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Garten-Ratgeber

Laub sammeln und im Garten nutzen

Gartenpflegevon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wo Laub liegen bleiben darf
  2. Wo Laub weg muss
  3. Laub sammeln: Rechen, Mäher oder Laubbläser?
  4. Laubkompost anlegen
  5. Welches Laub schnell und welches langsam verrottet
  6. Laub, das nicht auf den Kompost gehört
  7. Laub als Mulch und Winterschutz
  8. Ein Laubhaufen für Igel
  9. Häufige Fragen

Herbstlaub ist kein Abfall, sondern einer der wertvollsten Rohstoffe im Garten. Auf Beeten und unter Sträuchern darf es liegen bleiben, auf dem Rasen, im Teich und auf Wegen muss es weg – und genau dieses Laub wird zu Mulch, Laubkompost, Winterschutz oder einem Unterschlupf für Igel. Nur Blätter mit Krankheiten oder Schädlingen, etwa von miniermottenbefallenen Rosskastanien, gehören in die Biotonne.

Laubrechen im bunten Herbstlaub unter einem Baum
Laubrechen im bunten Herbstlaub unter einem Baum

Wo Laub liegen bleiben darf

In der Natur bleibt Laub, wo es fällt, und wird im Laufe eines Jahres von Regenwürmern, Asseln, Pilzen und Bakterien zu Humus verarbeitet. Diesen Kreislauf können Sie sich im Garten zunutze machen. Unter Bäumen und Sträuchern, in Staudenbeeten und auf abgeernteten Gemüsebeeten schützt eine Laubschicht den Boden vor Frost, Austrocknung und Verschlämmung und füttert das Bodenleben. Das Laub, das Sie dort liegen lassen, müssen Sie weder rechen noch entsorgen.

Gleichzeitig ist eine Laubdecke ein Winterquartier für viele Tiere. Marienkäfer, Laufkäfer, Spinnen, Schmetterlingspuppen und Kleinsäuger überwintern darin, und Amseln suchen im Frühjahr unter den Blättern nach Futter. Ein komplett laubfreier Garten ist für sie eine Wüste.

Wo Laub weg muss

Auf dem Rasen sollten Sie Laub regelmäßig entfernen. Unter einer dichten, nassen Blätterschicht bekommen die Gräser kein Licht, die Luft zirkuliert nicht, und es bilden sich gelbe, faulige Stellen, auf denen sich im Frühjahr Moos und Pilzkrankheiten breitmachen. Einmal pro Woche während des Laubfalls ist ein guter Rhythmus.

Im Gartenteich zersetzen sich Blätter am Grund zu Faulschlamm. Dabei wird Sauerstoff verbraucht und Nährstoffe gelangen ins Wasser, was im nächsten Jahr Algen fördert. Ein über den Teich gespanntes Laubschutznetz fängt die Blätter auf, bevor sie ins Wasser fallen. Mehr dazu steht im Beitrag Gartenteich nach dem Winter pflegen.

Auf Wegen, Treppen und dem Gehweg wird nasses Laub rutschig. In vielen Gemeinden ist die Reinigungspflicht für den Gehweg vor dem Grundstück per Satzung auf die Anlieger übertragen; wer dann Laub liegen lässt, haftet im Zweifel, wenn jemand stürzt. Was genau gilt, regelt die örtliche Straßenreinigungssatzung.

Laub sammeln: Rechen, Mäher oder Laubbläser?

Das schonendste Werkzeug ist der Laubrechen mit breitem Fächer. Er ist leise, braucht keinen Strom und schadet keinem Tier. Auf dem Rasen ist der Rasenmäher eine elegante Lösung: Mit hoch eingestelltem Schnitt und Fangkorb saugt er das Laub auf, zerkleinert es und mischt es mit etwas Grasschnitt. Diese Mischung verrottet deutlich schneller als ganze Blätter.

Laubbläser und Laubsauger sparen auf großen Flächen Zeit, haben aber Nachteile: Sie sind laut, wirbeln Staub auf, und Laubsauger saugen Insekten und andere Kleintiere mit ein und häckseln sie. Für Laubbläser und Laubsammler gelten in Wohngebieten außerdem besonders strenge Betriebszeiten: Geräte ohne entsprechendes Umweltzeichen dürfen werktags nur von 9 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr laufen, an Sonn- und Feiertagen gar nicht. Gemeinden können das weiter einschränken.

Laubkompost anlegen

Größere Mengen Laub kompostieren Sie am besten getrennt vom übrigen Kompost. Laub allein verrottet langsamer als gemischtes Material, liefert dafür aber eine besonders feine, krümelige Erde.

  1. Behälter bauen. Ein einfacher Ring aus Maschendraht mit etwa 1 m Durchmesser genügt. Er hält das Laub zusammen und lässt Luft herein.
  2. Laub zerkleinern. Überfahren Sie die Blätter vorher mit dem Rasenmäher oder dem Häcksler. Zerkleinertes Laub verrottet deutlich schneller.
  3. Schichten und befeuchten. Füllen Sie das Laub locker ein und befeuchten Sie trockene Lagen. Etwas Grasschnitt, Gartenerde oder eine Handvoll Hornspäne zwischen den Schichten liefert den Stickstoff, den die Mikroorganismen für die Zersetzung brauchen.
  4. Warten. Nach etwa einem Jahr ist grober, nach zwei Jahren feiner Laubkompost entstanden.

Wer wenig Platz hat, füllt feuchtes, zerkleinertes Laub in Säcke aus Jute oder in gelochte Säcke, bindet sie zu und lässt sie an einer schattigen Stelle stehen. Kleine Mengen Laub können Sie auch einfach auf den normalen Kompost geben, am besten im Wechsel mit Grasschnitt und Küchenabfällen. Wie ein guter Kompost aufgebaut ist, erklärt der Beitrag So legst du deinen eigenen Kompost an.

Welches Laub schnell und welches langsam verrottet

Nicht jedes Laub verrottet gleich schnell. Weiche, dünne Blätter von Obstbäumen, Linde, Ahorn, Hainbuche, Birke, Esche oder Haselnuss zersetzen sich rasch. Das Laub von Eiche, Walnuss, Buche, Platane und Edelkastanie enthält viele Gerbstoffe oder ist sehr ledrig und braucht deutlich länger. Mischen Sie es mit schnell verrottendem Material oder geben Sie etwas Hornspäne dazu. Kompost aus Eichen- oder Buchenlaub ist tendenziell leicht sauer und eignet sich gut für Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren und andere Pflanzen, die sauren Boden mögen; mehr dazu unter Pflanzen für einen sauren Boden.

Laub, das nicht auf den Kompost gehört

Blätter mit Pilzkrankheiten oder Schädlingen sollten Sie nicht kompostieren, denn ein Gartenkompost wird selten heiß genug, um die Erreger abzutöten. Das gilt zum Beispiel für:

  • Rosskastanienlaub mit Miniermottenbefall. Die Puppen überwintern im Laub. Sammeln Sie es gründlich und entsorgen Sie es über die Biotonne oder die kommunale Grüngutsammlung. Mehr dazu steht im Beitrag Die Miniermotte richtig bekämpfen.
  • Rosenblätter mit Sternrußtau oder Rost.
  • Obstlaub mit Schorf, vor allem von Äpfeln und Birnen.
  • Laub von Straßenbäumen an viel befahrenen Straßen, das Schadstoffe und Streusalz enthalten kann.

Laub als Mulch und Winterschutz

Eine Laubschicht von etwa 5–10 cm unter Sträuchern, zwischen Stauden und auf abgeernteten Gemüsebeeten schützt Boden und Wurzeln über Winter. Damit der Wind die Blätter nicht verweht, legen Sie etwas Reisig oder ein paar Tannenzweige darüber. Im Frühjahr ist ein großer Teil bereits eingearbeitet, den Rest harken Sie zusammen oder lassen ihn als Mulch liegen.

Empfindlichen Stauden, Kübelpflanzen und frisch gepflanzten Gehölzen bietet trockenes Laub zusätzlichen Schutz. Bei Rosen schützt in erster Linie das Anhäufeln der Veredlungsstelle mit Erde oder Kompost; Laub und Reisig darüber halten die Kälte zusätzlich ab. Für Kübelpflanzen, die draußen überwintern, können Sie einen Drahtkorb um den Topf stellen und den Zwischenraum mit trockenem Laub füllen. Wie Sie den Garten insgesamt winterfest machen, lesen Sie unter Den Garten im Winter für den Frühling vorbereiten.

Ein Laubhaufen für Igel

Igel suchen im Spätherbst einen trockenen, frostgeschützten Platz für den Winterschlaf. Ein Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke, am besten unter einer Hecke oder einem Strauch, ist dafür ideal. Legen Sie einige Äste oder Reisig zeltartig übereinander und bedecken Sie das Ganze mit reichlich trockenem Laub. Lassen Sie den Haufen bis zum Frühjahr unberührt, und stechen Sie beim Aufräumen nie mit der Grabegabel hinein. Eine genauere Anleitung finden Sie im Beitrag Ein Winterquartier für Igel herrichten. Igel stehen unter Naturschutz; ein Tier im Winterschlaf darf nicht gestört werden.

Häufige Fragen

Darf man Laub auf dem Rasen liegen lassen?

Besser nicht. Unter einer geschlossenen Laubschicht vergilbt und fault der Rasen. Rechen Sie das Laub während des Laubfalls etwa wöchentlich ab oder nehmen Sie es mit dem Rasenmäher auf.

Welches Laub eignet sich nicht für den Kompost?

Laub mit Krankheiten wie Schorf, Sternrußtau oder Rost sowie Rosskastanienlaub mit Miniermotten. Eichen- und Walnusslaub ist nicht schädlich, verrottet aber langsam und sollte gemischt werden.

Wie lange braucht Laub zum Verrotten?

Zerkleinertes, gemischtes Laub ist nach etwa einem Jahr zu grobem Kompost geworden, reiner Laubkompost braucht bis zu zwei Jahre. Hornspäne und Grasschnitt beschleunigen die Zersetzung.

Wie kann man den Garten im Winter sonst noch nutzen?

Laubhaufen und stehen gelassene Stauden machen den Garten zum Winterquartier für Tiere, und auch für Menschen gibt es einiges zu tun. Anregungen finden Sie unter 5 Möglichkeiten, den Garten im Winter zu nutzen.

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