Terrasse gestalten: Von der Planung bis zur Einrichtung

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Eine gute Terrasse beginnt mit einer Frage: Wofür wollen Sie sie nutzen? Grillabende mit vielen Gästen brauchen Platz und einen großen Tisch, das Sonnenbad eine Südlage, das Frühstück im Freien eine Ostseite. Aus der Nutzung ergeben sich Größe, Ausrichtung, Belag, Schattenlösung und Möbel. Als Mindestmaß für eine Sitzgruppe gelten etwa 3 × 3 Meter; für einen Tisch mit sechs Stühlen dürfen es gern 3,5 × 4 Meter sein.

Die Nutzung bestimmt die Planung
Überlegen Sie vor dem ersten Spatenstich, wer die Terrasse wann nutzen wird. Eine Familie mit kleinen Kindern braucht eine robuste Fläche, auf der auch gespielt werden kann. Wer gern kocht, plant Platz für Grill oder Außenküche mit ausreichend Abstand zu Möbeln und Hauswand. Wer vor allem entspannen möchte, legt Wert auf Liegen, Schatten und Sichtschutz. Häufig ist die Lösung eine Terrasse mit Zonen: ein Essbereich nahe der Küchentür, ein Loungebereich etwas abseits, vielleicht eine zweite, kleine Sitzecke im Garten, die zu einer anderen Tageszeit Sonne bekommt.
Eine Terrasse muss auch nicht zwingend am Haus liegen. Ein freistehender Sitzplatz am Ende des Gartens, unter einem Baum oder am Teich bietet oft mehr Ruhe und einen anderen Blick aufs Haus.
Die Ausrichtung: Sonne zur richtigen Zeit

- Süd: Sonne fast den ganzen Tag, ideal für Sonnenanbeter, im Hochsommer aber sehr heiß. Ein Sonnenschutz ist Pflicht.
- West: Sonne ab dem Nachmittag bis zum Abend – die klassische Feierabendterrasse, gut für Grillabende.
- Ost: Morgensonne, ab Mittag Schatten. Perfekt für das Frühstück und für heiße Sommer.
- Nord: überwiegend schattig und kühl. Im Hochsommer angenehm, sonst oft zu frisch; eher als zweiter Sitzplatz geeignet.
Beobachten Sie vor der Planung, wann Haus, Bäume und Nachbargebäude Schatten werfen. Ein Sitzplatz, der im Juni sonnig ist, liegt im April womöglich schon am Nachmittag im Schatten.
Die richtige Größe
Planen Sie großzügig. Eine zu kleine Terrasse ist ein häufiger und ärgerlicher Fehler: Die Stühle stehen mit einem Bein im Rasen, und niemand kommt am Tisch vorbei. Als Faustregel brauchen Stühle hinter der Tischkante mindestens einen Meter Platz, damit man aufstehen kann, und daneben sollte ein Durchgang bleiben. Legen Sie die Möbel vor dem Bau probehalber auf den Rasen und messen Sie nach. Eine Lounge-Ecke mit Sofa und Tisch braucht mehr Fläche, als man denkt.
Der Terrassenbelag: Stein, Holz oder WPC

| Belag | Vorteile | Nachteile |
| Naturstein | sehr langlebig, edel, viele Farben | teuer, manche Sorten fleckempfindlich |
| Betonstein, Pflaster | günstig, robust, große Auswahl | wirkt je nach Stein schlicht, heizt sich auf |
| Keramik-Terrassenplatten | pflegeleicht, fleckunempfindlich | Verlegung anspruchsvoll, auf Rutschfestigkeit achten |
| Holz | warm, fußfreundlich, natürliche Patina | braucht Pflege, Haltbarkeit je nach Holzart |
| WPC | splitterfrei, kaum Pflege | kann sich in der Sonne stark aufheizen, wirkt weniger natürlich |
Holz fühlt sich barfuß angenehm an und bekommt mit der Zeit eine silbergraue Patina. Heimische Robinie ist sehr dauerhaft, Lärche und Douglasie sind günstiger, halten aber weniger lange; Thermoholz ist eine weitere Alternative. Tropenhölzer sind witterungsfest, aber nur mit glaubwürdigem Herkunftsnachweis vertretbar. Bei Stein und Keramik achten Sie auf eine rutschhemmende Oberfläche, denn nasse, glatte Platten sind im Winter gefährlich. Einzelheiten stehen in den Beiträgen Terrasse aus Stein oder Holz bauen, Terrassendielen richtig verlegen und WPC: ideale Alternative für Terrasse und Balkon.
Unabhängig vom Material braucht jede Terrasse ein Gefälle von etwa 2 Prozent vom Haus weg, damit Regenwasser abläuft und nicht an die Hauswand drückt, und einen tragfähigen, frostsicheren Unterbau.
Ebenen, Stufen und Übergänge
Auf abschüssigen Grundstücken oder großen Flächen lohnt es sich, in Ebenen zu planen. Zwei Stufen trennen den Essplatz von der Lounge, ohne eine Wand zu bauen. Niedrige Mauern können gleichzeitig Sitzplatz und Beetkante sein. Achten Sie auf gut sichtbare Stufenkanten und bequeme Stufenmaße, und denken Sie an eine sichere Beleuchtung der Stufen. Auch der Übergang zum Haus zählt: Eine breite, gut zu öffnende Terrassentür macht die Terrasse erst zum zweiten Wohnzimmer. Worauf es dabei ankommt, erklärt Worauf ist bei einer neuen Terrassentür zu achten?.
Überdachung und Genehmigung
Eine Überdachung aus Glas, Polycarbonat oder Holz macht die Terrasse auch bei Nieselregen nutzbar und verlängert die Saison. Glas lässt am meisten Licht in die dahinterliegenden Räume, braucht im Sommer aber zusätzlich eine Beschattung. Freistehende Konstruktionen lassen sich nachträglich errichten, wenn ein Anbau am Haus nicht möglich ist.
Ob eine ebenerdige Terrasse oder eine Überdachung eine Baugenehmigung braucht, entscheiden die Landesbauordnung und gegebenenfalls der Bebauungsplan Ihrer Gemeinde. Ebenerdige Terrassen sind häufig genehmigungsfrei, Überdachungen je nach Bundesland oft nur bis zu einer bestimmten Größe, und an der Grundstücksgrenze gelten Abstandsregeln. Verbindliche Auskunft gibt das Bauamt. Einen Überblick gibt der Beitrag Braucht man eine Baugenehmigung für die Terrasse?.
Sonnenschutz und Sichtschutz
Für den Schatten gibt es Sonnenschirme, Sonnensegel, Markisen und Pergolen. Ein großer Ampelschirm ist flexibel, eine Markise am Haus lässt sich per Knopfdruck ausfahren, ein Sonnensegel wirkt leicht und modern, braucht aber stabile Befestigungspunkte. Eine berankte Pergola ist die natürlichste Lösung.
Sichtschutz schaffen Hecken, Holz- oder Metallwände, Gabionen oder Rankgitter mit Kletterpflanzen. Pflanzen haben den Vorteil, dass sie Lärm etwas dämpfen, Vögeln Lebensraum bieten und die Terrasse grüner wirken lassen. Anregungen finden Sie unter Begrünter Sichtschutz im Garten und Sichtschutz und Rankgitter kombinieren.
Möbel und Einrichtung

Wer oft Gäste hat, investiert zuerst in einen großen, stabilen Tisch und bequeme Stühle. Für die Lounge eignen sich wetterfeste Sofas mit Polstern, die sich bei Regen schnell wegräumen lassen. Holzmöbel wirken natürlich, brauchen aber je nach Holzart regelmäßige Pflege mit Öl oder Lasur; Polyrattan und Aluminium sind pflegeleicht, Gusseisen wirkt romantisch und ist schwer. Einen Materialvergleich gibt Gartenmöbel: aus welchem Material sind am besten?. Planen Sie auch Stauraum für Polster und Kissen ein, etwa eine wetterfeste Auflagenbox.
Pflanzen machen die Terrasse wohnlich: große Kübel mit Kübelpflanzen, Kräuter nahe der Küchentür, duftende Pflanzen in der Nähe der Sitzplätze. Wie Sie Kübel bepflanzen, erklärt Kübel für den Garten oder die Terrasse richtig bepflanzen, eine Stilidee zeigt Eine Terrasse im mediterranen Stil.
Licht für den Abend
Windlichter und Laternen sorgen für die schönste Stimmung, reichen aber nicht, um Stufen und Wege sicher zu machen. Planen Sie deshalb eine Grundbeleuchtung mit Wandleuchten am Haus und dezente Leuchten an Stufen und Wegkanten, dazu ein paar Strahler, die Pflanzen von unten anleuchten. Leitungen und Außensteckdosen legen Sie am besten schon beim Bau der Terrasse, die Arbeiten an 230-Volt-Anschlüssen gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Solarleuchten sind für Akzente eine Ergänzung. Mehr dazu unter Akzente setzen mit der richtigen Gartenbeleuchtung.
Häufige Fragen
Wie groß sollte eine Terrasse sein?
Mindestens etwa 3 × 3 Meter für eine kleine Sitzgruppe, für einen Tisch mit sechs Stühlen besser 3,5 × 4 Meter. Hinter jedem Stuhl sollte ein Meter Platz bleiben.
Braucht man für eine Terrasse eine Baugenehmigung?
Ebenerdige Terrassen sind oft genehmigungsfrei, Überdachungen je nach Bundesland und Größe nicht immer. Maßgeblich sind Landesbauordnung und Bebauungsplan; im Zweifel fragen Sie beim Bauamt nach.
Welche Ausrichtung ist für eine Terrasse am besten?
Das hängt von der Nutzung ab: Süden für viel Sonne, Westen für Abendsonne, Osten für das Frühstück. Viele Gärten profitieren von einem zweiten Sitzplatz mit anderer Ausrichtung.
Welcher Belag ist am pflegeleichtesten?
Keramikplatten und Betonstein sind am pflegeleichtesten, WPC braucht ebenfalls wenig Pflege. Holz ist am wärmsten für die Füße, will aber regelmäßig gepflegt werden.



