Sonnenbrand bei Pflanzen verhindern
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Pflanzen bekommen Sonnenbrand vor allem dann, wenn sie plötzlich stärkerer Sonne ausgesetzt sind, als sie es gewohnt sind – nach dem Winterquartier, nach dem Umstellen oder nach einem kräftigen Rückschnitt. Der wichtigste Schutz ist deshalb, Pflanzen über ein bis zwei Wochen schrittweise an die Sonne zu gewöhnen, dazu gleichmäßig zu gießen und in Hitzeperioden über Mittag zu schattieren. Einmal verbrannte Blätter erholen sich nicht, die Pflanze selbst meist schon.

Wie Sonnenbrand bei Pflanzen entsteht
Blätter bilden, ähnlich wie unsere Haut, Schutzstoffe gegen zu viel Licht. Pflanzen, die monatelang im dämmrigen Winterquartier, im Gewächshaus oder auf der Fensterbank standen, haben davon wenig. Kommen sie plötzlich in die volle Frühsommersonne, wird das Blattgewebe durch Strahlung und Hitze regelrecht zerstört. Die Zellen sterben ab, das Blattgrün wird abgebaut.
Hitze und Wassermangel verstärken den Effekt. Kann eine Pflanze nicht genug Wasser nachliefern, schließt sie ihre Spaltöffnungen, kühlt sich nicht mehr durch Verdunstung und heizt sich weiter auf. Deshalb treten Verbrennungen oft an heißen, windstillen Tagen auf, an Südwänden und auf Terrassen mit hellem Belag, der zusätzlich Licht und Wärme zurückwirft.
Woran Sie Sonnenbrand erkennen
- Weiße, silbrige oder hellbraune Flecken auf der Blattoberseite, vor allem an den Blättern, die direkt zur Sonne zeigen.
- Die Flecken sind scharf begrenzt, trocknen ein und werden papierartig.
- Betroffen sind die äußeren, besonnten Blätter, die schattigen Blätter im Inneren bleiben grün.
- An Früchten entstehen helle, weiche oder ledrige Stellen, etwa an Tomaten, Paprika, Äpfeln oder Weintrauben.
- An Stämmen reißt die Rinde auf der Süd- oder Südwestseite ein.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Pilzkrankheiten und Nährstoffmangel. Pilzflecken breiten sich meist aus, haben oft einen dunklen Rand oder Sporen, und sie treten auch an schattigen Blättern auf. Sonnenbrand dagegen entsteht über Nacht nach einem sonnigen Tag und breitet sich danach nicht weiter aus. Vergleichen Sie im Zweifel die Sonnen- mit der Schattenseite der Pflanze.
Besonders gefährdete Pflanzen
Kübelpflanzen nach dem Winterquartier sind die klassischen Opfer: Oleander, Zitrus, Olive, Engelstrompete, Fuchsien und Palmen. Auch Zimmerpflanzen, die im Sommer auf Balkon oder Terrasse umziehen, sind nicht an direkte Sonne gewöhnt. Dazu kommen selbst gezogene Jungpflanzen von Tomaten, Paprika und Kürbisgewächsen, die von der Fensterbank ins Freie wandern.
Im Garten trifft es Gehölze, die plötzlich freigestellt werden, etwa nach dem Fällen eines Nachbarbaums, sowie junge Obstbäume mit dünner Rinde. Und Pflanzen, die eigentlich Halbschatten wollen – Hortensien, Funkien, Farne –, verbrennen an einem zu sonnigen Standort jeden Sommer aufs Neue. Hier hilft kein Gewöhnen, sondern nur ein besserer Platz. Welche Pflanzen mit wenig Sonne auskommen, zeigt der Beitrag Exotische Pflanzen für schattige Plätze.
Langsam an die Sonne gewöhnen
Kübelpflanzen und Jungpflanzen gewöhnen Sie über etwa ein bis zwei Wochen an volle Sonne, bei sehr empfindlichen Arten auch etwas länger.
- Einen trüben Tag wählen. Räumen Sie Pflanzen aus dem Winterquartier bei bedecktem Himmel aus, nicht an einem strahlenden Sonnentag.
- Erst in den Schatten. Die ersten Tage stehen die Pflanzen an einem hellen, aber schattigen Platz, etwa unter einem Baum oder an einer Nordwand.
- Morgen- und Abendsonne. Danach dürfen sie einige Stunden Morgen- oder Abendsonne bekommen, zur Mittagszeit stehen sie weiter im Schatten.
- Schrittweise steigern. Von Tag zu Tag etwas mehr Sonne, bis die Pflanze an ihrem endgültigen Platz steht.
Wer die Pflanzen nicht hin- und hertragen kann, schattiert mit Vlies, einem Schattiernetz oder einem Sonnenschirm und nimmt den Schutz nach und nach weg. Zeitlich hängt das Ausräumen ohnehin an den Temperaturen: Frostempfindliche Kübelpflanzen kommen in der Regel erst nach den Eisheiligen Mitte Mai dauerhaft ins Freie. Mehr dazu unter Kübelpflanzen pflegen.
Richtig gießen bei Hitze
Gut mit Wasser versorgte Pflanzen vertragen Sonne besser. Gießen Sie bei Hitze früh am Morgen, wenn der Boden kühl ist und wenig verdunstet; abends ist die zweitbeste Zeit, begünstigt auf Dauer aber Schnecken und Pilze. Gießen Sie gründlich und seltener statt täglich ein wenig, damit das Wasser in die Tiefe dringt.
Dass Wassertropfen auf Blättern in der Mittagssonne wie Brenngläser wirken und Verbrennungen verursachen, ist für die allermeisten Pflanzen ein Mythos. Mittags zu gießen ist trotzdem unklug, weil ein großer Teil des Wassers verdunstet, bevor es die Wurzeln erreicht. Wie viel und wie oft Sie gießen müssen, erklärt der Beitrag Wie oft muss man den Garten wirklich bewässern. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch hält den Boden zusätzlich feucht und kühl.
Schatten spenden in Hitzeperioden
In extremen Hitzeperioden brauchen auch gut gewöhnte Pflanzen Hilfe. Auf Terrasse und Balkon helfen Markise oder Sonnenschirm, im Beet und über dem Gemüse ein Schattiernetz, das etwa auf Bügeln über die Pflanzen gespannt wird. Kübel rücken Sie über Mittag zusammen oder etwas aus der Sonne. Helle Wände und Beläge werfen viel Licht zurück; Pflanzen direkt davor verbrennen leichter als im Beet.
Im Gewächshaus ist Schattieren im Sommer Pflicht. Neben Schattiernetzen oder Schattierfarbe außen am Glas ist ausreichendes Lüften entscheidend, sonst kochen Tomaten und Gurken bei geschlossenem Dach regelrecht.
Sonnenbrand an Früchten, Rinde und Rasen
Früchte: Tomaten, Paprika und Weintrauben bekommen Sonnenbrand, wenn sie plötzlich frei in der Sonne hängen. Entfernen Sie deshalb bei Hitze nicht zu viele Blätter. Beim Wein sollten Sie die Traubenzone eher auf der Morgenseite entblättern als auf der Südwestseite. Mehr dazu unter Weinreben im Sommer richtig auslichten.
Rinde: Bei jungen Obstbäumen und glattrindigen Gehölzen reißt die Rinde vor allem im Spätwinter. Die Wintersonne erwärmt tagsüber die Süd- und Südwestseite des Stamms, nachts friert das Gewebe wieder – dieser Wechsel lässt die Rinde platzen. Ein weißer Stammanstrich im Herbst wirft die Sonne zurück und beugt diesen Frostrissen vor. Er hilft ebenso bei Bäumen, deren Stamm nach einem starken Rückschnitt plötzlich in der Sommersonne steht.
Rasen: Braune Flächen im Hochsommer sind meist kein Sonnenbrand, sondern Trockenstress. Die Gräser ziehen sich zurück und treiben nach Regen in der Regel wieder aus. Wer den Rasen grün halten will, wässert selten, aber durchdringend, und mäht in Hitzeperioden nicht zu kurz.
Zimmerpflanzen am Fenster
Auch am Fenster verbrennen Pflanzen, obwohl Fensterglas einen großen Teil der UV-Strahlung abhält. Schuld sind die intensive Strahlung und die Hitze hinter der Scheibe, besonders an Süd- und Westfenstern im Sommer. Gefährdet sind Pflanzen, die im Winter weiter hinten im Raum standen und dann ans Fenster rücken, und Arten, die eigentlich im Halbschatten wachsen. Ein heller Vorhang, ein Rollo über Mittag oder etwas Abstand zur Scheibe genügen meist.
Was tun, wenn es passiert ist?
Stellen Sie die Pflanze sofort etwas schattiger und prüfen Sie, ob der Wurzelballen trocken ist. Verbrannte Blätter werden nicht wieder grün. Schneiden Sie sie nicht sofort alle ab – auch teilgeschädigte Blätter versorgen die Pflanze noch und beschatten die darunterliegenden. Entfernen Sie nur ganz vertrocknete Blätter; der Rest wird nach und nach durch neuen Austrieb ersetzt. Düngen Sie eine geschwächte Pflanze nicht sofort kräftig, sondern warten Sie, bis sie wieder austreibt.
Häufige Fragen
Wie sieht Sonnenbrand bei Pflanzen aus?
Als weiße, silbrige oder hellbraune, scharf begrenzte Flecken auf den besonnten Blättern, die später papierartig eintrocknen. Blätter im Schatten der Pflanze bleiben grün.
Erholen sich Pflanzen von Sonnenbrand?
Die verbrannten Blattstellen nicht, die Pflanze aber meist schon. Sie bildet neue Blätter, sobald sie an einem passenden Platz steht und gut versorgt wird.
Darf man in der Mittagssonne gießen?
Schaden durch Wassertropfen auf den Blättern ist kaum zu befürchten. Es ist aber verschwendetes Wasser, weil viel verdunstet. Besser ist früh am Morgen.
Wie lange muss man Kübelpflanzen an die Sonne gewöhnen?
Etwa ein bis zwei Wochen, beginnend im Schatten und mit Morgen- oder Abendsonne. Welche Pflanzen besonders empfindlich reagieren, zeigt auch der Beitrag Zitronenbaum.



