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Garten-Ratgeber

Pflanzzeit für Rote Johannisbeeren

Gartenkalendervon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Rote Johannisbeere im Steckbrief
  2. Die beste Pflanzzeit
  3. Der richtige Standort
  4. Pflanzabstand und Pflanzform
  5. Johannisbeeren pflanzen: Schritt für Schritt
  6. Düngen und Gießen
  7. Rote Johannisbeeren richtig schneiden
  8. Krankheiten und Schädlinge
  9. Ernte und Sorten
  10. Häufige Fragen

Rote Johannisbeeren pflanzen Sie am besten im Herbst von Oktober bis November oder im zeitigen Frühjahr im März und April, solange der Boden nicht gefroren ist. Sträucher im Topf können Sie sogar das ganze Jahr über setzen, wurzelnackte Pflanzen nur in der Ruhezeit. Entscheidend für einen guten Ertrag sind ein sonniger Platz, etwa 1,2–1,5 m Abstand und etwas tieferes Pflanzen, als die Sträucher vorher standen.

Reife Trauben der Roten Johannisbeere (Ribes rubrum) am Strauch
Reife Trauben der Roten Johannisbeere (Ribes rubrum) am Strauch

Rote Johannisbeere im Steckbrief

Botanischer NameRibes rubrum
FamilieStachelbeergewächse
Wuchshöheals Strauch etwa 1–1,5 m
BlütezeitApril bis Mai
Ernteje nach Sorte Ende Juni bis August
Standortsonnig bis halbschattig, windgeschützt
Bodenhumos, gleichmäßig feucht, pH etwa 6–7
Winterhärtevoll winterhart
Selbstfruchtbarja, mehrere Sorten verbessern den Fruchtansatz

Johannisbeeren sind robuste, genügsame Beerensträucher, die jahrelang zuverlässig tragen. Neben der Roten gibt es Weiße Johannisbeeren, die botanisch eine Farbvariante sind und genauso behandelt werden, und die Schwarze Johannisbeere, die anders geschnitten wird.

Die beste Pflanzzeit

Der Herbst gilt als die günstigste Pflanzzeit, vor allem für wurzelnackte Sträucher. Der Boden ist noch warm, die Herbstfeuchte hilft beim Anwachsen, und bis zum Frühjahr haben sich neue Feinwurzeln gebildet. Die Sträucher starten dann mit Vorsprung in die erste Saison.

Auch das zeitige Frühjahr ist gut geeignet, sobald der Boden abgetrocknet und frostfrei ist. Pflanzen Sie dann möglichst früh, im März oder Anfang April, denn Johannisbeeren treiben zeitig aus. Später gepflanzte Sträucher brauchen im ersten Sommer mehr Wasser. Containerpflanzen lassen sich auch im Sommer setzen, wenn Sie konsequent gießen.

Der richtige Standort

Rote Johannisbeeren gedeihen in der Sonne und im Halbschatten. Je sonniger der Platz, desto süßer und aromatischer werden die Beeren. Im Schatten tragen sie weniger und sind anfälliger für Pilzkrankheiten. Ein etwas windgeschützter Platz ist günstig, weil die frühe Blüte im April empfindlich für Spätfröste und kalten Wind ist.

Der Boden sollte humos, locker und gleichmäßig feucht sein, ein sandiger Lehm ist ideal. Staunässe vertragen Johannisbeeren nicht, ebenso wenig längere Trockenheit – ihre Wurzeln reichen nicht tief. Ein pH-Wert im schwach sauren bis neutralen Bereich um 6–7 passt gut. Im Rasen gepflanzt, kümmern die Sträucher, weil das Gras ihnen Wasser und Nährstoffe wegnimmt; halten Sie deshalb eine Baumscheibe frei.

Pflanzabstand und Pflanzform

Sträucher brauchen in der Reihe etwa 1,2–1,5 m Abstand, zwischen den Reihen etwa 1,5–2 m. Hochstämmchen kommen mit weniger Platz aus, etwa 1 m, brauchen aber einen stabilen Pfahl, weil ihre Veredelungsstelle unter der Last der Früchte brechen kann. Johannisbeeren eignen sich auch gut als niedrige Fruchthecke an Wegen oder zur Gartengrenze, wie im Beitrag Obsthecke als Sichtschutz anlegen beschrieben.

Die Pflanzen sind selbstfruchtbar, tragen also auch allein. Mehrere Sorten nebeneinander verbessern aber häufig den Fruchtansatz und sorgen für vollere Trauben. Wer frühe, mittlere und späte Sorten kombiniert, verlängert die Erntezeit um mehrere Wochen.

Johannisbeeren pflanzen: Schritt für Schritt

  1. Wurzeln wässern. Wurzelnackte Sträucher stellen Sie einige Stunden in einen Eimer Wasser, Containerpflanzen tauchen Sie, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  2. Pflanzloch ausheben. Etwa doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen. Den Aushub mit reifem Kompost mischen. Torf ist überflüssig und aus Gründen des Moorschutzes keine gute Wahl.
  3. Wurzeln kürzen. Beschädigte oder zu lange Wurzeln bei wurzelnackter Ware leicht einkürzen.
  4. Tiefer pflanzen. Setzen Sie den Strauch etwa 5–10 cm tiefer, als er vorher stand. So bilden sich aus der Basis neue Triebe, und der Strauch wird kräftiger.
  5. Einfüllen und angießen. Erde einfüllen, leicht antreten und kräftig angießen.
  6. Pflanzschnitt. Bei wurzelnackten Sträuchern behalten Sie drei bis fünf kräftige Triebe und kürzen sie um etwa ein Drittel bis die Hälfte. Schwache Triebe entfernen Sie ganz.
  7. Mulchen. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Rindenhumus hält die flach liegenden Wurzeln feucht.

Düngen und Gießen

Johannisbeeren sind keine Starkzehrer. Im Frühjahr genügen reifer Kompost, etwa 3–5 Liter je Strauch, oder ein organischer Beerendünger nach Packungsangabe. Sie reagieren empfindlich auf Chlorid; mineralische Dünger sollten deshalb chloridarm sein. Kaffeesatz kann in kleinen Mengen untergemischt werden, ersetzt aber keine Grunddüngung, siehe Kaffeesatz als Dünger verwenden.

Gießen Sie vor allem während der Fruchtentwicklung im Mai und Juni, wenn es trocken ist. Wassermangel in dieser Zeit führt zu kleinen Beeren und zum Rieseln, bei dem die Früchte unreif abfallen.

Rote Johannisbeeren richtig schneiden

Rote und Weiße Johannisbeeren tragen am besten an zwei- bis dreijährigem Holz. Ziel ist ein Strauch mit etwa acht bis zwölf Haupttrieben unterschiedlichen Alters.

  • Jährlich die ältesten Triebe entfernen. Triebe, die älter als etwa vier Jahre sind, erkennen Sie an der dunklen, rissigen Rinde. Schneiden Sie sie bodennah heraus.
  • Junge Triebe als Ersatz stehen lassen. Wählen Sie jedes Jahr zwei bis drei kräftige Bodentriebe als Nachfolger und entfernen Sie überzählige.
  • Seitentriebe einkürzen. Seitentriebe an den Haupttrieben können auf kurze Zapfen geschnitten werden, an denen sich Fruchtholz bildet.
  • Auslichten. Nach innen wachsende und am Boden liegende Triebe entfernen, damit Licht und Luft in den Strauch kommen.

Geschnitten wird direkt nach der Ernte oder im späten Winter. Die Grundregeln für Beerensträucher ähneln sich; einen Vergleich bietet der Beitrag Himbeeren richtig schneiden.

Krankheiten und Schädlinge

  • Blattfallkrankheit: kleine braune Flecken auf den Blättern, die ab dem Sommer vorzeitig abfallen, besonders bei feuchtem Wetter. Falllaub im Herbst entfernen und für einen luftigen Strauch sorgen.
  • Amerikanischer Stachelbeermehltau: weißer, später bräunlicher Belag an Triebspitzen und Beeren. Befallene Spitzen herausschneiden, nicht zu viel Stickstoff geben, robuste Sorten wählen.
  • Johannisbeerblasenlaus: rot gefärbte, blasige Aufwölbungen auf den Blättern. Meist harmlos, Nützlinge regulieren den Befall.
  • Johannisbeer-Gallmilbe: kugelig angeschwollene Knospen, die nicht austreiben. Sie tritt vor allem an Schwarzen Johannisbeeren auf; befallene Knospen ausbrechen, siehe Gallmilben erfolgreich bekämpfen.

Ernte und Sorten

Frühe Sorten sind ab Ende Juni reif, späte bis in den August. Pflücken Sie die ganzen Trauben (Rispen), wenn alle Beeren durchgefärbt sind; für Gelee dürfen sie etwas früher geerntet werden, weil dann mehr Pektin enthalten ist. Reife Johannisbeeren halten am Strauch einige Tage, werden aber mit der Zeit weich.

Bewährte Rote Johannisbeeren sind etwa ‘Jonkheer van Tets’ als frühe Sorte und ‘Rovada’ als späte, großtraubige Sorte. Im Fachhandel finden Sie regional bewährte Sorten; achten Sie auf Angaben zur Robustheit gegen Blattfallkrankheit und Mehltau.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Pflanzzeit für Johannisbeeren?

Im Herbst von Oktober bis November oder im zeitigen Frühjahr im März und April. Topfware kann das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist und Sie ausreichend gießen.

Wie tief pflanzt man Johannisbeeren?

Etwa 5–10 cm tiefer, als sie vorher standen. Dadurch treiben mehr neue Triebe aus der Basis, und der Strauch wird kräftiger.

Wie viel Abstand brauchen Johannisbeeren?

In der Reihe etwa 1,2–1,5 m, zwischen den Reihen 1,5–2 m. Hochstämmchen kommen mit etwa 1 m aus.

Kann man Johannisbeeren mit Kaffeesatz düngen?

In kleinen Mengen ja, als Beimischung zum Kompost oder dünn eingearbeitet. Eine vollständige Düngung ersetzt Kaffeesatz aber nicht; die Grundversorgung sollte reifer Kompost oder ein Beerendünger übernehmen.

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