Kompost anlegen: So gelingt der eigene Komposthaufen

Inhalt10 Abschnitte
- Warum sich ein eigener Kompost lohnt
- Welcher Komposter passt zu Ihrem Garten?
- Der richtige Standort
- Schritt für Schritt: den Kompost aufsetzen
- Was auf den Kompost gehört – und was nicht
- Kompost umsetzen: wann und wie
- Wann ist der Kompost reif?
- Kompost richtig verwenden
- Typische Probleme und was dagegen hilft
- Häufige Fragen
Einen Kompost anzulegen ist einfacher, als viele denken: ein halbschattiger Platz auf offenem Boden, ein luftiger Behälter, eine gute Mischung aus feuchten, grünen und trockenen, holzigen Abfällen – und einmal Umsetzen, wenn der Haufen gut zusammengesackt ist. Umgesetzt wird meist im Frühjahr oder im Herbst, spätestens einige Monate nach dem Aufsetzen. Nach sechs bis zwölf Monaten haben Sie krümelige, dunkle Erde, die jeden Gartenboden verbessert.

Warum sich ein eigener Kompost lohnt
Im Kompost verwandeln Bakterien, Pilze, Regenwürmer, Asseln und Springschwänze Küchen- und Gartenabfälle in Humus. Das Ergebnis ist ein milder, langsam wirkender Dünger und zugleich der beste Bodenverbesserer, den ein Garten bekommen kann: Er lockert schwere Böden, hilft leichten Böden, Wasser zu halten, und füttert das Bodenleben. Wie Sie Kompost gezielt gegen die Schwächen Ihres Bodens einsetzen, erklärt der Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.
Nebenbei sparen Sie Biotonne, Säcke für Blumenerde und Fahrten zum Grünschnittplatz. Ein gepflegter Komposthaufen riecht nicht unangenehm, sondern nach Waldboden. Tut er es doch, ist er zu nass oder zu dicht gepackt – beides lässt sich leicht beheben.
Welcher Komposter passt zu Ihrem Garten?
Grundsätzlich unterscheidet man den offenen Komposthaufen oder die Kompostmiete von geschlossenen Behältern.
| Art | Geeignet für | Vorteile | Nachteile |
| Offener Haufen / Lattenkomposter | mittlere und große Gärten | viel Volumen, gut zu belüften, leicht umzusetzen, günstig | braucht Platz, sieht nicht immer ordentlich aus |
| Schnell- oder Thermokomposter | kleine Gärten, viele Küchenabfälle | geschlossen, ordentlich, hält Wärme, schützt vor Austrocknung | wenig Volumen, schlechter zu belüften, schwer umzusetzen |
| Trommelkomposter | kleine Mengen, Terrassengärten | durch Drehen leicht belüftet, auf Füßen und damit geschützt vor Nagern | kein Bodenkontakt, Würmer fehlen, geringe Menge |
| Wurmkiste | Balkon, Küche, sehr kleine Gärten | verwertet Küchenabfälle, liefert Wurmhumus | nur für Küchenabfälle, Würmer müssen eingesetzt werden |
Ideal sind zwei oder drei Kammern nebeneinander: In einer wird gesammelt, in der zweiten reift der umgesetzte Kompost, aus der dritten wird entnommen. So läuft der Kreislauf ohne Pause. Thermokomposter halten Wärme besser, arbeiten im Winter aber trotzdem nur langsam; Wunder sollten Sie von der Isolierung nicht erwarten.
Der richtige Standort
Wählen Sie einen halbschattigen, etwas windgeschützten Platz, zum Beispiel unter einem Laubgehölz. In praller Sonne trocknet der Kompost aus, im tiefen Schatten bleibt er kalt und nass. Der Behälter steht immer direkt auf offenem Boden, nicht auf Platten oder Beton: Nur so können Regenwürmer und Bodenlebewesen einwandern und Sickerwasser ablaufen. Gegen Wühlmäuse und Ratten legen Sie ein engmaschiges Drahtgitter unter.
Planen Sie den Weg mit der Schubkarre ein und lassen Sie rundherum Platz zum Arbeiten. Zum Nachbargrundstück halten Sie etwas Abstand; ob und welche Abstände vorgeschrieben sind, regeln Nachbarrecht und Gemeinde unterschiedlich, im Zweifel hilft eine kurze Nachfrage und ein freundliches Gespräch über den Zaun.
Schritt für Schritt: den Kompost aufsetzen
- Unterbau. Lockern Sie den Boden am Standort mit der Grabegabel und legen Sie bei Bedarf das Nagerschutzgitter aus.
- Drainageschicht. Als unterste Lage kommen etwa 20–30 cm grobes, holziges Material: gehäckselte Zweige, Staudenstängel, Reisig. Sie sorgt dafür, dass Luft von unten eindringt und Wasser abläuft.
- Starthilfe. Eine dünne Schicht Gartenerde oder reifer Kompost bringt Mikroorganismen und Würmer gleich mit.
- Schichten oder mischen. Nun folgen im Wechsel feuchte, stickstoffreiche Abfälle (Rasenschnitt, Küchenreste, Grünzeug) und trockene, kohlenstoffreiche (Laub, Stroh, Häckselgut, zerknülltes Zeitungspapier ohne Farbdruck). Noch besser als dicke Schichten ist es, beides beim Einfüllen grob zu mischen.
- Feuchtigkeit prüfen. Das Material soll sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Trockenes Laub oder Stroh wird beim Einfüllen angefeuchtet.
- Abdecken. Eine Lage Stroh, Laub, Grasschnitt oder eine atmungsaktive Kompostabdeckung schützt vor Austrocknung und vor zu viel Regen. Keine luftdichte Folie.
Was auf den Kompost gehört – und was nicht
Die Faustregel lautet: Alles, was pflanzlich und unbehandelt ist, darf auf den Kompost. Entscheidend ist die Mischung. Rasenschnitt allein fault, Laub allein rottet kaum. Große Mengen Rasenschnitt lassen Sie vorher antrocknen oder mischen sie mit Häckselgut.
Gut geeignet: Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz samt Papierfilter, Teesatz (Beutel ohne Kunststoff), zerdrückte Eierschalen, Rasenschnitt (angewelkt), Laub, Staudenrückschnitt, gehäckselte Zweige, Stroh, Heu, verwelkte Blumen, Holzspäne und Sägemehl von unbehandeltem Holz. Wie Kaffeesatz auch direkt als Dünger dient, lesen Sie unter Kaffeesatz als Dünger verwenden.
In kleinen Mengen: Schalen von Zitrusfrüchten und Bananen (bei konventioneller Ware wegen möglicher Rückstände eher sparsam), Asche aus unbehandeltem Holz, Laub von Walnuss und Eiche, das nur langsam verrottet.
Nicht auf den Kompost:
- Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte und gekochte Speisereste – sie locken Ratten an.
- Kot von Hunden und Katzen sowie mineralische Katzenstreu.
- Grillkohle- und Kohleasche, Staubsaugerbeutel, Kehricht.
- Lackiertes oder imprägniertes Holz, Glas, Metall, Kunststoff, auch sogenannte kompostierbare Tüten, die im Gartenkompost oft nicht zerfallen.
- Kranke Pflanzenteile mit hartnäckigen Erregern, etwa Kohlhernie, Feuerbrand oder Buchsbaum-Triebsterben.
- Samenreife Unkräuter und Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Ackerwinde. Ein Gartenkompost wird selten heiß genug, um sie sicher abzutöten. Mehr dazu im Beitrag Giersch bekämpfen.
Kompost umsetzen: wann und wie
Nach einigen Monaten ist ein Komposthaufen um ein gutes Stück zusammengesackt. Innen ist das Material schon weit zersetzt, außen und oben dagegen noch roh. Beim Umsetzen wird der Haufen einmal komplett umgeschichtet, belüftet und gemischt. Das beschleunigt die Rotte deutlich und sorgt für einen gleichmäßigen Kompost.
Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, etwa März bis Mai, wenn der Haufen den Winter über zusammengesackt ist und das Bodenleben wieder aktiv wird. Ein zweiter guter Termin ist der Herbst, bevor neues Laub anfällt. Als Faustregel gilt: frühestens zwei bis drei Monate nach dem Aufsetzen, meist nach drei bis sechs Monaten. Nicht umsetzen sollten Sie bei starkem Frost – und nicht, ohne zuvor nachzusehen, ob Igel, Blindschleichen oder Kröten im Haufen überwintern. Im Herbst und Winter sind Komposthaufen beliebte Quartiere.
So gehen Sie vor:
- Platz schaffen. Setzen Sie direkt neben dem alten Haufen oder in die leere Nachbarkammer um.
- Oben abtragen. Die obere, noch grobe Schicht kommt zuerst herunter und später nach unten beziehungsweise in die Mitte des neuen Haufens.
- Mischen und lockern. Arbeiten Sie sich mit der Grabegabel durch den Haufen, lockern Sie verklumpte Stellen und mischen Sie trockene und nasse Bereiche.
- Feuchte ausgleichen. Zu trockenes Material angießen, zu nasses mit Häckselgut, Stroh oder trockenem Laub mischen.
- Unten entnehmen. Was ganz unten bereits krümelig und dunkel ist, können Sie absieben und direkt verwenden.
Eine Grabegabel ist dafür besser als ein Spaten, weil sie sich leichter durch faseriges Material schiebt. Ausführlich mit allen Varianten beschreibt das der Beitrag Kompost umsetzen.
Wann ist der Kompost reif?
Reifer Kompost ist dunkelbraun bis schwarz, krümelig und riecht nach Walderde. Einzelne Bestandteile sind kaum noch zu erkennen, allenfalls grobe Zweigstücke, die Sie aussieben und wieder auf den neuen Haufen geben. Je nach Mischung, Pflege und Witterung dauert das sechs bis zwölf Monate, mit Umsetzen eher kürzer.
Einen einfachen Test gibt es mit Kresse: Füllen Sie ein Glas oder eine Schale mit dem Kompost, säen Sie Kressesamen darauf und halten Sie sie feucht. Keimt die Kresse gleichmäßig und bleiben die Keimlinge grün, ist der Kompost reif. Gelbe, verkrüppelte oder fehlende Keimlinge zeigen, dass er noch zu frisch ist.
Kompost richtig verwenden
Reifer Kompost wird im Frühjahr ausgebracht und nur flach eingeharkt. Für die laufende Versorgung genügen etwa 2–3 Liter je Quadratmeter und Jahr, bei Starkzehrern wie Kohl, Tomaten oder Kürbis etwas mehr. Halbreifer Kompost eignet sich als Mulch unter Sträuchern und für Starkzehrer; Kürbisse wachsen sogar direkt auf dem Komposthaufen, siehe Kürbis im heimischen Garten anbauen.
Für Aussaaten und empfindliche Jungpflanzen ist reiner Kompost zu nährstoffreich und salzhaltig. Mischen Sie ihn mit Gartenerde und Sand. Moorbeetpflanzen wie Rhododendren und Heidelbeeren vertragen Gartenkompost wegen seines meist neutralen bis leicht basischen pH-Werts nur in kleinen Mengen.
Typische Probleme und was dagegen hilft
- Es riecht faulig. Der Kompost ist zu nass und zu dicht, meist zu viel Rasenschnitt. Umsetzen und mit groben, trockenen Materialien mischen.
- Es tut sich nichts. Er ist zu trocken oder enthält zu viel Holziges. Angießen und frisches Grünzeug untermischen.
- Ameisen im Kompost. Ein Zeichen für Trockenheit. Gründlich wässern und umsetzen.
- Ratten. Keine gekochten Essensreste und nichts Tierisches mehr einfüllen, Drahtgitter unterlegen, Küchenabfälle unter Gartenmaterial vergraben.
- Fruchtfliegen. Küchenabfälle immer mit einer Lage Laub oder Erde abdecken.
Laub ist übrigens eine der wertvollsten Zutaten; wie Sie es über den Winter sammeln und nutzen, steht im Beitrag Laub sammeln und im Garten nutzen.
Häufige Fragen
Wann sollte man den Kompost umsetzen?
Am besten im Frühjahr zwischen März und Mai oder im Herbst, jeweils einige Monate nach dem Aufsetzen, wenn der Haufen deutlich zusammengesackt ist. Vor dem Umsetzen im Frühjahr prüfen, ob Tiere darin überwintern.
Muss man Kompost überhaupt umsetzen?
Nein, auch ohne Umsetzen entsteht Kompost, nur langsamer und ungleichmäßiger. Wer Zeit hat, lässt den Haufen ein bis zwei Jahre liegen. Wer schneller reifen Kompost möchte, setzt einmal um.
Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?
Meist sechs bis zwölf Monate. Ein gut gemischter, feuchter und einmal umgesetzter Haufen ist schneller, ein trockener Haufen aus viel Laub und Holz braucht länger.
Darf ich Zitrusschalen und Asche kompostieren?
In kleinen Mengen ja. Zitrusschalen verrotten langsam, Holzasche aus unbehandeltem Holz enthält Kalium und Kalk, erhöht aber den pH-Wert. Grillkohleasche und Asche aus lackiertem Holz gehören in den Restmüll.



