Ein Rasen ohne Unkraut
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Ein Rasen ohne Unkraut entsteht nicht durch Unkrautvernichter, sondern durch dichtes, gesundes Gras. Wer regelmäßig auf 4–5 cm mäht, im Frühjahr und Sommer düngt, Lücken sofort nachsät und verdichtete Stellen lockert, lässt Löwenzahn, Klee und Moos kaum eine Chance. Einzelne Unkräuter stechen Sie aus, und nur bei starkem Befall kommt ein zugelassenes Rasenherbizid in Frage.

Warum Unkraut im Rasen wächst
Unkraut braucht Licht und Platz. Beides findet es dort, wo das Gras schwächelt: in Lücken, in zu kurz gemähten Bereichen, auf verdichteten oder nährstoffarmen Flächen. Das meiste Unkraut im Rasen ist deshalb ein Symptom, nicht die Ursache. Wer nur die Pflanzen entfernt, ohne das Gras zu stärken, steht im nächsten Jahr vor demselben Bild.
Viele Unkräuter verraten sogar, was dem Rasen fehlt. Diese Zeigerpflanzen sind keine exakte Bodenanalyse, geben aber einen guten Hinweis, wo Sie ansetzen sollten.
| Unkraut | Möglicher Hinweis | Was hilft |
| Weißklee | Stickstoffmangel | regelmäßig düngen |
| Moos | Schatten, Nässe, Verdichtung, niedriger pH-Wert | vertikutieren, lüften, nach Messung kalken |
| Breitwegerich | verdichteter, viel betretener Boden | aerifizieren, Sand einarbeiten |
| Gänseblümchen, Ehrenpreis | zu tiefer Schnitt | höher mähen |
| Sauerampfer, Hahnenfuß | saurer bzw. feuchter Boden | pH-Wert prüfen, Staunässe beseitigen |
| Löwenzahn | Lücken im Rasen, nährstoffreicher Boden | ausstechen, Lücken nachsäen |
Vorbeugen beginnt bei der Aussaat
Günstige Rasenmischungen enthalten oft Futtergräser wie Welsches Weidelgras, die schnell keimen, aber keine dichte Narbe bilden und nach wenigen Jahren Lücken hinterlassen. Hochwertiges Regelsaatgut, erkennbar an der Bezeichnung RSM (Regel-Saatgut-Mischung) auf der Packung, bildet eine dichtere und ausdauerndere Grasnarbe. Wählen Sie die Mischung nach Nutzung: Spiel- und Sportrasen verträgt Betreten, Zierrasen sieht gepflegter aus, Schattenrasen kommt mit weniger Licht zurecht.
Wer ohnehin neu anlegt und schnell eine geschlossene Fläche möchte, kann auf Fertigrasen zurückgreifen. Er ist vom ersten Tag an dicht und bietet Unkraut keine offenen Stellen. Wie das gelingt, steht im Beitrag Rollrasen verlegen.
Richtig mähen
Der Rasenmäher ist das wichtigste Werkzeug gegen Unkraut. Mähen Sie in der Hauptwachstumszeit etwa einmal pro Woche und nie kürzer als 4 cm, im Schatten und in trockenen Sommern eher 5–6 cm. Längeres Gras beschattet den Boden, sodass Unkrautsamen schlechter keimen. Ein Schnitt sollte nie mehr als ein Drittel der Halmlänge wegnehmen.
Der erste Schnitt fällt nicht, wie manchmal zu lesen ist, erst Ende Mai. Er ist fällig, sobald das Gras im Frühjahr wieder wächst und etwa 8–10 cm erreicht hat, je nach Region meist im März oder April. Beim ersten Mal nur die Spitzen kürzen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Zeit für den ersten Rasenschnitt. In den Wachstumsspitzen im Frühsommer und Spätsommer kann auch ein zweiter Schnitt pro Woche nötig sein.
Düngen, damit das Gras gewinnt
Rasen wächst ständig nach und verliert mit jedem Schnitt Nährstoffe. Ein unterversorgter Rasen wird licht, und in die Lücken wandern Klee und Moos. Üblich sind drei bis vier Düngergaben pro Jahr: im Frühjahr nach dem Austrieb, im Frühsommer, im Hochsommer (nur bei ausreichender Wasserversorgung) und als kaliumbetonter Herbstdünger im September oder Oktober. Halten Sie sich an die Mengenangabe auf der Packung und düngen Sie nicht auf trockenen Rasen in praller Sonne.
Vertikutieren, Lüften, Kalken
Vertikutieren entfernt Rasenfilz und Moos aus der Grasnarbe. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, wenn der Rasen kräftig wächst, etwa ab Mitte April, sowie der frühe Herbst. Vorher kurz mähen und düngen, damit sich das Gras schnell erholt.
Aerifizieren hilft bei verdichtetem Boden, erkennbar an Pfützen nach Regen und an Breitwegerich. Mit einer Aerifiziergabel oder einem Aerifizierer stechen Sie Löcher in die Fläche, die Sie anschließend mit grobem Sand verfüllen. Das verbessert Wasserabzug und Durchlüftung dauerhaft.
Kalken ist nur sinnvoll, wenn eine Messung einen zu niedrigen pH-Wert zeigt; für Rasen liegt der günstige Bereich etwa zwischen 5,5 und 7, auf Sandboden etwas niedriger. Kalk ohne Messung schadet eher. Wann und wie Sie kalken, erklärt der Beitrag Den Rasen im Herbst kalken. Gegen Moos wird oft Eisendünger eingesetzt; er färbt Platten und Holz rostbraun, lesen Sie dazu Wie wird Eisendünger richtig angewendet und Die Entfernung von Moos im Garten.
Lücken sofort schließen
Jede kahle Stelle ist eine Einladung für Unkraut. Nach dem Vertikutieren oder dem Ausstechen von Unkraut raken Sie die Stelle auf, streuen eine Nachsaatmischung aus, drücken die Samen an und halten sie gleichmäßig feucht, bis das Gras aufgelaufen ist. Rasensamen keimt ab einer Bodentemperatur von etwa 10 °C, gut geeignet sind deshalb April bis Mai und Ende August bis Mitte September.
Unkraut von Hand entfernen
Bei einzelnen Pflanzen ist Ausstechen der sauberste und umweltfreundlichste Weg. Arbeiten Sie nach einem Regen oder nach dem Gießen, dann lassen sich die Wurzeln leichter herausziehen. Löwenzahn und Wegerich haben tiefe Pfahlwurzeln; ein Unkrautstecher mit schmaler, langer Klinge erfasst sie besser als ein Küchenmesser. Bleibt ein Wurzelstück zurück, treibt die Pflanze erneut aus.

Stechen Sie Löwenzahn vor der Samenbildung aus, sonst verteilt jede Pusteblume Dutzende neuer Samen. Mit etwas Konsequenz über zwei, drei Jahre wird der Befall deutlich weniger. Gänseblümchen stören die wenigsten; sie sind für Insekten sogar ein wertvolles Frühjahrsangebot. Weitere Ideen für eine eher naturnahe Pflege finden Sie im Beitrag Unkraut hemmen mit Bokashi.
Wenn Unkrautvernichter, dann richtig
Ist ein Rasen großflächig verunkrautet, bleiben zwei Wege: ein zugelassenes selektives Rasenherbizid oder eine Neuanlage. Rasenherbizide wirken gegen zweikeimblättrige Unkräuter und schonen die Gräser. Sie sind Pflanzenschutzmittel und dürfen nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten und genau nach Gebrauchsanweisung verwendet werden. Auf Wegen, Einfahrten und anderen befestigten Flächen ist jede Anwendung verboten.
Die Mittel wirken am besten, wenn Unkraut und Gras aktiv wachsen, also bei milden Temperaturen und feuchtem Boden, meist im Mai oder Juni und im frühen Herbst. Mähen Sie einige Tage vorher und nachher nicht, damit genug Blattmasse das Mittel aufnimmt. Nach dem Ausbringen sollte es mehrere Stunden nicht regnen. Kombinierte Produkte aus Dünger und Unkrautvernichter sind bequem, aber auch hier gelten die gleichen Regeln. Hausmittel wie Salz oder Essig sind keine Lösung: Sie schädigen den Rasen gleich mit und sind als Unkrautvernichter nicht zulässig.
Rund um den Rasen hält eine saubere Kante Ausläufer und Beetunkraut fern. Wie Sie eine englische Rasenkante anlegen und pflegen, erklärt der Beitrag Tipps für eine schöne und pflegeleichte Rasenkante.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich einen schönen Rasen ohne Unkraut?
Mit dichtem Gras: gutes Saatgut, regelmäßig auf mindestens 4 cm mähen, drei- bis viermal im Jahr düngen, Lücken sofort nachsäen und verdichteten Boden lüften. Einzelnes Unkraut stechen Sie aus.
Wann sollte man Rasen kalken?
Nur nach einer pH-Messung, die einen zu niedrigen Wert ergibt. Gekalkt wird meist im Herbst oder zeitigen Frühjahr, nicht zusammen mit Stickstoffdünger.
Wann ist der erste Rasenschnitt?
Sobald das Gras im Frühjahr wieder wächst und etwa 8–10 cm hoch ist, meist im März oder April. Beim ersten Schnitt nur leicht kürzen.
Was hilft gegen Klee im Rasen?
Klee deutet auf Stickstoffmangel hin. Regelmäßiges Düngen stärkt das Gras, das den Klee nach und nach verdrängt. Einzelne Klee-Nester lassen sich zusätzlich mit einem Rechen auflockern und nachsäen.



