiko und Mittelamerika wird sie mehrere Meter hoch. Als Zimmerpflanze wird sie meist als Stammstück mit einem oder mehreren Blattschöpfen verkauft.

Nicht verwechseln sollten Sie sie mit der Garten-Yucca (Yucca filamentosa), die stammlos wächst, winterhart ist und im Beet ausgepflanzt wird. Die Zimmer-Yucca verträgt keinen Frost und muss im Herbst rechtzeitig ins Haus.

Der richtige Standort

Die Yucca braucht so viel Licht wie möglich. Ideal ist ein Platz direkt an einem Süd-, West- oder Ostfenster oder in einem hellen Wintergarten. Steht sie zu dunkel, bildet sie lange, weiche, blasse Blätter, wächst schief zum Licht und wird anfällig für Schädlinge. Drehen Sie den Topf alle paar Wochen, damit sie gleichmäßig wächst.

Von Mitte Mai bis September darf die Yucca gern auf Balkon oder Terrasse. Gewöhnen Sie sie dort aber über ein bis zwei Wochen langsam an die direkte Sonne, zuerst im Halbschatten. Sonst verbrennen die Blätter, weil die UV-Strahlung im Freien viel stärker ist als hinter Glas. Wie das gelingt, beschreibt der Beitrag Sonnenbrand bei Pflanzen verhindern. Holen Sie die Pflanze herein, bevor die Nächte unter etwa 5–10 °C fallen.

Yucca-Palme richtig gießen

Die Yucca speichert Wasser in ihrem Stamm und kommt mit Trockenheit besser zurecht als mit Nässe. Gießen Sie erst, wenn die obere Erdschicht einige Zentimeter tief trocken ist, dann aber durchdringend. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können und wird nach einer Viertelstunde aus dem Untersetzer entfernt. Im Sommer bedeutet das an einem hellen Platz etwa ein- bis zweimal pro Woche, im Winter an einem kühlen Ort nur alle zwei bis vier Wochen.

Normales Leitungswasser ist in Ordnung, die Yucca stört sich nicht an Kalk. Besprühen ist nicht nötig; sie verträgt trockene Zimmerluft gut. Hohe Luftfeuchte schadet ihr zwar nicht, doch in warmer, trockener Heizungsluft sollten Sie auf Spinnmilben achten.

Düngen

Von April bis September erhält die Yucca alle zwei bis vier Wochen einen Flüssigdünger für Grünpflanzen über das Gießwasser. Im Winter wird nicht gedüngt, weil sie dann kaum wächst. Wer die Pflanze bewusst klein halten möchte, düngt sparsamer; ganz ohne Nährstoffe wird sie aber mit der Zeit blass.

Umtopfen und die richtige Erde

Nach dem Kauf steht die Yucca oft in einem sehr kleinen Topf, der zum schweren Stamm in keinem Verhältnis steht. Topfen Sie sie im nächsten Frühjahr in ein standfestes, schweres Gefäß um, etwa aus Ton oder Keramik. Danach genügt ein Umtopfen alle zwei bis drei Jahre, wenn die Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen.

Als Substrat eignet sich eine durchlässige Blumen- oder Kübelpflanzenerde, gemischt mit etwa einem Drittel Sand, Bims, Perlite oder Blähton. Eine Drainageschicht am Topfboden verhindert Staunässe. Die Yucca wächst auch gut in Hydrokultur, wie sie der Beitrag Hydrokultur: beliebt und pflegeleicht beschreibt.

Die Yucca im Winter

Ideal ist im Winter ein heller, kühler Platz bei 10–15 °C, etwa ein helles Treppenhaus, ein unbeheiztes Gästezimmer oder ein Wintergarten. Dort ruht die Pflanze und braucht nur wenig Wasser. Steht sie im warmen Wohnzimmer, geht das auch – dann aber so hell wie möglich, direkt am Fenster, und mit etwas häufigeren, aber weiterhin maßvollen Wassergaben. Die Kombination aus warm und dunkel führt zu langen, dünnen Trieben.

Lüften ist im Winterquartier wichtig, eiskalte Zugluft sollte die Pflanze aber nicht treffen. Allgemeine Tipps zum Überwintern von Topfpflanzen finden Sie unter Kübelpflanzen richtig pflegen.

Zu groß geworden? Yucca kürzen und vermehren

Stößt die Yucca an die Decke, können Sie sie im Frühjahr kappen. Sägen Sie den Stamm in der gewünschten Höhe gerade durch. Unterhalb der Schnittstelle treiben nach einigen Wochen neue Blattschöpfe aus. Große Schnittflächen können Sie mit Baumwachs verschließen, damit sie nicht austrocknen.

Das abgesägte Oberteil wird zur neuen Pflanze:

  1. Blätter reduzieren. Am Kopfstück die untersten Blätter entfernen.
  2. Antrocknen lassen. Die Schnittfläche einige Stunden bis einen Tag abtrocknen lassen.
  3. Stecken. Das Stück in einen Topf mit feuchter, sandiger Erde stecken, bei kleineren Stücken auch in ein Glas Wasser stellen.
  4. Warm und hell stellen. Bei 20–25 °C ohne pralle Sonne bilden sich in einigen Wochen Wurzeln.

Auch reine Stammstücke ohne Blätter bewurzeln und treiben seitlich aus. Achten Sie darauf, sie richtig herum zu stecken. Ältere Pflanzen bilden außerdem Kindel am Stammfuß, die Sie mit Wurzeln abtrennen und einzeln topfen können.

Typische Probleme und ihre Ursachen

  • Gelbe untere Blätter: Einzelne ältere Blätter vergilben und fallen normal ab. Werden viele gleichzeitig gelb, ist meist zu viel Wasser die Ursache.
  • Weicher Stamm: Ein Alarmzeichen für Stammfäule durch Staunässe. Gesunde Teile oberhalb der Fäulnis lassen sich oft noch als Steckling retten.
  • Braune Blattspitzen: Meist zu trockener Ballen, gelegentlich zu viel Dünger.
  • Braune, trockene Flecken nach dem Ausräumen: Sonnenbrand, weil die Pflanze nicht an die Sonne gewöhnt wurde.
  • Feine Gespinste und gesprenkelte Blätter: Spinnmilben, meist in warmer, trockener Heizungsluft. Abduschen und Blätter feucht abwischen hilft, bei starkem Befall ein zugelassenes Mittel für Zimmerpflanzen.

Die Blätter der Yucca haben scharfe Ränder und Spitzen. Stellen Sie sie nicht dort auf, wo Kinder auf Augenhöhe vorbeilaufen. Zudem enthält die Pflanze Saponine und ist für Katzen, Hunde und Nager schwach giftig. Ähnlich zu pflegen ist der Drachenbaum, weitere unkomplizierte Arten stellt der Beitrag 5 pflegeleichte Pflanzen für Ihr Zuhause vor.

Häufige Fragen

Wie oft muss man eine Yucca-Palme gießen?

Wenn die Erde einige Zentimeter tief trocken ist – im Sommer etwa ein- bis zweimal pro Woche, im Winter an einem kühlen Platz nur alle zwei bis vier Wochen.

Womit düngt man eine Yucca-Palme?

Mit einem Flüssigdünger für Grünpflanzen, von April bis September alle zwei bis vier Wochen über das Gießwasser. Im Winter nicht düngen.

Verträgt die Yucca direkte Sonne?

Ja, sie liebt Licht und Sonne. Im Freien muss sie sich aber erst langsam daran gewöhnen, sonst bekommt sie Sonnenbrand.

Warum wird meine Yucca-Palme gelb?

Einzelne gelbe untere Blätter sind normal. Viele gelbe Blätter und ein weicher Stamm deuten auf zu viel Wasser hin.

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